29268 Beiträge

Spielgerät
Benutzeravatar
Halbdaggl
Da findet gerade ein Genozid statt. Ein Genozid, zu dessen Finanzierung wir wesentlich beigetragen haben. Und du redest von angeblich "verletztem Stolz" der Ukrainer, von dem sich die deutsche Politik nicht beeinflussen lassen soll? Mit anderen Worten, die sollen sich bloß nicht so anstellen.

Ich mache mich besser wieder vom Acker, ehe mir vom Gestank der wohlstandsverschissenen Windeln noch übel wird... :puke: :puke: :puke:
"In this world there's two kind of people: Those who have loaded guns and those who dig. And you dig."

Auswurf
Benutzeravatar
Grasdaggl
Wie geschrieben, es ist richtig , wenn wir nicht auf so ne unhöflichkeit reagieren. Um alles andere geht es diesbezüglich nicht.
Fahr mal runter
das ist doch keine Musik

Tifferette
Benutzeravatar
Grasdaggl
Die Ausladung (oder wie auch immer man es nennt) von Steinmeier ist ne kindische Eselei. Aber die deutsche Politik wäre gut beraten, da jetzt den Mund zu halten.

Übrigens auch von Steinmeier nicht wirklich schlau, wie ich finde. Was soll er da? Zeichen setzen? Tätige Reue?
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

higgi
Benutzeravatar
Grasdaggl
Steinmeier hat ja nur 6 Wochen gebraucht um sich zu einem Statement zu diesem Krieg zu quälen.
6 Wochen lang schweigend seinem ehemaligen Kumpel dabei zugesehen, wie der sich dran macht, ein ganzes Land in Schutt und Asche zu legen.
Herr Steinmeier sollte ob seiner völlig verfehlten Politik eher zurücktreten als Dienstreisen nach Kiew zu machen.
von daher

jagdhuette
Benutzeravatar
Halbdaggl
Schon spannend, dass grade die beiden Grünen Minister in dieser Krisensituation den besten Auftritt hinlegen.
Wurde den Grünen ja immer attestiert, dass sie nur wohlstandsverwöhnte Symbolpolitik können, machen sie nun beide echte Realpolitik.
Die SPD ist eben immer noch Schröder verseucht und die FDP in den 90ern hängen geblieben. Die CDU hält aktuell auf Grund der 16 Jahre versäumter Weichenstellung weg von Putin ihre Klappe und die AfD macht ja ohnehin einen auf Schoßhund des Kremlins.
Ach wie dankbar kann man da im Moment sein, dass im Wirtschafstministerium ein Kanzler(tauglicher) Mensch sitzt, der Klartext spricht und bereit ist zu handeln und im Außenministerium eine vielfach kritisierte und diskreditierte Frau, die ihre Arbeit macht anstatt Promis zu daten und Hände zu schütteln.

Unter Westfalen
Benutzeravatar
Grasdaggl
Ein Artikel, der nachdenklich macht:

https://www.journalist.de/startseite/de ... obal-de-DE

.....
Weitere Leerstellen in der Berichterstattung über den Krieg Putins betreffen die umstrittene Ostseepipeline Nord Stream. Dass russische Umweltschützer von Anfang an gegen Nord Stream protestierten, blieb in Deutschland weitgehend unbekannt; sie forderten, die Mittel für den Ausbau und die Reparatur des bereits vorhandenen Röhrensystems auszugeben, aus dem in großen Mengen Methan entweicht. Stattdessen war die deutsche Debatte moralisch intoniert: Nord Stream sei ein völkerverbindendes Projekt, so wie schon das Erdgas-Röhren-Geschäft aus der Zeit der Entspannungspolitik unter Willy Brandt. Die Gegenmeinung: Wegen des Anschlags auf den Regimekritiker Alexej Nawalny dürfe Nord Stream 2 nicht freigegeben werden. Kaum Beachtung fanden die Analysen, nach denen die westdeutsch-sowjetische Wirtschaftskooperation die Hochrüstung der Streitkräfte der UdSSR finanzierte. Ebensowenig hinterfragten deutsche Kommentatoren die Behauptung, dass Moskau nie den Rohstoffexport als politisches Druckmittel benutzt habe. In Wirklichkeit haben dies alle Kremlführer getan, von Breschnew über Gorbatschow und Jelzin bis zu Putin, um Demokratiebewegungen im Ostblock zu schwächen oder den Westdrang ehemaliger Sowjetrepubliken zu blockieren.

