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Tifferette
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Der größere Teil der Menschheit scheint einfach nicht für "kann man, muss man aber nicht, ist also okay" gemacht zu sein. Insbesondere den letzten Satzteil.
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Spielgerät
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Als jemand, der im Jugendfußball mehr als 10 Jahre lang auf allen Äckern der Region unterwegs war, kann ich sagen: Jede Regel, die dazu beiträgt, dem Spiel Härte und Aggression zu nehmen, ist im Jugend- und Amateurfußball eine gute Regel. Dort gibt es außer dem - leider ganz oft überforderten Schiri - nämlich keine Instanz, die irgend etwas nochmal prüft. Knie durch? Pech gehabt! Wenn das nicht mit dem Profifußball kompatibel ist, muss man unterschiedliche Regeln anwenden.
"In this world there's two kind of people: Those who have loaded guns and those who dig. And you dig."

Tifferette hat geschrieben:Der größere Teil der Menschheit scheint einfach nicht für "kann man, muss man aber nicht, ist also okay" gemacht zu sein. Insbesondere den letzten Satzteil.

Fußball ist Chaos. Ich hielt es immer für eine besonders deutsche Angewohnheit, alle tausend Einzelfälle an einem Wochenende mit klipp und klaren Regeln abdecken zu wollen, aber ich finde auch hier hat sich spätestens mit dem Desaster um die Änderungen der Handregel vermehrt die Erkenntnis durchgesetzt, dass Schiris die Spiele im Geischte des Spiels pfeifen sollten – und nicht immer hart an den zwei oder drei Einzelfällen, die sie auf Schiri-Lehrgängen gezeigt kriegen. Hoffe ich zumindest.

higgi hat geschrieben:Versteh es auch nicht
Wann wurde bitte kommuniziert dass die Regeln für Rot verschärft wurden?
Ist es zu viel verlangt dafür zu sorgen, dass solche Infos bis zu den Fans vordringen?

Das hat der Görtler auch gefragt, der da in der Schweiz vom Platz gestellt wurde, obwohl es eigentlich sein Gegenspieler war, der hart rein ging: “Wie [Görtler] dem kicker am Dienstag sagte, habe ihm bisher keiner zeigen können, "wie denn genau diese Weisung aussieht, dass hier zwingend Rot gegeben werden muss".”

https://www.kicker.de/wenn-selbst-das-h ... 00/artikel

Als Otto Normalnerd kriegt man sowas immer nur zwischen Tür und Angel mit:

“Die Auslegung, dass ein voller Kontakt mit offener Sohle oberhalb des Knöchels ein grobes Foulspiel darstellt und zwingend Rot nach sich ziehe, stamme von der UEFA, erklärt der Schweizer Schiedsrichter-Chef Dani Wermelinger sich in die rege Diskussion einschaltend. "Sie wird laufend an die Nationalverbände vorgegeben"”

Es gibt die IFAB, die versucht, die Regeln so zu formulieren dass ein Spiel entstehen kann, und dann gibt’s die internationalen und nationalen Verbände, Schiedsrichterobmänner und -obfrauen und Kommissionen und Lehrgänge und viele wichtige Zusammenkünfte, in denen die Interpretation dieser Regeln besprochen wird.

Was da entschieden wird, dringt immer nur über drei Ecken zu uns durch, oder wie’s der Urs Meier formuliert: “Der VAR greift ein, wie man das wahrscheinlich in der Schiedsrichter-Schulung auf Gran Canaria gelernt hat. Weil es eine Weisung von der FIFA und der UEFA gibt. Dann schlägt das Pendel aus und es gibt solche übertriebenen Entscheidungen.”

Mit Christian Streich hat das nichts zu tun. Die Vorschläge kommen zwar schon von Trainern und Spielern, und das ist im Grunde auch gut so, aber das zieht viel weitere Kreise als von der Pressekonferenz zum Effenberg zu den Schiris, das sind langsamere Mühlen. Anscheinend wird da in Verbands- bzw. Schirikreisen eine Klärungswut ausgelebt, wo es nichts zu klären gibt. Mit den entsprechenden “Pendelausschlägen” und Stuss-Entscheidungen, weil man als Schiri sonst schlecht bewertet wird.

