Gestern Abend war die Regionalversammlung in der Soccer Lounge im Neckarstadion. Das war die letzte dieser Veranstaltungen vor der Sonder-MV am 17. Juli 2016.
Zahlreiche Handlungsempfehlungen aus den Workshops und der Zukunftswerkstatt werden übernommen. Da sehe ich durchaus einen Lerneffekt bei der Vereinsführung.
Beispielsweise sollen über den Vereinsbeirat und dessen Rechte modernere und demokratischere Strukturen geschaffen werden. Der Vereinsbeirat soll unabhängig von der Ausgliederung kommen (wobei die konkrete Ausgestaltung der Rechte und Pflichten dieses Gremiums von der Frage abhängt, ob die Ausgliederung kommt). Zu einigen anderen Punkten kann ich vielleicht mal etwas schreiben, wenn es nicht ohnehin veröffentlicht wird und ich mehr Zeit habe.
Zu dem neuralgischen Punkt "Wirtschaftliche Grundlagen optimieren": Der Vorstand hat alle möglichen Idee für eine bessere finanzielle Ausstattung geprüft (Fremdkapital, auch Fananleihe und Crowdfunding sowie Eigenkapitallösungen). Alle Vorschläge (mit Ausnahme der Genossenschaft, das wird noch geprüft) sind nach Auffassung des Vorstands gegenüber der Ausgliederung nachteilig. Der Vorstand wird daher auf der Sonder-MV am 17. Juli die Ausgliederung der Profiabteilung in eine AG und die Veräußerung von bis zu 24,9 % an Investoren empfehlen.
Den derzeitigen Unternehmenswert hat Wahler mit 230 bis 280 Mio. Euro beziffert, wobei er als Zielgröße 250 bis 260 Mio. Euro anpeilt (d.h. bei 250 Mio. Euro würde der Verkauf (ohne Agio) 62,25 Mio. Euro bringen). Die Werte stammen aus einem Gutachten, dass der Vorstand in Auftrag gegeben hat und sie stimmen nach Auffassung des Vorstands mit dem Marktumfeld überein (so wird der HSV angeblich mit 250 bis 260 Mio. Euro bewertet).
Derzeit finden Verhandlungen und Due Dilligence Prozesse mit mehreren Investoren statt, da der Anteil von 24,9 % nicht nur an ein Unternehmen verkauft werden soll. Ankerinvestor soll Daimler werden. Die Investoren sind dabei (und müssen dies ja auch) eigene Bewertungen vorzunehmen.
Sollte man sich mit Investoren nicht auf eine Bewertung von > 200 Mio. Euro einigen können, würde der Vorstand die Ausgliederung auf Eis legen.
Im Abstiegsfall will der Vorstand von Mitte Mai bis Mitte Juni weitere Gespräche führen. Wenn die Investoren trotzdem bereit wären, auf der Grundlage einer Unternehmensbewertung von über 200 Mio. Euro einzusteigen, will man es wohl trotzdem versuchen (ob sie sich nach einem Abstieg an die Ausgliederung trauen, wage ich jedoch stark zu bezweifeln).
Es ist ja schon länger bekannt, dass von diesen Einnahmen 40 % in den Kader investiert werden sollen (also in dem Rechenbeispiel oben 24,9 Mio. Euro) und 60 % für Abbau Verbindlichkeiten, Infrastrukturprojekte, Festgeldkonto etc. verwendet werden. Genauer wurde das trotz Rückfrage leider nicht erläutert.
Im Ergebnis sehe ich das Bemühen der Vereinsführung, die Mitglieder einzubeziehen. Die Ausführungen des Vorstandes waren teilweise recht oberflächlich (z.B. zur Frage, warum eine AG und nicht GmbH oder KGaA). Allerdings muss man auch berücksichtigen, dass der Teilnehmerkreis natürlich sehr hetrogen ist. Die Gespräche nach der eigentlichen Veranstaltung fand ich sehr aufschlussreich.
Und wie ich stimmen werde? Ich weiß es ehrlich gesagt noch nicht.
