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Nilkheimer
Granadaseggl
Geht mir auch so, war einer der Besten. Viele hielten ihn für einen Schmock, vermutlich wegen seiner näselnden Stimme und seiner latenten Affektiertheit. Aber er war unabhängig und ein origineller, humanistischer Denker.

Sehr schade.
Zuletzt geändert von Nilkheimer am 8. Februar 2016 20:46, insgesamt 1-mal geändert.
Brandstiftung, Steuerhinterz. (inkl. Zollzeug), UrhG-Verstöße, vers. Körperverletzung, (evtl.) Kindesmisshandlung und TierschG-Delikte, Umweltdelikte u. Betrug u. nun - NOCH TAUFRISCH - BtMG-Sachen: Stern des Südostens.
-- Volle Steuern. Echt wahr, Mann.



Tifferette
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Halbdaggl
Heute vor einem Jahr ist Sir Terry Pratchett verstoben. Hier ein kleiner feiner Nachruf: http://www.zeit.de/kultur/literatur/201 ... er-nachruf

Meine Top 5, gleichzeitig Buchempfehlungen:
- Small Gods
- Guards! Guards! bzw. Men at Arms (kann mich da nicht entscheiden)
- Pyramids
- Reaper Man
- Good Omens (mit Neal Gaiman)

Wird vielleicht mal wieder Zeit, das eine oder andere davon in die Hand zu nehmen.
'Of all the gin joints in all the towns in all the world, she walks into mine.'


Tifferette
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Halbdaggl
Frank N Furter hat geschrieben:
Tifferette hat geschrieben:Heute vor einem Jahr ist Sir Terry Pratchett verstoben.


Mitte diesen Jahres wird The Long Cosmos ersterscheinen.


Hmmmnm, joa, ich weiß nicht. Das erste Buch fand ich interessant, aber das zweite dann eher flach. Die ganze Grundidee ist ja wirklich nett, aber so ganz ohne Story (bzw. diesen hanebüchenen Kram, den sie im zweiten Buch angeflanscht haben) geht es halt nicht, finde ich.

Gerade erschiene ist übrigens Fall of Light, der nächste Spin-Off des Malazan Book of the Fallen von Steven Erikson. Hardcorefantasy für krasse Nerds. Ich kann es kaum erwarten. :)
'Of all the gin joints in all the towns in all the world, she walks into mine.'

Monitor
Schoofseggl
Gerade begeistert zu Ende gelesen:

Keigo Higahsino >> Verdächtige Geliebte

Wer die Mörderin ist, steht von Anfang an fest:
Yasuko hat ihren gewalttätigen Exmann getötet.
Doch dann bietet ihr verliebter Nachbar Ishigami an,
ihr ein Alibi zu verschaffen.

Womit das Mathe-Genie allerdings nicht rechnet, ist der
ebenso brillante Gegenspieler, den die Polizei auf ihn
angesetzt hat. Ishigami, der Mathelehrer, gegen Dr. Yukawa,
den Physiker - der fesselnde Wettkampf zweier Superhirne beginnt.

~
Sehr angenehme Schreibweise, deshalb lese ich gleich

Keigo Higashino >> Heilige Mörderin

Nach dem Tod ihres Mannes fällt der Verdacht sofort auf die schöne Ayane, die aber zum
Zeitpunkt des Mordes verreist war. Wer hat also das Kaffeewasser mit Arsen vergiftet?
Die Polizei stappt im Dunkeln. Ohne Kusanagis Wissen bittet seine junge Assistentin Utsumi
den genialen Physiker Yukawa um Hilfe. Aber auch für das Superhirn scheint das Verbrechen
nicht auflösbar zu sein. Zunächst jedenfalls...

Feine japanische Krimis, die ich mit einem besonders feinen Pinot Noir genieße.
War vor einigen Tagen auf Weinprobe.

Mit den japanischen Namen tu ich mir ein wenig schwer.
Yasuko Hanaoka, Shinji Togashi, Kishitani, Kusanagi, Misato, Utsumi, Yukiko, Yoshitaka Mashiba, Masaharu Fukuyama, Tatsushiko, ...


Zum Glück muss ich das namentlich nicht nacherzählen, wer was gesagt und getan hat.



