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Tamasi
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Grasdaggl
Kurzweiliges Interview mit Bela B. von der Ärzten.

Aus dem Zusammenhang Gerissenes:
SZ: Dergleichen haben Sie auch bei Ihrem Auftritt in den "Tagesthemen" der ARD angeprangert. Weil am selben Tag aber auch Ihr neues Album erschien, wurde das von einigen als Schleichwerbung kritisiert. Was sagen Sie zu so einem Vorwurf?

Bela B.: Ach, ein Haar in der Suppe findet sich bei uns immer. Wenn es um unser neues Album gegangen wäre, hätten wir wohl genug Hirn gehabt, dies zumindest namentlich zu erwähnen. Es heißt übrigens "Hell" - danke für die Aufmerksamkeit!


Farin und ich haben zusammen in einer Wohnung gewohnt, die hat 200 Mark Miete im Monat gekostet. Entsprechend oft mussten wir spielen, um das Geld reinzukriegen. Farin hat ein bisschen mehr für die Kühlschrankfüllung beigetragen als ich, weil sein Vater einen Metro-Ausweis hatte.


Wobei mir in dem Song ein anderer doppelter Boden noch viel besser gefällt. Wir zitieren da Dieter Hallervordens "Punker Maria", die Verballhornung des Schlagers "Santa Maria". Als diese Version herauskam, fanden wir Punks zwar das Establishment scheiße, aber Dieter Hallervorden fanden wir irgendwie okay. Und dann singt Didi plötzlich so ein Lied gegen alles, was uns heilig war, was wir persönlich total ernst genommen haben. Das hat schon gesessen. Als ich jetzt den Text schrieb, kam das wieder in mir hoch, und ich habe Didis Refrain in den Song eingebaut. Ich ging davon aus, dass es nur ein Zitat wäre. Aber für dieses Zitat mussten wir letztendlich tausend Euro zahlen. Was mir natürlich gegen den Strich ging. Warum soll ich bezahlen für etwas, das mir als Jugendlicher wehgetan hat? Im Nachhinein finde ich es in der Beziehung zu der Punkbeschreibung in unserem Lied schön doppeldeutig. Dass wir für die Herabsetzung von Punk auch noch zahlen mussten, hätte sich ein Malcolm McLaren nicht besser ausdenken können.


Wenn es dann aber zum Beispiel von Capital Bra heißt, er habe mehr Hitsingles als die Beatles, dann weiß ich auch nicht mehr. Irgendwelche Click-Farmen und dein Fanclub pushen dich nach vorne, aber die Welt verändert hast du nicht mit deiner Musik. Tut mir leid, das ist dann doch was anderes.


Ich lernte damals immerhin unseren späteren Bassisten Rod kennen, der damals noch bei den Rainbirds spielte. Mit dem ging ich dann noch zu einer Geburtstagsfeier der Münchner Musikjournalistin Ingeborg Schober. Als Musikfanatiker war ich Fan ihrer Texte über Musik. Daran erkennt man vielleicht auch, wie sehr Musik an Bedeutung verliert. Früher waren sogar Musikjournalisten Stars. Heute kennen die Leute kaum noch den Namen des Bassisten.



Mehr mit Bezahlspaß:
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... ditorial=1




de mappes
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Spamferkel
Tamasi hat geschrieben:Vielleicht hab ich ja das Beste NICHT reingestellt. :-)


das würde ich dir beim besten Willen nicht zutrauen

Er kann sich die Lässigkeit auch leisten - trotzdem gut, dass er sie sich bewahrt hat.

:prost:
Don't criticize what you can't understand


halensee
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Granadaseggl
Bin weit davon entfernt religös zu sein, finde aber Franziskus wesentlich "sympathischer" als Ratzi. Ein paar Minuspunkte hat er bei mir mittlerweile aber auch schon sammeln können. Stellung der Frau und sexueller Mißbrauch etc..
Insofern gefällt es mir, dass er sich an einem schönen Modell mehr erfreut als an einem Ministranten.
Suicide Is Painless



Goofy
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Halbdaggl
Strafraumgitarre hat geschrieben:Bild Bild


Nja. Fast.

Mit bissle Bildbearbeitung kriegt man des aber hin.

Passt perfekt zum Thema „Vermischtes“ :cyclops:
Bitte nicht füttern :)

Bundes-Jogi
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Halbdaggl
Strafraumgitarre hat geschrieben:Bild


Bild


Irgendwie stimmen die Proportionen da nicht, oder aber der Körperwuchs ist irgendwie schräg...
Es gibt keinen Gott. Und falls doch, ist er tot. Und das ist auch gut so.





Tamasi
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Grasdaggl
Argentinien trauert um Alejandro Sabella, Nationaltrainer im WM-Finale 2014. Auch Bundestrainer Joachim Löw würdigt seinen Kollegen, der im Moment der Niederlage seine Größe zeigte.

Nachruf von Javier Cáceres

Zu den vielen, mitunter rührenden Erinnerungen an den früheren argentinischen Fußball-Nationaltrainer Alejandro Sabella zählt auch das Video eines Hausbesuchs. Sabella hatte erfahren, dass ein Fan von Estudiantes de La Plata schwer erkrankt war, und ein Familienangehöriger filmte, wie Sabella, der selbst von einer Krebserkrankung gezeichnet war, an der Tür klingelte und dem völlig überraschten Patienten ein Trikot jener Mannschaft überreichte, die Sabella selbst wie wenige andere symbolisierte.

