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RedBlues
Halbdaggl
Stimmt. Wobei ich glaube dass das immer so war, dass die Politik und mehr gebildeten mehr einflussreichen Teile der Gesellschaft die richtung im Land vorgegeben haben.

Was sich denke ich verändert hat ist der gesellschaftliche Konsens, der gesellschaftliche zusammenhalt, die gemeinsamen Werte. Die sind uns ein grosses Stück abhanden gekommen.

Die Schere hat sich weit geöffnet. Für Menschen die in ihrem kleinen regionalen Kosmos leben, die wenig Kontakt oder keinen Kontakt ins Ausland haben, oder auch nur in andere Regionen Deutschlands, hat sich das Land ganz anders verändert als zum Beispiel für mich, der in einem. Internationalen Unternehmen arbeitet, der im Ausland studiert hat, der freunde auf mehreren Kontinenten hat.

Ohne abwertend sein zu wollen.

Globalisierung und digitalisierung verändern das Leben von jedem Menschen sehr rasant, was in der Zukunft liegt ist sehr diffus, das kreiert Ängste. Auch bei mir. Ich möchte mir eigentlich unsere Welt in 10 oder 20 Jahren auch nicht vorstellen, obwohl ich bis jetzt von digitalisierung profitiert habe.

Airwin
ich sehe das eher optimistisch und glaube dass es sein wird wie bisher immer - es wird trotz digitalisierung genügend arbeit geben, aber eben auch den üblichen strukturwandel. Mit dem unterschied dass das fachwissen halt schneller veraltet und der strukturwandel dadurch in immer schnelleren abständen notwendig wird. Ok anderes thema.

Hast du den tagesspiegelartikel gelesen? Unabhängig vom gedöns, dass das antisemitisch sein soll wenn es der gauland schreibt aber völlig unproblematisch bei dem von dem er abschrieb, ich glaube den teil kann man getrost vergessen.

Die chupze mit der der autor es für selbstverständlich hält, dass "unsere klasse" die standards setzt und "kulturell und politisch den takt vorgibt" ist schon bemerkenswert. Dass es da zu einem aufstand der landeier (und der spd-wähler) kommt ist in einer demokratie nicht erstaunlich in der viele sich so sehen:
Denn insgeheim weiß sie längst, was die eigentliche Quelle ihrer Macht ist: Sie kontrolliert den Diskurs, sie kontrolliert die Moral… . Und das merken die anderen, die kulturell Abgehängten. Sie merken, dass uns ihre Welt zu klein geworden ist, dass wir uns moralisch überlegen fühlen und nach Größerem streben. Vor allem merken sie, dass wir dabei erfolgreich sind, dass wir auf diesem Weg die Standards definieren, die nach und nach auch an sie selbst angelegt werden.

Wenn man sich weltweit umschaut, sieht es aber so aus als ob die kontrolle entgleitet und die standards bald von anderen gesetzt werden. Das ist durchaus beängstigend, aber letztlich das resultat der abgrundtiefen dummheit und des größenwahns der viele in dieser "klasse" ergriffen hat.

RedBlues
Halbdaggl
Ich glaube eher, dass sich die entgleitende Kontrolle durch unser Wirtschaftssystem ergibt. Getrieben von Quartalsberichten, Rendite und Wachstumszielen, konzentrieren sich Unternehmen auf sehr kurzfristige Ziele.

Da wird dann beschlossen, dass Batterien für elektroautos besser in China zugekauft werden, weil billiger als selbst herzustellen.
Nur als Beispiel.

Im privaten kaufen immer mehr Menschen online und bei Amazon, obwohl sie wissen oder erahnen, dass der onlinehandel die Innenstadt der Zukunft völlig verändern wird. Aber es ist meist günstiger und bequemer.

Wir essen prozessiertes Essen, weil es Schneller und bequemer ist, auch wenn wir wissen dass es ungesunder als selbst zubereitet ist.

Wir geben unsere Daten freiwillig und ohne Not an Facebook, Xing, payback und andere, weil wir deshakb irgendwann etwas Geld sparen können, ohne zu wissen was mit diesen Daten in Zukunft oder schon heute passiert.

