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sturgtr
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Granadaseggl
vivafernanda hat geschrieben:Meinst Du jetzt also, dass Dir die Blockbuster nicht gefallen haben?
Denn angelegt waren sie ja reichlichst.


genau das meinte ich. Liegt auch zum Großteil an der Franchise-Manie, da hierdurch wenig originelle Filme im Big-Budget Bereich entstehen. Force Awakens und Fury Road waren im Blockbuster-Segment letztes Jahr sicherlich die besten Vertreter - und selbst die beiden waren eigentlich nur sehr gut gemachte Reboot-Sequels. Ist ja auch in Ordnung, dass es solche Filme gibt. Aber daneben dürften bitte auch mal wieder originelle Blockbuster entstehen.

50-80 Mio teure Filme werden durch Erfolge von Deadpool, Kingsman oder Arrival hoffentlich wieder etwas mehr gefördert. Aber wenn man sieht, dass bspw. Martin Scorsese von Studio zu Studio gegangen ist und niemand Silence finanzieren wollte, dann ist das schon traurig...
It’s called chemistry, I have it with EVERYBODY.


Monitor
Schoofseggl
Als kleines Mädchen durfte ich mit meiner Mutter die Winnetou-Filme in Untertürkheim im Kino ansehen.
Wir hatten keinen Fernseher, bis ich 16,5 war. Es war für uns damals ein unvergessliches Erlebnis.

Die Originaldrehtorte von damals sind mir natürlich bekannt, weil ein Teil meiner Familie in Kroatien lebt.

Wie schon erwähnt, kann ich mit dem neuen Old Shatterhand nichts anfangen. Für mich eine
Fehlbesetzung. Mit dem neuen Winnetou kann ich mich anfreunden.

Gestern schaute ich mir am späten Abend noch Ausschnitte von den Dreharbeiten an und war
ebenso enttäuscht. Langweilig.

Mehrere Drehorte sind mir auch bestens bekannt. Mein Schwiegersohn ist u. a. in den Gegenden als
Forstingenieur tätig. Novi Vinodolski und Velebit-Gebirge.

http://narod.hr/hrvatska/foto-pogledajt ... inodolskog

https://www.kroati.de/kroatien-infos/wi ... lmung.html

~

Ähnlich wie bei den Winnetou-Neuverfilmungen war ich auch mit dem Remake von
Die rote Zora mehr als enttäuscht. Im Original-Film spielten viele Verwandte und Freunde mit.
Ich war zufällig bei den Dreharbeiten vor Ort.
Die Rote Zora-Darstellerin war aus Peć / Kosovo, Branko, damaliger Hauptdarsteller ist ein Verwandter, Nikola ist ein Freund von uns, die meisten Darsteller waren Kroaten bis auf einige Deutsche (ist schon lange her).
Als Die rote Zora dann im damaligen Jugoslawien gezeigt wurde, waren alle Freunde und meine
Familie total enttäuscht und traurig. Logisch, man synchronisierte den Film auf Serbisch und niemand
wollten ihn mehr im Original ansehen. Die wahre Geschichte spielte sich ja in einem kroatien Küstenort ab, wo auch ein besonders ausgeprägter Dialekt gesprochen wird.

Man empfand es so, als hätte man die Sissi-Filme auf plattdeutsch oder sächsisch gezeigt.

sturgtr
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Granadaseggl
vivafernanda hat geschrieben:Es sind halt die jungen Männer, die das heutige Kino finanzieren.

Nicht die Scorsesegugger.



Es geht hier ja nicht um einen 200 Mio teuren Blockbuster.

Wenn jemand wie Scorsese nen Film machen möchte, dann müssen dafür die nötigen Mittel gefunden werden, zumal er ja den Film unbezahlt drehte!
It’s called chemistry, I have it with EVERYBODY.

de mappes
Spamferkel
vivafernanda hat geschrieben:puh, franky.

Also Til Schweiger als Regisseur und Produzent geht ja gar nicht.

Ich fand, allerdings schon etwas älter, Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit, seehhr super.

Der bewegte Mann, Der Schuh des Manitou, Goodbye Lenin, Papa ante Portas, Ödipussi, Knocking on heavens door, Schtonk!, Männer, Free Rainer... alles gute bis sehr gute Filme... und da fehlen noch´n paar. Bei einem weiß ich den Titel nicht mehr, da karren zwei Typen eine Leiche durch ganz Deutschland, auch sehr nett..


wenn ich deine liste unten lese, darf ich aber festhalten, dass du Schweiger als Schauspieler schon gerne siehst...

de mappes
Spamferkel
Auch wenn ich mich seit Jahren in den diversen VfB-Seggl-Foren (mein Fachgebiet ist der VfB Stuttgart ) mit unzähligen ausführlichen Fußballbeiträgen aktiv beteiligt habe,


@monitor

möchtest du es hier nicht auch wieder damit versuchen?
das täte dem forum sicher gut

vivafernanda
Lombaseggl
ja, das tue ich oder vielmehr tat ich.

