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vivafernanda
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Granadaseggl
mit "Ihr Pärchen" hats scho mal ned gklappt. :D

He, Frank, ich hab mal ne andere Frage: Hast Du das mal gepostet, dass Massendaten in der Medizin gar nicht unbedingt hilfreich sind oder hab ich das woanders her? Muss immer dran rumdenken, seit Mad Jens das neue Datenerhebungsgesetz im Gesundheitssektor oder wie das heißen soll, plant.
Eine Hand, die schiebt, ist besser als 100 Hände, die ziehen.

Southern Comfort
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Grasdaggl
Frank N Furter hat geschrieben:Beim Thema Steuern, muss ich aber dann noch dazu sagen, dass ich unser gesamten Steuerrecht eh mittlerweile zum Kotzen finde. Man könnte diese ganzen "Wahlgeschenke", also Freibeträge für dies und Freibeträge für das, komplett abschaffen und den Steuersatz einnahmenneutral senken. Da hätte jeder was davon, außer natürlich die Steuerbetrüger, äh, Steuerberater.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.

Frank N Furter
vivafernanda hat geschrieben:mit "Ihr Pärchen" hats scho mal ned gklappt. :D

He, Frank, ich hab mal ne andere Frage: Hast Du das mal gepostet, dass Massendaten in der Medizin gar nicht unbedingt hilfreich sind oder hab ich das woanders her? Muss immer dran rumdenken, seit Mad Jens das neue Datenerhebungsgesetz im Gesundheitssektor oder wie das heißen soll, plant.


Nee, Lissy,
das kann ich nicht gewesen sein, denn ich bin ein großer Befürworter von Big Data, wie man heute so sagt. In den Daten stecken Informationen, die Menschen das Leben retten können. Und zwar ohne erst irgendwelche neuen Therapien entwickeln zu müssen, sondern nur indem man die vorhandenen individueller anwendet (Stichwort: personalisierte Medizin).

Denk mal bitte z.B. an die vielen Brustkrebspatientinnen, die man heute wesentlich besser behandeln kann, weil frühe Big Dat-Analysen gezeigt haben, dass es bedeutende (hormonelle) Unterschiede zwischen den Krebsarten gibt, die man individuell behandeln muss. Zervixkarzinom ist ein weiteres Beispiel. Die dysplastischen Schleimhautzellen kann man heute mit diversen Biomarken sehr gut überwachen und viele junge Frauen müssten sich nicht mehr aus Panik die Gebärmutter entfernen lassen (sie können dann ja keine eigenen Kinderv mehr haben, was für ne 20jährige schon tragisch sein kann).

thoreau
Granadaseggl
Frank N Furter hat geschrieben:@An alle, die das Thema Umweltschutz/Klima interessiert

Es wäre extrem hilfreich, wenn jeder mal konkrete Vorschläg(e) macht, was ihr gerne geändert hättet. Das Konkrete hat den Vorteil, dass man es konkret diskutieren kann :mrgreen:

So, ich mach mal einen konkreten Vorschlag (und damit sei auf Airwin replikziert):

- In deutschen Städten, wo 2/3 der Menschen leben, wird das Autofahren extrem verteuert. Wer in eine Stadt reinfahren möchte, zahlt entsprechend einer Bewertung des CO2-Ausstoßes seines Vehikels. Jetzt nur vom Prinzip her:
- wer ein extrem CO2 günstiges Auto fährt, zahlt 50 € im Monat,
- wer ein nur mittelgünstiges Auto fährt, zahlt 500 € im Monat
- und wer einen massiven CO2-Produzenten fährt zahlt 5.000 € im Monat

Die €-Zahlen meine ich ernst!

Was würde ich mir davon erhoffen?
1. Der bisher immer noch weiter steigende Autoverkehr geht in den Städten massiv zurück (vermutlich unter 20% des jetzigen Niveaus)
2. Von den Einnahmen wird der ÖPNV und Radwege massiv ausgebaut
3. Der freiwerdende Raum kann neu verwendet werden. Durch angepflanzte Bäume, die CO2 binden und das Stadtklima verbessern und durch das Bauen von Häusern, damit die Mieten sinken und die Pendler einen Anreiz haben in die Stadt zurückzukehren.

Die Pendlerpauschale bitte komplett abschaffen. Das ist ein konterkarrierender Anreiz.