Die Wirtschaft und Menschen die dort arbeiten machen nichts anderes als die Möglichkeiten auszunutzen, gezwungen von Entwicklungen die sie nicht verursacht haben, die aber zu ihrem neuen vorgegebenen Benchmark geworden sind.

Die Presse, getrieben von den Veränderungen der Digitalisierung verändert die Art zu berichten, weil im neuen Zeitalter Klickraten der neue Grahl sind, Auflage einer Zeitung nicht mehr interessiert. Die einzige Chance zu überleben ist aber, daß Spiel mitzuspielen, eine Alternative? Nun ja, müsste der Leser sein Verhalten überdenken.

Ich bezweifle, dass es viele Menschen sind die wirklich Entscheidungen treffen, die meisten sind getrieben von Entwicklungen die sehr wenige verursacht haben.

Die allermeisten dieser elite schwimmen nur mit, weil sie mitschwimmen müssen, vielleicht reflektieren viele nicht genügend, aber in diesem System hat man 2 Möglichkeiten, man macht es selbst, oder ein anderer macht es.

Die die kulturell den Takt vorgeben,... Tun sie das wirklich?

thoreau
Granadaseggl
Unter Westfalen hat geschrieben:Aber abgesehen davon, bin ich durchaus zuversichtlich.
Sie kommt wieder hoch.
Das ist wie bei Alkoholikern.
Manche müssen ganz unten sein, um die Kehrtwende zu schaffen.

Politik ist wie ein Pendel.


Das wird man abwarten müssen, ist ziemlich spannend. Unsere Parteienlandschaft ist noch zu jung um das wirklich zu sagen...

Paleto Gaffeur
Halbdaggl
würde ich grösstenteils zustimmen:
Das "System" wird nicht von einer Klasse "gemacht", aber manche kommen damit halt besser zurecht und profitieren...andere nicht und dann kommt halt schnell der Ruf nach VT, nach starken simplen Lösungen und Führern...in dieser Phase sind wir wohl momentan angekommen. Aber auch das fasert wieder aus, es dauert halt, bis eine Mehrheit sich mit der digitalen globalen Revolution zurechtfindet.

DAS ist ein Punkt, den grade die Volksparteien, SPD zuvorderst, überhaupt nicht begreift: Diese Revolution kann man nicht zurückdrehen, Protektionismus hat nie funktioniert! Entweder sie begreifen das oder sie werden obsolet.


darkred
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Halbdaggl
RedBlues hat geschrieben:Ich glaube eher, dass sich die entgleitende Kontrolle durch unser Wirtschaftssystem ergibt. Getrieben von Quartalsberichten, Rendite und Wachstumszielen, konzentrieren sich Unternehmen auf sehr kurzfristige Ziele.

Da wird dann beschlossen, dass Batterien für elektroautos besser in China zugekauft werden, weil billiger als selbst herzustellen.
Nur als Beispiel.

Im privaten kaufen immer mehr Menschen online und bei Amazon, obwohl sie wissen oder erahnen, dass der onlinehandel die Innenstadt der Zukunft völlig verändern wird. Aber es ist meist günstiger und bequemer.

Wir essen prozessiertes Essen, weil es Schneller und bequemer ist, auch wenn wir wissen dass es ungesunder als selbst zubereitet ist.

Wir geben unsere Daten freiwillig und ohne Not an Facebook, Xing, payback und andere, weil wir deshakb irgendwann etwas Geld sparen können, ohne zu wissen was mit diesen Daten in Zukunft oder schon heute passiert.

Die Wirtschaft und Menschen die dort arbeiten machen nichts anderes als die Möglichkeiten auszunutzen, gezwungen von Entwicklungen die sie nicht verursacht haben, die aber zu ihrem neuen vorgegebenen Benchmark geworden sind.

Die Presse, getrieben von den Veränderungen der Digitalisierung verändert die Art zu berichten, weil im neuen Zeitalter Klickraten der neue Grahl sind, Auflage einer Zeitung nicht mehr interessiert. Die einzige Chance zu überleben ist aber, daß Spiel mitzuspielen, eine Alternative? Nun ja, müsste der Leser sein Verhalten überdenken.

Ich bezweifle, dass es viele Menschen sind die wirklich Entscheidungen treffen, die meisten sind getrieben von Entwicklungen die sehr wenige verursacht haben.

