Local Zero hat geschrieben:Frank N Furter hat geschrieben: Hat er überhaupt mitbekommen, dass sich die Rahmenbedinungen seines Geschäftsmodells grundlegend geändert haben?
Ich glaube ja. Deswegen hält er ja so unbeirrbar daran fest. Weil sie dem, was er vorhat, zuträglich sind.
Du bist Dir also sicher, dass es nach Corona schon sehr bald wieder genauso zugeht auf dem Transfermarkt wie zuvor? Ich würde das nochmal abwarten, zumal ich vermute, dass wir nächsten Herbst nochmal eine Infektionswelle sehen werden und die Stadien nochmal dicht gemacht werden müssen. Hängt dann natürlich auch ein bisschen von der Gefährlichkeit der nächsten Sars-Cov-2-Varianten ab.
Ehrlich gesagt hoffe ich sogar ein bisschen darauf, dass Corona diese ganz perversen Auswüchse auf dem Tranfermarkt vielleicht wenigstens etwas geschliffen hat. Aber wetten würde ich auch nicht drauf.
Local Zero hat geschrieben:Grundsätzlich finde ich viel Gutes an diesen und ähnlichen Bewegungen (maximal 50+1, generell weniger Kommerz, mehr Fan-Nähe). Und halte ich z.B. die Ultra-Bewegung für sehr wichtig. Aber: Ich bin nicht bereit, den VfB und seine Zugehörigkeit zur 1./2. Liga dafür zu opfern. Ich würde dann eher den Ansatz wählen, den Hitzl letztes Jahr versucht hat (und Bruchhagen und Rettig bereits davor): radikale Umverteilung der TV-Gelder.
Nein, ich halte natürlich auch nichts davon, dass der VfB hier versuchte alleine einen Sonderweg zu gehen und dafür dann absehbar nur auf die Fresse kriegt. Aber darum ging es mir auch gar nicht.
Ich hatte versucht darzustellen, dass Mislintats Weg in der zweiten Liga nicht mehr funktionieren wird. Du kannst in der zweiten Liga nicht dieselben Transferüberschüsse erwirtschaften, wie in der ersten Liga. Gleichzeitig kommst Du an viele hochklassige Talente gar nicht mehr ran als Zweitligist.
Und dann gibt es da noch das Argument "Teambuilding". Siehst Du das nicht? Wie soll das funktionieren? Du holst einen vielleicht 19jährigen, der spielt dann 2-3 Jahre bei Dir, bis andere Clubs auf ihn aufmerksam werden und dann verkaufst Du ihn? Musst Du dann auch, weil die anderen Clubs den dann auch übers Gehalt anbaggern. Wie willst Du da jemals eine funktionierende Mannschaft zusammenstellen? Im Grunde bewirtschaftest Du da einen Pferdezuchtbetrieb.
Der riesen Vorteil von Mannschaften wie Bayern, Madrid oder Juve ist doch gerade, dass sie sehr oft ihre besten Spieler über deren ganze Karriere bei sich behalten können. Natürlich sind die dann auch wesentlich eingespielter und abgestimmter und ihre Identifikation mit ihrem Karriereverein ist viel größer. Wie willst Du das in einem Konzept nachahmen, indem Deine Spieler vielleicht gerade mal noch 1 Jahr da sind, nachdem sie so richtig den Durchbruch geschafft haben? Und wie willst Du diesen Spielern den Teamgeist vermitteln, wenn Du sie ganz offen ausgesprochen, lediglich als Investitionen und Wettscheine betrachtest?
Ist das für Dich nicht erheblich?
Ich halte das für ein wirklich schwerwiegendes Problem und keine Nebensächlichkeit. Als der VfB in der Relegation gegen die Unioner vergeigte, war die einhellige Meinung, landauf, landab, dass da ein Team (Union) gegen kein Team (VfB) sich durchgesetzt habe. Und diese Sichtweise war mindestens nicht vollkommen verkehrt.
Local Zero hat geschrieben:Frank N Furter hat geschrieben:Und dennoch, mag ich den VfB lieber, wenn auch er versucht selbst junge Spieler aus der Region auszubilden.
Das tut er ja, der VfB. Mit Hitzl beginnend, wurde begonnen, die Nachwuchsarbeit wieder zu dem zu machen, was sie einmal war. Krücken hatte ja in Mainz sehr gute Arbeit geleistet. Seit vorletztem Jahr hat man mehrere Kooperationen mit Vereinen in der Region vereinbart. Das dauert halt, bis da etwas ranwächst. Und weil das aber unter Umständen nicht ausreichen könnte, ergänzt man halt (auch) mit Ausländern.
Das ist quasi gelebter (fußball-)proletarischer Internationalismus!

Im Moment ist es doch so: Mislintat holt 18,19,20 Jahre alte Spieler. Teilweise bekommen die gar keine Spielpraxis und müssen wieder verliehen werden. Welcher Spieler aus dem eigenen Nachwuchsbereich hat denn in letzter Zeit noch seinen Durchbruch im Profibereich geschafft?
Der Punkt ist also viel eher der: der VfB unterhält aktuell eine sehr teure und ineffiziente Doppelstruktur. Er hat irre Summen ins NLZ investiert, das NLZ kosten auch viel Geld in der Unterhaltung, bringt nun aber fast keine "verwertbaren" Assets mehr hervor. Aus meiner Sicht hätte sich Hitzlsperger zwingend für eine von beiden Strategien entscheiden müssen. Also entweder eigener Nachwuchs oder der Transfer sehr junger Rohdiamanten. Die Doppelstruktur macht sich selbst Konkurrenz und ist... ineffizient.
Ich glaube übrigens (und habe das auch gesagt bekommen), dass Hitzlsperger vor allem deshalb keine Lust mehr beim VfB hat, weil sein NLZ letztlich "gescheitert" ist, bzw. er sich intern nicht durchsetzen konnte. Wenn der VfB absteigen sollte, werden ganz sicher gerade im NLZ-Bereich Kosteneinsparpotentiale realisiert.
Siehst Du das anders?
PS: Lass Dich bitte durch die destruktiven Zwischenrufer hier nicht irritieren. Einfach immer ganz
kontinuierlich weiter posten!
