529 Beiträge



darkred
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Halbdaggl
Produktmanager Steffen von Deetzen ergänzt: "Wir können so viel gezielter die Social-Media-Kanäle bespielen und Geschichten abseits der Ergebnisberichterstattung generieren. Das bringt qualitativ wertvollen Content und stärkt die Bindung der User."

Mittlerweile trauen sich immer mehr Redaktionen an Roboterjournalismus heran.


"Qualitativ wertvoller Content" ... ganz bestimmt!

Manchem Ads-Propagandist ist aber auch kein "Argument" zu scheinheilig, um noch mehr Profit aus dem News-Biz raus zu rationalisieren.

Computergenerierte Inhalte für die Mehrfachverwertung, das wäre doch auch der nächste, logische Schritt für unsere Stuttgarter Zeitungslandschaft, oder? 8)

CoachingZone
Granadaseggl
darkred hat geschrieben: Computergenerierte Inhalte für die Mehrfachverwertung, das wäre doch auch der nächste, logische Schritt für unsere Stuttgarter Zeitungslandschaft, oder? 8)


Bist du dir bei der Stuttgarter Presse sicher, dass das nicht bereits gemacht wird?
Wahrscheinlich sind alle sog. Journalisten virtuelle Kunstfiguren mit dediziert programmierten Charaktereigenschaften - und für die wenigen öffentlichen Auftritte kann man ja mal einen Schauspieler mieten... ;)

RedBlues
Granadaseggl
CoachingZone hat geschrieben:
darkred hat geschrieben: Computergenerierte Inhalte für die Mehrfachverwertung, das wäre doch auch der nächste, logische Schritt für unsere Stuttgarter Zeitungslandschaft, oder? 8)


Bist du dir bei der Stuttgarter Presse sicher, dass das nicht bereits gemacht wird?
Wahrscheinlich sind alle sog. Journalisten virtuelle Kunstfiguren mit dediziert programmierten Charaktereigenschaften - und für die wenigen öffentlichen Auftritte kann man ja mal einen Schauspieler mieten... ;)


Ich glaube kaum, dass die sich so viele mühe gemacht haben Charaktereigenschaften zu definieren?

Haber
Granadaseggl
Au Mann! Ich habe hier auf dem Schreibtisch 30 Zeitungsartikel über die Tübinger POP-Band "Familie Hesselbach" liegen. Wo bekomme ich die software, die daraus einen geilen Artikel schreibt, der meine persönlichen Erlebnisse miteinbezieht?
"Noi, noi. I gang alloi hoim."


redrum
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Schoofseggl
Bei reinen Meldungen wäre nicht einmal etwas dagegen einzuwenden.

Am Sonntag um 14 Uhr spielte in der Kreisklasse A E-Dorf gegen F-Weiler im YX-Stadion 2:1. Die Führung von E-Dorf erzielte YYYY in der 24. Minute. F-Weiler glich in der 60 Minute durch CCCCC aus, bevor HHHH den Siegtreffer in der 90. Minute erzielte.

Das kann eine Software genauso gut machen.

Aber das ist sicher nicht das Ende der Fahnenstange. Und da wird es dann unfein.


Manolo
Grasdaggl
Sieben Thesen über die Qualität der Medien und ihre Beziehung zur Bevölkerung

Institut für Kommunikationswissenschaft, Medien - zwischen Wahrheit und Lüge? Permalink
Bürgerversammlung

Am 10.5.2016 fand die 5. Bürgerversammlung in Dresden unter dem Motto "Wie geht es weiter in Dresden" statt. Titel der Veranstaltung: "Medien - zwischen Wahrheit und Lüge?" (vgl. Flurfunk vom 6.5.2016).

Einer der Referenten war Prof. Lutz M. Hagen vom Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden. Sein Kurzvortrag bestand aus "sieben Thesen über die Qualität der Medien und ihre Beziehung zur Bevölkerung".

Seine mündlich vorgetragenen Thesen dokumentieren wir hier:
Zur Qualität des Journalismus

1) Journalismus war noch nie fehlerfrei und kann es auch nicht sein

Schon in den ersten Untersuchungen der sog. "Accuracy-Forschung", die in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts stammen, zeigt sich das fast die Hälfte der dort untersuchten Nachrichten zumindest kleinere Fehler enthielten. Journalismus muss unter hohem Zeitdruck und oft schwieriger Quellenlage Aussagen treffen. Da bleiben Fehler nicht aus.

