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Frank N Furter
RedBlues hat geschrieben:Ehrlich, ich glaube es ist schwerer dass sich Grüne und SPD beim Klimaschutz einigen, Stichwort Kohleausstieg

Wenn sie es nicht verbohrt ideologisch angehen, doch auch nicht:

https://1e9.community/t/studie-es-gibt- ... rgen/10261

Auch die Wirtschaft hat viel mehr davon, wenn der zukünftige Stromverbrauch aus Solarenergie kommt. Wie viele "Kumpels" gibt es denn heute noch, die von der SPD aus nostaligischer Not symbolisch gerettet werden müssen?

Unter Westfalen
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Grasdaggl
RedBlues hat geschrieben:Da stimme ich dir im Prinzip zu, aber

Für die SPD ist die Mindestlohnerhöhung glaub ich die heilige Kuh
Die Grünen werden keine Abstriche beim Klimaschutz machen
Die FDP will keine Steuererhöhung und nicht die Schuldenbremse verändern

Meiner Meinung wird man es beim Soli auf das Verfassungsgericht ankommen lassen und dort aller Voraussicht auch gewinnen, ergo der Soli kommt weg. Die Schuldenbremse zu verändern bedarf einer 2/3 Mehrheit, das bekommt die Koalition also eh nicht durch.
Muss man sich also nur darauf einigen keine Steuern zu erhöhen und schon sind die Forderungen der FDP erfüllt.

Edit, also die ganz grobe, im Detail ist es schwerer, garantiert. Aber ehrlicherweise find ich es absolut nicht nachvollziehbar, warum man die Steuern unbedingt erhöhen muss. Die fdp hat schon nicht unrecht damit, dass man in einem Staatshaushalt auch einsparen kann, man muss nicht jeden Scheiss subventionieren.

Ehrlich, ich glaube es ist schwerer dass sich Grüne und SPD beim Klimaschutz einigen, Stichwort Kohleausstieg


Soli sehe ich auch so.

Die Grünen werden beim Klimaschutz Abstriche machen müssen.

Zum Mindestlohn. Das Thema hat die SPD in 8 Jahren Groko gegen alle Widerstände der CDU-Wirtschaftslobby durchgesetzt, allerdings hat die CDU den Anstieg eingebremst. Die SPD wird sicher nicht darauf verzichten, aber den Weg zum Ziel (12 €) zeitlich strecken müssen.

Auf Steuererhöhungen kann man verzichten, wenn die durch die Klimamaßnahmen zu verteilenden Lasten entsprechend der Breite der Schultern verteilt werden.

Die Subventionen kann man daraufhin überprüfen, wie sehr sie klimafreundliche Folgen haben, z.B. direkt neue klimafreundliche oder klimaneutrale Arbeitsplätze schaffen.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai



RedBlues
Halbdaggl
Unter Westfalen hat geschrieben:
RedBlues hat geschrieben:Da stimme ich dir im Prinzip zu, aber

Für die SPD ist die Mindestlohnerhöhung glaub ich die heilige Kuh
Die Grünen werden keine Abstriche beim Klimaschutz machen
Die FDP will keine Steuererhöhung und nicht die Schuldenbremse verändern

Meiner Meinung wird man es beim Soli auf das Verfassungsgericht ankommen lassen und dort aller Voraussicht auch gewinnen, ergo der Soli kommt weg. Die Schuldenbremse zu verändern bedarf einer 2/3 Mehrheit, das bekommt die Koalition also eh nicht durch.
Muss man sich also nur darauf einigen keine Steuern zu erhöhen und schon sind die Forderungen der FDP erfüllt.

Edit, also die ganz grobe, im Detail ist es schwerer, garantiert. Aber ehrlicherweise find ich es absolut nicht nachvollziehbar, warum man die Steuern unbedingt erhöhen muss. Die fdp hat schon nicht unrecht damit, dass man in einem Staatshaushalt auch einsparen kann, man muss nicht jeden Scheiss subventionieren.

