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Unter Westfalen
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Granadaseggl
Er weiß nicht, was Du mit Durchschnitt meinst.
Erkläre ihm doch mal, was ein Mittelwert ist.
Und der Unterschied zwischen Prozenten und Prozentpunkten.
:lol:
Jezzd gang I ahans Brennale, drengg abor ned



Unter Westfalen
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Granadaseggl
Hasenrupfer hat geschrieben:Erklär du mal: Multivariate Regressionsanalyse, und dann seh mer weiter...

:bounce:


Meinst Du das Verfahren, mit dem man auch
Diskriminanzanalysen, z.B.
Bonitätsprüfungen von Schuldnern macht.

Hast Du damit was zu tun?
8)

Ja Faktorenanalysen in Statistik II an der Uni.
Lang ist es her.
Aber den T-Test beherrschte ich ziemlich gut.
;)
Jezzd gang I ahans Brennale, drengg abor ned

Iron
Halbdaggl
Tifferette hat geschrieben:Ohne Dich jetzt unnötig verwirren zu wollen, aber: Durchschnitt oder Median?


:lol: Aus meinem kurzen Beitrag sollte das eigentlich zu entnehmen sein... oder versuchst du wieder dich mit deiner Inkompetenz aufzuplustern.


Southern Comfort
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Granadaseggl
Tifferette hat geschrieben:Ohne Dich jetzt unnötig verwirren zu wollen, aber: Durchschnitt oder Median?


Das DIW hängt sich wie die OECD an den Median. Weniger als 60% des Medianeinkommmens und man ist (vergleichsweise) arm.

Ob durchschnittliches Einkommen oder Medianeinkommen wäre egal. Das sind alles Konzepte zur „realtiven Armut“. Diese Beurteilung gibt es immer, unabhängig der Zusammensetzung der beobachteten Grundgesamtheit. Also, auch unter den kolumbianischen Drogenbossen gibt es so gesehen Armut.

Weiterhin hat man folgende Probleme:

Erschießt man die obersten 10%, verschiebt sich die Referenzgröße (Median oder Durchschnitt wäre egal) nach unten. Super, wir haben die Armutssituation verbessert!

Erschießt man die unteren 10%, entsteht der gegenteilige Eindruck.

In beiden Szenarien hat sich aber die Lebenssituation der statistisch erfassten Armen überhaupt nicht verändert.

Verdoppelt man hingegen alle Einkommen, spuckt die Statistik nach wie vor dieselbe relative Armut aus, obwohl unstreitig die Verdopplung der niedrigen Einkommen die Lebenssituation wesentlich stärker verbessert als die Verdopplung beim Einkommensmillionär.

Das Gleiche passiert in der Durchschnittsbetrachtung übrigens auch, wenn ich den oberen 10% ein bisschen wegnehme und es den untersten 10% gebe. Solange alle ihre Position in dieser Einkommenskette behalten, ist der Durchschnitt gleich. Die gleichen Leute haben weniger als 60% des Durchschnittseinkommens. Eine derartige Umverteilungspolitik würde somit als uneffektiv empfunden werden. Deswegen schaut man besser auf den Median, aber der hat s.o. seine eigenen Schwächen.

Insofern ist relative Armut ein ziemlich schwacher Indikator. Und daher mag ich mich nicht dem „Armutsrisiko so dramatisch wie noch nie.“ nicht anschließen.
Zuletzt geändert von Southern Comfort am 19. August 2018 14:59, insgesamt 1-mal geändert.


Unter Westfalen
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Granadaseggl
Eine derartige Umverteilungspolitik würde somit als uneffektiv empfunden werden.


Aber doch nur im Hinblick auf die Statistik, oder?
Objektiv würde es ihnen doch besser gehen.
Und bei 20% noch besser.
Dann könnte man sogar das Armutsrisiko neu definieren.
Jezzd gang I ahans Brennale, drengg abor ned

Southern Comfort
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Granadaseggl
Unter Westfalen hat geschrieben:
Eine derartige Umverteilungspolitik würde somit als uneffektiv empfunden werden.


Aber doch nur im Hinblick auf die Statistik, oder?
Objektiv würde es ihnen doch besser gehen.
Und bei 20% noch besser.
Dann könnte man sogar das Armutsrisiko neu definieren.


Genau, deswegen ist die "relative Armut" ziemlich ungenau, macht aber griffige Schlagzeilen.

Unter Westfalen
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Granadaseggl
Könnte man den Armutsbegriff einfach mal beiseite lassen
und sich darauf einigen,
dass wieder mehr Arbeitnehmer in ein festes Beschäftigungsverhältnis kommen müssen,
damit sie auch ausreichend Vorsorge für die Altersversorgung treffen können?