2) Die Qualität des Journalismus in Deutschland hat in den vergangenen Jahrzehnten messbar abgenommen

Kommunikationswissenschaftliche Befunde zeigen seit den Achtziger Jahren Boulevardisierungstendenzen im Fernsehen und in den Printmedien (mehr Drama und Oberfläche, weniger Analyse). Sei den Neunziger Jahren hat zudem das Internet dazu geführt, dass das Qualitätskriterium "Aktualität" immer wichtiger geworden ist, das im Zielkonfikt mit anderen Kriterien steht (etwa: Richtigkeit, Relevanz, Vielfalt, Ausgewogenheit…). In den letzten Jahren haben sich zudem die Voraussetzungen für den Journalismus durch sinkende Einnahmen verschlechtert. Kommunikationswissenschaftliche Befunde belegen daher eine (bislang noch moderate) Abnahme der Qualität.

3) Die Qualität des deutschen Mediensystems rangiert international immer noch an der Spitze

Die Befunde der Kommunikationswissenschaft zeigen, dass die journalistische Qualität in anderen Ländern sich nicht besser entwickelt hat. Deutschland verfügt noch über viele Qualitätsmedien und eine relativ vielfältige Pressestruktur. In den weitaus meisten Ländern der Welt steht es schlechter, oft sehr viel schlechter um die Pressefreiheit als in Deutschland.

4) Die Ressourcenkrise der Medien bedroht ihre Qualität schon in naher Zukunft massiv

Die Erlösmodelle aus der Print-Welt funktionieren im Internet nicht mehr. Leser/Hörer/Seher bezahlen bislang kaum etwas für Inhalte. Werbeerlöse fallen deutlich geringer aus als bei gedruckten Medien. In der Folge wurden und werden Stellen von Journalisten abgebaut. Diese Entwicklung läuft seit einigen Jahren und wird sich noch verschärfen. Die Folgen für die Pressequalität und -vielfalt werden erst noch deutlich verspürt werden.
Zur Beziehung zwischen Medien und Bevölkerung

5) Das Vertrauen der Bevölkerung in die Medien ist schon seit langem gestört

Nur eine Minderheit der Bevölkerung gibt in Deutschland an, dass sie den Medien vertraut. Dies ist schon seit einigen Jahren so und zeigt sich auch in anderen Ländern mit freien Medien. Die jüngste Diskussion um die sog. "Lügenpresse" hat diesen Trend seit dem vergangenen Jahr nur etwas verschärft. Die starke Zunahme der Macht der Medien in der zweiten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts hat Misstrauen und Reaktanz ausgelöst.

6) Deutsche Journalisten haben Nachholbedarf, um die Bevölkerung zu repräsentieren

Viele kommunikationswissenschaftliche Studien zeigen, dass Journalisten, was ihre Herkunft und ihre Ansichten angeht, in den meisten Ländern nicht dem Durchschnitt der Bevölkerung entsprechen und z.B. in politischer Hinsicht mehrheitlich eher links stehen. Auch sind die Vorstellungen von Journalisten von ihrem Publikum oft nur vage. Für Deutschland ist überdies ein journalistisches Selbstverständnis typisch, das erzieherische Elemente trägt. Diese Besonderheit im Vergleich zum angelsächsischen Journalismus ist allerdings mit der Kommerzialisierung in den vergangenen Jahren schwächer geworden. Wie die Forschung außerdem zeigt, transportieren Medien ganz überwiegend Meinungen der politischen Eliten, wenn man darunter die Regierung und die in den Parlamenten vertretenen Parteien versteht (sog. Indexing). Auch lässt sich nachweisen, dass die Pressearbeit mächtiger Akteure Medieninhalte stark prägt. Ein Sonderfall stellt der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland dar, der ausgesprochen stark durch Parteipolitik geprägt wird. In den neuen Bundesländern kommt noch hinzu, dass außer den Regionalzeitungen (die nach der Wende sämtlich von westlichen Großverlagen übernommen wurden) kaum spezielle informationsjournalistische Angebote existieren.

