2597 Beiträge

Wen wählt ihr am 13. März in Baden-Württemberg?

Umfrage endete am 12. März 2016 21:26

CDU
5
7%
Grüne
21
31%
SPD
6
9%
FDP
8
12%
Linke
5
7%
AfD
10
15%
Sonstige
1
1%
Ich nix Baden-Württemberg
11
16%




crastro
Tun sie das wirklich, oder ist das nur dein Eindruck

redrum, Du stellst eine richtige Frage; dummerweise kann ich selbige mangels Wissen nur mit einer Gegenfrage beantworten:

Existiert "political correctness" nur in meiner Einbildung oder ist das ein Faktum?

Tamasi
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Allmachtsbachel
Nice Weather hat geschrieben:Das finde ich wirklich blöd, weil die Wortbedeutung eindeutig ist: Atheismus bezeichnet die Abwesenheit eines Glaubens an Gottheiten. Es gibt verschiedene Definitionen, über die man sich ewig streiten kann, aber das ist der kleinste gemeinsame Nenner. Es ist schon doof, das einfach so umzudichten oder mit Nihilismus gleichzustellen. Atheisten glauben an jede Menge Sachen, nur an eins eben definitiv nicht, sorry.


Fundamentalist. :mrgreen:

Tamasi
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Allmachtsbachel
Heute morgen im Radio, ein Politikwissenschaftler, ich fasse zusammen:

Normalerweise wird bei Landtagswahlen zu einem Drittel bundespolitisch gewählt, zu zwei Dritteln landespolitisch. Bei den kommenden Wahlen wird es andersrum sein - also zwei Drittel der Wähler entscheiden aufgrund der bundespolitischen Gemengelage. Eben weil die Flüchtlingsdebatte derzeit so alles bestimmend ist.


cordoba
Granadaseggl
...da hier Politik, Religion bzw. Glauben vermengt werden, folgender Artikel - ohne politische Wertung - von Alexander Kissler :

"Der inhaltliche Ertrag von Angela Merkels sonntäglicher Sprechstunde bei Anne Will war bescheiden und ist bekannt: Weiter so, Deutschland! Kein Umsteuern soll es in der vom Volk mehrheitlich abgelehnten Flüchtlings- und Asylpolitik unter dieser Kanzlerin geben. Daraus ziehe jeder seine Schlüsse. Noch aussagekräftiger als das Was ist freilich das Wie des Gesagten. Merkel bediente sich einer religiös verdichteten Sprache, arbeitete mit Pathosformeln und wurde so zur ersten Predigerin des Landes. Das Interview war eine liturgische Handlung. Es beschwor. Es benannte nicht.

Die enorme Häufigkeit, mit der Merkel zur ersten Person Singular griff, ist schon bemerkt worden. Das aufgeblasene Ich ist die öffentliche Letztinstanz, ist das Großsubjekt, dessen Glaubensappell wie in jeder Predigt das Zentrum aller Rede bildet. Immer und immer wieder, etwa jede zehnte Sekunde, muss das Ich sich zur Sprache bringen, damit es nicht verkümmert. Ein launischer König ist dieses Ich; wo es verschwindet, hat es augenblicklich nichts zu melden. Es braucht die Selbstfeier, die Litanei, die Dauerpräsenz. Diese Lektion hat Merkel verinnerlicht.

Europa, Nachhaltigkeit, Glaube

Die weiteren Pathosformeln lauten Europa, Nachhaltigkeit und Glaube. Europa ist der Universaljoker, der jeden begrifflichen Einsatz für kleinere Entitäten vom Tisch fegt. Europa entscheidet jede regionale, kommunale, nationale Debatte zu seinen Gunsten, weil es größer ist und mächtiger und weil das Ich groß sein will und machtvoll auch. Europa ist der eine Gott inmitten falscher Götzen. Auf dem laut Merkel „schwierigen Weg“ zur europäischen Lösung – jede Liturgie ist ein Gang – steht ihm die Nachhaltigkeit zur Seite. Die ebenfalls vielfach beschworene Nachhaltigkeit scheidet die richtigen von den falschen Weggabelungen, sie ist der Kompass. „Wirklich und nachhaltig voranbringen“ kann laut Merkel uns nur, was den Test der Zeit besteht; nur das Nachhaltige ist nachhaltig und nur das Nachhaltige wirklich. Abseits rhetorischer Binnensignale an den gewünschten grünen Koalitionspartner verbirgt sich hinter solcher Tautologie ein Eingeständnis: dass der Wirklichkeit nicht beizukommen ist, weshalb sie ins Zwingbett der Begriffe muss. Nachhaltig sei es eben, „Europa zusammen zu halten und Humanität zu zeigen“.