Ehrlich, ich glaube es ist schwerer dass sich Grüne und SPD beim Klimaschutz einigen, Stichwort Kohleausstieg


Soli sehe ich auch so.

Die Grünen werden beim Klimaschutz Abstriche machen müssen.

Zum Mindestlohn. Das Thema hat die SPD in 8 Jahren Groko gegen alle Widerstände der CDU-Wirtschaftslobby durchgesetzt, allerdings hat die CDU den Anstieg eingebremst. Die SPD wird sicher nicht darauf verzichten, aber den Weg zum Ziel (12 €) zeitlich strecken müssen.

Auf Steuererhöhungen kann man verzichten, wenn die durch die Klimamaßnahmen zu verteilenden Lasten entsprechend der Breite der Schultern verteilt werden.

Die Subventionen kann man daraufhin überprüfen, wie sehr sie klimafreundliche Folgen haben, z.B. direkt neue klimafreundliche oder klimaneutrale Arbeitsplätze schaffen.


Aber jetzt hast du ja schon selbst Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. :nod:

Nebenbei mag erwähnt werden, die co2 Steuer ist auch nichts anderes wie eine Steuererhöhung. Ein ausgeweiterter CO2 Zertifikatehandel resultiert ebenfalls in Einnahmen für den Staat.

Höhere Energiepreise führen zu höheren Steuereinnahmen, weil der Staat da ja ein cleveres Besteuerungssystem erfunden hat.

Der Staat muss meiner Meinung eher darauf achten, dass ihm die Steuereinnahmen aus der Industrie nicht einbrechen. Also auch ohne dass er die Steuern erhöht.


Tamasi
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Allmachtsbachel
Tifferette hat geschrieben:
schwaebi hat geschrieben:
Ich schätze, als nächstes werden sie das Northern Ireland-Protokoll brechen, damit es ordentlich Stress mit der EU gibt. Das wiederum lenkt dann vom internen Drama ab und man kann alles auf die bösen Europäer schieben.

Dead cat strategy, schon immer gerne von BoJo angewendet...

Here we go, Kommentar aus der SZ:

Die britische Regierung eskaliert den Konflikt mit der EU um die Zollgrenzen, weil sie von ihren Problemen nach dem Brexit ablenken will. Das wird Europa nicht dulden können.

Britische Verhandlungstechniken sollten der EU-Kommission nach mehr als fünf leidvollen Jahren hinlänglich bekannt sein. Und dennoch ist es immer wieder bemerkenswert, mit welcher Selbstverständlichkeit die Regierung Johnson Verabredungen in Frage stellt, denen sie gerade noch zugestimmt hatte.

Die Mutter aller Absprachen zum Austritt aus der EU betrifft den komplizierten Fall Nordirland. (...) Allerdings haben die vergangenen Monate gezeigt, dass die Zollgrenze auf See wenig praktikabel ist. Bürokratische Einfallslosigkeit und der Unwille zur Umsetzung der Vereinbarung haben die Regierung in Nordirland destabilisiert, die Belieferung der Supermärkte behindert und den Warenverkehr insgesamt beschädigt. Natürlich geht den britischen Händlern ein etabliertes Liefergebiet verloren - und dies im nationalen Territorium. Johnson wäre nicht Premierminister, wenn er mit diesem Futter nicht den nationalen Furor bedienen würde.

(...) Nun kommt zur britischen Verhandlungstaktik, dass sie schnell mit einer Schuldzuweisung zur Hand ist. So wird der EU gleich die gesamte Verantwortung für die Destabilisierung Nordirlands zugeschoben, inklusive aller Versorgungsschwierigkeiten. Forderung wird auf Forderung gepackt, ohne die Antwort der Kommission abzuwarten, so dass sich der Eindruck verfestigt, dass es der Regierung Johnson vor allem um ideologische Lufthoheit zu Hause geht.

