
Hecking hat ein Kopfproblem – aber außen. Sein Friseur könnte ihm vielleicht helfen, aber entweder will er nicht, oder seine Haare lassen wirklich nichts zu. Das macht eine Beurteilung so schwierig: die Gladbacher sind Tabellendritter und gewinnen in München, und trotzdem hat man Verständnis für Fans, die in Hecking anscheinend das letzte Hindernis zu Meisterschaft und internationalem Ruhm sehen – obwohl das angesichts der finanziellen Möglichkeiten des Vereins an Überheblichkeit kaum noch zu überbieten ist.
Ich tappe selbst auch in diese Falle. Hecking kann kein guter Trainer sein – allein weil er die Spieler jeden Morgen erschreckt: du kommst zum Training, und dann steht da dieser KZ-Arzt aus einem Uwe Boll-Film. Da kann man nicht angstfrei arbeiten.
Aber bitte – Dieter Hecking kann eine lückenlose Karriere als Trainer vorweisen, und er ist auch schon seit ungefähr 12 Jahren in Gladbach. Die Sache mit Korkut gibt er zwar verkürzt wieder, aber man kann als Beobachter einfach zu keinem anderen Schluss kommen: was die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Fachpersonal angeht, sind in Cannstatt nicht annähernd genug Latten am Zaun.
Welcher Trainer wurde denn überhaupt mal geholt und hat Zeit bekommen, einen Plan umzusetzen? Da sind doch sehr viele dabei, die schnell-schnell mitten in der Saison kamen und bleiben durften, während viele sorgfältig ausgesuchte sich als “Missverständnis” herausstellten. Wobei das Missverständnis immer darin besteht, dass die Entscheider denken sie hätten Ahnung.
In den letzten 20 Jahren haben sechs Trainer am ersten Spieltag begonnen, nur ein einziger hat die Saison überstanden: Matthias Sammer – und der blieb auch nur bis zum Ende, weil sich ein Wechsel so kurz vor Schluss für niemanden mehr lohnte. Ein anderer dieser sechs Trainer war Winnie Schäfer.
Der Sturkopp aus Backnang (30. Spieltag) und Hannes Wolf (7. Spieltag) stellen Ausnahmen dar – die waren
de facto von Beginn an da und durften auch tatsächlich ein Weilchen arbeiten, aber bekanntlich sind die ja auch nicht gegangen, weil sie von größeren Vereinen abgeworben wurden. Das war nur Keule Lagerhaus beschieden, mit tonnenweise Dusel für alle Beteiligten: zum Glück hatte der VfB damals keine Kohle, aber nach zwei Jahren Rangnick jede Menge gute, junge Fußballspieler.
Vielleicht gilt für den Hecking ja gerade was ähnliches, aber trotzdem muss der sich genau so wenig auf die Zunge beißen wie Hannes Wolf, wenn’s um die Stuttgarter Trainerpolitik geht.