Womit wir bei der Glaubensformel gelandet wären. „Ich glaube, dass wir auf einem Weg sind, und ich kämpfe für diesen Weg“, „ich glaube, dass ich Deutschland diene, (…) wenn ich mich mit vollem Einsatz in diese Sache hineinbringe“, „ich glaube, (…) wir können stärker aus dieser Herausforderung herauskommen, als wir in sie hineingegangen sind“, „es zweifelt ja keiner an dieser Logik, leider glauben so viele nicht dran“: Das sind Bekenntnisformeln. Wer scheitert, scheitert demnach nicht an mangelnder Einsicht, sondern an mangelndem Glauben. Und wer zweifelt, der hat den Sieg nicht verdient. Kaum anders setzen Erweckungsprediger die Sprache ein und sich in Szene. Folgerichtig endete Merkel mit einem Credo in eigener Sache: „Deshalb wünsche ich mir möglichst viele, die mit dran glauben. Dann kann man auch Berge versetzen.“ Das Wünschen aber hat ihr schon geholfen, es hat die Sprache liturgisiert. Nun soll auch Deutschland sich das Richtige wünschen, an das Richtige glauben und der Predigerin folgen.

Kanzel und Kanzler

So trat in den 60 Minuten bei Anne Will das Ungute am politischen Protestantismus scharf hervor: die seifige Selbstzufriedenheit, der Bekenntnistrotz, die Unterscheidungsgier, die sich als Abwägung verkleidet. Auf dem Boden eines jeden Protestantismus ruht ein halbaufgeklärter Dualismus, dieses hartnäckige Erbteil Luthers, auch hier. Tief drinnen kämpfen immer Helle gegen Dunkle, die Finsternis gegen das Licht – und um sich selbst zu exorzieren, braucht es draußen, in der Welt voll Teufel, jene von Merkel schwach eingeführte „gewisse Strenge“. Es muss immer schon entschieden sein im Herz des Predigers, bevor er die zur Weltkanzel mutierte Außenwelt betritt, wo die Guten hocken und wo die Verstockten. Wo seinesgleichen sind und wo die anderen. Der Widerwille war deutlich zu hören, als Merkel sich ein „auch ich muss alle Argumente hören“ abrang, um zum blanken Dezisionismus fortzuschreiten. Am Ende ist es konsequent, wenn die ganze Welt zum Sinnwidrigen zusammenschnurrt, erst Deutschland, dann Europa, bald vermutlich das Universum dem reinen Ich nicht genügt. Demnächst dürften wir hören, „dann ist das nicht meine Welt“.

Zahlen stören – der Prediger braucht nicht zu wissen, wie viele Engel auf eine Nadelspitze passen – und ebenso stört die Frage nach dem Warum. Mehr weiß er von der Welt nicht zu sagen, als dass sie defekt ist. Beide Dimensionen kamen darum nicht vor. Der „humanitäre Imperativ“ bedeckt alle Fragen nach dem Warum der grenzenlosen Aufnahme: Deutschland muss unbegrenzt viele Menschen aus unbegrenzt vielen Regionen zu unbegrenzt hohen Kosten aufnehmen, weil das Gewissen praktisch werden soll. Hätte man vorher öfter von ihm gehört, klänge es jetzt nicht so schal aus dem Mund der Kanzlerpredigerin. Kanzel und Kanzler, das verdickt sich nicht nur klanglich.

Gestern Morgen erblickte ich Merkels Credo übrigens auf einem Lastwagen, der durch Berlin fuhr. Auf ihm stand zu lesen: „Wir versetzen Berge.“ Es war der Wagen eines Abbruchunternehmens."



Neulich begegnete mir der Begriff: "Säkularisierte Kirche", womit auf die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) Bezug genommen wurde.
Ich bin Brustringer ©

Auswurf
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Grasdaggl
cordoba
das hättest Du bestimmt in 3 sätzen selbst ausdrücken können,
dann hätte ich mir den schwülstigen text erspart.

Sorry,
wir reden hier tatsächlich über eine moralische frage und nicht wirtschaftspolitische fragen
denen man rein logisch begegnen könnte.

Jeder fragt sich jetzt
"was ist denn mein land"
Genau darum geht es
das ist doch keine Musik

Manolo
Grasdaggl
immer größere sorgen macht mir mittlerweile nicht unsere landtagswahl, sondern die in sachsen-anhalt. denn hier gibt es ja noch diverse möglichen koalitionen, aber dort kann es sein, dass es gar keine gangbare koalition gibt. aktuell ginge nur cdu, spd und fdp/grüne. wobei grüne und fdp bei 5% liegen. dagegen stehen 37% linke/afd.
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crastro
Auswurf,

Du verwechselst da gerne zwei Dinge (soll kein Vorwurf sein!)

