ALLES WIRD GUT:

Fick den Reichskanzler! Und den Kaiser!
Reality Winner enthüllte, wie sich Russland in die US-Wahlen einmischen wollte. Was viele als Patriotismus feiern würden, verfolgte die amerikanische Regierung als Spionage. Die Geschichte einer ungewöhnlichen Whistleblowerin.
..Reality Winners Geschichte ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert.
Nicht nur aufgrund des Umstands, dass sie eine Frau ist. Sondern auch wegen ihrer Biografie, die so ganz anders ist als die einer klassischen Whistleblowerin. Und aufgrund des Umstands, dass sie gar nie eine Whistleblowerin werden wollte. Wie sie es selbst im Verhör ausdrückte: «Ich habe nicht versucht, Snowden zu sein.»
Was Reality Winner stattdessen wollte: aufzeigen, dass russische Geheimdienste 2016 Einfluss auf die US-Wahlen zu nehmen versuchten – eigentlich, würde man meinen, ein patriotischer Akt.
.....Reality Leigh Winner begann ihre Arbeit als Dienstleisterin des US-Auslandsgeheimdienstes NSA Mitte Februar 2017.
Für Winner war das eine Übergangslösung. Nach sechs Jahren Dienst bei der US-Luftwaffe als kryptologische Sprachanalystin wollte sie eigentlich nach Afghanistan verlegt werden. «Um den Schaden zu reparieren, den der islamistische Terror da verursacht hat», wie ihre Schwester Brittany Winner der Republik erzählt.
Weil es aber mit der gewünschten Verlegung nach Afghanistan nicht geklappt hatte, nahm Winner einen neuen Job an, bei einem Subunternehmen der NSA namens Pluribus International – eine Arbeit, für die sie sich wegen ihrer hervorragenden Sprachkenntnisse qualifiziert hatte.
Winner beherrscht die drei Sprachen Farsi, Dari und Paschtu – was von einer aussergewöhnlichen Sprachbegabung zeugt, wie die Journalistin Kerry Howley sagt. Howley hatte für ihr Porträt im «New York Magazine» mit Winners ehemaligen Arbeitskolleginnen gesprochen: Alle attestierten der Sprachwissenschaftlerin exzellente Fähigkeiten in ihrem Beruf.
...Die Idee für ihren speziellen Namen stammt von ihrem Vater: Er wünschte sich a real winner (eine echte Gewinnerin). So erzählt es ihre Mutter im neuen Dokumentarfilm der deutschen Regisseurin Sonia Kennebeck: «United States vs. Reality Winner».
....Beinahe täglich machte die mutmassliche Einflussnahme Russlands im US-Wahlkampf zu der Zeit Schlagzeilen. Einiges war bereits dokumentiert: Im September 2016 – also mitten im US-Wahlkampf – bemerkten Kongressmitglieder erstmals Angriffe auf ihre Mailkonten, das Department of Homeland Security bestätigte diese bereits im Oktober 2016. Doch über das ganze Ausmass wusste man noch wenig.
Als der damalige FBI-Direktor James Comey eine Untersuchung dazu ankündigte, geriet er beim neuen Präsidenten in Ungnade.
..............Der 9. Mai war der Tag, an dem Präsident Trump den FBI-Direktor James Comey feuerte. Und es war auch der Tag, an dem Reality Winner einen verhängnisvollen Entschluss fasste (ob sie es vor oder nach dem Bekanntwerden von Comeys Entlassung tat, ist unklar).
Um 6.20 Uhr druckte sie das Intranet-Dokument aus. Sie faltete es zusammen, steckte es in ihre Strumpfhose und schmuggelte es aus dem Gebäude hinaus.
Gemäss Protokoll des FBI-Verhörs liess Winner das ausgedruckte Papier noch etwa drei Tage lang zu Hause herumliegen. Dann steckte sie es in einen Umschlag, klebte eine Briefmarke drauf und verschickte es anonym an die Adresse des investigativen Magazins «The Intercept».
Die meisten Menschen würden dieses Vorgehen als sehr vorsichtig einschätzen. Papier ist anonym, nichts deutet auf die Absenderin hin. Man könnte meinen: Papier ist sicherer als digitale unlöschbare Spuren. Doch auch bedrucktes Papier kann verräterische Metadaten enthalten.
Was Reality Winner zum Verhängnis wurde, war der Drucker........
....Ein Gericht verurteilte Winner am 23. August 2018 zu 5 Jahren und 3 Monaten Haft. Es ist die bis dato längste Strafe für die unautorisierte Weitergabe von geheimdienstlichen Informationen an Medien.
Man wolle an ihr ein Exempel statuieren für weitere Whistleblower, sagte der Staatsanwalt Bobby Christine in seinem Statement zum Schuldspruch. «Der Staatsanwalt verkündete das so ohne jegliches Schamgefühl», erinnert sich Edward Snowden im Dokumentarfilm «United States vs. Reality Winner». In jenem Moment habe er sich sehr geschämt, Amerikaner zu sein. ...
.....«Sobald jemand in den USA als Whistleblower verurteilt wird und damit als ‹Verräter› gilt, also als jemand, der aus der Reihe tanzt, wird dies rabiat verfolgt», sagt der Schweizer Uno-Sonderberichterstatter für Folter Nils Melzer zur Republik. Und er weist darauf hin, dass in solchen Fällen das Strafmass politisch geprägt sein kann: «Es ist zwar die Justiz, die verurteilt, aber die Staatsanwaltschaft ist von der US-Regierung instruiert.»
Im Fall von Reality Winner war die US-Regierung diejenige von Präsident Donald Trump. Wie hätte sich das Verfahren unter einer allfälligen Präsidentin Hillary Clinton entwickelt?
Melzer macht sich keine Illusionen: «Die Demokraten, allen voran Obama, sind drakonische Verfolger von Whistleblowern.» Er sagt: Amerikanische Behörden würden Whistleblowerinnen lebenslänglich strafen wollen, ihr Leben zur Hölle machen und sie als Person in der Gesellschaft ausradieren. Die parteipolitische Couleur der Regierung spiele dabei nur eine sekundäre Rolle. In der Bevölkerung sei der Glaube weit verbreitet, dass Exekutive und Geheimdienste gute Gründe hätten, Informationen vor der amerikanischen Bevölkerung zu verbergen.
Dass sich auch die jetzige Administration des Demokraten Joe Biden zum Fall Winner ausschweigt, schmerzt ihre Angehörigen: «Das andauernde Schweigen dieser Regierung kommt einer kontinuierlichen Verurteilung gleich», sagt ihre Mutter. Keine einzige hochrangige Demokratin habe sich bis heute öffentlich hinter Winner gestellt.
Support kam dafür aus unerwarteter Ecke: von J. William Leonard, der unter der Bush-Administration als Direktor des Information Security Oversight Office für die strenge Geheimhaltung von sensiblen Informationen zuständig war.
Leonard zollt Winner Tribut. Im Dokumentarfilm von Sonia Kennebeck sagt er, Winners Enthüllungen hätten dazu geführt, dass die US-Wahlen 2020 als die sichersten in die Geschichte eingehen würden....
Julian Assange und Edward Snowden sprachen sich immer wieder lautstark für die inhaftierte Whistleblowerin aus. Unterstützung gab es auch aus Europa, etwa von «Reporter ohne Grenzen» oder vom Whistleblower-Verbund «The Signals Network». Es meldeten sich Journalistinnen, Drehbuchautorinnen und Filmemacherinnen aus aller Welt bei der Familie. Was auffällt: Es waren vor allem Frauen, die sich für Reality Winners Geschichte interessierten.
Als Reality Winner nach vier Jahren verbüsster Haft im Juni dieses Jahres freikam – offiziell wegen «guter Führung» –, reiste die Familie frühmorgens mit dem Auto an.
Nach einer Woche in einem Resozialisierungszentrum zog Reality Winner endgültig zurück ins Haus ihrer Familie.