Wegen seiner Dienste für Putins imperialistische Energiepolitik sieht sich nun Gerhard Schröder heftigen Angriffen ausgesetzt. Doch die viel bedeutendere Rolle, die sein ehemaliger Gefolgsmann Frank-Walter Steinmeier als Hauptarchitekt der von Wunschdenken geprägten deutschen Ostpolitik im 21. Jahrhundert spielte, beschäftigt bislang kaum die Leitartikler. Steinmeier wurde aus den osteuropäischen EU-Staaten auch angelastet, dass er es abgelehnt hat, die Betriebsgenehmigung für Nord Stream 2 an die Bedingung zu knüpfen, dass Moskau zu einer Lösung des eingefrorenen Konflikts im Donbass beiträgt – auch dies ein Aspekt, der meist in der deutschen Mediendebatte fehlte.

Schon vor vier Jahrzehnten erschienen im Samisdat, der sowjetischen Untergrundpresse, Berichte über die ökologischen Verwüstungen in den Fördergebieten von Erdgas und Erdöl. Das Echo in der Bundesrepublik war äußerst gering. In der aktuellen deutschen Debatte über Nord Stream wird ausgespart, dass die russischen Stromerzeuger vor allem auf Kohle setzen, weil das Erdgas Devisen für Putins Hochrüstung erbringen muss. Während in Deutschland über ein Betriebsverbot für das hochmoderne Steinkohlekraftwerk Datteln gestritten wurde, ging in Sibirien und in Russlands fernem Osten ein Dutzend neuer Kohlekraftwerke ans Netz, deren Abgase nahezu ungefiltert die Atmosphäre erreichen. Die vom russischen Geheimdienst bedrängten Umweltschützer werfen den Deutschen vor, wegen ihrer eigenen kommerziellen Interessen im Rohstoffsektor von Moskau den Druck zu nehmen, die regenerative Stromerzeugung zu fördern. Erneuerbare Energien machen im russischen Energiemix nur 0,2 Prozent aus, eine Zahl, die man in den deutschen Medien nur schwer findet.

All diese Oberflächlichkeiten und Lücken in der deutschen Berichterstattung rühren an ein Kernproblem der Qualitätspresse: die Qualifikation von Korrespondenten. Zwar sind in Osteuropa einige Meister ihres Fachs unterwegs; doch haben Untersuchungen auch ergeben, dass etwa die Hälfte der nach Moskau, aber auch nach Kiew und Warschau entsandten Zeitungskorrespondenten nicht über die für diese Posten unabdingbaren Sprach- und Landeskenntnisse verfügte. Einem Korrespondenten, der nicht die Sprache seines Einsatzlands spricht, entgehen wichtige Entwicklungen, er kann sich nicht unauffällig im Land bewegen, wird nicht zu Hintergrundgesprächen eingeladen und in der Branche nicht ernst genommen. Manche Chefredakteure erklären ihre kuriosen Personalentscheidungen mit dem angeblichen Wunsch der Leser nach Abwechslung, obwohl Befragungen das Gegenteil ergeben: Die Leser erwarten Kontinuität und Kompetenz. Dass der aggressive Charakter der Politik Putins in der bundesdeutschen Gesellschaft so lange bagatellisiert wurde, ist auch eine Folge lückenhafter Berichterstattung.

Thomas Urban ist Journalist und Buchautor. Er war 24 Jahre lang Osteuropa-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, von 1991 bis 2012 gehörte die Ukraine zu seinem Berichtsgebiet
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

factotum
Benutzeravatar
Granadaseggl
publicenemy hat geschrieben:

Die Regierung der Ukraine macht es mit der Ausladung von Bundespräsident Steinmeier der deutschen Politik auch nicht leichter, geschlossen aufzutreten in der Frage der Lieferung von schwereren Waffen.


Die Regierung der Ukraine hat derzeit kein Interesse daran, einem Sülzkopf, der jahrzehntelang explizit gegen berechtigte ukrainische Interessen gearbeitet hat, die Gelegenheit zu einem schönen Fototermin zum Zwecke der persönlichen Reinwaschung zu geben. Dafür habe ich jedes Verständnis.
Im übrigen interpretiere ich die Ausladung vom Sülzkopf dahingehend, dass die Ukraine die Hoffnung auf werthaltige Unterstützung durch uns aufgegeben hat. Und auf Signale der Solidarität ( so oder so ähnlich hat sich Mützelwicht, die alte Friedenstaube, zitieren lassen) könnte ich als ukrainischer Staatschef gerade auch verzichten.