CoachingZone
Granadaseggl
Weil ich gerade im Filmthread durch "Silence" an die Christianisierung des mittelalterlichen Japans erinnert worden bin, möchte ich hiermit die Tetralogie "Der Clan der Otori" von Lian Hearn empfehlen:

Das Schwert in der Stille
Der Pfad im Schnee
Der Glanz des Mondes
Der Ruf des Reihers

Ein mit mystischen und phantastischen Elementen ausgeschmücktes "Game of Thrones" im mittelalterlichen Japan, das auch die Umbrüche durch Christianisierung und Aufkommen der Feuerschusswaffen thematisiert, v.a. aber mit einer dramatischen Wucht davon erzählt, wie selbst ein prosperierendes Reich an den Rand des Untergangs gebracht werden kann, solange es Gruppierungen gibt, die sich als Verlierer sehen und/oder ausgeschlossen werden, weil sie auf ihren Vorteilen beharren und sich eigensinnig gegen das Gemeinwohl stellen.

Hortensie
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Seggl
Danke, Coaching Zone.....ich bin auf der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk für eine bestimmte Person....und Dein Tipp passt dafür perfekt.

Für den bevorstehenden Urlaub habe ich mir leichte Kost vorgenommen. Matthias Brandt mag ich als Schauspieler und Typ sehr. Mal sehen, wie er mir als Schriftsteller gefällt.

http://www.zeit.de/kultur/literatur/201 ... uille-buch


Achja, und Max Goldt gastiert im April 2017 in Stuttgart, Tübingen und Reutlingen.

http://www.katzundgoldt.de/termine.htm
"Toren bereisen in fremden Ländern die Museen, Weise gehen in die Tavernen."
(Erich Kästner)


CoachingZone
Granadaseggl
@schwaebi

Ich habe die Bücher in der Stadtbücherei kennengelernt. Als ich sie mir besorgen wollte, waren sie im Buchhandel nur noch als Paperback zu erwerben. Habe dann über www.medimops.de die Hartcover-Versionen "gebraucht", aber in sehr gutem Zustand (wie neu) gekauft. Hab gerade nachgesehen, die führen die Bücher noch.


vivafernanda
Granadaseggl
Hi schwaebi!

Vor ca. 100 Jahren hast Du mir mal in einem anderen Bücherfred"The uncommon Reader" empfohlen. Heute hab ich´s aus dem Regal gezogen und dem Hrn V. auf den Nachttisch gelegt, weil er die Serie "The "Crown" so mag. Ich denke, er wird wie ich, die lesewütige Queen lieben...
Für Euphorie ist´s stets zu früh.


Mietmaul
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Granadaseggl
Ich habe über den Jahreswechsel drei Bücher gelesen und jedes ist auf seine Art sehr empfehlenswert.

Tobias Escher, Vom Libero zur Doppelsechs - Eine Taktikgeschichte des deutschen Fußballs
Klappentext hat geschrieben:Der Taktikexperte Tobias Escher zeigt in einem spannenden Überblick, wie sich Fußball in Deutschland in den letzten 100 Jahren entwickelt hat. Welche Strategie wählt ein Team? Weshalb spielte 1975 jede Mannschaft mit einem Libero und 2015 stattdessen mit einer Doppelsechs? Und wie wurde Deutschland 2014 Weltmeister? Escher erzählt in seinem Buch, wie sich das Spiel über die Jahre verändert hat, welche Taktik sich durchsetzen konnte und welche Gegentaktik erfolgreich war. Er erklärt, wie sich Trainer die Änderung der Abseitsregel zunutze gemacht haben und dass sich Fußballtrainer in Deutschland immer wieder von taktischen Innovationen aus dem Ausland inspirieren ließen: vom englischen Kick ’n’ Rush übers Catenaccio bis hin zum Gegenpressing.
Pep Guardiola, Jürgen Klopp, Thomas Tuchel erfinden das Rad nicht komplett neu, viele Spielideen existierten in Ansätzen bereits früher: Sie wurden in Amsterdam, Barcelona oder England entwickelt, von Trainern wie Sepp Herberger oder Hennes Weisweiler nach Deutschland gebracht. Raumdeckung ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts, auch wenn Manndeckung lange ein deutsches Markenzeichen war – viele taktische Spielzüge haben eine lange Geschichte.

