Das Hannoverspiel wird in erster Linie eine mentale Herausforderung. Wir sind nach unten hin durch, nach oben wird es schwer, da wird man leicht antriebslos, mangels Angst- oder Lustziele. Deswegen hat man ja keine Charakterschwäche. Das geht uns doch allen auf Arbeit so, Freitagnachmittag um zweie, Sonne scheint, der Biergarten ruft.
Dann kommt ausgerechnet ein Gegner, der mit Kratzen und Beißen noch ein paar Punkte braucht, damit ein noch schlechterer Club hinter ihm ins Gras beißt. (Imho eine ziemlich seltsame Laune der Natur, dass es zu diesem Zeitpunkt der Saison so eine Konstellation ist und nicht genau umgekehrt, aber darüber darf man sich schon freuen.) Mal ehrlich, wer hat da wirklich Bock drauf? Wer denkt da schon: "Au ja, volle Pulle reinhauen."
Und dann macht unser Trainer seit Wochen das Gleiche. Was ja auch erfolgreich war, nur "Reizpunkte" setzt das eben nicht. Einzige Hoffnung meinerseits: Es ist ein Heimspiel und das Publikum könnte mit seinen Bemühungen anstecken. Aber ich befürchte, dass die Wasenlampen lieber an ein paar Frühlingsblümelein riechen wollen, als den Acker im Stadion pflügen zu gehen. Und das meine ich nicht als Vorwurf. Der Müßiggang ist wohl verdient.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.