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Nilkheimer
Granadaseggl
Aber wann und wo, so sag's mir doch!
Brandstiftung, Steuerhinterz. (inkl. Zollzeug), UrhG-Verstöße, vers. Körperverletzung, (evtl.) Kindesmisshandlung und TierschG-Delikte, Umweltdelikte u. Betrug u. nun - NOCH TAUFRISCH - BtMG-Sachen: Stern des Südostens.
-- Volle Steuern. Echt wahr, Mann.



Bundes-Jogi
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Granadaseggl
jagdhuette hat geschrieben:Ich unterhalte mich momentan ganz gut an „after life“ auf Netflix. Sehr viel richtig lustige Dinge und trotzdem auch schön traurig. Passt zum Herbst.


AFTER LIFE?

:o :o :o :shock: :shock: :shock: :oops: :oops: :oops: :bounce: :bounce: :bounce:

Es war einmal ein armes, frommes Mädchen, das lebte mit seiner Mutter allein, und sie hatten nichts mehr zu essen. Da ging das Kind hinaus in den Wald, und begegnete ihm da eine alte Frau, die wußte seinen Jammer schon und schenkte ihm ein Töpfchen, zu dem sollt es sagen: "Töpfchen, koche," so kochte es guten, süßen Hirsebrei, und wenn es sagte: "Töpfchen, steh," so hörte es wieder auf zu kochen.

Das Mädchen brachte den Topf seiner Mutter heim, und nun waren sie ihrer Armut und ihres Hungers ledig und aßen süßen Brei, sooft sie wollten.

Auf eine Zeit war das Mädchen ausgegangen, da sprach die Mutter: "Töpfchen, koche," da kocht es, und sie ißt sich satt; nun will sie, daß das Töpfchen wieder aufhören soll, aber sie weiß das Wort nicht. Also kocht es fort, und der Brei steigt über den Rand hinaus und kocht immerzu, die Küche und das ganze Haus voll und das zweite Haus und dann die Straße, als wollt's die ganze Welt satt machen, und ist die größte Not, und kein Mensch weiß sich da zu helfen. Endlich, wie nur noch ein einziges Haus übrig ist, da kommt das Kind heim und spricht nur: "Töpfchen, steh," da steht es und hört auf zu kochen, und wer wieder in die Stadt wollte, der mußte sich durchessen.
JUHASZ! - GESUNDHEIT!

Strafraumgitarre
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Granadaseggl
Zu El Camino: :)

Southern Comfort hat geschrieben:Ich fand

el Camino

langweilig, aussagelos, nicht im Mindesten erhellend aber vor allem

unnötig.

Nostalgischer Fan service: so einfallsreich und so symbolschwanger wie Episode VII (it was so nice, they did it twice).

Neue Details, die den Charakter bereichern:

...


War es zwingend nötig, diesen Film zu machen? Vermutlich nicht. Hat es geschadet? Mitnichten!

Fan-Service? Sicherlich auch und ich persönlich habe mich darüber gefreut. Jedoch war das Ganze in keinster Weise anbiedernd. Gilligan hat nach sechs Jahren den Faden wieder aufgenommen und einfach nochmals stringent weitergesponnen, ohne dabei sein Vermächtnis zu beschädigen. Das muss man angesichts der vorhandenen Fußstapfen erst mal schaffen und das ist es auch, was ich ihm dabei hoch anrechne.

Neue Details zu den Charakteren? Glücklicherweise nicht, wozu auch? Die waren detailliertest geformt und (fast) auserzählt; es gab also keinerlei Grund, sie neu zu erfinden. Im Endeffekt wurde das Serienfinale um eine weitere Folge ergänzt, welche wiederum auf (sogar mehr als) Spielfilmlänge gestreckt war. Angesichts dessen, was in den zwei Stunden tatsächlich an Handlung passiert, wäre das sicher auch kürzer gegangen, dennoch wurde es mir keine Minute langweilig.

Hervorheben möchte ich neben der gewichtigen Rolle von Jesse Plemons vor allem die Performance von Aaron Paul als Jesse Pinkman. Die fand ich herausragend gut und die trägt auch die Geschichte mühelos über die ungewöhnlich lange Distanz. Und natürlich die Geschichte selbst, bzw. der unverkennbare Erzählstil von Vince Gilligan. All das zusammen ergibt für mich eine runde Sache, die zwar nicht gefehlt hätte, die ich aber dennoch, nun, da sie eben existiert, auch tatsächlich als bereichernd empfand.

Für mich bringt es somit das Fazit des SZ-Kommentars ganz gut auf den Punkt:
SZ hat geschrieben:Vince Gilligan hat keinen Wahnsinns-Film geschaffen, der mit irren Überraschungen aufwartet und sein eigenes Universum sprengt. Dafür aber eine seiner besten Serienfolgen, mit sechs Jahren Verspätung einfach hinten drangehängt. Es fühlt sich so an, als ob seit damals kein Tag vergangen wäre - und das sagt eigentlich alles über die andauernde Kraft dieser großen amerikanischen Erzählung.


Southern Comfort hat geschrieben:Hoffentlich lassen sie es jetzt in der Kiste. Es war brillant so, wie es war. Einfach ne runde Sache...

Also ich freue mich definitiv auf die nächste Staffel von Better call Saul. :D
Vorsprung durch Technik - der drahtlose Präsident

Southern Comfort
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Granadaseggl
Ich kann mich dem nicht anschließen. Bei mir bleibt das Gefühl zurück, dass alles, was man jetzt erzählt hat, auch in Season 5 hätte erzählen können. Hat man halt nicht. Dafür gab es einen Grund.