Wer von Euch hatte damit aus welchen Gründen ein Problem (bitte nicht nur Rülpsen, sondern mal die 5 Minuten Zeiten nehmen und ordentlich begründen. Danke!)


Das sind exakt die Maßnahmen, die ich unterstützen würde. Und konsequent weiter in diese Richtung gehen. Inlandsflüge extrem verteuern bis verbieten. Kreuzfahrten extrem besteuern...

Das mit der Pendlerpauschale hat das BVerfG ja schonmal kassiert.

Airwin
...aber eigentlich - Grundgütiger!!! . gings mir gar nicht um die Pendlerpauschale. Das war ein Nebensatz meines Vorschlags das Autofahren in Städten deutlich teurer zu machen. Ich Esel hatte gehofft, dass könnte schon aus dem Text-Proporz hervorgehen...es irrt der Mensch, solang er strebt...


:mrgreen:


... ich hoffe meine frage ob das 2 vorschläge sind war nicht ursächlich für die teilweise gezeigte gereiztheit :) .

Also deine Citymaut find ich grundsätzlich ok, gibts ja in einigen städten bereits. wäre aber imo der zweite schritt , nachdem man einen gut funktionierenden ÖPNV zur verfügung stellt. Und den finde ich im großraum sttgrt grotesk schlecht.

den groll gegen die pendlerpauschale teile ich nicht a) u.a. aus den gründen die Plan B genannt hat und b) weil man die PP ja jederzeit nach gewähltem verkehrsmittel differenzieren könnte.

Btw: ich brauch mit dem auto zur arbeit im schnitt 30 minuten, mit dem ÖNVP 95 minuten, für mich wäre das stand jetzt auch bei größeren preisunterschieden keine alternative.

Southern Comfort
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Grasdaggl
Frank N Furter hat geschrieben:
vivafernanda hat geschrieben:mit "Ihr Pärchen" hats scho mal ned gklappt. :D

He, Frank, ich hab mal ne andere Frage: Hast Du das mal gepostet, dass Massendaten in der Medizin gar nicht unbedingt hilfreich sind oder hab ich das woanders her? Muss immer dran rumdenken, seit Mad Jens das neue Datenerhebungsgesetz im Gesundheitssektor oder wie das heißen soll, plant.


Nee, Lissy,
das kann ich nicht gewesen sein, denn ich bin ein großer Befürworter von Big Data, wie man heute so sagt. In den Daten stecken Informationen, die Menschen das Leben retten können. Und zwar ohne erst irgendwelche neuen Therapien entwickeln zu müssen, sondern nur indem man die vorhandenen individueller anwendet (Stichwort: personalisierte Medizin).

Denk mal bitte z.B. an die vielen Brustkrebspatientinnen, die man heute wesentlich besser behandeln kann, weil frühe Big Dat-Analysen gezeigt haben, dass es bedeutende (hormonelle) Unterschiede zwischen den Krebsarten gibt, die man individuell behandeln muss. Zervixkarzinom ist ein weiteres Beispiel. Die dysplastischen Schleimhautzellen kann man heute mit diversen Biomarken sehr gut überwachen und viele junge Frauen müssten sich nicht mehr aus Panik die Gebärmutter entfernen lassen (sie können dann ja keine eigenen Kinderv mehr haben, was für ne 20jährige schon tragisch sein kann).


Du bist (im weitesten Sinne) Mediziner?

Also gut, dann mal folgende Spiegelung:

Beim Thema medizinische Versorgung, muss ich aber dann noch dazu sagen, dass ich unseren gesamten Umgang mit Krankheiten eh mittlerweile zum Kotzen finde. Man könnte diese ganzen "Therapien", also Tabletten für dies und Tropfen für das, komplett abschaffen und das Immunsysstem einfach mal sich selbst überlassen. Da hätte jeder was davon, außer natürlich die Impfmafia äh, Arzneimittelhersteller.

Sowas wirst Du von mir einach nicht lesen, und ich bin medizinischer Laie. Aber ich sortiere für mich schon recht gerne, in welchen Bereiche ich es mich traue, mal dicke Nägel reinzuklopfen. Aber das ist nicht bei allen so. So ziemlich alle sind von Krankheiten betroffen und entwickeln halt eine Meinung dazu. Ist beim Thema Steuern nicht anders.