Die allermeisten dieser elite schwimmen nur mit, weil sie mitschwimmen müssen, vielleicht reflektieren viele nicht genügend, aber in diesem System hat man 2 Möglichkeiten, man macht es selbst, oder ein anderer macht es.

Die die kulturell den Takt vorgeben,... Tun sie das wirklich?


Top Beitrag! :prost:

Ich bin ja der Meinung, dass die AfD aus dem politischen Gegensatz zwischen den globalisierten Eliten und den örtlich mehrheitlich gebundenen "Traditionalisten" mehr konstruieren will, als da tatsächlich ist. Aber wen wundert's, das ist schließlich deren traurige Kernkompetenz.

Gibt es denn tatsächlich sowas wie eine neue, globale Wirtschaftselite, verbunden mit einem weltweiten Arbeitsmarkt für Innovatoren und Topmanager? Diese These wird ja medial gerne unter Anführung von Einzelbeispielen geführt. Michael Hartmann, bis 2014 Professor für Soziologie an der Technischen Universität Darmstadt hat sich im Zuge seiner Elitenforschung die 1000 größten Unternehmen weltweit angeschaut (weil dort die Internationalität des Topmanagements am größten ist) und kommt zu dem Schluss, dass es diesen "Weltmarkt der Spitzenmanager" nicht gibt. 9 von 10 CEO leiten ein Unternehmen in ihrem Heimatland. Sieben haben sogar ihr gesamtes Leben in ihrer Heimat verbracht, waren nicht einmal für wenige Monate im Ausland.

Ich denke, RedBlues liegt mit seiner Meinung, dass die allermeisten dieser global operierenden Innovatoren, Meinungsbildnern (neudt. Influencern) und Topmanager nur deshalb mit schwimmen weil sie es müssen, richtig. Weil in diesem wachstumgetriebenen System man es entweder selbst macht und davon verschiedentlich partizipiert, oder es eben ein anderer macht ... und man selbst in die Röhre schaut. Das hierüber gerne moralische und ökölogische Vernunftsprinzipien außer Kraft gesetzt werden, ist die hässliche, aber auch irgendwo nicht vermeidbare Kehrseite des Systems. Man bewegt sich da als Rad in einen vermeintlich viel größeren "Flow", den man -so die eigene Gewissensbesänftigung- ja so oder so nicht aufhalten kann.

Die daraus resultierenden Zukunftsängste sind die Nahrung für Rechtspopulisten weltweit. Denn nicht nur die AfD überzeichnet da den Gegensatz der "abgehobenen Parallelgesellschaft" zur "bürgerlichen Mittelschicht und den normalen Leuten", das ist doch Inhalt aller dieser Bauernfängervereinigungen weltweit, die auf komplexe Fragestellungen unserer Zeit simple Antworten parat zu haben scheinen. Ist doch aber nix Neues. Die mit der "Gegen das Establishment" anpolemisierenden Gruppierungen gab es in jeder Phase der Industrialisierung, nur ist sie heuer besonders stark ausgeprägt, da der -wie richtig angemerkt- Strukturwandel in unserer globalisierten, vernetzten Informations- und Kommunikationsgesellschaft zunehmend schneller vonstatten geht. Und das Misstrauen von potentiellen "Modernisierungsverlierern" linear dazu ansteigt.

Airwin
hmmm. @darkred & @RedBlues

verzeihung wenn ich jetzt auf dem artikel rumreite. Aber da geht es nicht um globale wirtschaftseliten sondern um jockel wie dich und mich. Um informationsarbeiter , leute mit akademischem background aber nicht notwendiger weise mit geld (bei den medien und NGOs verdient man in der regel auch eher nicht so dolle, wäre meine vermutung...):

Die Machtverschiebung ging im Stillen vor sich. Irgendwann begann sich der progressivere Teil des Bürgertums sozial enger mit seinesgleichen über Ländergrenzen hinweg zu vernetzen und kulturell zu orientieren. Die globale Klasse entstand und hat den kulturellen Wandel der Globalisierung beschleunigt. Globale Standards nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in Politik, Kultur und Moral. Die progressiven, zunehmend global Orientierten haben die anderen einfach abgehängt. Aber weil sie anders herrscht und weil sie sich dabei mit der Gesellschaft selbst verwechselt, merkt sie es nicht mal. Sie hat keine Gewalt auf ihrer Seite, und die meisten haben noch nicht einmal wahnsinnig viel Geld. Im Gegenteil.