- Moral ist etwas persönliches, Staaten oder grössere Zusammenschlüsse (selbst Kirchen) haben INTERESSEN, das hat mit Moral nicht das Geringste zu tun, auch wenn das gerne vorgeschoben wird.
merke:
"Die Moral des Einen ist der Witz des Tages für Andere" (Robert A. Heinlein)


Auswurf
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Grasdaggl
ich verwechsel da garnichts
Es gibt in der tat werte und leitlinien, die auch die parteien voneinander unterscheiden.
Daran orientiere ich mich in erster linie

nilk
ja, ein volldepp
Im März 2014 war Kissler einer der wenigen Verteidiger der breit kritisierten Dresdner Rede von Sibylle Lewitscharoff.[9]

Bezüglich der Berichterstattung über den ehemaligen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst schrieb Kissler von einer „Hatz auf Tebartz“ und sah darin eine „konzertierte Aktion der innerkirchlichen und der antikirchlichen Kritiker, dies- und jenseits der Medien“.[10]

Als der damalige Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch anlässlich der Bundestagswahl 2013 die AfD kritisiert hatte, kommentierte Kissler das mit den Worten, das sei eine „Blutgrätsche gegen die bürgerliche Konkurrenz aus den Tiefen des Unbewussten“.[11]
das ist doch keine Musik

crastro
Für "Nilkheimer" ist nie wichtig, WAS gesagt wird, sondern nur, WER es sagt.

Die "falschen" Leute können in seinem Weltbild selbstverständlich nie was richtiges von sich geben - herrlich!

:mrgreen:

Auswurf
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Grasdaggl
wie war das nochmal..
es gibt kein richtiges leben im falschen,
oder soll ich "autobahn" sagen ?

Es kommt auch immer auf die motivation der leute an sich zu äussern,
um aussagen einordnen zu können
das ist doch keine Musik

Manolo
Grasdaggl
bin endlich dazu gekommen, mir die elefantenrunde anzuhören. imo wenig bis nichts überraschendes dabei (insofern hät ichs mir auch sparen können). aber die schlussrunde ist wegen wolf und rülke schon ein highlight (etwa ab 1:38):
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cordoba
Granadaseggl
Auswurf hat geschrieben:cordoba
das hättest Du bestimmt in 3 sätzen selbst ausdrücken können,
dann hätte ich mir den schwülstigen text erspart.

Sorry,
wir reden hier tatsächlich über eine moralische frage und nicht wirtschaftspolitische fragen
denen man rein logisch begegnen könnte.

Jeder fragt sich jetzt
"was ist denn mein land"
Genau darum geht es


Der Text beschäftigt sich vornehmlich mit den Stilmitteln, welcher sich die dt. Kanzlerin bei ihrer Argumentation bedient.
Es ist erkennbar, dass sie sich bei ihrer politischen Handlungsweise hauptsächlich auf christliche Moralgrundsätze beruft. Hierfür darf man ihr gute Gründe unterstellen.
Berechtigung findet jedoch auch die Frage, ob man damit allen Interessen Europas begegnen kann/soll.

Folgt die europäischen Politik dem Postulat "Alle Menschen werden Brüder", so ist dies zunächst eine ethische und keine moralisch Frage.
Ich bin Brustringer ©


Auswurf
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Grasdaggl
gut,
von mir aus auch ethisch

ich bin kein intellektueller
und Du scheinst mich ja verstanden zu haben

ich steh eben ganz grundsätzlich nicht,
auf erstmal kommentarlos eingestellte texte in nem gesprächsforum
das ist doch keine Musik

Manolo
Grasdaggl
Auswurf hat geschrieben:oh, mir liegt sehr viel an der eindämmung des individualverkehrs in der heutigen form
und am ausbau der schiene


nicht nur der schiene. der ganze öpnv müsste ausgebaut werden. auch wegen des demographischen wandels. kotzt mich ohnehin an, dass dieses eigentlich größte problem wegen der dummen flüchtlingshysterie in politischen diskussionen kaum vorkommt.
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cordoba
Granadaseggl
Verzeihung. Ich hatte dem Text meine Lesart vorangestellt.
Politik im Zusammenhang religiöser Grundhaltung.

"zunächst eine ethische und keine moralische Frage."

z.B. gilt der Satz "Alle Menschen werden Brüder" (zunächst) für Menschen innerhalb Europas?
Darf man sich Antworten auf diese Frage - ohne vorausgehende Beurteilung anhand moralischer Grundsätze (welcher Art auch immer) - nähern?
Ich bin Brustringer ©

sturgtr
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Granadaseggl
Ich hätte von den 10 AfD-Wählern hier im Forum ja immer noch gerne die Frage beantwortet: Warum nicht die NPD? Wäre immerhin authentisch, die verfolgen die Werte der AfD schon länger als 2 Jahre.
"I ... I don't believe it"

"That is why you fail."