7) Das Internet entfesselt das Publikum und bringt damit Segen wie Fluch

Im Internet ist eine zweite mediale Öffentlichkeit entstanden. Sie ermöglicht es, Fakten aus den traditionellen Massenmedien kritisch zu hinterfragen und an anderen Quellen zu prüfen. Dabei wächst die Gefahr in einer "Filter Blase" nur noch Bestätigung zur erfahren, aber wenig Information zu erhalten, die die eigenen Ansichten kritisch herausfordert. Auch trägt die Anonymität in den Netzen dazu bei, dass Anstandsregeln eher missachtet werden, die für rationale und fruchtbare Diskussionen gelten. Kommunikationswissenschaftlich gut belegt ist der sog. "feindselige Medien-Effekt" ("Hostile Media Phenomenon"). Demnach nehmen Anhänger von ausgeprägten Ansichten die Berichterstattung als unfair und entgegengesetzt wahr – und zwar auch dann, wenn ausgewogen berichtet wird. Dass die Medien bei der Ausübung ihrer öffentlichen Aufgabe, die auch Kritik und Kontrolle umfasst, vor allem in der digitalen Sphäre nun selbst verstärkt kritisiert und kontrolliert werden, sollte man nicht nur als Problem, sondern vor allem auch als Chance begreifen - ein Chance auf mehr Sorgfalt, mehr Rechenschaft und bessere Publikumsorientierung in Zusammenarbeit mit dem Publikum.

http://www.flurfunk-dresden.de/2016/05/ ... oelkerung/
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Frank N Furter
Himbeertoni
Habt ihr die Glyphosat-Geschichte ein wenig verfolgt?
Die Deutschen Medien stellen das Thema durchweg so dar, als seien die Studien die dazu gemacht wurden widersprüchlich. Davon kann aber überhaupt keine Rede sein. Die Studien sind vollkommen eindeutig: Glyphosat stellt keinerlei Gefahr für Menschen dar. Das Molekül ist so polar, dass Säuger es so gut wie gar nicht über den Darm aufnehmen können. Man müsste wahnsinnig große Mengen davon (fr)essen (ein Mensch der 70 Kilo wiegt ca. 5 Kilo Glyphosat), damit überhaupt nur kleinste Spuren in den Kreislauf kommen. Alle großen Studien, von der WHO bis zum NIH und der EU haben das ergeben. Wobei es für Glyphosat bisher überhaupt keinen Nachweis gibt, ob in Spuren oder hohen Dosen, dass es überhaupt gesundheitsschädlich ist.

So weit so schlecht. Jetzt kommt der eigentliche Skandal:

Die Grünen haben eine Studie in Auftrag gegeben, wonach Glyphosat in Muttermilch auftauchte. Die Studie genügte keinerlei wissenschaftlichen Kriterien und war an allen Ecken und Enden tendenziös (um nicht zu sagen mutwillig gefälscht). Nach dieser Studie wurde eine Konzentration, noch immer 4000fach unterhalb des Erlaubten in Muttermilch gemessen. Bei einer Studie, basierend auf einer viel größeren und deshalb überhaupt erst aussagekräftigen Stichprobe die wiederum die WHO in Auftrag gab, um die von den Grünen beauftragte Studie zu überprüfen, ergaben sich überhaupt keine Glyphosat-Reste in Muttermilch also Null. Die Studie maß Glyphosat direkt, während die erste Studie der Grünen allen ernstes glaubte, man können Glyphospat über artverwandte Abbauprodukte eindeutig nachweisen, welche aber bei anderen Stoffwechselvorgängen ebenfalls im Körper entstehen (Das ist so unwissenschaftlich, dass selbst ein Voodoo-Priester dagegen wie ein Physik-Nobelpreisträger erscheint).
Was machen die Grünen da, das sollten mal gute Journalisten recherchieren, anstatt dummes Zeug nachzuplappern.

Es kommt aber noch dicker:

Glyphosat wird weltweit als Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt. Dadurch wurde es auch erstmals ärmeren Bauern möglich Landwirtschaft wieder kommerziell zu betreiben. Denn Glyphosat ist wahnsinnig billig, der Patentschutz längst abgelaufen und China stellt das Zeug für ein Taschengeld her. Deshalb muss der Bauer nicht mehr Unkraut pflügen und spart den Einsatz von Traktoren und natürlich Sprit, letztlich fossile Brennstoffe. Der globale Impact ist enorm, das lässt sich ja sehr leicht ahnen.
Glyphosat wird seit den 80iger Jahren in Europa verwendet. Keinerlei Evidenz für Nachteile jeglicher Art. Es ist ressourcenschonend, schont die Böden (es verhindert Erosion, weil man sogar jetzt Unkraut aktiv anpflanzen kann um Erosion zu verhindern, statt die Äcker Wind und Regen brach zu überlassen - das ist fast der allergrößte Vorteil an Glyphosat!).