Wenn der Schweiger gut geführt wird, dann kann er auch was.

Aber nicht, wenn er darf wie er will. Dafür reicht sein Talent nicht.
Für Euphorie ist´s stets zu früh.



jagdhuette
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Granadaseggl
Monitor hat geschrieben:Zu Winnetou später...!

Heute möchte ich mir unbedingt Nachtcafe ansehen zum Thema Dialekt u. a. mit Harald Schmidt.

http://www.swr.de/nachtcafe/sendung-am- ... index.html

Markenzeichen Dialekt

Du, ganga mer gschwend a Bierle zischa?“ Wenn der Schwabe seinen neuen norddeutschen Kollegen nach Feierabend in die Eckkneipe einladen will, dann ist die erste spontane Reaktion ein irritiertes Stirnrunzeln.


Auch wenn ich mich seit Jahren in den diversen VfB-Seggl-Foren (mein Fachgebiet ist der VfB Stuttgart :arr: ) mit unzähligen ausführlichen Fußballbeiträgen aktiv beteiligt habe, muss ich gestehen, dass ich den schwäbischen Dialekt u. a. nicht gerne höre.

Ich bin teils in Stuttgart aufgewachsen und schwätz im Ländle mehr oder weniger schwäbisch, wenn
Schwaben dabei sind. Ansonsten spreche ich unter Nichtschwaben überwiegend Standarddeutsch mit / ohne Akzent.

Mit schwäbischen Wortbeiträgen habe ich kein Problem, wenn sie nicht übertrieben von manchen
Usern eingesetzt werden,

Wenn ich einen Joachim Löw (erwähnte ich schon, dass ich Namensabkürzungen ebensowenig hören mag > Jogi, Schweini, Klinsi, Rudi, Gabi) irgendwo in den Medien höre, schalte ich sofort um. Bei ihm empfinde ich Schwäbisch besonders unerotisch / unerträglich und *%$§"*** :shock:

Bei Günther Oettinger geht es mir genauso, nicht bei allen Schwaben.

Bei Denis Scheck stört es mich nicht, zudem hat er sein Standarddeutsch inzwischen beinahefast
aggsendfrey verbessert.

Eine meiner engsten und langjährigen Freundinnen wuchs in einem kleinen katholischen Ort auf der schwäbischen Alb auf und lebte dann eine Weile in Israel, wo sie ihren späteren Mann kennenlernte, der
aus Betlehem stammte. Sie zog mit ihm viele Jahre nach Berlin und danach in die Nähe von Bonn und
legte ihr Älblerisch komplett ab, zumindest für die Kontakte, die nichts mit ihrem Dorf und der Familie zu tun hatten. Sie spricht akzentfrei Standarddeutsch und noch einige andere Sprachen.
Beruflich hat sie mit §§ und Sprachen zu tun.

Eines Tages bekam ich unerwartet ein Telefonat mit. Ein Familienmitglied hatte sie von der Alb ra angerufen und ich hörte sie nach über 10 Jahren Freundschaft zum ersten Mal breit Älblerisch schwätzen.
Als sie auflegte, switchte sie wieder zum gewohnten akzentfreien bzw. dialektfreien Standarddeutsch über. Sie hat eine sehr angenehme Stimme, nicht wenn sie Älblerisch schwätzt.

Während meiner Internatszeit hatte ich für einige Jahre das Schwäbische auch total abgelegt und mir dann irgendwann (leider) wieder langsam angewöhnt.

Meine Kinder sprechen kein Schwäbisch.

Ein Teil meiner Familie wohnt in Mittelfranken und ich finde Fränkisch *****, dagegen habe ich mit
Bayrisch keine Probleme.


Die Sprachtherapeutin Ariane Willikonsky weiß, welch verheerende Wirkung Dialekte haben können: Dates können nach wenigen Minuten platzen, Bewerbungen scheitern, Karrieren vorschnell enden. Deshalb lehrt sie in ihrem Sprechinstitut Hochdeutsch als Fremdsprache. Die Sprecherzieherin ist überzeugt: „Das Wesen der Menschen spiegelt sich in ihrer Sprache.“


Dieses Jahr saß auf einem Langstreckenflug eine Schweizerin vor mir, die während des 11-Stunden-Fluges einen jungen Mann aus Hamburg ohne Punkt und Komma vollquatschte. Ich konnte mich trotz Kopfhörer
nicht auf die Filme konzentrieren. Im Flieger schlafe ich nie.

Nach der Ankunft und zwei Flügen, begab ich mich zum National Terminal zum dritten Flug und sie
verfolgte mich und sprach mich auf Schwyzerdütsch an, ob ich auch mit ihr weiterfliegen würde,
nach Bride Lake (da wohnte mal Kachelmann und einige Schwaben, die ich kenne).

Ich murmelte übermüdet und genervt bewusst auf Schwäbisch, dass ich woanders hinfliege und
dass ich gerade keine Zeit (zum Schwatzen) hätte. Ich kannte ja schon vom Mithören ihre
komplette Lebensgeschichte. Sie strahlte mich trotzdem an:

"Oh, ein Schwäbli, meine Schwester ist auch mit einem Schwäbli zusammen und wohnt in Bridge Lake
auf einer Ranch!"