(...) Es war Boris Johnson, der die Nordirland-Klausel unterzeichnete, nachdem er den Machtkampf mit Theresa May mit der exakt entgegengesetzten Position gewonnen hatte. Und es ist die Johnson-Regierung, die auch weiterhin einen Sündenbock braucht, um von den gravierenden Post-Brexit-Problemen des Landes abzulenken. Wenn der letzte Besänftigungsversuch nun scheitert, wird die EU nicht weiter vornehm schweigen können. Manchmal verlangt ein grober Klotz den groben Keil.

https://www.sueddeutsche.de/meinung/bre ... -1.5437354

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Auswurf hat geschrieben:Nie im Leben wird der Mindestlohn nach hinten geschoben.
Erste prio und zudem viel zu niedrig angesetzt


Satz 1: doch, leider.
Satz 2: stimmt. Aber, wenn alle, die jetzt schon dem Mindestlohn unterliegen oder ihn zukünftig bekommen könnten, mindestlohnaffine Parteien gewählt hätten, wäre man allerdings schon weiter.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

Tamasi
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Allmachtsbachel
Echt, ihr glaubt, dass die Mindestlohnerhöhung vescrhoben wird? Wenn, dann nur um eine absehbare Frist, halbes Jahr bis die Arbeitgeber alles umgestellt haben (Haha). Aber ernsthaft ins "Irgendwann mal" verlagern? Glaube ich nicht.

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Ja, das wird spannend.
Könnte Goofy fast einen neuen Abstimmungsthread aufmachen.

Wenn es nur die Jungwähler der FDP wären, könnte Lindner einfach zustimmen. Aber die sponsern ja auch nicht.
:twisted:
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

Käskibber
Lombaseggl
Wenn der Mindestlohn von 9,60 Euro auf 12 Euro angehoben wird, werden all diejenigen, die bisher ihre Mitarbeiter zum Mindestlohn beschäftigen Ihre Preise um 15 bis 20% anheben müssen. Je nachdem wie groß der Personalkostenanteil ist. Mit dem Mindestlohn steigen ja auch die Lohnnebenkosten.

Ich habe das mal für einen Gastronomiebetrieb durchgerechnet. Wenn man von gleichen Kosten für Ware, Fremdleister etc. ausgeht (was nicht wahrscheinlich ist, weil deren Personalkosten ja auch steigen). Wenn man also nur die eigenen gestiegenen Personalkosten rechnet, muß der seine Preise um 15% erhöhen um auf Null herauszukommen.

Da möchte ich all die Rostbratenesser und Kampftrinker hier im Forum aber nicht bruddeln hören.

Die Erhöhung des Mindestlohns wird kommen und das ist gut.
Aber es wird in mehreren Etappen geschehen.
Zuletzt geändert von Käskibber am 12. Oktober 2021 16:29, insgesamt 1-mal geändert.

RedBlues
Halbdaggl
Tamasi hat geschrieben:Echt, ihr glaubt, dass die Mindestlohnerhöhung vescrhoben wird? Wenn, dann nur um eine absehbare Frist, halbes Jahr bis die Arbeitgeber alles umgestellt haben (Haha). Aber ernsthaft ins "Irgendwann mal" verlagern? Glaube ich nicht.

Ich glaube die kommt schon sofort. Aber eben nicht sofort komplett sondern in Raten.

Was die Arbeitgeber betrifft, da gibt es sicherlich ein paar die man auch als Staat bezeichnen könnte, die da auch umstellen dürfen. So kommunale Betriebe sind auch nicht gerade der Ort wo man das Geld in großen Koffern nach Hause trägt, hab ich gehört.


Goofy
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Grasdaggl
RedBlues hat geschrieben:Aber ehrlicherweise find ich es absolut nicht nachvollziehbar, warum man die Steuern unbedingt erhöhen muss. Die fdp hat schon nicht unrecht damit, dass man in einem Staatshaushalt auch einsparen kann, man muss nicht jeden Scheiss subventionieren.


