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Lombaseggl
Medienfreiheit in der Schweiz - Artikel aus dem Tagi

https://www.tagesanzeiger.ch/sonntagsze ... y/28376883

Lektion über die Medienfreiheit
24.02.2018

Milliardär Roman Abramowitsch wollte ­Passagen in Online-Artikeln der SonntagsZeitung ­löschen lassen. Das Gericht lehnte ab: Es sei keine «Zensurbehörde».

Danach folgt eine Lektion in Sachen Pressefreiheit in der Schweiz. Das Bundesgericht habe festgehalten, «die Freiheit der Medien gehöre zu den zentralen Ausprägungen der freien Meinungsäusserung, sie habe die Funktion eines Bindeglieds zwischen Staat und Öffentlichkeit und diene auch der Kontrolle der Behörden». Das höchste Schweizer Gericht habe sich dabei auf die Meinungs- und Medienfreiheit berufen, wie sie in der Bundesverfassung verankert sei.


Noch ist nicht entschieden, ob künftig über die Hintergründe von Abramowitschs Aufenthaltsgesuch in der Schweiz berichtet werden darf. Die SonntagsZeitung wird vor Gericht dafür kämpfen, dass sie die Geschichte vollständig erzählen kann.

Die Kanalinsel Jersey nimmt ihn


Falscher Schweiz-Sitz für Abramowitsch

Laut einem Eintrag im britischen Handelsregister wohnt Oligarch und FC-Chelsea-Boss Roman Abramowitsch seit Monaten in der Schweiz. Doch dem ist nicht so.

07.02.2018

https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/st ... y/31510127

In Grossbritannien hatten Bewohner mit Hauptwohnsitz im Ausland, genannt «Residents Non-Domiciled», lange nur sehr geringe Steuern bezahlen müssen. Jüngst wurden die Fiskalgesetze verschärft, die auch viele Oligarchen angezogen hatten. Ein praktisch steuerfreier Aufenthalt ist neu nur noch 15 bis maximal 20 Jahre möglich. Dies bewegt einige Superreiche, über einen Wegzug aus dem Königreich nachzudenken.



Wiki > Medien in der Schweiz

Politische Ausrichtung

Eine 2011 durchgeführte Untersuchung von Roger Blum am Institut für Medienwissenschaft der Universität Bern teilt die Standpunkte der Schweizer Presse wie folgt den politischen Lagern zu:[2]

Rechts (im Sinne Erhaltung alter Werte, SVP): Die Weltwoche, Schweizerzeit, Il mattino della domenica.

Rechtsliberal (wirtschaftspolitisch reformerisch im Sinne der Rechts-FDP und gemässigten SVP, für
Staatsabbau): NZZ, NZZ am Sonntag, Basler Zeitung, Luzerner Zeitung, Corriere del Ticino.

Mitte (gleich grosser Abstand nach allen Seiten, gemässigt oder gar meinungslos, für Ausgleich): Blick, Der Sonntag, SonntagsZeitung, Aargauer Zeitung, St. Galler Tagblatt, Berner Zeitung, Der Bund, Le Matin, Le Matin Dimanche, Le Temps, Le Nouvelliste, Basellandschaftliche Zeitung.

Linksliberal (gesellschaftspolitisch reformerisch, für soziales Engagement des Staates): Tages-Anzeiger, Die Südostschweiz, SonntagsBlick, 24 heures, Tribune de Genève, La Liberté, L’Hebdo, La Regione Ticino.

Links (im Sinne einer «Gegenöffentlichkeit» für radikale Emanzipation der Abhängigen): Die Wochenzeitung, Le Courrier.
I could write several novels about what I do not know


Manolo
Grasdaggl
Spahn äußerte sich in dem Interview auch zum Twitter-Verhalten von Journalisten des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Er fordert Zurückhaltung von Journalisten öffentlich-rechtlicher Medien bei privaten Meinungsäußerungen in Sozialen Netzwerken. Der CDU-Politiker sprach sich dafür aus, bei Redakteuren öffentlich-rechtlicher Sender gleiche Maßstäbe anzulegen wie bei Mitgliedern der Bundesregierung.