Die Schilderung der Anfangsjahrzehnte ist manchmal etwas redundant. Das ist aber schon der einzige Makel. Eine sehr kurzweilige und kompakte Übersicht. Faszinierend, die Entwicklung von der 2-3-5-Formation der süddeutschen Clubs Anfang des 20. Jahrhunderts zu den heutigen Formationen, Strategien und Spielformen. Unnötige Nerdformulierungen, wie man sie auf spielverlagerung.de (Escher ist ein Mitbegründer und schreibt dort häufig) leider oft lesen muss, bleiben hier die Ausnahme. Sollte jeder, der sich für Taktik interessiert, gelesen haben.

http://www.rowohlt.de/taschenbuch/tobia ... sechs.html


Erich Follath, Jenseits aller Grenzen - Auf den Spuren des großen Abenteurers Ibn Battuta durch die Welt des Islam
Klappentext hat geschrieben:Ibn Battuta gilt als der "Marco Polo des Orients": Der große Abenteurer bereiste im 14. Jahrhundert weite Teile der damals bekannten Welt, seine 30-jährige Odyssee führte ihn von Marokko über Mekka, Konstantinopel und die Krim bis nach Samarkand, Indien, Indonesien und China. Das einigende Band der von ihm bereisten Länder war der Islam, den Ibn Battuta in seinen Schriften als Religion des Fortschritts und der Toleranz schildert. 700 Jahre nach Ibn Battuta hat sich Erich Follath auf die Spuren des "Königs aller Reisenden" begeben und begegnet einer fundamental veränderten islamischen Welt: An zwölf Orten, die Ibn Battuta wichtig waren und die immer noch einen besonderen Klang haben, zeigt Follath eindrucksvoll, wo die islamische Welt heute steht, mit welchen Problemen sie kämpft und welche Herausforderungen sie zu bewältigen hat.

Das Buch wurde in einer Rezension als "exzellenter politscher Reisejournalismus" beschrieben. Dem brauche ich nichts hinzuzufügen. Nur eines: Etwas schaurig war der Moment, als ich Ende des Jahres die Nachrichten über den Anschlag auf das Reina in Istanbul gehört habe und tags zuvor die Schilderungen über diesen Club in dem Buch gelesen hatte.


Michael Köhlmeier - Zwei Herren am Strand - Roman
Klappentext hat geschrieben:Winston Churchill und Charlie Chaplin zwei Giganten der Weltgeschichte, so unterschiedlich wie nur möglich und doch enge Freunde. Der eine schuf als weltberühmter Komiker das Meisterwerk "Der große Diktator", der andere führte mit seinem Widerstandswillen eine ganze Nation durch den Krieg gegen Adolf Hitler. Michael Köhlmeier hat erkannt, was in diesem unglaublichen Paar steckt: die Geschichte des 20. Jahrhunderts zwischen Kunst und Politik, Komik und Ernst.

Mir war gar nicht bewusst, dass Michael Köhlmeier auch Romane schreibt. Und dieser hier ist billant. Mehr Lobhudelei ist hier zu finden.

https://www.perlentaucher.de/buch/micha ... trand.html

Monitor
Schoofseggl
Kürzlich erhielt ich einen überraschenden Anruf, dass ich diese Woche dem Schriftsteller
T.C. Boyle hautnah und face to face über sein neues Buch "Die Terranauten" zuhören dürfte, zusammen mit Denis Scheck.

Gesagt, getan. Es war ein großartiger und unterhaltsamer Abend.

Die Terranauten

In einem geschlossenen Ökosystem unternehmen Wissenschaftler in den neunziger Jahren in den USA den Versuch, das Leben nachzubilden. Zwei Jahre lang darf keiner der acht Bewohner die Glaskuppel von "Ecosphere 2" verlassen. Egal, was passiert. Touristen drängen sich um das Megaterrarium, Fernsehteams filmen, als sei es eine Reality-Show. Eitelkeit, Missgunst, Rivalität - auch in der schönen neuen Welt bleibt der Mensch schließlich doch, was er ist.


Fast hätte T.C. Boyle nicht aus den USA ausreisen können. Gibt's des? Es gab ernsthafte Probleme am US-Flughafen mit seinem Pass und es war gar nicht so einfach für ihn, nach Deutschland zu reisen. Kein Witz.