Ich will Dir nicht Deine Meinung nehmen, aber Dein Ego muss es imho scho aushalten, wenn man die dann "Bullshit" nennt. Da reicht es nicht, sich af die Laienmeinungsfreiheit zurückzuziehen.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Auswurf hat geschrieben:IHR pärchen des tages

ich probier schon immer,
dass ich nur unwiderlegbares raushau 8)


Bei nicht mehr als 3 Sätzen pro Post und Tag!
Chapeau!
;) 8)
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai


Unter Westfalen
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Grasdaggl
Wenn man Frank mal als den Greta des Forums ansieht (ich hoffe, er nimmt mir diese Zuordnung nicht übel), sind seine Vorschläge sicher nicht 1:1 umsetzbar, aber was wir brauchen, sind Denkanstöße.

Es scheint ja inzwischen bei den Politikern angekommen zu sein, dass es so nicht weiter gehen kann. Aber meine Lebenserfahrung zeigt mir, dass die Lobby letzten Endes progressive Ideen verhindert oder so verunstaltet, dass sie den eigentlichen Zweck nicht erfüllen.

Hier in Münster wird seit Monaten diskutiert, in der Innenstadt (das ist der Bereich innerhalb der Promenade) Tempo 30 einzurichten bzw. den Radfahrern mehr Raum zu geben. Dabei sind wir im Vergleich zu anderen Städten ähnlicher Größe bereits sehr gut aufgestellt. Nach offiziellen Daten der Stadt besitzen die gut 300 000 Einwohner ca. 500 000 Fahrräder! Es wird bereits auch darüber nachgedacht, die Innenstadt ganz autofrei zu machen. Da wird aber sicher noch einiges Wasser in den Aasee fließen, bis es so weit ist. Wenn Du 70 Jahre lang den Verkehr halt vorwiegend für das Automobil geplant hast, kommst Du nur langsam in eine andere Richtung. Beispiel: alle Parkhäuser stehen im Innenstadtbereich. Versuche der rot/grünen Ratsmehrheit vor Jahren, den Pendlern die Möglichkeit zu geben, außerhalb der Innenstadt auf den ÖPNV oder das eigene Rad umzusteigen, sind nicht weitergeführt worden, nachdem Schwarz/Gelb das Ruder übernommen hat.

Wen es interessiert:

https://de.wikipedia.org/wiki/Radverkehr_in_Münster

Etwas zum Schmunzeln aus dem Wikipedia-Artikel:

Das heutige Radverkehrsnetz der Stadt Münster geht im Kern auf Radweg-Planungen der direkten Nachkriegsjahre zurück.[11] Zuvor wurde der Radverkehr noch fast überall, auch an stärker Kfz-belasteten Hauptstraßen, auf denen damals allerdings auch nicht die heutige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h innerorts galt, auf der Fahrbahn geführt und in der Folge, bei zunehmender Motorisierung, als Hindernis für den Kraftverkehr wahrgenommen.[11] So formulierte ein Gutachten aus dem Jahr 1946:

„Das Fahrrad erschwert die Abwicklung des Stadtverkehrs als das am meisten störende Verkehrselement. Es verträgt sich wegen seiner unterschiedlichen Geschwindigkeit nicht mit dem Kraftfahrzeug zusammen auf einer Fahrbahn und wird um so störender, je mehr es in Rudeln auftritt.“[11]
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

Strafraumgitarre
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Halbdaggl
Auswurf hat geschrieben:Die Kugeln sind rund.
Eine Krankheit dauert 90 jahre


Und die nächste Grippe ist immer die schlimmste...

Ansonsten: Solange der VfB seine Tore nur in homöopathischen Dosen erzielt, beantwortet sich die Frage eh von selbst. :arr:
Fick den Reichskanzler! Und den Kaiser!


Unter Westfalen
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Grasdaggl
Gang Cannstatt hat geschrieben:Hallo Dr. Frankenstein, :mrgreen:

endlich ein Arzt, ich darf dich duzen? Was hälst du von Homöopathie?
Nutzt die oder ist es nur Fake?