„Es gibt Tweets von Redakteuren des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, die sind einfach nur politisch eindeutige Kommentare und sehr subjektiv“, sagte Spahn: „Da steht zur Absicherung drüber: privater Account.“ Solle er jetzt auch immer klarstellen, wenn er sich privat äußert, fragte Spahn: „Ich bin Mitglied der Regierung. Entsprechend werden Sie meine Zitate einsortieren. Die gleichen Maßstäbe sollten für Journalisten gelten.“

Der Deutsche Journalisten-Verband widerspricht Spahn nun. „Der Minister möge zur Kenntnis nehmen, dass die in der Verfassung garantierte Meinungsfreiheit für alle Bürger dieses Landes gilt, auch für Journalistinnen und Journalisten“, stellt DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall klar. „Die von Herrn Spahn gewünschte Zurückhaltung ist nichts anderes als politisch verordnete Selbstzensur.“ So lange für den Leser klar zu erkennen sei, dass es sich bei dem Tweet um die persönliche Meinung des Verfassers handelt, dürften für Journalisten keine anderen Regeln gelten als für alle anderen Twitter-Nutzer.
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Tifferette
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Halbdaggl
Bei dem merkt man, dass er einige ganz grundlegende Dinge nicht verstanden hat.

Wo ich ihm recht geben würde, wenn er es denn so formuliert hätte: Journalisten sollten sich bewusst sein, dass sie auch als Privatpersonen die öffentliche Meinung mitprägen, und dass alle Disclaimer der Welt nicht dazu führen, dass das Publikum sauber dem Journalist und der Privatperson trennen können. Daher ist weniger häufig mehr. Aber das ist weit weg von Spahns "lustigen Gedanken".
'Of all the gin joints in all the towns in all the world, she walks into mine.'

Frank N Furter
Himbeertoni
Ohne dass ich wissen kann (und will) ob Spahnferkelchen auch das Nachfolgende in seine Gedanken einbezogen hatte, halte ich die Aussagen vom Journalisten Harald Schuhmann über die "innere Pressefreiheit" für beachtenswert*



*Sagt man immer so "beachtenswert". Man müsste ein neues deutschen Wort kreieren, das mit wenig Buchstaben sagt: "Argumente-deren-Einbeziehung-in-die Debatte-notwendig-sind".



de mappes
Spamferkel
Tifferette hat geschrieben:Bei dem merkt man, dass er einige ganz grundlegende Dinge nicht verstanden hat.

Wo ich ihm recht geben würde, wenn er es denn so formuliert hätte: Journalisten sollten sich bewusst sein, dass sie auch als Privatpersonen die öffentliche Meinung mitprägen, und dass alle Disclaimer der Welt nicht dazu führen, dass das Publikum sauber dem Journalist und der Privatperson trennen können. Daher ist weniger häufig mehr. Aber das ist weit weg von Spahns "lustigen Gedanken".


So ist es...dem kann man zustimmen
Wenn von einem Moderator klare Tendenzen aus privaten Tweets bekannt sind, wirft das auf Interviews und diskussionen im politischen bereich eben ein ganz anderes Licht
Don't criticize what you can't understand

Plan B
Granadaseggl
Tifferette hat geschrieben:Die Antwort auf diese Frage könnte einige Forumsuser beunruhigen.


:mrgreen:

Auch wenn der Spruch hier drin meines Wissens nicht ganz neu ist.
Meine Muttersprachen sind Ironisch, Sarkastisch und Zynisch.

Manolo
Grasdaggl
Tifferette hat geschrieben:Bei dem merkt man, dass er einige ganz grundlegende Dinge nicht verstanden hat.

Wo ich ihm recht geben würde, wenn er es denn so formuliert hätte: Journalisten sollten sich bewusst sein, dass sie auch als Privatpersonen die öffentliche Meinung mitprägen, und dass alle Disclaimer der Welt nicht dazu führen, dass das Publikum sauber dem Journalist und der Privatperson trennen können. Daher ist weniger häufig mehr. Aber das ist weit weg von Spahns "lustigen Gedanken".