:prost:
Jezzd gang I ahans Brennale, drengg abor ned


Strafraumgitarre
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Granadaseggl
Southern Comfort hat geschrieben:Erschießt man die obersten 10%, verschiebt sich die Referenzgröße (Median oder Durchschnitt wäre egal) nach unten. Super, wir haben die Armutssituation verbessert!

Erschießt man die unteren 10%, entsteht der gegenteilige Eindruck.


Und wer den Status Quo erhalten möchte, muss demnach die oberen UND die unteren 10% erschießen (lassen). :idea: :bounce:

Edit meint noch: Wenn man jemanden aus den oberen 10% erschießt, ist dessen Vermögen ja nicht weg. Seinen Platz nimmt dann eben ein Erbe ein. Oder mehrere. Die rutschen dann zwar vielleicht ein wenig im Ranking ab, aber letztlich ändert sich nur die Zusammensetzung der oberen 10%. Getreu dem Motto: Das Geld ist ja nicht weg, es hat nur jemand anderes.

Erschießen ist also auch keine Lösung. Wer's den Humani... den linksgrün versifften Gutmenschen nicht glaubt, glaubt's dann vielleicht den Statistkern. :cyclops:

Haber
Granadaseggl
von Cure-any zu Humany :?:

aber immer schön gewaltfrei gell :!:

Strafraumgitarre hat geschrieben:
Southern Comfort hat geschrieben:Erschießt man die obersten 10%, verschiebt sich die Referenzgröße (Median oder Durchschnitt wäre egal) nach unten. Super, wir haben die Armutssituation verbessert!

Erschießt man die unteren 10%, entsteht der gegenteilige Eindruck.


Und wer den Status Quo erhalten möchte, muss demnach die oberen UND die unteren 10% erschießen (lassen). :idea: :bounce:

Edit meint noch: Wenn man jemanden aus den oberen 10% erschießt, ist dessen Vermögen ja nicht weg. Seinen Platz nimmt dann eben ein Erbe ein. Oder mehrere. Die rutschen dann zwar vielleicht ein wenig im Ranking ab, aber letztlich ändert sich nur die Zusammensetzung der oberen 10%. Getreu dem Motto: Das Geld ist ja nicht weg, es hat nur jemand anderes.

Erschießen ist also auch keine Lösung. Wer's den :idea: Humani... den linksgrün versifften Gutmenschen nicht glaubt, glaubt's dann vielleicht den Statistkern. :cyclops:
"Noi, noi. I gang alloi hoim."

Southern Comfort
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Granadaseggl
Strafraumgitarre hat geschrieben:
Southern Comfort hat geschrieben:Erschießt man die obersten 10%, verschiebt sich die Referenzgröße (Median oder Durchschnitt wäre egal) nach unten. Super, wir haben die Armutssituation verbessert!

Erschießt man die unteren 10%, entsteht der gegenteilige Eindruck.


Und wer den Status Quo erhalten möchte, muss demnach die oberen UND die unteren 10% erschießen (lassen). :idea: :bounce:

Edit meint noch: Wenn man jemanden aus den oberen 10% erschießt, ist dessen Vermögen ja nicht weg. Seinen Platz nimmt dann eben ein Erbe ein. Oder mehrere. Die rutschen dann zwar vielleicht ein wenig im Ranking ab, aber letztlich ändert sich nur die Zusammensetzung der oberen 10%. Getreu dem Motto: Das Geld ist ja nicht weg, es hat nur jemand anderes.

Erschießen ist also auch keine Lösung. Wer's den Humani... den linksgrün versifften Gutmenschen nicht glaubt, glaubt's dann vielleicht den Statistkern. :cyclops:


Also gut, wir exilieren... und enteignen möglicherweise kurz vorher.

Airwin
Granadaseggl
diskutable begründung seitens der ARD. Warum sie dann seinerzeit über den mordfall in freiburg berichtet hat ist anhand dieser argumentation nicht ganz klar:

Die tödliche Messerattacke auf den Mediziner Joachim T. in Offenburg hat viele erschüttert. Warum aber berichtete die „Tagesschau“ nicht über den Fall? Kai Gniffke, Chefredakteur von „ARD aktuell“, bezog dazu nun Stellung.
https://www.welt.de/kultur/medien/artic ... htete.html
"wenn man nicht weiß um was es geht, kann man das kaum erkennen"

Iron
Halbdaggl
Southern Comfort hat geschrieben: Also, auch unter den kolumbianischen Drogenbossen


Wenn sich der Wert vergrößert dann haben wir die Situation dass die Schere weiter auseinander geht. Ob jeder Einzelne such tatsächlich arm ist, ist wiederum eine andere Frage.