Wenn man jahrelang das Gefühl hatte, dass Pinkman noch keinen würdigen Abschluss bekommen hat, und man infolgedessen noch was nachschieben wollte, dann wird dieser Loop dem Anspruch nicht gerecht, weil es sich stilistisch nicht einfügt. Das war die große Stärke der Hauptserie, das macht der Spinoff hervorragend. Da wird jedesmal mit der Pinzette angerichtet. Jetzt habe ich zwei Stunden ein Leipziger Allerlei von Cameos auf dem Blechteller bekommen. Halb wundert man sich, dass bestimmte Figuren sogar gefehlt haben, weil die auch mal ein Gespräch mit ihm hatten...

Abgesehen vom stilistischen: Ich fand das dramaturgische Ende in der Hauptserie viel passender. Die Immer kompliziertere Beziehung zu WW war die Triebfeder für seine Storyline. Das wurde am Ende entknotet und Jesse bekommt endlich die Befreiung, die man ihm seit dreieinhalb Staffeln wünscht. Jetzt noch mal draufzuschauen, was aus ihm wurde... das macht es nicht besser. Es ist für mich (gell... alles hier isch imho) nicht mal relevant.

Wenn man dieses Thema anpackt, hätte es - passend zum bisherigen Verlauf - viel mehr Zeit gebraucht. Die Fragen, die sich stellen könnten, passen nicht in zwei Stunden. Der Nachfeilbedarf, den man haben könnte, ist nicht erledigt, wenn man die wenige Zeit, die man hat, mit Aufwärmen verbringt. Ich hätte mich also durchaus damit anfreunden können, Jesse auf eine längere Reise zu schicken, mit mehr Gelegenheiten zur behutsamen Beschau des seelischen Wracks. Aber das wäre für mich nur second best gewesen. Nenn mich ruhig konservativ.

Tifferette
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Halbdaggl
Boah, ich werde mich wohl für ein paar Tage von dem Fred hier fernhalten müssen.

:x
"Niemand urteilt schärfer als der Ungebildete. Er kennt weder Gründe noch Gegengründe und glaubt sich immer im Recht."

(Ludwig Feuerbach)

Tamasi
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Halbdaggl
Tifferette hat geschrieben:Boah, ich werde mich wohl für ein paar Tage von dem Fred hier fernhalten müssen.

:x

Zur Überbrückung kannst du versuchen, deinen legendären Frogger-Highscore zu knacken. Der steht bei 860,630 Punkten.

Hasenrupfer
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Granadaseggl
Strafraumgitarre hat geschrieben:
Sollte also außer mir noch jemand der Meinung sein, dass BB das beste Serien-Storytelling aller bislang bekannten Universen erschaffen hat: Anschauen! :D


Du meinst The Wi... äh, ok, die Geschichte wurde tatsächlich sehr stringent zu Ende erzählt. ;)

Man darf aber die armen Sopranos nicht vergessen, die erst mit dem ganzen Zeug angefangen haben, nur um dann in der South Jersey'schen Einöde zu versauern.

Bundes-Jogi
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Granadaseggl
Tamasi hat geschrieben:
Tifferette hat geschrieben:Boah, ich werde mich wohl für ein paar Tage von dem Fred hier fernhalten müssen.

:x

Zur Überbrückung kannst du versuchen, deinen legendären Frogger-Highscore zu knacken. Der steht bei 860,630 Punkten.



Oder seinen Cowboy-Anzug aus dem Schrank holen, und alle Lieder von Truck Stop hören und mitsingen...
Alternativ kann ich, falls das gewünscht wird, den kompletten Faust I und II hier posten. Will Quadflieg konnte den auswendig.
JUHASZ! - GESUNDHEIT!





Monitor
Lombaseggl
PARASITE (Südkorea) von Bong Joon-ho,

eine beißende Sozial-Satire - a-flat-out-masterpiece




Wenn sie sich nicht gerade mit Aushilfsjobs, wie dem Zusammenfalten von Pizzakartons über Wasser halten, versuchen sie in die hintersten Winkel ihrer Behausung zu kommen, um etwas vom WLAN der anderen Mitbewohner abzugreifen.


Familie Kim ist ganz unten angekommen: Vater, Mutter, Sohn und Tochter hausen in einem grünlich-schummrigen Keller, kriechen für kostenloses W-LAN in jeden Winkel und sind sich für keinen Aushilfsjob zu schade. Erst als der Jüngste eine Anstellung als Nachhilfelehrer in der todschicken Villa der Familie Park antritt, steigen die Kims ein ins Karussell der Klassenkämpfe.

Mit findigen Tricksereien, bemerkenswertem Talent und großem Mannschaftsgeist gelingt es ihnen, die bisherigen Bediensteten der Familie Park nach und nach loszuwerden. Bald schon sind die Kims unverzichtbar für ihre neuen Herrschaften. Doch dann löst ein unerwarteter Zwischenfall eine Kette von Ereignissen aus, die so unvorhersehbar wie unfassbar sind.

Der Gewinner der Goldenen Palme von Cannes hält, was dieser Preis verspricht: großes Kino mit größtmöglicher Spannung. Der gefeierte koreanische Regisseur Bong Joon Ho liefert mit PARASITE eine scharfe Satire mit viel bösem Humor und Lust an der radikalen Zuspitzung der Verhältnisse. Mit seiner brillanten Gesellschaftskritik ist Bong Joon Ho ein gewaltiges, in spektakulären Bildern erzähltes Meisterwerk gelungen, das bereits jetzt Filmgeschichte geschrieben hat.


https://www.sueddeutsche.de/kultur/para ... -1.4641317
I could write several novels about what I do not know