Die Grünen schaden mit ihre Aktivitäten hier den selbst vorgegebenen Zielen von Umweltschutz und Dritter-Welt-Hilfe! Warum? Und warum existiert kein deutscher Journalist der da recherchiert? Warum übernehmen ARD und ZDF blind die Skandalisierung? Warum kommt die SPD plötzlich auf das dünne Brett sich hier gegen die CDU zu stellen und ebenfalls eine Verlängerung der Zulassung in Frage zu stellen? Was nützt es Bayer, wenn die Monsanto-Aktien fallen....?

Übrigens: jeder Laie, kann diese Fragen nach 30 Minuten Internet-Recherche stellen. Hier sind überhaupt keine Spezialkenntnisse erforderlich oder die Einsicht in geheime Akten.

Plan B
Granadaseggl
Alles richtig, aber ein Grüner würde jetzt behaupten Lügenpresse.

Aber die meisten Journalisten haben keine Ahnung von Naturwissenschaft, die glauben alles was man Ihnen erzählt.
Die Krönung war bei uns in der Zeitung (Tagesanzeiger) als es um die Vergiftung durch radioaktiven Abfall ging, dass Polonium zu Calcium zerfällt.

:shock:

:cry:

Herr, lass Hirn ra.

Ich war nahe dran. mich als Nichtjournalist für den Posten zu bewerben mit dem Kommentar, ich hätte mehr Ahnung vom Fachgebiet.

Aber am Traurigsten an obigem Post ist, dass (meine) SPD sich wieder mal anbiedern muss, je nach Thema entweder zu Grün oder zu CDU. Früher war das noch eine Partei, die mit dem notwendigen Skeptizismus an den Fortschritt geglaubt hat und zu ihrer Position gestanden ist.

:|
Meine Muttersprachen sind Ironisch, Sarkastisch und Zynisch.

redrum
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Schoofseggl
@frank'nfurter: Ganz so einfach, wie du das darstellst ist es nicht. Es gibt einige Studien die sehr kritisch über Glyphosat urteilen. Zum Beispiel diese http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20695457 oder diese http://www.gmwatch.eu/files/Chaco_Gover ... nglish.pdf oder diese hier http://www.gmoseralini.org/wp-content/u ... X_2009.pdf . Man könnte auch diese nehmen: http://www.producao.usp.br/bitstream/ha ... sequence=1

Eine Minute googeln. Und ein bisschen Allgemeinbildung. Dann waren sie gefunden.

Keine einzige davon wurde von den "Grünen" in Auftrag gegeben.

Das Thema wird sehr wohl wissenschaftlich kontrovers diskutiert. Also Ball flach halten. Eine solche Einengung auf einen Blickwinkel, wie du sie vornimmst, ist eigentlich ein Merkmal des Kuh-Journalismus. Stichwort Boulevardisierung.

Und nein, ich diskutiere jetzt nicht über Glyphosat. Kein Interesse.
Zuletzt geändert von redrum am 23. Mai 2016 19:43, insgesamt 1-mal geändert.


Manolo
Grasdaggl
Plan B hat geschrieben:Aber die meisten Journalisten haben keine Ahnung von Naturwissenschaft, die glauben alles was man Ihnen erzählt.|


Ist sicher richtig. Die meisten Journalisten haben Poltik, Geschichte oder eine Sprache studiert. Würde auch der These zustimmen, dass es deutlich mehr linke als rechte Journalisten gibt. Trägt natürlich zum falschen Lügenpresse-Urteil oder der Vermutung Journalisten seien fremd gesteuert bei. Im Wahrheit schreiben sie aber einfach, was sie selbst für richtig halten.
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Manolo
Grasdaggl
redrum hat geschrieben:@manolo: http://www.vocer.org/journalisten-warum ... re-nutzer/

Ein paar steile Thesen, die die junge Dame da aufstellt. Journalismus als "Produkt". Das ist in der Rwalität sicher einigermaßen stimmig, widerspricht jedoch dessem Wesen.


ich glaube da verstehst du sie falsch oder hat eine imo falsche auffassung, was journalismus leisten soll. ich verstehe sie so, dass journalisten danach schauen sollten, was die leser überhaupt lesen wollen und nicht nur das schreiben, was sie selbst für wichtig halten. kann man natürlich übertreiben und so das niveau absenken (eben indem man nur noch nette fotos von kätzchen bringt), aber sie schreibt ja auch, dass sie eben nicht glaubt, dass die leser nur das wollen. dank neuer medien können die journalisten in der tat auch besser sehen, was ankommt und was nicht.
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publicenemy
Granadaseggl
Im Wahrheit schreiben sie aber einfach, was sie selbst für richtig halten.