Die Abteilung für Spionageabwehr des Inlandsgeheimdienstes FBI hat 2016 nach eigenen Angaben nur zwei Tage gebraucht, um die Angeklagte zu überführen. Vor Veröffentlichung des NSA-Dokuments hatte The Intercept die NSA und den US-Geheimdienstdirektor um Stellungnahme gebeten. Das FBI erkannte auf dem von The Intercept übermittelten Scan eine Knickkante – ein Hinweis darauf, dass das Dokument nicht elektronisch sondern ausgedruckt übermittelt worden war.
Gibts des hat geschrieben:de mappes hat geschrieben:
hinter der bezahlschranke leider
Bei mir nicht![]()
Hab den Link geändert. War zuvor mir Seite 2. Vielleicht deswegen...
Jetzt alles auf einer Seite.
de mappes hat geschrieben:Gibts des hat geschrieben:de mappes hat geschrieben:
hinter der bezahlschranke leider
Bei mir nicht![]()
Hab den Link geändert. War zuvor mir Seite 2. Vielleicht deswegen...
Jetzt alles auf einer Seite.
leider bei mir nicht
schade
de mappes hat geschrieben:jepp heute gehts
danke für den hinweis
Frank N Furter hat geschrieben:Kein Fake:
Gestern bei meinen Wanderungen um den uneingenommenen Humboldthain-Bunker, kommen drei Güldürüms ausm Rosenpark. Etwa um die 14 Jahre alt. Sagt der eine zum anderen: "Halt die Fresse Arschgeburt". Sagt der andere: "Halt selber, Du Ortskraft".

Unter Westfalen hat geschrieben:jagdhuette hat geschrieben:higgi hat geschrieben:Zwischen Afghanistan und China sind aber noch paar Länder dazwischen
Das hat die Amerikaner auch nicht gestört. Die haben soweit ich weiß auch noch nie einen Krieg mit einem Nachbarland gehabt.
Doch, mit Mexico.