Ich wiederhol mich da gern: Gratis - Pipipazifismus bemäntelt das eigentliche und einzige Interesse, und das ist der bestmöglich gefüllte Geldbeutel. Machen wir seit Jahrzehnten so.
The shit that used to work, won`t work now.

factotum
Benutzeravatar
Granadaseggl
jagdhütte hat geschrieben:

Schon spannend, dass grade die beiden Grünen Minister in dieser Krisensituation den besten Auftritt hinlegen.


Und zwar mit entsetzlich großem Abstand.
The shit that used to work, won`t work now.

factotum
Benutzeravatar
Granadaseggl
jagdhütte hat ausserdem geschrieben:

Wurde den Grünen ja immer attestiert, dass sie nur wohlstandsverwöhnte Symbolpolitik können, machen sie nun beide echte Realpolitik.
Die SPD ist eben immer noch Schröder verseucht und die FDP in den 90ern hängen geblieben. Die CDU hält aktuell auf Grund der 16 Jahre versäumter Weichenstellung weg von Putin ihre Klappe und die AfD macht ja ohnehin einen auf Schoßhund des Kremlins.
Ach wie dankbar kann man da im Moment sein, dass im Wirtschafstministerium ein Kanzler(tauglicher) Mensch sitzt, der Klartext spricht und bereit ist zu handeln und im Außenministerium eine vielfach kritisierte und diskreditierte Frau, die ihre Arbeit macht anstatt Promis zu daten und Hände zu schütteln.


sign.
The shit that used to work, won`t work now.


Tifferette
Benutzeravatar
Grasdaggl
factotum hat geschrieben:
jagdhütte hat geschrieben:

Schon spannend, dass grade die beiden Grünen Minister in dieser Krisensituation den besten Auftritt hinlegen.


Und zwar mit entsetzlich großem Abstand.


Ich sehe mich bzw. meine Wahlentscheidung ja sehr gerne bestätigt. Aber es hätte jetzt ECHT NICHT auf diese Weise sein müssen. :?
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)


factotum
Benutzeravatar
Granadaseggl
higgi hat geschrieben:

Herr Steinmeier sollte ob seiner völlig verfehlten Politik eher zurücktreten als Dienstreisen nach Kiew zu machen.


Dazu müsste er einen nennenswerten Rest an Charakter haben. Wird also nicht passieren.
The shit that used to work, won`t work now.

factotum
Benutzeravatar
Granadaseggl
Tifferette hat geschrieben:

Ich sehe mich bzw. meine Wahlentscheidung ja sehr gerne bestätigt. Aber es hätte jetzt ECHT NICHT auf diese Weise sein müssen. :?


same here.
The shit that used to work, won`t work now.

factotum
Benutzeravatar
Granadaseggl
jagdhütte hat insbesondere geschrieben:

und im Außenministerium eine vielfach kritisierte und diskreditierte Frau, die ihre Arbeit macht anstatt Promis zu daten und Hände zu schütteln.


Ja. Ich setze echt viel Hoffnung in sie, insbesondere auch im Hinblick auf den Nebenkriegsschauplatz Mali.
Die sog. Bundeswehr muss da dringend raus, sonst gibt das die nächste Katastrophe.
Hoffentlich kann sie das unseren gesammelten Symbol- und Signalpolitikern beibiegen.
The shit that used to work, won`t work now.

higgi
Benutzeravatar
Grasdaggl
Dass Deutschland, nach den beiden Weltkriegen, nun auch im dritten eine Schlüsselrolle einnimmt, ist wirklich bedauerlich, aber irgendwie nicht überraschend.
von daher

higgi
Benutzeravatar
Grasdaggl
factotum hat geschrieben:
publicenemy hat geschrieben:

Die Regierung der Ukraine macht es mit der Ausladung von Bundespräsident Steinmeier der deutschen Politik auch nicht leichter, geschlossen aufzutreten in der Frage der Lieferung von schwereren Waffen.


Die Regierung der Ukraine hat derzeit kein Interesse daran, einem Sülzkopf, der jahrzehntelang explizit gegen berechtigte ukrainische Interessen gearbeitet hat, die Gelegenheit zu einem schönen Fototermin zum Zwecke der persönlichen Reinwaschung zu geben. Dafür habe ich jedes Verständnis.
Im übrigen interpretiere ich die Ausladung vom Sülzkopf dahingehend, dass die Ukraine die Hoffnung auf werthaltige Unterstützung durch uns aufgegeben hat. Und auf Signale der Solidarität ( so oder so ähnlich hat sich Mützelwicht, die alte Friedenstaube, zitieren lassen) könnte ich als ukrainischer Staatschef gerade auch verzichten.

