@Airwin
Europa ist seit Jahrtausenden ein einziges Gemisch an Leuten mit Migrationshintergrund. In jedem einzelnen Land. Das liegt zum einen an den sich durch Kriege, Heirat etc. gewandelten Grenzen, zum anderen an den immer wieder auftretenden "Völkerwanderungen" aufgrund von Hungersnöten, Seuchen, Glaubensverfolgungen, etc.
Ethnische Veränderungen in der Bevölkerung kommen also ständig in der Geschichte Europas vor.
Bislang konnte auch kein Staat (oder was auch immer für ein Gebilde) auf Dauer Einwanderung verhindern.
Dass die Menschen, die an einem Ort leben, nicht begeistert über den Zuzug Fremder sind, ist ebenfalls nicht neu, hat sich aber über die Zeit meist gelegt. Über mehrere Generationen hinweg wurden die meisten Fremden gut integriert.
Warum also ist das in unserer Zeit ein Problem?
Zum einen muss man immer die Frage stellen, wie viele "Neue" verträgt eine Gesellschaft, zum anderen natürlich auch, inwieweit die "Neuen" überhaupt ein Interesse an der Integration in die Gesellschaft haben. Daraus folgt eine wichtige Diskussion darüber, auf welchen GEMEINSAMEN Werten unsere "GEMEIN"schaft basiert und in Zukunft basieren soll. Da darf man gerne auch manches hinterfragen.
Die Integration ALLER Zuzügler ist vermutlich eine Illusion. Vor allem, wenn diese gar kein Interesse an den bisherigen Werten der Gemeinschaft haben. Und da darf die Gesellschaft auch Grenzen setzen.
Letztendlich geht es den meisten Einwanderern - wie eigentlich fast immer in der Geschichte - weniger um die Werte unserer Gesellschaft, sondern um Sicherheit und/oder Wohlstand. Sicherheit zu ermöglichen ist erst mal wesentlich einfacher als Wohlstand zu teilen.
Deswegen haben die meisten größeren Völkerwanderungen auch zu Krieg und Vertreibung geführt. Und natürlich ist diese Gefahr auch jetzt nicht zu leugnen.
Was also tun? Der Ansatz, über den bereits geredet wurde, nämlich endlich die Lebensbedingungen in den Herkunftsländern zu verbessern, ist der einzig richtige. Dazu gehört fairer Handel statt Hilfslieferungen. Aber auch die Erkenntnis, dass hinter der Ausbeutung eben auch massive wirtschaftliche Interessen der Erste Welt-Staaten stehen, die durch Waffenlieferungen und sonstige Unterstützung genehmer politischer Eliten gesichert werden. Letztendlich gibt es unseren Wohlstand momentan nur zum Preis von Armut und Krieg in vielen anderen Staaten. Und jetzt eben auch zu dem von Flüchtlingen.
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.
- Charles Maurice de Talleyrand -