Spielgerät hat geschrieben:Als jemand, der im Jugendfußball mehr als 10 Jahre lang auf allen Äckern der Region unterwegs war, kann ich sagen: Jede Regel, die dazu beiträgt, dem Spiel Härte und Aggression zu nehmen, ist im Jugend- und Amateurfußball eine gute Regel. Dort gibt es außer dem - leider ganz oft überforderten Schiri - nämlich keine Instanz, die irgend etwas nochmal prüft. Knie durch? Pech gehabt! Wenn das nicht mit dem Profifußball kompatibel ist, muss man unterschiedliche Regeln anwenden.

Ja – aber nochmal: grobes Foulspiel und Fahrlässigkeit und Inkaufnahme von Verletzungen war schon immer geregelt, das darf und sollte man schon immer hart bestrafen, überhaupt kein Problem.

Tamasi
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Allmachtsbachel
Natürlich ist die Lösung nicht immer "Christian Streich". :-)

Aber dieses nur mit Gelb geahndete Foul, dazu der große Aufschrei und am Tag darauf eine nahezu identische Szene, für die es dann Rot & Lob bekommen hat, trägt sicher zu der aktuellen Rot-Häufung bei. Das muss dann gar nicht durch die üblichen "Mühlen" gehen, das ist quasi tagesaktuell gewesen und daraus ist der neue heiße Scheiß geworden.

Gut, dass man da momentan darauf achtet. Aber das wird wieder abflauen. Laut Regel dürfen die Torhüter den Ball übrigens nur 6 Sekunden behalten.

Ja. Die Anweisung, dass Stollen über Sprunggelenk immer rot ist, ist angeblich auch schon zehn Jahre alt und wurde diese Saison anscheinend aufgefrischt. Das macht es aber auch nicht besser: anstatt jede Berührung pfeifen zu müssen, könnte man sie auch einfach daran erinnern, die fiesen Sachen konsequenter zu bestrafen.

Die Sechs-Sekunden-Regel ist dieses Jahr bei der IFAB auf dem Tisch: angeblich wird darüber nachgedacht, die Schiris gut sichtbar mit den Fingern zählen zu lassen, wie beim Boxen.

Tamasi
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Allmachtsbachel
Ja, das habe ich auch gelesen. Kindergarten. Als ob die Schiris nix Besseres zu tun hätten.

Es soll ja vielleicht auch auf acht oder zehn Sekunden verlängert werden. Und die Strafe gilt als zu hart: Indirekter Freistoß im Strafraum für ein, zwei Sekunden Zeitspiel - das ist tatsächlich nicht angemessen. Ich fände Ballbesitz für den Gegner an der Mittellinie gut.

Und wenn wir schon dabei sein: Bei einem Foul, dass nur den Konter verhindern soll, könnte man den Freistoß auch z.B. zwanzig Meter vorverlegen. Wahlweise alle Spieler auf ihren Positionen einfrieren.
Zuletzt geändert von Tamasi am 11. März 2024 14:53, insgesamt 1-mal geändert.



de mappes
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Spamferkel
Tamasi hat geschrieben:Natürlich ist die Lösung nicht immer "Christian Streich". :-)

Aber dieses nur mit Gelb geahndete Foul, dazu der große Aufschrei und am Tag darauf eine nahezu identische Szene, für die es dann Rot & Lob bekommen hat, trägt sicher zu der aktuellen Rot-Häufung bei. Das muss dann gar nicht durch die üblichen "Mühlen" gehen, das ist quasi tagesaktuell gewesen und daraus ist der neue heiße Scheiß geworden.

Gut, dass man da momentan darauf achtet. Aber das wird wieder abflauen. Laut Regel dürfen die Torhüter den Ball übrigens nur 6 Sekunden behalten.



So ist es
Die Auslegungen der Regeln sind oftmals, sicher auch unbewusst bei den Schiris in vielen Fällen, an aktuellen Geschehnissen und Debatten anhängig

Sah man auch gut beim VAR: wenn gejammert wurde, dass er zu oft eingreift: griff er plötzlich nicht mehr so oft ein

Wurde beklagt, dass da keiner mehr sitzt: merkte man: doch, sind noch da

Bei der Hand Regel dasselbe: wenn lautstark über zu viele Elfer diskutiert wurde gabs irgendwann weniger

Ist ständig im Wandel…zumeist durch irgendwelche Regeln auch irgendwie halbwegs abgedeckt in alle Grenzbereiche
Don't criticize what you can't understand

Southern Comfort
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Grasdaggl
Tamasi hat geschrieben:Oh ja. Da wäre die Strafe dann auch simpel: Einwurf für den Gegner.