Ich wiederhol mich da gern: Gratis - Pipipazifismus bemäntelt das eigentliche und einzige Interesse, und das ist der bestmöglich gefüllte Geldbeutel. Machen wir seit Jahrzehnten so.

Korrekt
Ich kann absolut nachvollziehen warum Herr Steinmeier ausgeladen wurde. Und ob der gute Mann sich jetzt diplomatisch affroniert fühlt? Scheiß drauf
von daher

jagdhuette
Benutzeravatar
Halbdaggl
Dass ist eben auch bezeichnend für den Zustand der SPD, dass zwei ehemalige Schröderianer unseren Staat lenken und es eben keinen Neuanfang gab. Dass sie damit genau auf der gleichen ausgekratzten Rille der politischen Attraktivität laufen wie die CDU muss ich vermutlich nicht dazu sagen.
Unser Land hätte auf jeden Fall mehr verdient. Unsere Außenpolitik hat zumindest keinen dieser beiden ewig gestrigen Vereine an der Spitze.
Die Ukraine hat auf Grund ihrer exponierten, bedrohten Lage die Möglichkeit unabhängig von diplomatischen Feinheiten mal Klartext zu sprechen. Das ist längst überfällig und vollkommen in Ordnung.
Wenn die FAZ dann schreibt, dass die Ukraine nicht vergessen sollte, dass wir der größte Geldgeber der Ukraine sind, dann sollte der Schreiberling auch nicht vergessen, dass das Peanuts sind im Vgl. zu den Beträgen, die wir jahrelang in Putins Schatulle gesteckt haben.


higgi
Benutzeravatar
Grasdaggl
Und wie man als Bundeskanzler dieses Landes so völlig unter dem Radar fliegen kann, ist mir schleierhaft. Ich dachte immer Merkel wäre unsichtbar, aber ich hatte ja kein Ahnung
Schade dass das mit Habeck nicht funktioniert hat, da kann man sich im nachhinein jetzt echt in den Arsch beißen
von daher

Tifferette
Benutzeravatar
Grasdaggl
Dr. Eisenfaust muss jetzt so ein wenig den Job des Oberdiplomaten mit ausfüllen.

Wladimir Klitschko hat geschrieben:„Es ist richtig, dass der Bundespräsident in der Vergangenheit viele Fehler in der Russland-Politik gemacht hat, die der Ukraine massiv geschadet haben. Dafür hat sich der Bundespräsident entschuldigt und seine Fehler eingestanden.
Ich halte es für dringend erforderlich, dass wir als Ukraine weiterhin Brücken nach Deutschland bauen. Bei meinem Besuch in Berlin, bei dem ich mit allen wichtigen deutschen Politikern sprechen konnte, hat sich gezeigt, dass persönliche Treffen immer einen Nutzen haben.
Deutschland ist Partner Nummer eins bei der finanziellen Hilfe für die Ukraine, leistet humanitäre Unterstützung, hilft massiv Flüchtlingen und schickt immer mehr Waffen, auch wenn wir davon mehr brauchen.
Gerade jetzt ist es enorm wichtig, dass die Ukraine gemeinsam mit Deutschland und der gesamten Europäischen Union eine klare gemeinsame Front gegen die russische Invasion zeigt. Ich hoffe, dass der Besuch des Bundespräsidenten in Kyiv nur aufgeschoben ist und dieser in den kommenden Wochen nachgeholt werden kann.“


[von LinkedIn]
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)


RedBlues
Halbdaggl
Was ich an der aktuellen Diskussion um Deutschland finanziert Putins Krieg etwas unfair finde ist, dass wir zwar mit Abstand der größte Abnehmer von russischem Gas in der EU sind, aber trotz allem noch genau die gleiche Menge von anderen EU Ländern abgenommen wurde.

Man tut gerade gerne so, dass es nur Deutschland ist. Und nur Deutschland eine verfehlte Energiepolitik hat.

Was im übrigen auch etwas die Herausforderung zeigt, man benötigt in der EU so ca 160 Milliarden Kubikmeter Gas aus anderen Quellen. Zum Vergleich, Bahrein, einer der größten Produzenten von LNG produziert im Jahr 100 Milliarden.