Er meinte, dass Herr Tr. ihn so gerne mögen würde, dass er ihn womöglich deshalb nicht ausreisen lassen wollte. Er könnte aber diese vermutete Sympathie zu H. Tr. leider nicht erwidern.

Auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, selber in dieser Glaskuppel zu leben, meinte er, dass
er schon nach kurzer Zeit alle Mitbewohner erschlagen hätte und noch viel Grausligeres ..... mehr.

T. C. Boyle wuchs als Sohn eines Schul-Hausmeisters (janitor) und einer Sekretärin in bescheidenen
Verhältnissen auf und war der Erste in der Familie, der studierte. Erst mit 25 Jahren wusste er, für welche
berufliche Laufbahn er sich 100 % entscheiden wollte. Davor wechselte er mindestens dreimal die Richtung.

Seltsam, auf der Wikipediaseite steht, dass sein Vater Busfahrer gewesen wäre. Er selber sagte:
Janitor / Hausmeister in einer Schule.

Den High-School-Abschluss schaffte er nur knapp. Er handelte sich in den letzten Jahren auf der High-School den Ruf als Herumtreiber und Schulversager ein


Auf die Frage von Denis Scheck, ob er sich jetzt nach vielen Jahren zu einem viel besseren Autoren
entwickelt hätte, wollte er nicht direkt bejahen. Seine Frau hatte ihn schon in früheren Jahren
kritisch aufgezeigt, dass ihr die Frauenfiguren damals oft sehr "flach" geschildert vorkamen,
was er bestätigte (nicht nur die Frauen).

Er lebt ja in Santa Barbara und hätte sich in Kalifornien auf die Warteliste für eine Gehirntransplantation
setzen lassen, leider wäre er im Moment erst auf Rang 3.924 (?) ****)
Vielleicht hilft es nach der OP.

Auf jeden Fall hat mich das Buch noch neugieriger gemacht. Davor konnte ich mich noch nicht ganz
dafür entscheiden. Das erste Kapitel hörte sich vielversprechend und unterhaltsam an.

Boyle:

"Ich stehe in Opposition zu allem, was Trump verkörpert"

"Ich werde immer ein linker Demokrat bleiben"


http://www.deutschlandradiokultur.de/t- ... _id=378553

****) Werde mich jetzt auch auf die Transplantationsliste setzen lassen, Rang 3.925 :roll:
Kann nicht schaden...



Monitor
Schoofseggl
jagdhuette hat geschrieben:Wir sind am Dienstag zur TC Boyle Lesung in Hamburg- also nicht spoilern :) - seine Bücher und auch die wenigen Lesungen, die ich besucht habe, begeistern mich immer.


:?

Sorry für jedwelche Spoiler.

Die knallroten Converse Chucks zum dezenten Anzügle des Meisters hatte ich gar nicht erwähnt....


Enjoy! ;)

~

Santa Barbara als Alterswohnsitz? Ned schlecht. Gestern sagte ich noch zu meinen Jungs, dass ich mich
in TÜ niederlassen würde. Allerdings hätte ich große Schwierigkeiten, mich mit dem Rollator auf dem extrem unebenen Kopfsteinpflaster fortzubewegen, und die vielen Stäffele sind ein Kreuz....
Manchmal ist es so steil wie in Seattle oder Frisco. Hat schon was.

So ab und an würde ich mal überfallmäßig meine Jungs in Downtown TÜ besuchen (einnisten). Die wären dann nach einer Weile froh, wenn Mum sich nach einiger Zeit wieder hinter die sieben Berge oder sieben Meere weit weg verziehen würde.

Ich muss mir einen anderen Alterssitz suchen.


Paleto Gaffeur
Halbdaggl
Deswegen sagte ich ja auch VORSTELLEN...Eine schöne Vorstellung....Bis man eine real estate Website öffnet. :cyclops:

Aber Berlin geht gut. Da brauch ich kein real estate mehr erwerben :mrgreen:

Rote Chucks zum Anzug? Gähn....Kann ja jeder. :arr:

schwaebi
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Granadaseggl
TC Boyle geht immer.

Aber die rosa-türkis karierten Socken zum grauen Anzug von Julian Barnes toppt er damit natürlich keineswegs *g*

Bzgl. Santa Barbara: hab ich schon durch - war ein nettes Jahr da. Aber Toskana wäre mir glaub lieber.

(*Trampel-auf-die-Kacke-hau-Modus aus*)

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