Plan B
Granadaseggl
Wenn ich nach Deutschland fahre und dort einkaufe, fühle ich mich reich. Wenn ich die mittlere Bahnhofstrasse in Zürich langgehe und die Schaufenster betrachte, fühle ich mich arm.
Das ist also auch noch subjektiv gefärbt.
Meine Muttersprachen sind Ironisch, Sarkastisch und Zynisch.

Southern Comfort
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Granadaseggl
Iron hat geschrieben:
Southern Comfort hat geschrieben: Also, auch unter den kolumbianischen Drogenbossen


Wenn sich der Wert vergrößert dann haben wir die Situation dass die Schere weiter auseinander geht.

Ja und nein. Siehe oben. Dieses Instrument gibt wie geschildert auch ein (falsches) Feedback, wenn sich die "Schere" verlängert, verkürzt, vergrößert oder verkleinere.
Iron hat geschrieben:Ob jeder Einzelne such tatsächlich arm ist, ist wiederum eine andere Frage.


Genau. Ein monatliches Haushaltseinkommen von 1.050 € finde ich extrem wenig für so ein reiches Land wie D. Um aber zu beantworten, ob man davon früher besser oder schlechter leben konnte braucht's auch den Preisindex. Ich habe leider keine Zahlen, die meine Verutung direkt bestätigen, aber der gesetzliche Mindestlohn sollte (erwartbar) gerade im Niedriglohnsektor einen Schwung nach oben gegeben haben. Aber ich kennzeichne das bewusst als Vermutung.

Ich wiederhol mich... Selbst wenn eine positive Reallohnentwcklung besteht, muss das noch lange nicht dafür sprechen, dass das auch ausreicht. Es bedeutet auch nicht, dass man am Ziel ist und dass die, die von Armut sprechen endlich die Klappe halten sollen. Mitnichten.

Ein anderer Ansatz zur Armut könnte sein, Lebenssituationen zu beschreiben. Auf weltweiter Ebene macht man das nicht (nur) anhand des Pro-Kopf-Einkommens, sondern auch an Faktoren fest, wie...

- Wieviele Menschen haben einen Impfschutz?
- Wie hoch ist der Alphabetisierungsgrad?
- Gibt es Zugang zu fließend Wasser? Wie weit ist dieser weg?
- Wie hoch ist der Anteil der Handybesitzer? Wieviele Internetanschlüsse gibt es? (Sowas greift auch in OECD-Ländern, wenn man bspw. mal 20 Jahre zurückdenkt. Klar kosten die heute nur noch einen Bruchteil und sind so für mehr Leute erschwinglich, aber der Lebensstandard wird ja dennoch genauso angehoben wie in den 90ern.)

Damit umgeht man diese Frage, was man sich für sein Geld leisten kann (Lohn- vs. Preisniveau), sondern macht Wohlstand/Armut "griffiger". So im Sinne: "Teilhabe am Leben".

Auswurf
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Halbdaggl
Verändert hat sich im Lauf der Jahrzehnte,
wie viel Geld die Deutschen für ihre Wohnung ausgeben.
Im Jahr 1962 beispielsweise gingen die amtlichen Statistiker davon aus,
dass die privaten Haushalte im Schnitt rund elf Prozent ihres Budgets für Mieten aufwenden
und etwas mehr als vier Prozent für Strom, Gas und Heizung.
Damals war die Kohle noch der gebräuchlichste Brennstoff.
Mitte der neunziger Jahre zahlte eine Durchschnittsfamilie etwa 27,5 Prozent ihrer Gesamtausgaben
für die Warmmiete und rund 5,6 Prozent für Haushaltsenergie;
heute sind es etwas mehr als 30 Prozent Miete und ungefähr sechs Prozent Energiekosten.


https://www.zeit.de/wirtschaft/2012-08/ ... on-energie

Plan B
Granadaseggl
Das heisst dann aber immer noch nicht, dass weniger Geld für den Rest zur Verfügung steht, denn ggf. sind die restlichen Kosten hinter der durchschnittlichen Einkommensentwicklung zurückgeblieben. Stichwort Warenkorb und dessen Verteilung.
Meine Muttersprachen sind Ironisch, Sarkastisch und Zynisch.

Unter Westfalen
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Granadaseggl
Dann können wir ja zum nächsten Thema übergehen :mrgreen:

Beispiel:
Trotz Mietpreisbremse erhöht sich die Miete beständig stärker als der Reallohnzuwachs.

Oder wie wäre es damit:
Die vor Jahren oder Jahrzehnten abgeschlossenen Lebensversicherungen, Riester-Renten usw. werfen wegen der Zinsflaute nicht die Rendite ab, die der Versicherungsnehmer beim Abschluss für sein Einkommen nach Berentung einkalkuliert hatte.
Jezzd gang I ahans Brennale, drengg abor ned