Gut, was habe ich heute also Neues gelernt?

Erstens: Sobald man nur fest genug an etwas glaubt, ist das Geglaubte quasi"wissenschaftlich zweifelsfrei belegt".
Und zweitens: Diese Aussage ist "vielleicht etwas überspitzt formuliert".
Wenn ich nun weiter in diesem Tempo dazulerne, dann habe ich bereits nächste Woche sieben oder acht neue Weltbilder, die ich dann nur noch unter den selben Hut bringen muss, aus dem ich sie Kraft meines Glaubens gezaubert haben werde. Überspitzt formuliert.
Ansonsten neigt "gefühlte Geschichte" aber halt dazu, die real existierende Gegenwart - etwas überspitzt formuliert - ein klein wenig auszublenden, was Probleme in Bezug auf eine mögliche Deckungsgleichheit verursachen mag. Zwar hatte der Stern des Südens (dessen Existenz übrigens wissenschaftlich zweifelsfrei belegt sein soll) vor einigen Jahrtausenden noch ein paar Pokale weniger in der Vitrine, als heute, aber auch sonst hat sich die Welt in der Zwischenzeit ein bisschen weiter gedreht.
Ich habe schon genug Probleme mit Spinnern, die Deutschland in den Grenzen von anno leckmich fordern.
Aber heute(!) die Welt in den Grenzen des Alten Testaments zu fordern... das sprengt nicht nur (überspitzt formuliert) meine Vorstellungskraft, sondern es negiert halt auch ganz real existierende Menschen, die heute und seit Generationen, da leben (oder sterben), wo sie leben (und/oder sterben).
Klar ist die Geschichte der Menschheit gepflastert mit großem Unrecht (etwa das Finale des UEFA-Pokals 1989!), aber wenn Menschen nur noch vergangenes Unrecht gegeneinander in Blut aufrechnen würden, dann müsste man den Planeten erst gar nicht mehr dichtmachen, weil es sich dann im Großen und Ganzen sowieso alles erledigt hätte. Überspitzt formuliert.