Schönen Tag noch :!:

im Namen der Gang


Homöopathie hilft, wenn man daran glaubt.
Das ist wie mit der Religion.
Placebo.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

jagdhuette
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Halbdaggl
Airwin hat geschrieben:
...aber eigentlich - Grundgütiger!!! . gings mir gar nicht um die Pendlerpauschale. Das war ein Nebensatz meines Vorschlags das Autofahren in Städten deutlich teurer zu machen. Ich Esel hatte gehofft, dass könnte schon aus dem Text-Proporz hervorgehen...es irrt der Mensch, solang er strebt...


:mrgreen:


... ich hoffe meine frage ob das 2 vorschläge sind war nicht ursächlich für die teilweise gezeigte gereiztheit :) .

Also deine Citymaut find ich grundsätzlich ok, gibts ja in einigen städten bereits. wäre aber imo der zweite schritt , nachdem man einen gut funktionierenden ÖPNV zur verfügung stellt. Und den finde ich im großraum sttgrt grotesk schlecht.

den groll gegen die pendlerpauschale teile ich nicht a) u.a. aus den gründen die Plan B genannt hat und b) weil man die PP ja jederzeit nach gewähltem verkehrsmittel differenzieren könnte.

Btw: ich brauch mit dem auto zur arbeit im schnitt 30 minuten, mit dem ÖNVP 95 minuten, für mich wäre das stand jetzt auch bei größeren preisunterschieden keine alternative.


Umziehen oder einen anderen Job suchen geht vermutlich einfacher. Ich habe noch nie so gewohnt, dass ich mit ÖPNV länger als 30min zur Arbeit brauche. In der Regel geht es mit dem Rad noch schneller.
In Stuttgart halte ich Netz und vor allem Taktung auch für einen großen Witz.

Airwin
Umziehen oder einen anderen Job suchen geht vermutlich einfacher. Ich habe noch nie so gewohnt, dass ich mit ÖPNV länger als 30min zur Arbeit brauche. In der Regel geht es mit dem Rad noch schneller.
In Stuttgart halte ich Netz und vor allem Taktung auch für einen großen Witz


also ich wohn schön und mein job gefällt mir auch... . Und meine frau arbeitet ebenfalls, den punkt hatte ja PlanB beschrieben. Ich hab auch mit den 30 minuten autofahrt keinerlei probleme - wenns paßt mach ich 3 mal home office. aber die fahrt im auto finde ich sehr angenehm, nen guten podcast hören , kaffee trinken und die autos heute fahren ja schon fast alleine... . Das gegen ne fahrt im ÖNVP zu tauschen wäre schon ein großer verzicht. Aber solange der ÖNVP - netz und taktung ein witz :nod: - mehr als 3 mal so lange braucht würde ich es mir nicht mal überlegen, egal wie an der preisschraube gedreht wird.

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Ich glaube, die Stuttgarter klagen auf hohem Niveau.
Wahrscheinlich kennt keiner mehr die Situation, bevor die S-Bahn eröffnet worden ist.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai


Frank N Furter
Airwin hat geschrieben:Also deine Citymaut find ich grundsätzlich ok, gibts ja in einigen städten bereits. wäre aber imo der zweite schritt , nachdem man einen gut funktionierenden ÖPNV zur verfügung stellt. Und den finde ich im großraum sttgrt grotesk schlecht.


Nicht nur in Stuttgart, Airwin. Viele Teile des ÖPNV wurden in den letzten Jahren outgesourced. In Berlin ist das ein Desaster. Der ÖPNV wird nicht besser sondern immer noch-noch-schlimmer. Bei der Reihenfolge würde ich mich nicht streiten wollen: gerne den ÖPNV zuerst ausbauen. Das Problem ist dann aber leider auch: dass neuer ÖPNV (also Haltestellen usw.) Platz benötigt. In einer bereits verdichteten Stadt, die sich weiter nachverdichtet und an den Ränder wächst (Berlin soll z.B. laut einer Studie 2045 5 Millionen Einwohner haben, jetzt sind irgendwo 3,7) muss irgendetwas Platz machen...ich vermute deshalb, dass der Ausbau des ÖPNV und das Eindämmen des Autostadtverkehrs Hand in Hand gehen müssten.

Airwin hat geschrieben:Btw: ich brauch mit dem auto zur arbeit im schnitt 30 minuten, mit dem ÖNVP 95 minuten, für mich wäre das stand jetzt auch bei größeren preisunterschieden keine alternative.