Seitdem bekomme ich das "Oh, ein Schwäbli" nicht mehr aus dem Kopf. :arr:

(mit der Groß- und Kleinschreibung klappt auch nicht mehr so gut wie früher)

Danke für die nette(n) Anekdote(n) - bei manchem erkennt man sich schon wieder.

Ich verwende schwäbisch eigentlich auch nur als Familiensprache und hin und wieder als Geheimwaffe, um Sparsamkeit und Bodenständigkeit zu suggerieren. Das funktioniert bei bayrischem Akzent meiner Erfahrung nach ähnlich gut.
Mit Freunden aus BaWü im Urlaub schwätzt man auch mal schwäbisch. Und wie's der Teufel will hat man plötzlich Inge und Klaus aus Feuerbach (rein zufällig gewählte Namen und Ort) am Nachbartisch und wird vereinnahmt.

Löw und Öttinger sprechen tendenziell übrigens zwei komplett unterschiedliche Sprachen.

Kluftinger höre ich bspw auch immer gerne im Krimi schwätzen. Für mich der TV Vorzeigeschwob!


Plan B
Granadaseggl
Monitor hat geschrieben:Als kleines Mädchen durfte ich mit meiner Mutter die Winnetou-Filme in Untertürkheim im Kino ansehen.


:shock:

Jetzt bin ich erschüttert. Ich hatte Dich immer für einen Mann gehalten. Nicht, dass es einen Einfluss auf das hätte, was Du schreibst. Ich mag das.

Was mir bei Rogue One gefallen hat (spoilerfrei), aber das kommt ja auch immer mehr: Ich habe den in Originalsprache geschaut. Man hat da nicht versucht, die Schauspieler nachzukorrigieren. Der Frachtpilot hat leichten indisch-pakistanischen Akzent und Cassian hat auch den typischen Akzent eines romanischen Muttersprachlers. Die kommen ja auch im Film von sicher verschiedenen Planeten und da wird eine fiktive Universalsprache sicher auch in veschiedene Akzente/Dialekte zerfallen.

vivafernanda
Lombaseggl
Kluftinger ist ein Allgäuer und die würden sich freiwillig nicht selbst als Schwaben bezeichnen. Nicht mal die Württembergischen. Die nennen sich dann lieber Westallgäuer. Aber stammestechnisch sind sie einwandfreie Alemannen.
Für Euphorie ist´s stets zu früh.



Paleto Gaffeur
Granadaseggl
de mappes hat geschrieben:


Jetzt bin ich erschüttert. Ich hatte Dich immer für einen Mann gehalten. Nicht, dass es einen Einfluss auf das hätte, was Du schreibst. Ich mag das.



dasselbe dachte ich auch :)


Vllt wurde das mal irgendwann geändert :mrgreen: ...Wir hams nur nicht gemerkt :cyclops:

Tifferette
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Granadaseggl
Ähm, also Ihr tut hier ja so, als wären die alten Winnetoufilme künstlerisch wertvoll. Oder zumindest gut gemacht. Das ist doch Quatsch, das war auch damals schon dämlich geschriebener und auf niedrigem Niveau gemachter Mist. Nur ist man halt damit aufgewachsen. Und die Neuverfilmung führt das mit genau dem gleichen Anspruch liebevoll weiter.

Ein Kolumnist in der Süddeutschen (oder Zeit?) hat es sehr schön geschrieben - Winnetou ist ein deutsches Volksmärchen. Das indiziert auch schon irgendwie das Niveau. Genau so schaue ich mir das an, und das mit einer Menge Freude.
'Of all the gin joints in all the towns in all the world, she walks into mine.'


Tamasi
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Granadaseggl
Ich seh ja so aus wie Lex Barker. Tja, kannste nix machen.

:lol: :lol: :lol:

Tifferette hat geschrieben:Ähm, also Ihr tut hier ja so, als wären die alten Winnetoufilme künstlerisch wertvoll. Oder zumindest gut gemacht. Das ist doch Quatsch, das war auch damals schon dämlich geschriebener und auf niedrigem Niveau gemachter Mist.

Unsinn. Aus Winnetou 1 (Original) hat sich das Literarische Quartett entwickelt. Mit Reich-Ranicki als Winnetou-Rattler, Karasek als altersweiser Old Shatterhand und den besprochenen Büchern als Feuerwasser.




Nilkheimer
Granadaseggl
Tamasi hat geschrieben:Ich seh ja so aus wie Lex Barker.


Das kann ich bestätigen.
Brandstiftung, Steuerhinterz. (inkl. Zollzeug), UrhG-Verstöße, vers. Körperverletzung, (evtl.) Kindesmisshandlung und TierschG-Delikte, Umweltdelikte u. Betrug u. nun - NOCH TAUFRISCH - BtMG-Sachen: Stern des Südostens.
-- Volle Steuern. Echt wahr, Mann.