Wer soll denn (laut SPD und Grüne) mehr Steuern zahlen?

Die FDP soll erstmal begründen, warum die oberen 10% nicht in der Lage sein sollen, über den Solidaritätszuschlag mehr für die Allgemeinheit beitragen zu können.

Der Spitzensteuersatz soll erst ab 90 000€ greifen, Reichensteiner, Vermögenssteuer, braucht man nicht.

Unternehmen sollen nur noch etwa 25% Steuern zahlen.


Der Bund hatte 2019 Einnahmen von 357 Milliarden Euro.
Das Steuerprogramm der FDP würde es um 88 Milliarden reduzieren.

Klar, nicht jede Entlastung sofort. Die FDP setzt auf Wachstum, und will es dadurch ausgleichen.

Ob diese Rechnung aufgehen kann?
Was ist in der nächsten Krise?


Achso, Krisen gibts dann nicht mehr.
Die von niemand regulierten Banken und der Crash 2008 ist vergessen.


Aber auch wenn es keine Krisen mehr gibt, und die Rechnung aufgeht: Die Steuerentlastung betrifft doch hauptsächlich die, die eh schon genug haben.

Kann das gut sein für eine Gesellschaft? Ich glaube nicht.



Unter Westfalen hat geschrieben:Ja, das wird spannend.
Könnte Goofy fast einen neuen Abstimmungsthread aufmachen.


Hier!
Um was gehts?

RedBlues
Halbdaggl
Goofy hat geschrieben:
RedBlues hat geschrieben:Aber ehrlicherweise find ich es absolut nicht nachvollziehbar, warum man die Steuern unbedingt erhöhen muss. Die fdp hat schon nicht unrecht damit, dass man in einem Staatshaushalt auch einsparen kann, man muss nicht jeden Scheiss subventionieren.


Wer soll denn (laut SPD und Grüne) mehr Steuern zahlen?

Die FDP soll erstmal begründen, warum die oberen 10% nicht in der Lage sein sollen, über den Solidaritätszuschlag mehr für die Allgemeinheit beitragen zu können.

Der Spitzensteuersatz soll erst ab 90 000€ greifen, Reichensteiner, Vermögenssteuer, braucht man nicht.

Unternehmen sollen nur noch etwa 25% Steuern zahlen.


Der Bund hatte 2019 Einnahmen von 357 Milliarden Euro.
Das Steuerprogramm der FDP würde es um 88 Milliarden reduzieren.

Klar, nicht jede Entlastung sofort. Die FDP setzt auf Wachstum, und will es dadurch ausgleichen.

Ob diese Rechnung aufgehen kann?
Was ist in der nächsten Krise?


Achso, Krisen gibts dann nicht mehr.
Die von niemand regulierten Banken und der Crash 2008 ist vergessen.


Aber auch wenn es keine Krisen mehr gibt, und die Rechnung aufgeht: Die Steuerentlastung betrifft doch hauptsächlich die, die eh schon genug haben.

Kann das gut sein für eine Gesellschaft? Ich glaube nicht.



Unter Westfalen hat geschrieben:Ja, das wird spannend.
Könnte Goofy fast einen neuen Abstimmungsthread aufmachen.


Hier!
Um was gehts?


@goofy
Ich denke das Thema Steuersenkungen ist so generell vom Tisch, bzw lag da auch nie wirklich drauf. Das ist der Teil des Wahlkampfs den die FDP mit keiner Parteikonstellation umsetzen kann.

Trotzdem, das Wahlprogramm der FDP hatte klar von Steuersenkungen für alle Einkommensschichten gesprochen, nicht nur für die Reichen. Dass man absolut mehr davon profitiert wenn der Soli abgeschafft wird ist bei höheren Einkommen natürlich klar, genau zahlt jemand der mehr verdient auch mehr, wenn die Steuern erhöht werden.

