... gehört ja hier hin...
Local Zero hat geschrieben:Bundes-Jogi hat geschrieben:Aber was hält man von einer Zeitung, die behauptet hat, nicht New York, London oder Paris seien die tollsten Metropolen der Welt, nein, sondern Stuttgart. Und dass der Weihnachtsmarkt in Stuttgart der schönste Weihnachtsmarkt der Welt sei. Und dass eine neue ZUbringerbrücke Touristen zuhauf anziehen werde... Und da StZ und StN ja zu weiten Teilen fusioniert haben, liest man wortgleich den selben Seich in beiden Blättern...
Und es wird demnächst noch "besser":
"Wie berichtet, soll es ab November keine Ressorts mehr geben, nur noch Thementeams, die sich um "Liebe und Partnerschaft" und "Freizeit und Unterhaltung" kümmern sollen, aber auch um "Entscheider und Institutionen", die für Politikberichte, lokal bis global, vorgemerkt sind."Aus dem neuesten "kontext" (
https://www.kontextwochenzeitung.de/med ... -8197.html)
Lesenswert. Und erschütternd, wie diese fantasielosen Manager-Knallchargen die eigenen Produkte kaputmachen.
Was die SWMH in Stuttgart in der Vergangenheit schon angerichtet hat und jetzt vorhat, anzurichten, ist die Konsequenz von knallhartem Business, bei dem nur noch der finanzielle Erlös zählt. So genannter Journalismus als Geldquelle. Und ist natürlich auch darin begründet, dass heutzutage immer weniger Leute ein Print- oder Online-Abo abschließen, also bereit sind, für guten Journalismus auch gutes Geld zu bezahlen.
Mittlerweile bieten StZ/StN leider fast keine Artikel mehr an, für die es sich überhaupt lohnen würde, Geld auszugeben. Was dann auch keiner macht. Ein wenig, wie wenn sich die Schlange in den Schwanz beißt.
Wenn man sich mal vorstellt, dass bei der StZ einst ein Hans Blickensdörfer das Sportressort mit seinen Beiträgen feuilletonistisch aufwertete, oder im Feuilleton mit Horst Koegler der Papst der deutschen Ballettkritik fundiert und ausführlich agierte, dann erkennt man deutlich, was aus diesem Blatt geworden ist. Eine Sonntagaktuell-isierung der Tageszeitung. Bedauerlicherweise.
Zu befürchten ist, dass ein ähnliches Management nun auch bei der SZ bevorsteht. Vielleicht nicht so schnell. Vielleicht nicht in so großem Umfang, da man als eines der überregionalen Blätter natürlich mehr nationale Beachtung findet. Wenn aber der investigative (insbesondere politische, aber auch sportpolitische) Journalismus, immerhin ein Markenkennzeichen der SZ, vor die Hunde geht, dann sieht es irgendwann auch sonst zappenduster aus.
All die Fakenews verbreitenden Plattformen werden die Entwicklung natürlich als den lang ersehnten Niedergang der linientreuen, framenden Medien feiern. Ich dagegen werde die ausführlichen Informationen und die ausgewogene Berichterstattung vermissen werden, wenn es sie erst einmal nicht mehr geben wird...
Bin übrigens selbst langjähriger Abonnent der Print-SZ gewesen, bevor ich mich vor etwas mehr als einem Jahr u.a. aus Gründen der Ressourcenschonung dazu entschieden habe, zum online-Abo zu wechseln.
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.
- Charles Maurice de Talleyrand -