Ist sicherlich so, dass sie diese mitprägen. Ist aber bei allen in der Öffentlichkeit stehenden menschen so und das sollten auch alle wissen. Daher würde ich da keinen Sonderfall Journalist aufmachen. Zumal tweets für mich ohnehin in die kategorie Kommentar fallen und es imo davon eher mehr als weniger geben sollte. Wenn das Publikum das nicht trennen kann, sollte man zuvorderst mehr für die Medienbildung tun (sollte man ohnehin).
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Southern Comfort
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Granadaseggl
Ich verstehe auch grundsätzlich das Problem nicht. Sollen doch alle Ihre politische Meinung sagen dürfen. Auch Journalisten und deren Herausgeber. Der Leser entscheidet doch, ob das dann kaufen will oder nicht. Der Spahn will wahrscheinlich ein bisschen Waffengleichheit gegenüber denjenigen Journalisten erzeugen, die ihm seine Sätze um die Ohren hauen. Und natürlich hat er einen Ansatzpunkt, wenn man von einem guten Journalisten auch etwas differenziertere Analysen als die Parteihauptlinie erwarten kann. Daraus allein lässt sich aber keine Forderung ableiten - imho. Die brächte uns ins weitaus gefährlicheres Fahrwasser. Da muss der Herr Spahn halt mit seinem Frust leben, wenn er die Frankfurter Rundschau aufschlägt. Soll er ihn doch abbauen, indem er seine Meinung über derartigen Journalismus ebenso frei kundtut: "Diese Darstellung ist in meinen Augen einseitig und verfehlt." Das ist sogar noch höflicher als Strauß, Wehner et al. und bedient sich nicht dieser furchtbaren Propaganda aus Amerika (fake news), die jetzt hier auch schon Fuß fasst.
Zuletzt geändert von Southern Comfort am 5. April 2018 17:29, insgesamt 1-mal geändert.

Manolo
Grasdaggl
de mappes hat geschrieben:
Tifferette hat geschrieben:Bei dem merkt man, dass er einige ganz grundlegende Dinge nicht verstanden hat.

Wo ich ihm recht geben würde, wenn er es denn so formuliert hätte: Journalisten sollten sich bewusst sein, dass sie auch als Privatpersonen die öffentliche Meinung mitprägen, und dass alle Disclaimer der Welt nicht dazu führen, dass das Publikum sauber dem Journalist und der Privatperson trennen können. Daher ist weniger häufig mehr. Aber das ist weit weg von Spahns "lustigen Gedanken".


So ist es...dem kann man zustimmen
Wenn von einem Moderator klare Tendenzen aus privaten Tweets bekannt sind, wirft das auf Interviews und diskussionen im politischen bereich eben ein ganz anderes Licht


Und das ist dann gut oder schlecht für den Zuseher/Zuhörer? Ich meine, es ist gut, wenn mehr Licht ins dunkel kommt.

Für den Journalisten selbst ist es dagegen eher schwierig, da der Vorwurf der Parteilichkeit schneller kommen und "belegt" werden kann und beim Jobverlust die Jobsuche erschwert wird.
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Southern Comfort
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Granadaseggl
Manolo hat geschrieben:
de mappes hat geschrieben:
Tifferette hat geschrieben:Bei dem merkt man, dass er einige ganz grundlegende Dinge nicht verstanden hat.

Wo ich ihm recht geben würde, wenn er es denn so formuliert hätte: Journalisten sollten sich bewusst sein, dass sie auch als Privatpersonen die öffentliche Meinung mitprägen, und dass alle Disclaimer der Welt nicht dazu führen, dass das Publikum sauber dem Journalist und der Privatperson trennen können. Daher ist weniger häufig mehr. Aber das ist weit weg von Spahns "lustigen Gedanken".


So ist es...dem kann man zustimmen
Wenn von einem Moderator klare Tendenzen aus privaten Tweets bekannt sind, wirft das auf Interviews und diskussionen im politischen bereich eben ein ganz anderes Licht


Und das ist dann gut oder schlecht für den Zuseher/Zuhörer? Ich meine, es ist gut, wenn mehr Licht ins dunkel kommt.

Für den Journalisten selbst ist es dagegen eher schwierig, da der Vorwurf der Parteilichkeit schneller kommen und "belegt" werden kann und beim Jobverlust die Jobsuche erschwert wird.


Das ist dann aber auch Berufsrisiko und persönliches Pech des Journalisten. Wer nicht leserfähige Artikel schreibt, schreibt bald keine mehr.




de mappes
Spamferkel
Auswurf hat geschrieben:das ist im forum anders
- da schreibt man einfach immer weiter


Und eir bekommen kein Geld dafür...obwohl diese Beiträge oft besser recherchiert oder geschrieben sind :lol:
Don't criticize what you can't understand

de mappes
Spamferkel
Southern Comfort hat geschrieben:
Manolo hat geschrieben:
de mappes hat geschrieben:
So ist es...dem kann man zustimmen
Wenn von einem Moderator klare Tendenzen aus privaten Tweets bekannt sind, wirft das auf Interviews und diskussionen im politischen bereich eben ein ganz anderes Licht


Und das ist dann gut oder schlecht für den Zuseher/Zuhörer? Ich meine, es ist gut, wenn mehr Licht ins dunkel kommt.