Die globale Klasse hat zwar sehr reiche Individuen hervorgebracht, vor allem im Silicon Valley, aber interessanter Weise nutzen sie diesen Reichtum vor allem wieder, um es in diskursives Kapital zurückzuverwandeln; in andere StartUps oder in ambitionierte Weltrettungsprogramme. Denn insgeheim weiß sie längst, was die eigentliche Quelle ihrer Macht ist: Sie kontrolliert den Diskurs, sie kontrolliert die Moral. (...)

RedBlues
Halbdaggl
Arwin

Aber genau das glaube ich ja nicht. Sie kontrollieren den Diskurs nicht, ja ein Musk feuert mit seinen Projekten diesen an, aber kontrollieren?

Nö, der Twittert wie ein verrückter, der Trump des Silicon Valley. Darüber redet man, auch über tesla und Hyperlool, aber er kontrolliert nicht, sieht man ja wie er immer die Krise bekommt, wenn jemand nicht schreibt was ihm passt.

Und wer dann? Zuckerberg ist doch nicht aktiv im öffentlichen Diskurs, Apple Chef Cook? Auch nicht. Die Gates? Kann man nicht sagen, find ich.

Die andere kleine Masse an Informationsarbeitern? Die schreiben was klickst bringt. Je verrückter etwas ist, desto mehr fasziniert es. Aber da steuert doch niemand was.

Und moral? Macht sich jede Gesellschaft selbst, in den USA gibt es mindestens 2. Und eine passt nicht in dieses Bild. Und in Europa? So manipuliert sind wir dann auch wieder nicht.

Wenn überhaupt etwas in den letzten Jahren so richtig gesteuert war, dann die Diesel Affäre von der DUH, das war und ist gesteuert.

darkred
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Halbdaggl
Mir ist die Begrifflichkeit "globale Klasse" (gerade die, die airwin hier zu beleuchten sucht) zu unscharf.
Wer soll da dahinter stecken, in welchen Ebenen und wie vernetzt? Und als Hauptfrage: mit in welcher Form gemeinschaftlich verabredeter Zielsetzung ? Wie darf man sich das vorstellen? Hier werden mit "Kulturwandel" und "herrschen" große Begriffe bemüht, dabei sollte man doch erstmal dargestellt bekommen, in welcher Form und mit welcher bewussten Intention hier der Diskurs, gar die Moral bestimmt werden soll... läuft es da nicht wieder auf Einzelbeispiele hinaus, von denen auf ein großes Ganzes abstrahiert wird?
Wo findet man da die bewusste, organisierte Konspiration?

RedBlues
Halbdaggl
Ich fühle mich da übrigens richtig beleidigt wenn man davon ausgehen soll, dass es da Menschen gibt die nicht nur den Einfluss sondern auch die Intelligenz haben, die Welt so zu Formen wie sie sich das wünschen. Und das alles ohne dass man das so wirklich mitbekommt.

Die Welt ist meiner Meinung mehr wie eine Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Alle wollen so schnell wie möglich fahren, manche haben langsame Autos andere sehr schnelle.

Und trotzdem stehen alle auf einmal im Stau den keiner verursacht hat und für den es auch keinen Grund gibt

Airwin
menoooo hab gerade wenig zeit, jetzt wenns interessant wird . Nein natürlich NICHT gesteuert , organisiert oder sonstwas. Hat auch nichts mit musk oder zuckerberg zu tun.
Der Seemann beschreibt es doch recht deutlich - es habe sich eine klasse (blöder begriff, aber er verwendet ihn halt) gebildet (NICHT sie wurde gebildet!) und diese leute seien alle ähnlich sozialisiert und haben daher dieselben weltweiten wertvorstellungen/standards:
dass wir auf diesem Weg die Standards definieren, die nach und nach auch an sie selbst angelegt werden. Ökologische, antirassistische, antisexistische Standards. Politisch korrekte Standards eben.... Globale Standards nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in Politik, Kultur und Moral.
.