Mustermann
Benutzeravatar
Halbdaggl
Das hier - ich hab' die für mich wichtigsten Stellen zitiert - kann ich nur unterstreichen :nod: :
RedBlues hat geschrieben:... Deshalb bin ich auch gegen den Boykott von russischen Gas zu Lasten von Deutschland und anderen europäischer Länder. Das wird Putin nicht aufhalten, nicht einmal groß schwächen. Alles was er zum Krieg führen benötigt hat er, Öl, Rohstoffe, Nahrungsmittel.
...
Wenn man jetzt von sich aus das Gas abdreht, die Wirtschaft in noch weitere, noch erheblichere Schwierigkeiten bringt, die zu einem noch stärkeren Verlust von Wohlstand und Arbeitsplätzen führt, dann würde man ihm ungewollt in die Hände spielen.
...
Ganz ehrlich, dann steht halt in dem Geschichtsbüchern, dass Deutschland nicht bereit war einen erheblichen Teil seiner Wirtschaft für die Ukraine zu opfern. Für eine Vermutung, für ein Hirngespinst, weil gerade offensichtlich der Mainstream davon überzeugt ist, dass Putin seine Kohle, sein Öl und sein Gas nicht auch an andere verkaufen könnte. China, Indien, Indonesien, und viele andere Länder beteiligen sich doch gar nicht an den Sanktionen und sind auf billige Rohstoffe angewiesen.

Ägypten, um ein Beispiel zu nennen, ist auf Getreide aus Russland angewiesen, Russland ist einer der größten Produzenten von Getreide. Und die werden an die verkaufen die sie nicht sanktionieren.
...
Ich bin halt leider davon überzeugt, dass die Ukraine mehr davon hat, wenn Deutschland in der Lage ist mit seiner Wirtschaftskraft zu helfen, mit seiner Rüstungsindustrie. Und die Ukraine nicht davon profitieren wird, wenn in Deutschland Energie rationiert werden muss, Arbeitsplätze verloren gehen, soziale Unruhen aufkommen und die Chemie Industrie nicht mehr in der Lage ist die Landwirtschaft mit Grundstoffdünger in ausreichendem Maße zu versorgen.
...
Dass man sich so schnell wie möglich von Russland als Handelspartner verabschiedet ist auch in meinem Interesse, aber eben so schnell wie möglich, und nicht weil gerade die Empörung am Anschlag ist und Deutschland der gern genommene Buhmann.
...
Bzgl Waffenlieferungen, nun, es gibt vermutlich nur wenige Länder die zu Militär und Kriegen eine ähnliche Geschichte haben. Dass wir uns da jetzt gerade anstellen wie wir uns anstellen, liegt an 70 Jahren nach 45.

Die Zeitenwende ist gerade mal ein paar Wochen alt, so schnell wird aus Deutschland kein militärisch und militärstrategisch denkendes Land.
...
Was ich an der aktuellen Diskussion um Deutschland finanziert Putins Krieg etwas unfair finde ist, dass wir zwar mit Abstand der größte Abnehmer von russischem Gas in der EU sind, aber trotz allem noch genau die gleiche Menge von anderen EU Ländern abgenommen wurde.

Man tut gerade gerne so, dass es nur Deutschland ist. Und nur Deutschland eine verfehlte Energiepolitik hat.

Was im übrigen auch etwas die Herausforderung zeigt, man benötigt in der EU so ca 160 Milliarden Kubikmeter Gas aus anderen Quellen. Zum Vergleich, Bahrein, einer der größten Produzenten von LNG produziert im Jahr 100 Milliarden.
„I guess that concludes negotiations.“

higgi
Benutzeravatar
Grasdaggl
RedBlues hat geschrieben:Was ich an der aktuellen Diskussion um Deutschland finanziert Putins Krieg etwas unfair finde ist, dass wir zwar mit Abstand der größte Abnehmer von russischem Gas in der EU sind, aber trotz allem noch genau die gleiche Menge von anderen EU Ländern abgenommen wurde.

Man tut gerade gerne so, dass es nur Deutschland ist. Und nur Deutschland eine verfehlte Energiepolitik hat.

Was im übrigen auch etwas die Herausforderung zeigt, man benötigt in der EU so ca 160 Milliarden Kubikmeter Gas aus anderen Quellen. Zum Vergleich, Bahrein, einer der größten Produzenten von LNG produziert im Jahr 100 Milliarden.

Es gibt einen Grund warum diese Pipeline nach Deutschland und nicht nach Polen oder Dänemark gebaut wurde. Think about it
Das eigentliche Problem sind nicht die abgenommenen Gasmengen sondern das jahrzehntelange auf den Leim dieses Terroristen zu gehen.
Man wollte immer schlauer sein, die dummen Ostblock Länder, die nie müde wurden vor Putin zu warnen, hatten ja keine Ahnung
von daher