Das ist dann hoffentlich als Kommentar kenntlich gemacht. Ansonsten sollen sie schreiben, was sie sehen, hören, aus diversen Quellen erfahren und dann hoffentlich einer objektiven Wahrheit ziemlich nahe kommt.

Manolo
Grasdaggl
war missverständlich ausgedrückt. ich meinte damit nur, dass kaum ein journalist bewusst/vorsätzlich falsche dinge (lügen) schreibt.
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fkAS
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Granadaseggl
Frank N Furter hat geschrieben:...
Die Grünen schaden mit ihre Aktivitäten hier den selbst vorgegebenen Zielen von Umweltschutz und Dritter-Welt-Hilfe! Warum? Und warum existiert kein deutscher Journalist der da recherchiert? Warum übernehmen ARD und ZDF blind die Skandalisierung? Warum kommt die SPD plötzlich auf das dünne Brett sich hier gegen die CDU zu stellen und ebenfalls eine Verlängerung der Zulassung in Frage zu stellen? Was nützt es Bayer, wenn die Monsanto-Aktien fallen....?

Übrigens: jeder Laie, kann diese Fragen nach 30 Minuten Internet-Recherche stellen. Hier sind überhaupt keine Spezialkenntnisse erforderlich oder die Einsicht in geheime Akten.


Es gibt auch Artikel, die mir recht ausgewogen und fundiert erscheinen, bspw.
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2016-0 ... -eu-verbot

IMHO kann man in 30 Min. dazu nicht selbst die Primärliteratur durchforsten und Studien als Laie bewerten. Man wird genügend Studien finden, die negative Auswirkungen beschreiben. S. redrum, aber deren Bedeutung für die Frage, ob ein Verbot zwingend, sinnvoll oder ein Fehler wäre, können Laien nicht mal eben so schnell erfassen. Die methodische Qualität einzelner Studien werden die meisten auch nicht korrekt bewerten.

de mappes
Spamferkel
Glyphosat stellt keinerlei Gefahr für Menschen dar. Das Molekül ist so polar, dass Säuger es so gut wie gar nicht über den Darm aufnehmen können.


polarität allein reicht nicht aus, um auschließen zu können, dass eine geringe resorption im körper stattfindet.
das nur am rande, ohne mich in das thema eingelesen zu haben...
Don't criticize what you can't understand

redrum
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Schoofseggl
@manolo: Die junge Dame hat jetzt ihre Start-up-Butze aufgemacht und ist auch fürchterlich stolz darauf und ich persönlich wünsche ihr, dass sie damit Erfolg hat. Aber irgendwann hat sie in der Journalistenschule nicht aufgepasst. Sie schreibt über den Journalismus und meint die content-Erstellung. Der Reisebericht vom Mount Everest. Content. Der Autotest, die Fußballberichterstattung, die Home-Story. Content. Sogar die Meldungen über Kämpfe in Falludshah oder ein abgesoffenes Flüchtlingsboot sind ohne Kontext reiner content. Tucholsky bezeichnete dies als horizontalen Journalismus. Der Redakteur oder Reporter berichtet nur aus einem allgemein anerkannten Weltbild heraus, letztendlich weiß der Leser oder Zuschauer, was ihn erwartet. Und zugegeben, in Zeitungen, Nachrichtenportalen oder im TV macht dieser Journalismus 90 Prozent aus.

Böse Zungen behaupten ja, dass dieser horizontale Journalismus nur dazu da sei, den freien Platz zwischen zwei Anzeigen zu füllen. Dem stimme ich ausdrücklich nicht zu. Sowohl der Reise- als auch der Spielbericht haben ihre Berechtigung. Meldungen sowieso. Nur, die extreme Fokussierung auf reine content-Erstellung macht den Journalismus gesichtslos und langweilig. Einzelne Zeitungen sind austauschbar. Ein content-Ersteller kann heute für die FAZ arbeiten und morgen für die TAZ.

Die Leute schimpfen über die Mainstream-Medien. Warum? Weil content im Vordergrund steht. Dieser verkauft sich eben nur über möglichst große Buchstaben oder über die Skandalisierung von Alltäglichem. Und natürlich ist eine hübsch aufgemachte Story ein Verkaufsargument. Aber eben nur eines. Ein untergeordnetes. Ein BWL-Argument, kein journalistisches.