Damit hätte man dieses eine Spiel in Gijon auch ganz elegant lösen können.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.



Gute Frage. Wenn ich da mal wieder in mein eigenes Horn stoßen darf: da sind wir halt mal wieder beim Grundproblem. Wenn du’s gescheit machen willst, musst du die Uhr anhalten, und dann ist es nicht mehr die selbe Sportart.

Die machen’s gescheit, es ist extrem professionell, top – aber es dauert halt ein ganzes Weilchen. So gesehen ist es im falschen Thread: in diesem Fall ist es ein VAR-Problem, kein Schiri-Problem.

schwaebi
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Beim Volleyball gibt es eine Challenge. Da kann der Trainer pro Satz so oft Videobeweis fordern, bis er 2x falsch lag. Ginge natürlich nicht 1:1, schon weil beim Volleyball Zeitspiel keinen Sinn ergibt. Aber es gäbe schon Möglichkeiten...
Die Dauer einer Minute hängt sehr davon ab auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet.

Bundes-Jogi
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Streich fand ja die rote Karte für Sildilia zu hart, allerdings weiß ich nicht, ob er da die TV-Bilder gesehen hat, das wurde mit jeder neuen Einstellung schlimmer, wenn der Wolfsburger da mit dem Bein mit voller Belastung auf dem Boden steht, ist da vermutlich alles kaputt und seine Karriere beendet. Und Sallai hatte Glück, da wäre auch rot möglich gewesen, aber Streich zeterte über eine "absolut total unverdiente Niederlage". Nun ja.

Und was Zwayer angeht (und damit ist das für mich durch), ist mir nur rätselhaft, wie der zu Deutschlands Top-Schiedsrichter hat aufstegen können, an seinen Leistungen kann es ja nicht gelegen haben. Wobei sich, wie schon gesagt, im Ausland die Leute mehr über Sieberts EM-Teilnahme wundern, Zwayer wurde da erwartet.

Und dass Fröhlich, der ja in der Vergangenheit auch durchaus Schiedsrichter-Leistungen kritisch öffentlich kommentiert hatte, jetzt Zwayer beispringt, gut, muss er vielleicht. Oder er glaubt, es tun zu müssen. Und der VfB steckt wohl bei den Schiris immer noch in der Mecker/Motzki-Schublade aus der Bobic-Elber-Balakov-Verlaat Ära, auch wenn das ewig her ist.
Zuletzt geändert von Bundes-Jogi am 29. April 2024 23:04, insgesamt 1-mal geändert.
„Selbst das wildeste Tier kennt doch des Mitleids Regung“ – „Ich kenne keins und bin deshalb kein Tier“ (Richard III).


schwaebi
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Der Challenge Schiri sitzt in der Halle und nach der Entscheidung kommt das Filmchen auf die Anzeigentafel. Klappt echt gut und keiner muss schwätzen.
Die Dauer einer Minute hängt sehr davon ab auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet.

Bundes-Jogi
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Grasdaggl
Ja, bei Feuerherdt ist das wohl so, "wes Brot ich ess, des Lied ich sing", der arbeitet jetzt für den DFB.

Und diese ganzen Challenge-Geschichten oder auch der effektiven Spielzeit, wie sie im Eishockey, Handball und Basketball schon ewig gang und gebe ist, das würde halt auch den Charakter des Spiels verändern. Fußball lebt eben davon, dass nicht bei jeder Kleinigkeit das Spiel unterbrochen wird. Man sieht ja beim Video-Beweis, wie lange es bei der Entscheidungsfindung dauert, das dauert ja manchmal bis zu 5 Minuten, bis die Entscheidung steht. Aber Nachspielzeiten, bei denen das Spiel statt 90 dann 105+ dauert, das ist dann auch irgendwie suboptimal.
„Selbst das wildeste Tier kennt doch des Mitleids Regung“ – „Ich kenne keins und bin deshalb kein Tier“ (Richard III).

schwaebi
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Grasdaggl
Ich sag ja, das müsste schon angepasst werden. Und z.B. auch so deppensicher gemacht werden, dass kein Trainer damit einen Konter vom Gegner unterbrechen kann.
Die Dauer einer Minute hängt sehr davon ab auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet.