tommes hat geschrieben:Man wollte jeden Gegner ausspielen. Und das streng positionsbezogen.
Aber das funktionierte selbst 2014 nur noch mit Abstrichen, weil wir Klassespieler im richtigen Alter hatten. Schon damals hatten wir große Schwierigkeiten, dieses Spiel durchzubringen. Ghana, USA, Frankreich,...
Selbst im Finale waren wir nicht die bessere Mannschaft. Argentinien hatte die größeren Chancen und Neuer hätte vom Platz gemusst.
Waren wir gegen Ghana das stärkere Team? Dto. USA?
Frankreich hatte gegen uns die klar besseren Chancen. Neuer rettete mehrmals im 1:1.
Im Finale gegen Argentinien hatte der Gegner die klar besseren Chancen. Und Neuer muss vom Platz. Dann kicken wir 50 Minuten zu zehnt.
Gegen Ghana hatte man ebenso wie gegen Algerien ein schwieriges Spiel - aber nicht verloren. Es gibt meiner Erinnerung nach keinen Weltmeister, der in den vier Wochen und insbesondere in der Gruppenphase nicht einmal auch um den Sieg kämpfen muss.
Gegen Frankreich MUSS Schürrle in der zweiten Halbzeit zwei Mal das 2:0 machen.
Ja, Argentinien hatte genau zwei Großchancen (neben dem Abseitstor), aber Higuain und Messi sind dann jeweils vor Neuer erschrocken. Ist das ein Zeichen der Stärke von Argentinien oder von Deutschland? Neuer ging zum Ball - und hat genauso wie Casteels - dafür (zurecht) auch nicht mal gelb bekommen. Auf der deutschen Seite gab es den Pfostenball von Höwedes.
Dass ein Finale eher selten große Fußballkost bietet, ist auch keine Neuigkeit. Letztendlich weiß jeder der beiden Finalisten, dass ein einziges Gegentor schon zu viel sein kann. Q.e.d. Argentinien war das ganze Turnier mit Defensivtaktik und je einem Geistesblitz von Messi weitergekommen. Auch im Finale war viel Kampf und Körperlichkeit im Mittelfeld zu sehen. Und eher wenig Esprit.
Zu guter letzt: die Flanke von Schürrle und das Tor von Götze muss man erst mal machen. Ich weiß noch gut, wie ich unmittelbar zuvor noch über Schürrle geflucht habe, warum er ganz nach außen und ins 1:2 zieht. Im allerletzten Moment zieht er dann tatsächlich die Flanke noch zwischen den heranrauschenden Argentiniern hindurch. Und das Tor von Götze ist imo technisch auf dem gleichen Level wie diejenigen von Messi (z.B. von 2014) und wie der Endspieltreffer Iniestas (2010).
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.
- Charles Maurice de Talleyrand -