Ich verrate Dir ein Geheimnis, Airwin; ich hasse den ÖPNV. Seine entnervende Unpünktlichkeit, seine Überfüllung und die große Anzahl, hässlicher, stinkender, keimbelasteter Menschen haben mich zu einem stringenten Radfahrer werden lassen. Ich fahr in Berlin auch 10 oder 15 km mit dem Rad und bin immer noch schneller und besser gelaunt an meinem Ziel als mit der Bahn.

Aber, tut mir leid, ich würde Dich trotz meines Verständnisses zur Kasse bitten. Ich hätte totales Verständnis dafür, dass Du in der Situationn weiter Auto fährst, aber Du müsstest halt dafür zahlen. Wäre das so furchtbar? Vielleicht kaufst Du Dir ja beim nächsten mal dann keinen SUV mehr, und sparst da die Kohle wieder ein... :lol: :prost:

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Aus einem Vortrag von Siegfried Jäger über Victor Klemperers Buch „LTI Notizbuch eines Philologen“ über die Sprache des Dritten Reiches, gehalten an der Universität Bonn am 04.07.2000 (!)

Wir haben die Untersuchung zum Alltagsdiskurs von 1991/92, die unter dem Titel „BrandSätze“ (4. Aufl. 1996) erschienen ist durch zwei weitere Erhebungen von Interviews 1993 und 1995 und weitere Analysen bis heute fortgesetzt, wobei wir die wesentlichen Ergebnisse unserer vorangegangenen Untersuchungen bestätigt fanden. Das Gesamt-Corpus unserer etwa jeweils ein- bis 1½ stündigen nicht-standardisierten Interviews enthält inzwischen 50 Interview-Texte von jeweils über 20 Seiten Umfang, die einer qualitativen und quantitativen Analyse unterzogen wurden.

Die wichtigsten Ergebnisse unserer Untersuchungen zum Alltagsdiskurs lassen sich wie folgt zusammenfassen:

1. Alle von uns Interviewten sind mehr oder minder stark in den rassistischen Diskurs verstrickt, egal, ob alt oder jung, männlich oder weiblich, egal, welche Partei sie wählen und welchen Beruf sie ausüben. Mit diesem Hinweis auf die Verstrickungen der jeweils Einzelnen in einen rassistischen Diskurs ist gleichzeitig gesagt, wie umfassend der Rassismus zur Denkweise unserer Gesellschaft gehört.
Er ist also keineswegs als ein Problem der deutschen Jugend zu verharmlosen, wie die neue Shell-Studie und andere Untersuchungen suggerieren könnten. Die Jugendlichen sind zwar auch in den rassistischen Diskurs verstrickt, und es sind vor allem Jugendliche, die zu offener Gewalt greifen. Sie verstehen sich aber dabei nur als diejenigen, die den Willen der Älteren ausführen und schon allein aus physischen Gründen in dieser Hinsicht stärker hervortreten.

2. Rassismus wird oft verdeckt geäußert. Typisch sind Verleugnungsstrategien der Art: "Ich habe nichts gegen Ausländer, aber es sind doch zu viele hier. Unser Boot ist voll!" Wobei Boot dann des öfteren durch Land oder Raum ersetzt wird. Oder es heißt, zunächst abschwächend: "Ich bin nicht unbedingt dieser Ansicht. Aber mein Vater, und auf den ist Verlaß, meint, daß Ausländer für uns Deutsche eine Gefahr darstellen." Oder, um ein etwas schwierigeres Beispiel zu zitieren: "Ausländer sind doch auch Menschen!".
Hier drückt sich dadurch eine rassistische Verstricktheit aus, daß eine Unterstellung mitgedacht wird, eben daß man überhaupt davon ausgehen könnte, daß dies nicht der Fall wäre.

3. Insgesamt taucht ein Katalog von etwa 30 stereotypen negativen Bewertungen von Einwanderern und Flüchtlingen auf, der von den meisten Deutschen strikt geteilt wird. Insofern läßt sich sagen: Es handelt sich nicht um ein individuelles Problem, sondern um ein soziales. Die Negativ-Urteile sind sozial fest verankert. Häufig handelt es sich um unzulässige Verallgemeinerungen von Einzelfällen wie etwa: "Die Ausländer sind kriminell."