Für den Journalisten selbst ist es dagegen eher schwierig, da der Vorwurf der Parteilichkeit schneller kommen und "belegt" werden kann und beim Jobverlust die Jobsuche erschwert wird.


Das ist dann aber auch Berufsrisiko und persönliches Pech des Journalisten. Wer nicht leserfähige Artikel schreibt, schreibt bald keine mehr.


Denke das sieht jeder zuseher/hörer anders...ich finde Neutralität sehr wichtig...andere freuen sich Vielleicht, wenn ein konservativ eingestellter journalist einen linken auseinander nimmt (überspitzt dargestellt)
Don't criticize what you can't understand

Manolo hat geschrieben:Und das ist dann gut oder schlecht für den Zuseher/Zuhörer? Ich meine, es ist gut, wenn mehr Licht ins dunkel kommt.


Absolut – wenn man Zeit investiert um sich zu informieren, dann gehört auch dazu, dass man weiß wer da schreibt oder spricht. Ein bisschen Hintergrund. Das ist fürs Verständnis nicht nur gut, sondern eigentlich notwendig.


Manolo hat geschrieben:Für den Journalisten selbst ist es dagegen eher schwierig, da der Vorwurf der Parteilichkeit schneller kommen und "belegt" werden kann und beim Jobverlust die Jobsuche erschwert wird.


Nö. Jeder hat eine Stimme. Wie soll ein Journalist über ein Jahr hinweg, einen Job hinweg, oder über die ganze Karriere hinweg “neutral” sein? Das ist eine ganz merkwürdige Idee. Das sind doch Menschen – natürlich ist deren Stimme von deren Überzeugungen gefärbt.

Es ist praktisch unmöglich, mehr als fünf Zeilen über politische Themen zu schreiben, ohne eine gewisse Tendenz erkennen zu lassen. Man kann, soll und muss nicht tendenzfrei schreiben – allein die Wortwahl macht einen Unterschied, oder welche Stellen man streicht, wenn es zu lang geraten ist. Auch ganz wurscht ob da “Kommentar” drübersteht oder nicht. Man kann verschiedene Formate (Bericht/Kommentar) voneinander trennen, aber doch nicht den Autor von seiner Arbeit. Das ist eine ganz ulkige Idee. Geht nicht.

Der Leser muss halt lesen können. Das ist nicht immer leicht, aber das kann man lernen.

Manolo
Grasdaggl
Nice:
Kann man so sehen, wenn es nur um die rezipienten ginge. Bei der jobsuche dürften es aber imo leute leichter haben, die öffentlich weniger meinungsstark agieren.

Mappes:
Um neutralität kann sich jeder journalust bemühen, ganz schaffen wird es imo keiner.
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Auswurf
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Halbdaggl
neutralität? ist das ein idealzustand?
Die setzt ja den fragenden gott voraus, der die antwort auf alles ist und kennt.
Stillstand wäre vielleicht, auf der suche nach der wahrheit,
sich ihrer nicht von verschiedenen seiten anzunähern..
denke ich nach schachweizenabend

Unter Westfalen
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Granadaseggl
Der Leser muss halt lesen können. Das ist nicht immer leicht, aber das kann man lernen.


Das ist der entscheidende Satz.

Zu Zeiten der legendären Regierungen von Johannes Rau in NRW wurde der WDR von Schwarzgelb als "Rotfunk" beschimpft. Dabei war und ist der WDR für seine unabhängige Berichterstattung bekannt. Just in dieser Zeit moderierte mit Christa Cloppenburg jahrzehntelang eine stramme CDU-Journalistin beim WDR. Ihre Meinung konnte man aber bereits nach dem 2. Satz erkennen. So geht Meinungsfreiheit.

Mir ist nicht bekannt, dass es bei den Sendern SDR, SWF, SWR oder BR ähnlich bekannte linksorientierte Journalisten gab oder gibt.

Ein besonders schönes Beispiel war Siegmund Gottlieb beim BR. Das war kein Journalist, sondern Stichwortgeber für CSU-Granden.

Interessant, sich mal seine Vita anzusehen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Sigmund_Gottlieb

Noch strammerer CSU-Soldat war Wolf Feller:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wolf_Feller

Legendär ist sein Interview mit dem damaligen hessischen Ministerpräsidenten Oswald. In dem dieser ihn nach Strich und Faden zerlegte. Hatte nie wieder erlebt, dass Feller fassungslos war.

Inzwischen ist er im CSU-Himmel. R.i.p.
Jezzd gang I ahans Brennale, drengg abor ned