So sorge ich nicht für besseren Journalismus.

In deinem link geht es um die Qualität des Journalismus, diese ist der guten Frau jedoch ziemlich wumpe. „Ich brauche nicht einmal eine gute Idee, die wird schon besser, je mehr Feedback ich dafür bekomme.“ Was für ein Blödsinn. Eine schlechte Idee bleibt auch dann eine schlechte Idee, wenn ich sie mit hundert Leuten bespreche.

Journalismus ist ein Kind der Aufklärung. Es geht dabei zuerst um Information und verschiedene Perspektiven. Um Inhalte, nicht die Verpackung. Und damit bin ich beim vertikalen Journalismus. Der Beleuchtung von Hintergründen und Zusammenhängen.

Was ist die tolle Geschichte vom Mount Everest gegen den Bericht eines Reporters, der das Leben in Falludshah beschreibt? Was ist näher an unserer erlebten Wirklichkeit? Die Homestory aus dem Hause Effenberg oder Reportage über eine fünfköpfige Familie in H-IV-Verhältnissen? Wo ist die Relevanz eines Tests des Bentley Continental, der nur schlappe 250.000 € kostet?

Es geht um Themen nicht Verpackungen. Das begreift Frau Timm nicht. Es geht um Zielgruppen und wie ich für diese berichten muss. Auch davon erwähnt sie kein Wort. Entlarvend ist ihr Satz: „Das ist sicherlich nichts für Leute, die Edelfedern sein wollen. Die brauchen wir auch, irgendwer muss ja die Inhalte schreiben.“ Genau diese Inhalte sind jedoch journalistisches Handwerk. Und diese Inhalte finden auch ihre Abnehmer, wenn sie interessant genug sind. Da sind dann irgendwelche apps und schöne Layouts Schmuck, die die Geschichte ansprechend machen, aber das eigentlich Wichtige ist das Auge für ein Thema und die gekonnt handwerkliche Umsetzung. Und daran hapert es in der deutschen Medienlandschaft oftmals gewaltig und das sollte ihr Thema sein.

Manolo
Grasdaggl
redrum:
Journalisten haben sich darüber bislang keine Gedanken gemacht. Es herrschte oft die Haltung, dass die Menschen sich doch freuen sollen, dass wir unser Wissen über sie ergießen. Weil das heute nicht mehr funktioniert, sollte das schon in der Ausbildung zumindest einmal angerissen werden. Und das funktioniert am besten, wenn Journalisten diese drei Dinge tun: User-first denken, Technologie umarmen und in letzter Konsequenz auch mal darüber nachdenken, ihre Projekte selbst umzusetzen – zum Beispiel mit einem Startup.


Zumindest bis "User-first" hat sie einfach Recht und egal, ob es einem nun gefällt oder nicht, Artikel müssen auch "verkauft" (also an den Mann/Frau gebracht werden) und dafür braucht es auch eine gute Verpackung sowie das Setzen auf neue Verbreitunsgformen. Pessimisten meinen, dass dabei die Qualität auf der Strecke bleiben wird, ich meine, dass dies zumindest langfristig nicht der Fall sein muss. Denn, wenn der Journalist sich Gedanken macht, was der Leser eigentlich will, wird er auch wissen, dass die Qualität wollen. Ob die auch zu liefern ist, ist dann eher die Frage, die Verleger beantworten müssen. Wenn weiter Personal abgebaut und immer schlechter bezahlt wird eher nicht. Wobei Start-Ups von Journalisten evtl. tatäschlich ein Weg aus diesem Dilemma sind.
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fkAS
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Granadaseggl
So what? Stimmt halt auch beides.
Die Bundesbank schraubte zugleich ihre Erwartungen für die deutsche Konjunktur geringfügig zurück. Insgesamt sei der Aufschwung robust und werde durch eine lebhafte Binnennachfrage getragen. Im laufenden Jahr werde die Wirtschaftsleistung um 1,7 und 2017 um 1,4 Prozent anziehen. Im Dezember hatte die Bundesbank für 2016 noch mit einem Plus von 1,8 Prozent und für 2017 von 1,7 Prozent gerechnet. Für das Jahr 2018 erwarten die Notenbank-Volkswirte ein Wachstum von 1,6 Prozent.