Thema Spitzensteuersatz, selbst die Linke würde den erst später ansetzen wollen, weil der aktuelle jetzt nicht gerade da anfängt wo die Einkommen übermäßig hoch sind.

Und wir sind da glaub generell unterschiedlicher Ansicht, ich finde der Staat sollte begründen warum er höhere Steuern benötigt und warum dies im speziellen von einer bestimmten Gruppe haben möchte.

Du hast aber natürlich recht damit, dass die FDP nie erklärt hat, wie sich ihr Wahlprogramm finanzieren soll. Andererseits hat die SPD auch nicht erklärt wie sie ohne was am Rentenbeitrag, der Arbeitszeit und der Rentenauszahlung zu verändern, die zunehmend größer werdende Finanzierungslücke im Rentensystem ausgleichen möchte.
Wobei stimmt nicht, die gleiche Erklärung wie die FDP haben sie gebracht, durch Wachstum :lol:

Auswurf
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Grasdaggl
hm, die fdp fand zum sprachgebrauch, man wolle ja nicht alls während einer legislatur durchprügeln.

was den mindestlohn anbetrifft find ich es übelst zynisch,
wenn cduler und fdpler die tarifautonomie heiligen.
Da gibt es oberhalb der 12 euro noch einiges was auszuhandeln wäre.
Herr lindner, bitte mal ein halbes jahr von dem lohn leben...
Es git lebenswirklichkeiten, die manchen am arsch vorbeigehen.

bw post radelt für 9.50 :puke:

essengehen tun eh nur leute mit höheren einkommen - sorry, das kratzt mich nicht.
Man kann ja am trinkgeld sparen, ist eh mode :evil:

nach hartz 4 kann und will sich die spd nicht leisten auf die schnelle erfüllung der verheißung zu verzichten.
Hallo? stärkste partei!
Dem arbeiter bringt es mehr, wenn der eigene lohn angehoben wird,
als wenn der reiche mehr steuern zahlt.

spaltung zementieren,
oder sozial denken?
das ist doch keine Musik

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Und wir sind da glaub generell unterschiedlicher Ansicht, ich finde der Staat sollte begründen warum er höhere Steuern benötigt und warum dies im speziellen von einer bestimmten Gruppe haben möchte.


@ RedBlues

Die Frage kann ich Dir beantworten.
Da die "selbstheilenden" Kräfte der Märkte es nicht geschafft haben und auch nie schaffen werden, weil sie es nie schaffen wollten, muss der Staat regulierend eingreifen. Wenn der Staat dies tut, macht er nichts anderes, als die Marktkräfte tun, nämlich eine Umverteilung vornehmen in Form von Steuern. Er hätte auch schon viel eher eingreifen müssen, denn wir sind, was die soziale Gerechtigkeit betrifft, gewaltig in die Schieflage gekommen. Unsere Demokratie wird nur dann überleben können, wenn wir - langsam aber konsequent - Oberteil und Unterteil der Schere wieder zusammenführen.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

RedBlues
Halbdaggl
Auswurf hat geschrieben:hm, die fdp fand zum sprachgebrauch, man wolle ja nicht alls während einer legislatur durchprügeln.

was den mindestlohn anbetrifft find ich es übelst zynisch,
wenn cduler und fdpler die tarifautonomie heiligen.
Da gibt es oberhalb der 12 euro noch einiges was auszuhandeln wäre.
Herr lindner, bitte mal ein halbes jahr von dem lohn leben...
Es git lebenswirklichkeiten, die manchen am arsch vorbeigehen.

bw post radelt für 9.50 :puke:

essengehen tun eh nur leute mit höheren einkommen - sorry, das kratzt mich nicht.
Man kann ja am trinkgeld sparen, ist eh mode :evil:

nach hartz 4 kann und will sich die spd nicht leisten auf die schnelle erfüllung der verheißung zu verzichten.
Hallo? stärkste partei!
Dem arbeiter bringt es mehr, wenn der eigene lohn angehoben wird,
als wenn der reiche mehr steuern zahlt.

spaltung zementieren,
oder sozial denken?