Und diese menschen säßen eben an den stellen die den diskurs wesentlich beeinflußen:
Diese neue globalisierte Klasse sitzt in den Medien, in den StartUps und NGOs, in den Parteien, und weil sie die Informationen kontrolliert („liberal media“, „Lügenpresse“), gibt sie überall kulturell und politisch den Takt vor. Das heißt nicht, dass sie politisch homogen im eigentlichen Sinne ist – zumindest empfindet sie sich nicht so – sie ist zum Beispiel in Deutschland fast im gesamten Parteienspektrum zu finden, in der CDU, SPD, LINKE, GRÜNE, FDP. Diese Klasse entspringt dem Bürgertum, aber hat sich von ihm emanzipiert.
.

und jetzt mein senf. Wenn dem so ist, dann ist das natürlich auch kein ergebnis eines planes, sondern das ergebnis einer jahrzehntelangen entwicklung ("marsch durch die institutionen" you name it..) . Und mit der kontrolle ist es - insbesondere in zeiten sozialer medien - eben auch nicht mehr (so) weit her, im gegenteil man sieht ja in den USA, beim brexit, in österreich etcetc, dass die kontrolle entweder nie da war oder dass sie verloren wurde. Die "abgehängten" fabrizieren einen rollback, so sieht es jedenfalls momentan aus.


Unter Westfalen
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Grasdaggl
Wenn das jetzt alles so ist,
ist es doch gut.
Du überlässt uns einfach unserem Schicksal,
brauchst keine Links mehr zu posten
und hast viel Zeit solche Beiträge zu lesen.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

Airwin
Jo mei UWe, zunächst mal: Menschen die heute noch für sich den pluralis majestatis verwenden haben in der regel schwer einen an der klatsche, auch und insbesondere hier im forum. Davon abgesehen verstehe ich dein problem nicht - was missfällt dir wenn sich andere user gepflegt unterhalten? Wenn du intellektuell , altersbedingt oder aus sonstwelchen gründen nicht folgen kannst, du brauchst weder die links öffnen noch dich am diskurs beteiligen. Wirklich nicht.
Zuletzt geändert von Airwin am 12. Oktober 2018 19:54, insgesamt 1-mal geändert.



Airwin
Kohler (nicht der stopper!) von der FAZ in guter form über dem vom tagesspiegel aufgedeckten gauland-hitler skandal - auch nice weather wußte ja interessantes beizutragen :!: :

Hach, was war das wieder für eine aufregende Woche! Abermals ist es unserem Blatt gelungen, eine äußerst lehrreiche Debatte anzustoßen. Wir hatten am vergangenen Samstag in unserer offensichtlich vielbeachteten Rubrik „Fremde Federn“ einen Text eines uns ziemlich fremden Fremdautors, Alexander Gauland, abgedruckt, der darlegte, was der politische Populismus sei.


Auf diesem Gebiet ist der AfD-Vorsitzende schließlich Spezialist, wie auch in der Kunst der Selbstentlarvung. Der nun nicht gerade als Rechtsextremist bekannte Jakob Augstein nannte das Stück „einen klugen Text über die deutsche – und die westliche – Misere“. Aber da wusste er möglicherweise noch nicht, dass Gauland wie Hitler argumentiert hatte, wie noch klügere Historiker in großer Aufmachung im „Tagesspiegel“ behaupteten, nachdem der anonym bleiben wollende Twitter-Nutzer „@znuznu“ auf Ähnlichkeiten zur Rede des damaligen Reichskanzlers im November 1933 hingewiesen hatte.

Ein Gau beim Gauland-Geißeln?
Auch wenn Gauland abstritt, diese Rede aus der frühen Vogelschiss-Epoche gekannt zu haben, war danach natürlich das Braune am Dampfen – erst recht, als Leser des „Tagesspiegels“ ihre Zeitung darauf hinwiesen, dass Gaulands Text stellenweise wie ein Ei dem anderen einem Artikel glich, den ein Gastautor schon 2016 geschrieben hatte, ohne dass er damit vergleichbares Aufsehen erregt hätte 8) .

Dieses Stück war freilich nicht bei uns erschienen, sondern im „Tagesspiegel“. Das hatte das aufstrebende Berliner Blatt im Eifer des Entlarvungsgefechts zunächst vergessen. Ein Gau beim Gauland-Geißeln? I wo! Ein auch in dieser Bredouille bemühtes Axiom besagt ja, dass es noch lange nicht dasselbe ist, wenn zwei Fremdautoren das Gleiche schreiben :lol: .


