de mappes hat geschrieben:bist du nicht?
dann hab ich mich geirrt...hätte dich in der schwarz-gelben-ecke verortet...wenns nicht stimmt, dann sorry für die schublade

wo siehst du mich denn?
Da muss man doch nicht spekulieren...
viewtopic.php?f=5&t=561&p=157395#p157395Mir ist das aber auch egal, wer welche Partei wählt. Ich muss die Meinung nicht teilen. Ist sogar meine Pflicht, eine eigene zu entwickeln. Und das nehme ich sehr ernst: Wie eigen ist denn meine Meinung, wenn ich jedes Jahr das selbe Parteiprogramm nachplappere und reflexartig die Standardphrasen wiedergebe? Da gibt es mannigfaltige Beispiele auf allen Parteitagen. Nein Danke!
Ferner: Mir ist Eindimensionalität völlig unklar. Links-Rechts, was für eine dämliche Einteilung aufgrund einer Sitzverteilung in Frankfurt anno Tobak! Gut, ist vielleicht nur Vokabular... Es gibt ganz andere Perspektiven, die man nutzen sollte, um Parteien zu beurteilen. (Da ist die Schwampel wirklich eine Chance, mal diese verkrustete Perspektive aufzubrechen.)
Weniger unklar hingegen, ist unsägliches Lagerdenken. Warum eigentlich? Und warum mit dieser Vehemenz? In allen Parteien sitzen Menschen, die sich im Grunde erstmal für eine Sache engagieren. Alles erstmal Gutmenschen und Idealisten! Keiner ist das personifizierte Böse! Keiner wird sich für den Untergang des Landes einsetzen, sondern ihn mit seinen Mitteln und Überzeugungen verteidigen. Aber auch die besitzen ein Arschlochquote und die ist nicht höher oder niedriger als bei Briefträgern, Kaffeetrinkern oder Fußballfans.
Die Wahlkampfrethorik ist leider so ein Drama, die dieser Denke folgt, und bei der ich jedenfalls gerne vorspulen würde. Martialisch, populistisch, unlogisch, kontextbefreit. Ich finde es ätzend! Aber um was geht es? Aufmerksamkeit... Mediale Feuerwerke, weil die Aufmerksamkeitsspanne eines Durchschnittswählers eben ausreichen muss, um ihn zu erreichen.
Churchill: "Um ein Argument gegen die Demokratie zu finden, muss man nur mal fünf Minuten mit einem durschschnittlichen Wähler reden." Ich teile das nicht. Ich bin großer Fan der parlamentarischen Demokratie. Ich bin leider nicht immer ein großer Fan des Wahlvolkes. Schwarmintelligenz überzeugt mich nicht wirklich. (Und gleichwohl erstaunt mich eine Entscheidung des Volkes immer wieder auf positive Weise.)
Ich werde immer etwas nostaglisch wenn ich die alten Elefantenrunden mit Schmidt, Genscher, Kohl und Strauß sehe. Alle qualmen im TV.

ABER das war doch mal sortierte Rethorik! Keine Satzbrüche, keine Ähs. Da war der Gedanke im Kopf fertig, bevor der Mund aufgeht. Und die Ohren der anderen waren offen, bis der Satz zu Ende war. Heute ist das verbales Blitzschach, weil jeder brav seine Worthülsen gelernt hat. Somit ist auch das Fernsehduell eine wiederkehrende Showeinlage mit jonglierten Vorwürfen. Ganz prima...
Wir haben es einfach verlernt, zu debattieren! Und das bekommen wir fast jeden Abend in einer dieser politischen Talkshow präsentiert.
Und da entlehne ich ein Brandt-Zitat: Mehr Demokratie wagen! Sucht den Diskurs und führt Ihn auf Augenhöhe und mit Respekt, klischeebefreit, ergebnisoffen und nüchtern. Das überzeugt Wähler viel eher als eine Sockenkampagne oder das Schreckgespenst des Kapitalismus.
Ich bin mir sicher: Hätten wir eine unaufgeregtere Debattenkultur, dann wären Erscheinungen wie die AfD chancenlos. Und würden diese Parteien erkennen, dass Politiker sein, neben allen Winkelzügen und Opportunitäten eben eines brauchen - ein gutes Gespür für Menschen und die Menschlichkeit - dann würden wir auch die Debatte derer bereichern, die den Lautsprecher so richtig aufdrehen.
So, und jetzt mal kurz den Schenk wieder zum Ausgangspunkt: Ich tue mich mit so einfachen Thesen einfach schwer: "Die da oben machen nur, was sie wollen. Und wenn sie das tun, was wir wollen, dann sinds Wendehälse."
Ich war Vorstand in einem Studentenclub und meinem Tennisclub. Man ist die ärmste Sau, wenn man Verantwortung übernimmt, weil eine Menge Schlaumeier auf der HV zu jedem Furz alles besser wissen. Das kostet soviel Energie, immer wieder alle mitnehmen zu wollen... Und wer solche Erfahrungen gemacht hat, kann vielleicht verstehen, wie es Politikern geht. Aber warum soll jetzt ein Parteibuch darüber entscheiden, wie emotional ich mit einem Gegenüber rede? Das brauchts nicht, und ich gebe mir alle Mühe, meine Diskussionsführung sachlich zu halten. So entspannt wie ein Scotch on the Rocks...
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.