Stimme ich dir zu, wobei ich nur bei einem Bauchschmerzen habe. Und zwar dass Parteien dem Mindestlohn bestimmen. Ich sehe da ganz ehrlich die Gefahr, dass das in Zukunft in Mode kommt vor Wahlen eine Erhöhung des Mindestlohn zu versprechen. Wo das hinführen könnte, kann man sich ja einfach ausmalen.

Grundsätzlich halte ich 12 Euro für nicht zu hoch, davon kommt man immer nicht weit.

Aber nochmal zur FDP, von denen kommt auch, dass es nicht in Ordnung ist, das ein Harzt4 Aufstocken bei einem Minijobs alles bis auf 100 Euro abgeben muss. Nur um etwas dagegen zu halten, dass das eine völlig unsoziale Partei ist.

RedBlues
Halbdaggl
Unter Westfalen hat geschrieben:
Und wir sind da glaub generell unterschiedlicher Ansicht, ich finde der Staat sollte begründen warum er höhere Steuern benötigt und warum dies im speziellen von einer bestimmten Gruppe haben möchte.


@ RedBlues

Die Frage kann ich Dir beantworten.
Da die "selbstheilenden" Kräfte der Märkte es nicht geschafft haben und auch nie schaffen werden, weil sie es nie schaffen wollten, muss der Staat regulierend eingreifen. Wenn der Staat dies tut, macht er nichts anderes, als die Marktkräfte tun, nämlich eine Umverteilung vornehmen in Form von Steuern. Er hätte auch schon viel eher eingreifen müssen, denn wir sind, was die soziale Gerechtigkeit betrifft, gewaltig in die Schieflage gekommen. Unsere Demokratie wird nur dann überleben können, wenn wir - langsam aber konsequent - Oberteil und Unterteil der Schere wieder zusammenführen.


Redest du jetzt von Einkommen oder von Vermögen?

Weil ich bin der Meinung, dass es in Deutschland kein größeres Problem mit der Einkommensseite gibt was Ungerechtigkeit angeht, also Schere, wir müssen nicht um die Niedriglöhne diskutieren

Und Vermögen zu besteuern ist unheimlich schwierig.


RedBlues
Halbdaggl
Unter Westfalen hat geschrieben:Sagen wir mal so, moralisch rede ich von beidem. ;)


Ok, ich komm ja eher aus der Praxis bei solchen Diskussionen. Angenommen du hast einen Unternehmen, der hat ein Unternehmen in dem im großen und ganzen sein Vermögen steckt. Das Unternehmen ist nicht Börsengelistet, sagen wir es ist eine GmbH. Er zahlt sich im Jahr dass er gut Leben kann mit seiner Familie 50k an Gehalt. Er ist verheiratet, seine Frau arbeitet im gleichen Unternehmen gleichberechtigt mit ihm und hat ebenfalls ein Gehalt von 50k. Damit kommen die beide zusammen nicht in den Spitzensteuersatz, wenn ich nicht nicht täusche.

Das Unternehmen beschäftigt 500 Mitarbeiter und läuft prächtig.

Was zahlt er dann Vermögenssteuer?
Wie will man den Wert des Unternehmens berechnen?
Ist echt sinnvoll, dass er jedes Jahr Kapital aus dem Unternehmen ziehen muss um eine Vermögenssteuer zu entrichten?

Anderes Beispiel. Angenommen ich hab für 80k Daimler Aktien, also 1000 Stück.ich hab noch ein paar andere damit ich mich für die Vermögenssteuer qualifiziere, aber um es einfach zu machen bleiben wir mal nur bei den Aktien von Daimler. Letzten März hatte ich 40k, weil Daimler nur die Hälfte wert war. Im Jahr davor waren es sagen wir 60k. Zu dem welchem Stichtag soll man das Vermögen bewerten? Kommt ein Börsencrash halbiert sich auch mal ein Vermögen, evtl bin ich dann ein Jahr später oder nur ein paar Monate später überhaupt nicht mehr reich genug Vermögenssteuer bezahlen zu müssen.