4. Dieser Katalog von Negativ-Urteilen findet sich auch in den Medien, so daß davon auszugehen ist, daß die Medien zur Verfestigung, wenn nicht sogar zur Erzeugung rassistischer Einstellungen erheblich beitragen. Ein Indiz dafür sind auch die sogenannten "journalistischen Schlüsselwörter", die im Alltagsdiskurs auftreten. Damit sind Wörter gemeint, die nicht zur "normalen" Alltags-Sprache gehören wie etwa Aggression, Ambition, "Asylant", Identität, - um nur einige zu nennen.

5. Abgrenzungen und Ausgrenzungen werden mit Hilfe von sprachlichen Bildern markiert, wobei die Kollektivsymbolik eine sehr wichtige Rolle spielt. Beispiele: "Fluten bedrohen uns", "Dämme müssen errichtet werden", "Viren dringen bei uns ein", "eine Giftsuppe kocht hoch" usw. Das Auftreten solcher Symbole im Alltagsdiskurs läßt stark vermuten, daß sich hier der Einfluß der Medien geltend macht

6. In der Bevölkerung herrscht noch ein erheblicher Antisemitismus. Dieser richtet sich aber oft auch gegen Türken, denen damit gedroht wird, daß es ihnen eines Tages gehen könnte wie den Juden.

7. Auch werden demokratische Argumente verwendet, um rassistische Einstellungen abzusichern: "Die Türken behandeln ihre Frauen schlecht, und deshalb lehnen wir sie ab, deshalb haben sie hier nichts zu suchen."

8. Die Ausgrenzungen der Einwanderer und Flüchtlinge gehen einher mit latenten Handlungsbereitschaften. Damit ist nicht nur die Inkaufnahme und Einforderung von struktureller staatlicher Gewalt gemeint, wie dies bei der Abschiebung der Fall ist. Man will unter Umständen selbst Hand anlegen, um die Ausländer los zu werden. Insofern kamen die Beifallsbekundungen der Bürgerinnen und Bürger in Hoyerswerda, Rostock und andernorts für uns auch nicht überraschend.
In den neueren Interviews ist eine Tendenz zur Aufnahme weiterer völkischer Ideologeme zu beobachten, etwa die Forderung, daß Deutschland seine Interessen "draußen" militärisch verteidigen möge.


Ehrlich gedacht, hätte ich nicht geglaubt, dass die von Jäger erforschten Einstellungen bereits vor 30 Jahren so deutlich ausgeprägt waren, obwohl ich es hätte wissen müssen. Ich habe es einfach verdrängt.

Zur Zeit lese ich das Buch "Das braune Netz" von Willi Winkler und nach und nach wird mir klar, was eines der größten Irrtümer meines Lebens war, nämlich zu glauben, 1945 sei ein Schlussstrich gezogen worden. Das Gegenteil war der Fall. Der Erfolg der Bundesrepublik beruht weitgehend auf der Metamorphose von überzeugten Nazis zu überzeugt wirken wollenden Demokraten.

Insofern taugt die AfD zur Sichtbarmachung dieser Gesinnung.

Edit: Immerhin gibt es in Stuttgart neben einem Kurt Georg Kiesinger-Platz auch eine Georg Elser-Staffel.

http://www.georg-elser-arbeitskreis.de/ ... ttgart.htm
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

Frank N Furter
Southern Comfort hat geschrieben:Du bist (im weitesten Sinne) Mediziner?


Neurowissenschaftler.

Southern Comfort hat geschrieben:Also gut, dann mal folgende Spiegelung:


Ich kann das schon nachvollziehen, Southern. Wenn wir beide Abgeordnete wären und ich würde mit so verkürzten Formeln kommen, wäre Dein Hinweis mehr als angebracht. Aber wir beide leben :D in einem Forum zu Zeiten der Internetcholera, Kurztextzwang und notorischen Aufmerksamkeitsdefiziten. Würde ich meine Meinung versuchen in Gänze darzustellen, bräuchte ich zwei Tage Zeit und würde am Ende hier was reinstellen, was auf Garantie kein Mensch liest.

Aber mal sorum gefragt: Als ein gewisser F. Merz seine Bierdeckel-Steuerreform vorstellte, hättest Du den auch gleich am liebsten auf den Jupiter geschossen? Also ernsthaft gefragt: findest Du den Gedanken überhaupt nicht reizvoll, dass Steuerrecht sehr stark zu vereinfachen, den Bürgern jedes Jahr viel Zeit zu sparen und wahrscheinlich 200.000-300.000 Steuerbeamte einzusparen, die dann alte Menschen pflegen könnten oder vergleichbar Dringlicheres?