In anderen Blättern, die nicht so auf Hitler fixiert waren, konnte man lesen, Gauland habe sich gedanklich bei linken Globalisierungskritikerinnen wie Naomi Klein, beim legendären Soziologen Ulrich Beck und sogar noch bei Donald Trump bedient. Sollten am Ende auch die bei Hitler abgekupfert haben? Uns erinnerte Gaulands Herumreiten auf dem Klassenbegriff in seinem populistischen Manifest auch noch an Marx und Engels. Hat Hitler seinerseits vielleicht von denen abgeschrieben?

Selbst der Hinweis, die von Gauland gebrauchten Argumentationsmuster könne man auch bei Stalin finden, hielt erregte Zeitgenossen jedenfalls nicht davon ab, Gauland „als eine Art ,Bonsai-Hitler‘ zu brandmarken“, obwohl der frühere SPD-Vorsitzende Gabriel ausdrücklich davor gewarnt hatte – das würde Hitler verniedlichen und Gauland überhöhen. Wie wahr!


Brandstifter im Biedermann-Sakko
Doch nehmen wir einmal ohne jede Verniedlichung und Überhöhung an, Gauland habe – was er ebenfalls bestreitet – nur vom „Tagesspiegel“ abgeschrieben, dem er bis 2012 als Kolumnist diente, und nicht direkt von Hitler. Dann stellt sich ja immer noch die Frage, ob man ihn überhaupt als „Fremde Feder“ in der F.A.Z. schreiben lassen darf, so wie es Politiker aller anderen in den Deutschen Bundestag gewählten Parteien schon durften.

Der ehemalige CDU-Generalsekretär Polenz meinte nein und kündigte daher am Montag um 23.31 Uhr öffentlich sein Abonnement, weil uns die Maßstäbe für eine wehrhafte Demokratie abhandengekommen seien. Gauland sei ein Feind derselben. Für den Fall der Machtübernahme habe er Säuberungen in den Medien angekündigt. Und so einen lässt die F.A.Z. schreiben!

Diese Begründung war natürlich einigermaßen deprimierend. Denn da sieht man einmal wieder: Man kann sich die Finger über den Brandstifter im Biedermann-Sakko wundkommentieren – das erschrockene Establishment aber hat nur Augen für den Gauland (beziehungsweise Hitler) im Original. Wir würden uns zur Verteidigung natürlich am liebsten auf Voltaire berufen. Sie wissen schon: „Ich verachte Ihre Meinung, aber ich gäbe mein Leben dafür, dass Sie sie sagen dürfen.“

Doch erstens wird uns auch das kaum den verlorenen Polenz als Abonnenten zurückbringen. Denn der füllt seine Abende jetzt offenbar lieber damit, der AfD Stoff für die Behauptung zu liefern, „das System Merkel“ versuche mit allen Mitteln, ihm unliebsame Meinungen zu unterdrücken. Und zweitens ist auch im Fall Voltaire umstritten, wer diesen vielzitierten Satz erstmals gesagt oder geschrieben hat. Mit einer gewissen Sicherheit wird man aber wohl behaupten können, dass das glühendste Bekenntnis zur Meinungsfreiheit jedenfalls nicht von Hitler stammt. :mrgreen:


http://www.faz.net/aktuell/politik/frak ... 35007.html



Unter Westfalen
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Grasdaggl
Hasenrupfer hat geschrieben:Zur Lehrer-Denunziation nur soviel: Bernd aka Björn Höcke war Geschichtslehrer; ich will gar nicht wissen was dieser Typ seinen Schülern alles erzählt hat...

:roll:


Das ist schon aufgearbeitet worden.
Ziemlich wirres Zeugs.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai


darkred
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Halbdaggl
Bundes-Jogi hat geschrieben:http://www.fr.de/politik/afd-piraten-legen-lehrer-meldeportal-der-afd-lahm-a-1600705?utm_medium=Social&utm_source=Facebook#Echobox=1539358535 :nod: :nod: :nod: :lol: :lol: :lol: :banane: :banane: :banane:


Die korrekte Antwort an diese Denunzierungsarschlöcher. :nod:



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