Oder Immobilien, bewerten wir da alles? Oder nur alle in denen ich nicht wohne?

Lange Rede …
Ich halte eine Vermögenssteuer für extrem schwer umsetzbar, ohne dass es massiv Geld kostet diese einzutreiben, Rechtssicher und Gerecht.

Was man am gerne machen darf, die Sozialbeiträge nicht zu Deckeln, denn ab einem gewissen Einkommen zahlt man nicht mehr den prozentualen Anteil, das finde ich höchst ungerecht. Das würde die Sozialsysteme sofort entlasten.

Unter Westfalen
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Grasdaggl
RedBlues hat geschrieben:
Unter Westfalen hat geschrieben:Sagen wir mal so, moralisch rede ich von beidem. ;)


Ok, ich komm ja eher aus der Praxis bei solchen Diskussionen. Angenommen du hast einen Unternehmen, der hat ein Unternehmen in dem im großen und ganzen sein Vermögen steckt. Das Unternehmen ist nicht Börsengelistet, sagen wir es ist eine GmbH. Er zahlt sich im Jahr dass er gut Leben kann mit seiner Familie 50k an Gehalt. Er ist verheiratet, seine Frau arbeitet im gleichen Unternehmen gleichberechtigt mit ihm und hat ebenfalls ein Gehalt von 50k. Damit kommen die beide zusammen nicht in den Spitzensteuersatz, wenn ich nicht nicht täusche.

Das Unternehmen beschäftigt 500 Mitarbeiter und läuft prächtig.

Was zahlt er dann Vermögenssteuer?
Wie will man den Wert des Unternehmens berechnen?
Ist echt sinnvoll, dass er jedes Jahr Kapital aus dem Unternehmen ziehen muss um eine Vermögenssteuer zu entrichten?

Anderes Beispiel. Angenommen ich hab für 80k Daimler Aktien, also 1000 Stück.ich hab noch ein paar andere damit ich mich für die Vermögenssteuer qualifiziere, aber um es einfach zu machen bleiben wir mal nur bei den Aktien von Daimler. Letzten März hatte ich 40k, weil Daimler nur die Hälfte wert war. Im Jahr davor waren es sagen wir 60k. Zu dem welchem Stichtag soll man das Vermögen bewerten? Kommt ein Börsencrash halbiert sich auch mal ein Vermögen, evtl bin ich dann ein Jahr später oder nur ein paar Monate später überhaupt nicht mehr reich genug Vermögenssteuer bezahlen zu müssen.

Oder Immobilien, bewerten wir da alles? Oder nur alle in denen ich nicht wohne?

Lange Rede …
Ich halte eine Vermögenssteuer für extrem schwer umsetzbar, ohne dass es massiv Geld kostet diese einzutreiben, Rechtssicher und Gerecht.

Was man am gerne machen darf, die Sozialbeiträge nicht zu Deckeln, denn ab einem gewissen Einkommen zahlt man nicht mehr den prozentualen Anteil, das finde ich höchst ungerecht. Das würde die Sozialsysteme sofort entlasten.


Schade, dass das verärgerte Wasenhuhn (hoffentlich nicht für immer) forumsflüchtig ist. Er könnte als Fachmann etwas dazu sagen.

Ich musste mich damit noch nicht beschäftigen. Die einzige Frage, die mich vermögensseitig interessiert ist, ob unsere Töchter das Haus erbschaftssteuerunbehelligt bekommen können oder nicht.

Wenn wir uns einig wären, dass etwas getan werden muss, um das Ungleichgewicht anzutarieren, wäre das ein Anfang.

