531 Beiträge

Nilkheimer
Granadaseggl
Na komm schon, Mappus. Da fragt einer tatsächlich mal nach, und dann kommt 26 Minuten lang keine Antwort???? Schwach.
Brandstiftung, Steuerhinterz. (inkl. Zollzeug), UrhG-Verstöße, vers. Körperverletzung, (evtl.) Kindesmisshandlung und TierschG-Delikte, Umweltdelikte u. Betrug u. nun - NOCH TAUFRISCH - BtMG-Sachen: Stern des Südostens.
-- Volle Steuern. Echt wahr, Mann.




vivafernanda
Lombaseggl
Es ist ja auch nix neues, man weiß ja schon lange, dass auch Raucher ihre heißgeliebte Marke in der Regel bei einer Blindverkostung nicht herausschmecken.

Und andersrum würde es bedeuten, dass es keine blinden WEinkenner gibt. Und das halte ich für extrem unwahrscheinlich.

Aber die achten eben noch mehr und anders auf den Geschmack und Geruch, weil ihnen nichts sonst zur Verfügung steht.
Ein Sehender aber, der für einen Moment nur blind gemacht wird, stellt sich schon tapsig an, das stimmt.
Weil der Geschmackssinn braucht auch die visuelle Information.
Wenn man den Experten aber üben lassen würde, würde mE die Verwechslung nicht passieren.
Für Euphorie ist´s stets zu früh.




Tifferette
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Halbdaggl
Paleto Gaffeur hat geschrieben:Man mischt beide im Glas und hängt nen tauchsieder rein...totale Täuschung der Schlürfprofis

Womit wir wieder bei Trollingerund Konsorten wären.
'Of all the gin joints in all the towns in all the world, she walks into mine.'

fkAS
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Granadaseggl
vivafernanda hat geschrieben:...Ein Sehender aber, der für einen Moment nur blind gemacht wird, stellt sich schon tapsig an, das stimmt.
Weil der Geschmackssinn braucht auch die visuelle Information.
Wenn man den Experten aber üben lassen würde, würde mE die Verwechslung nicht passieren.

Ah so, ich wusste nicht, dass Experten ungeübt sind. Ich dachte immer Experten seien da irgendwie drin geschult. Es heißt doch auch Weinverkostung und nicht Weinbeschau...



Mietmaul
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Granadaseggl
Nun ja. Es kommt halt immer darauf an, ab wannn man ein "Experte" ist.

Fangen wir mal ganz oben an, bei den paar Hundert Menschen weltweit, die sich Master of Wine (MW) nennen dürfen. Dazu muss man eine der wohl schwersten Prüfungen der Welt bestehen. Im Praxisteil muss man über drei Tage 36 Weine (pro Tag 12 Weine in zwei Stunden) blind erkennen und ausführlich beschreiben. Was mit "beschreiben" gemeinst ist, sei hiermit kurz angedeutet.

Lektion 1: Unvermitteltes Wissen ist vergeudetes Wissen.

Einer der furchteinflößendsten Momente im Leben eines MW Studenten ist es, zum ersten Mal einen Wein blind vor dem versammelten Kurs zu verkosten. Bei meinem ersten Mal hatte gerade vorne rechts einer meiner Mitstreiter den vor ihm stehenden Soave als Chablis (oh Schande!) identifiziert. Ich war mir bei dem nächsten Wein recht sicher und hob die Hand. Clive, der Master of Wine, der die Klasse leitete, nahm mich dran: „Yes, Constantein please!“ Ich murmelte „Konstantin“ und las meine recht kurze Antwort vor. Ich sprach von der strohgelben Farbe, den Aromen reifer Apfel, Zitrone, Pfirsich, dem dichten Körper und dem langen Abgang bevor ich verkündete „Riesling“. Clive schaute mich an und sagte: „Richtig! Ich glaube aber nicht, dass Du mit der Antwort bestanden hättest! Es geht nicht nur darum, dass Du recht hast, es geht vor allem darum, dass Du erklärst, warum du recht hast.“ Meine Beschreibung hätte auch auf einen Chardonnay oder einen Grauburgunder zutreffen können. Obwohl ich die richtige Antwort wusste, hatte ich nicht klar vermittelt, wie ich darauf gekommen war. Nur wenn man klar vermitteln kann was man weiß, kann man auch anderen helfen, Wein zu verstehen.


Ich glaube kaum, dass man die Prüfung besteht, wenn man einen Rotwein nicht von einem Weißwein unterscheiden kann. :mrgreen:

https://meinelese.de/blog/der-weg-des-master-wine/







Tifferette
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Halbdaggl
Hmmm, Kohl, Kartoffeln und Spätburgunder..... hat das funktioniert?

Nachlese (#HAMMERWORTSPIEL) zum ansonsten gruseligen Samstag: Ich war bei einem Freu Bekannten, der auch so ein klein wenig weinbescheuert ist. Aus wahrscheinlich allgemein bekannten Gründen waren wir so um 16h ziemlich frustiert, so dass er einen seiner Lieblingsweine aufgemacht hat.

https://www.italvinus.de/de/vinos/tinto ... no=kairo11

Preislich eher nicht das, was man in die Zwiebelsuppe kippt. Kommt aus der Valpolicella, ist dafür aber absolut untypisch. 16 (!) Rebsorten, das ist also eher ein Herangehen wie in Chateauneuf-du-Pape und Umgebung. Ich habe da glatt zehn Minuten dran rumgeschnüffelt, so raffiniert war der. Den Geschmack kann ich im Grunde gar nicht beschreiben. Es war aber ein echtes Erlebnis. Vielleicht der schönste Wein, den ich in diesem Jahr getrunken habe.
'Of all the gin joints in all the towns in all the world, she walks into mine.'