Feine Situationskomik und humorvoller Blick auf Ramallah und Jerusalem.
Sehenswert!
Tel Aviv on Fire - eine Filmkomödie von Sameh Zoabi, der als als einer der wichtigsten palästinensischen Filmemacher der Gegenwart gilt.
Sameh Zoabi: „Wenn die Welt gegen einen ist, braucht man Humor“
Er bezeichnet es auch als "Ghetto Humor".
Die Hauptfigur von Tel Aviv on Fire, Salam Abbass (Kais Nashif), hat noch nie etwas recht hinbekommen, weder beruflich noch privat. Aktuell darf Salam als Produktionsassistent bei den Dreharbeiten der beliebten Fernsehserie Tel Aviv on Fire dabei sein, allerdings weniger seiner Fähigkeiten wegen als deswegen, weil er der Neffe des Ideengebers der Serie ist. Salam kann Hebräisch, und weil er einen Dialogsatz so verändert, dass er der Hauptdarstellerin Tala (Lubna Azabal), einer bekannten Schauspielerin aus Frankreich, besser gefällt, erhält er die Chance, am Drehbuch mitzuarbeiten und schließlich die Rolle des Autors zu übernehmen.
Um das Studio zu erreichen, muss er täglich den Check-Point zwischen seinem Wohnort Jerusalem und Ramallah passieren. Dort trifft er auf Assi, den israelischen Chef des Grenzübergangs, der nicht schlecht staunt, einem Macher der Lieblingsserie seiner Frau gegenüberzustehen. Sameh Zoabi entwickelt aus dieser Anlage eine herrliche Komödie, die genussvoll zwischen dem Schein der Serie und der Wirklichkeit pendelt.
Schon die Grundkonstellation von Tel Aviv on Fire ist genial, mit Leben gefüllt wird der Film aber von den kleinen Einfällen und einem humorvollen Blick auf den Nahostkonflikt. Der Film nimmt die Situation ernst, aber er spielt damit und findet dabei genau den richtigen Ton, um sein Publikum zum Lachen zu bringen, ohne sich über die eine oder andere Seite lächerlich zu machen. Letztendlich bedient sich der Regisseur derselben Mittel wie seine Figuren – oder natürlich andersherum: Er lässt seine Figuren so agieren, wie er es selbst tun würde: Die Liebe und die Sehnsucht nach Romantik und Harmonie über politische Befindlichkeiten zu stellen.
Salam ist schon sehr ungeschickt bzw. verpeilt. Auch bei seiner Flamme kommt es (er) nicht gut an, wenn er
ihr seine Gefühlslage so beschreibt, dass er sich mit ihr
"wie ein Fisch im Toten Meer" fühlt.
Im Toten Meer gibt es zwar keine Tiere und Pflanzen, aber salzliebende Bakterien und die gefährlichen Schlucklöcher, die einen buchstäblich verschlucken können.
https://www.trigon-film.org/de/movies/Tel_Aviv_on_Fire~
Noch Buchtipps:
Ein schönes Attentat: Roman von Assaf Gavron
Autor:
Assaf Gavron wuchs in Jerusalem auf, studierte in London und Vancouver und lebt heute in Tel Aviv.
Er hat mehrere Romane und Erzählungen veröffentlicht und übersetzte Bücher von J.D. Salinger und Jonathan Safran Foer ins Hebräische. Er ist Sänger und Songwriter der israelischen Kultband
"The Mouth and Foot" und hat das Computerspiel "Peacemaker" mitentwickelt, das den Nahostkonflikt simuliert.Fulminanter, witziger, poetisch sehr inkorrekter Roman über den Wahnsinn im Nahen Osten unserer Tage
Eitan Einoch, ein erfolgreicher Yuppie in einer Hightech-Firma in Tel Aviv, entgeht in kürzester Zeit drei Attentaten und wird zur nationalen Berühmtheit. Er hat überlebt, aber sein Leben ist zerstört: Er wird von den Medien vereinnahmt, verliert Job und Freundin. Als er nach den Hintergründen der Anschläge sucht, begegnet er einem Palästinenser und freundet sich mit ihm an – ohne zu wissen, dass dieser Mann der Drahtzieher der Attentate auf ihn war …
Alles andere als ein Kinderspiel von Yishai SaridAutor:
Yihai Sarid wurde in Tel Aviv geboren, wo er bis heute lebt. Nachdem er als Nachrichtenoffizier in der israelischen Armee tätig war, studierte er in Jerusalem und Harvard und arbeitete später als Staatsanwalt in Strafprozessen. Heute ist Yishai Sarid als Rechtsanwalt tätig, und er veröffentlicht Artikel in div. Zeitungen.
2010 erschien sein Roman "Limassol".Seit Naomi vor fünfundzwanzig Jahren den Kibbuz und ihren Mann verlassen hat, leitet sie mit viel Herzblut einen Kindergarten im Norden Tel Avivs. Als der Eigentümer des Grundstücks stirbt, wittert ein bekannter Architekt seine Chance, Naomi und den Kindergarten vom begehrten Anwesen zu vertreiben. Es ist der Auftakt eines turbulenten Jahres: Naomi leiht sich von zwielichtigen Gestalten Geld und fängt eine Affäre mit dem Vater eines der Kinder an. Und plötzlich taucht auch noch ihr Sohn auf, im Gepäck jede Menge Altlasten. Naomi weiß, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, ihr Leben wieder in Ordnung zu bringen. Die mitreißende Geschichte einer Frau, die entschlossen um ihre Existenz und für ihre Werte kämpft und nebenbei noch reihenweise Windeln wechselt.