Edit: Haber wie er leibt und lebt. Das macht ihn so sympathisch.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai



schwaebi
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Grasdaggl
Tamasi hat geschrieben:
Tifferette hat geschrieben:
schwaebi hat geschrieben:
Ich schätze, als nächstes werden sie das Northern Ireland-Protokoll brechen, damit es ordentlich Stress mit der EU gibt. Das wiederum lenkt dann vom internen Drama ab und man kann alles auf die bösen Europäer schieben.

Dead cat strategy, schon immer gerne von BoJo angewendet...

Here we go, Kommentar aus der SZ:

Die britische Regierung eskaliert den Konflikt mit der EU um die Zollgrenzen, weil sie von ihren Problemen nach dem Brexit ablenken will. Das wird Europa nicht dulden können.

Britische Verhandlungstechniken sollten der EU-Kommission nach mehr als fünf leidvollen Jahren hinlänglich bekannt sein. Und dennoch ist es immer wieder bemerkenswert, mit welcher Selbstverständlichkeit die Regierung Johnson Verabredungen in Frage stellt, denen sie gerade noch zugestimmt hatte.

Die Mutter aller Absprachen zum Austritt aus der EU betrifft den komplizierten Fall Nordirland. (...) Allerdings haben die vergangenen Monate gezeigt, dass die Zollgrenze auf See wenig praktikabel ist. Bürokratische Einfallslosigkeit und der Unwille zur Umsetzung der Vereinbarung haben die Regierung in Nordirland destabilisiert, die Belieferung der Supermärkte behindert und den Warenverkehr insgesamt beschädigt. Natürlich geht den britischen Händlern ein etabliertes Liefergebiet verloren - und dies im nationalen Territorium. Johnson wäre nicht Premierminister, wenn er mit diesem Futter nicht den nationalen Furor bedienen würde.

(...) Nun kommt zur britischen Verhandlungstaktik, dass sie schnell mit einer Schuldzuweisung zur Hand ist. So wird der EU gleich die gesamte Verantwortung für die Destabilisierung Nordirlands zugeschoben, inklusive aller Versorgungsschwierigkeiten. Forderung wird auf Forderung gepackt, ohne die Antwort der Kommission abzuwarten, so dass sich der Eindruck verfestigt, dass es der Regierung Johnson vor allem um ideologische Lufthoheit zu Hause geht.

(...) Es war Boris Johnson, der die Nordirland-Klausel unterzeichnete, nachdem er den Machtkampf mit Theresa May mit der exakt entgegengesetzten Position gewonnen hatte. Und es ist die Johnson-Regierung, die auch weiterhin einen Sündenbock braucht, um von den gravierenden Post-Brexit-Problemen des Landes abzulenken. Wenn der letzte Besänftigungsversuch nun scheitert, wird die EU nicht weiter vornehm schweigen können. Manchmal verlangt ein grober Klotz den groben Keil.

https://www.sueddeutsche.de/meinung/bre ... -1.5437354


Here we go: "Lord" Frost (ja, der Herr Chefunterhändler ist jetzt adlig) hat eine Rede in Lissabon gehalten. Warum dort weiß keiner und was er sagen wollte auch nicht.

Aber die EU ist fies, weil sie sich an den Brexit Vertrag hält und der Nord-Irland-Teil ist Mist und sie haben nicht gewusst was sie da unterschreiben. Deshalb soll die EU jetzt ganz viele Zugeständnisse machen. Wollja.

Der Herr scheint in seinem früheren Job als Whisky-Lobbyist ein bisschen viel vom eigenen Produkt erwischt zu haben. Wobei die generelle Meinung ist, dass Johnson ihn vor geschickt hat...

Hab dieses Land und seine Bewohnerinnen und Bewohner echt mal geliebt. Aber es ist mir schleierhaft, dass da nach wie vor nichts auf Revolution hindeutet.
Die Dauer einer Minute hängt sehr davon ab auf welcher Seite der Klotüre man sich befindet.