Ein wenig erinnert die Episode an einen anderen Hausbesuch. An eine Visite aus der Zeit der argentinischen Militärdiktatur mit ihren Zehntausenden "Verschwundenen", die geheim blieb, bis Hugo Soriani, ein Schriftsteller und Jugendfreund, sie nun öffentlich machte, da Sabella am Mittwoch in einem Krankenhaus im Alter von 66 Jahren an Herzversagen verstarb. "Als ich verhaftet wurde, brachte Sabella meinen Eltern einen Ball, den alle Spieler von River Plate unterschrieben hatten", sagte Soriani. Und wer sich nur für einen Augenblick das Klima der Angst vorstellt, das in Argentinien herrschte, der weiß, dass dazu Anstand und Mut gehörten, die nicht selbstverständlich sind.

Zu jenen Tagen schon trug Sabella seinen Spitznamen. Ein Radioreporter hatte ihn "Pachorra" getauft, in etwa "der Träge", weil er als Jugendnationalspieler gern und ausgiebig Siesta hielt. Diejenigen, die mit ihm zusammenspielten, nannten ihn aber auch "el mago", den Magier, weil er ein phantasiebegabter Regisseur war, ein in vielerlei Hinsicht außergewöhnlicher "Zehner". Zum Beispiel in dieser: Sabella war eigentlich ein Rechtsfuß. Doch er schulte um, auf links. Denn: "Zehner sind Linksfüßler", klar. Er war ein betörender Spieler.

Nach der Weltmeisterschaft 1978 wechselte er nach England. Eine Abordnung des damaligen Zweitligisten Sheffield United war nach Buenos Aires gereist, um einen damals 17-Jährigen zu locken, einen gewissen Diego Armando Maradona. Das Vorhaben scheiterte an überzogenen Ablöse- und Schmiergeldforderungen. Sheffield verpflichtete Sabella, der dadurch zwar sein Jurastudium aufgab, aber Englisch lernte - und dem Schatten des genialen River-Plate-Regisseurs "Beto" Alonso entfloh. Anschließend wechselte er zu Leeds United, wo ihn der spätere Weltmeistertrainer Carlos Bilardo 1981 auslöste. Er holte ihn zu Estudiantes, wo Sabella zu einer Legende wurde, als Spieler - und Trainer.

2009 gewann Sabella mit Estudiantes die vierte Copa Libertadores der Klubgeschichte. Und hatte im folgenden Weltpokalfinale die vielleicht beste Mannschaft, die der FC Barcelona je hatte, am Rande der Niederlage; erst in der 89. Minute erzwang Pedro die Verlängerung, in der Barcelona mit 2:1 gewann. Seine Taktik erklärte Sabella später in einem brillanten, zehnminütigen Vortrag. Doch seine Arbeit beruhte nicht nur auf Taktik, wie er einmal der Zeitschrift El Gráfico sagte. "Als Trainer musst du a) wissen, worum es geht; b) Zeit in deine Arbeit stecken; und c) als Mensch verlässlich sein." Das war er, im Kleinen wie im Großen, ohne dass davon viele Menschen erfuhren. In seinem Haus in La Plata waren oft Obdachlose zu Gast, sie erhielten einen Teller Essen oder auch ein Dach über dem Kopf. Zum Beispiel nach den katastrophalen Überschwemmungen von 2013. Doch das wollte er nie in den Zeitungen lesen.

Im Jahr 2011 übernahm Sabella Argentiniens Nationalelf, Lionel Messi sollte später sagen, dass es seine schönste Zeit im himmelblauweißen Trikot war. Sie blieb unvollendet. Denn im Weltmeisterschaftsfinale von Rio de Janeiro 2014 verlor Argentinien mit 0:1, gegen das DFB-Team von Joachim Löw.

Vor nicht allzu langer Zeit erhielt Sabella den "Premio Democracia", gestiftet von einem progressiven Medienhaus, und es wurde deutlich, wie sehr ihn die Niederlage in seinem letzten Spiel als Trainer schmerzte. In seiner Dankesrede erinnerte er an die Worte, die er den Spielern in der Kabine mitgegeben hatte: "Wir müssen würdig sein. Wir müssen unseren Kameraden und unseren Rivalen gegenüber würdig sein, im Sieg und in der Niederlage würdig sein." Als er zum Ende kam, versagte seine Stimme: "Es tut mir leider in der Seele weh...", sagte er noch, ehe die Hand, mit der er das Mikrofon hielt, zu zittern begann, ihm Tränen die Augen schossen, und er dann doch noch den Satz zu Ende zu führen konnte: "...diesen Pokal nicht geholt zu haben. Für uns, für Argentinien."

Sabellas Tod mache ihn traurig, ließ Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch der Süddeutschen Zeitung ausrichten. Die einzige persönliche Begegnung sei das Finale gewesen. Er habe sich weit vor der WM mit Argentinien beschäftigt und festgestellt, dass es Sabella gelungen war, "aus Individualisten und Superstars mit einer unglaublichen spielerischen und technischen Klasse eine Einheit, ein Team zu bilden". Sabella, so Löw, sei "ein ruhiger, analytischer Trainertyp" gewesen, der auf ihn "sehr souverän" gewirkt habe und "ein Trainer mit einer klaren Spielidee" gewesen sei.

Er habe großen Respekt vor seiner Arbeit und seiner Mannschaft gehabt. Aber vor allem sagte Löw dies: "Nach dem Finale hat mir Sabella trotz seiner Enttäuschung sofort gratuliert. Er war voller Anerkennung und Respekt. Dieser Moment wird mir in Erinnerung bleiben." Es macht wohl anschaulich, dass die Argentinier, die ihre Tränen um Maradona noch nicht trocknen konnten, nun auch um einen Menschen weinen, von dem sie nicht nur etwas über Fußball lernten, sondern auch über das Leben.


https://www.sueddeutsche.de/sport/aleja ... -1.5142623







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