Du weiß doch sicherlich besser als ich, dass selbst die Finanzbeamten und deren Ständevertreter regelmäßig darüber klagen, dass kein Schwein mehr beim Steuerrecht durchblickt. Es gibt ja nicht nur die diversen Steuergesetze sondern noch die AO und vor allem unzählige Verordnungen und Erlasse mit quasi Gesetzeswirkung der jeweiligen Oberfinanzdirektionen der Länder. Manchmal muss man den Eindruck haben, die überbordende Regelungsfülle würde bewußt in Kauf genommen....

Frank N Furter
Unter Westfalen hat geschrieben:Ehrlich gedacht, hätte ich nicht geglaubt, dass die von Jäger erforschten Einstellungen bereits vor 30 Jahren so deutlich ausgeprägt waren, obwohl ich es hätte wissen müssen. Ich habe es einfach verdrängt.


Uwe, in Zeiten, in denen junge Leute fast keine Chance mehr haben ihre eigene Identität über Gruppenidentitäten zu definieren (was aber nunmal der Normalfall ist bei jungen Menschen), bleibt die Idee der Nation, der eigenen Kultur eine wichtige Identifikationsfigur. Man kann jungen Menschen nicht einfach verordnen, sich nicht mehr selbst (positiv) gut und stolz zu fühlen, wenn die (eigene) Nationalmannschaft ein Tor schießt. Am Ende ginge keiner mehr zu einem Heimspiel seines schwäbischen Traditionsvereins...

Wenn man Fremdenangst bis hin zum Rassismus bekämpfen will, sollte man jungen Menschen auch wirksame Identifikations-Möglichkeiten außerhalb bieten. Das tun wir aber in unserer dissozialisierten Gesellschaft schon seit mehr als 30 Jahren nicht mehr. Und die jungen Leute auf "Globalismus" einzuschwören, würde nur funktionieren, wenn uns endlich die Aliens angreifen...

Airwin
@Frank

also zunächst mal danke für dein verständnis :prost:


radfahren würde ich dem ÖNVP auch jederzeit vorziehen, ist aber bei etwas über 30km pro strecke auch keine alternative. Ich wäre auch bereit für den luxus der autofahrt etwas zu bezahlen, das wäre zwar in der tat ganz furchtbar :mrgreen: , aber ich würde es in kauf nehmen 8) .

btw.: ich fahr quasi um die stadt rum, die citymaut würde mich vermutlich gar nicht betreffen, in die stadt rein (oder durch) fahr ich nur in meiner freizeit und da wäre das für mich wie geschruben ok. Wenn es irgendwann zu teuer würde bekommt meine frau ein e-auto mit dem wir/sie/ich dann in die stadt fahren können. Für meine fahrt zur arbeit bevorzuge ich aber dennoch einen bequemen boliden (SUV wäre auch ok :D) .

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Frank N Furter hat geschrieben:
Unter Westfalen hat geschrieben:Ehrlich gedacht, hätte ich nicht geglaubt, dass die von Jäger erforschten Einstellungen bereits vor 30 Jahren so deutlich ausgeprägt waren, obwohl ich es hätte wissen müssen. Ich habe es einfach verdrängt.


Uwe, in Zeiten, in denen junge Leute fast keine Chance mehr haben ihre eigene Identität über Gruppenidentitäten zu definieren (was aber nunmal der Normalfall ist bei jungen Menschen), bleibt die Idee der Nation, der eigenen Kultur eine wichtige Identifikationsfigur. Man kann jungen Menschen nicht einfach verordnen, sich nicht mehr selbst (positiv) gut und stolz zu fühlen, wenn die (eigene) Nationalmannschaft ein Tor schießt. Am Ende ginge keiner mehr zu einem Heimspiel seines schwäbischen Traditionsvereins...

Wenn man Fremdenangst bis hin zum Rassismus bekämpfen will, sollte man jungen Menschen auch wirksame Identifikations-Möglichkeiten außerhalb bieten. Das tun wir aber in unserer dissozialisierten Gesellschaft schon seit mehr als 30 Jahren nicht mehr. Und die jungen Leute auf "Globalismus" einzuschwören, würde nur funktionieren, wenn uns endlich die Aliens angreifen...


Frank

Ich widerspreche Dir nur ungern,
aber für mich liegt die Wurzel des Übels in der deutschen Tradition, die bis auf die Romantik Anfang des 19. Jahrhunderts zurückgeht. Beruhigt bin ich eigentlich nur deswegen, dass, im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, der %-Satz derer, die nicht nur so denken, sondern auch so wählen, nicht mehr als 15% beträgt, wenn wir wieder mal die Ossis in die Statistik vereinnahmen.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Also unter uns:

muff gegen mapp macht mir immer Spaß. Tom % Jerry gewissermaßen, anarchisch-chaotisch.

Aber SC gegen Frank hat schon eine gewisse intellektuelle Würze, die zum Nachdenken ermuntert.
;)
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

Airwin
Frank N Furter hat geschrieben:
Unter Westfalen hat geschrieben:Ehrlich gedacht, hätte ich nicht geglaubt, dass die von Jäger erforschten Einstellungen bereits vor 30 Jahren so deutlich ausgeprägt waren, obwohl ich es hätte wissen müssen. Ich habe es einfach verdrängt.


Uwe, in Zeiten, in denen junge Leute fast keine Chance mehr haben ihre eigene Identität über Gruppenidentitäten zu definieren (was aber nunmal der Normalfall ist bei jungen Menschen), bleibt die Idee der Nation, der eigenen Kultur eine wichtige Identifikationsfigur. Man kann jungen Menschen nicht einfach verordnen, sich nicht mehr selbst (positiv) gut und stolz zu fühlen, wenn die (eigene) Nationalmannschaft ein Tor schießt. Am Ende ginge keiner mehr zu einem Heimspiel seines schwäbischen Traditionsvereins...

Wenn man Fremdenangst bis hin zum Rassismus bekämpfen will, sollte man jungen Menschen auch wirksame Identifikations-Möglichkeiten außerhalb bieten. Das tun wir aber in unserer dissozialisierten Gesellschaft schon seit mehr als 30 Jahren nicht mehr. Und die jungen Leute auf "Globalismus" einzuschwören, würde nur funktionieren, wenn uns endlich die Aliens angreifen...



pah, du bist für diese forum (und wahrscheinlich die sozialen medien insgesamt) einfach zu unaufgeregt :!:

Airwin
Ich finde in Griechenland nicht diesen latenten Rassismus vor, mit Fremden gehen die ganz anders um, viel direkter und offensiver. Ohne diesen NS-Minderwertigkeitskomplex. Ok, sie sind natürlich besonders betroffen, als Außengrenze. Fast alle Griechen haben ein gesundes Nationalbewusstsein, mal so grob und pauschal ausgedrückt, das ist zumindest mein Eindruck. Rechtsrutsch in anderen Ländern nehme ich war, es ist nicht nur ein deutsches Phänomen..

Aber zurück zum Thema. Diese Aufarbeitung, Kenntnisse darüber, Fakten, Nicht -Leugnen und auch so etwas wie Selbstbeobachtung finde ich gut. Zu wissen wie die Eltern und Großeltern getickt haben und inwiefern deren Erziehung einen selbst geprägt hat.

Könnte man übrigens auch anwenden auf die Kinder der Balkankriege oder auf türkische Familien, usw. Aber es ging ja jetzt in unsUwes posting um Deutschland.

ja airwin, diese Deutschtümelei in der Romantik aber auch die rassistischen Lehren an deutschen Universitäten Ende des 19.! JH haben einen mords Einfluss.


@haber


weia - "NS-Minderwertigkeitskomplex" darf auch nicht jeder sagen 8) . Meinst du damit dasselbe was der ober-extinction rebel diese woche in der ZEIT verkündete? Oder das was der linksradikale Kunzelmann als "judenknacks" bezeichnet hatte?

Ansonsten - natürlich prägen einen die eltern und die zeiten, das ist ja jetzt nix neues. Der einfluß der deutschen romantik und der deutschen unis des 19.jd überraschen mich aber ein wenig. Magst du das erläutern? Nuhr hat letzte woche im Tagesspiegel die romantik ins spiel gebracht als ursache des deutschen wahns das klima und die welt zu retten zu müssen.... .