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Auswurf
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Halbdaggl
thoreau
ich fand Dein "schön" LUSTIG da etwas unpassend, aber das war keine kritik
und mich juckte es in den fingern.
Für mich sind die Unterhaltungen hier in erster linie Unterhaltung
und ich frag mich nicht vorm absenden, ob sich zwingend alle user jetzt gleich bereichert fühlen

darkred
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Halbdaggl
vivafernanda hat geschrieben:UND es wäre ein guter Plan, sich zu suizidieren, ohne dass andere mitmachen müssen. :)

Nilki, großes Problem das alles, wenn nicht riesiges.
Es ist extrem emotional und daher ein schwieriges Thema für die Politik. Wie auch die Abtreibung.

Ich befürworte und betreibe die passive Sterbehilfe. Also nach dem Ende der kurativen Therapie, die palliative zu betreiben. Denn jeder Mediziner weiß, dass durch den Flüssigkeitsmangel, den man nicht mehr behebt, die Infektionen für die man keine Antibiose mehr verabreicht, die Schmerzmittel, die man bedarfsgerecht ansetzt usw. das Sterben beschleunigt werden kann.
Das ist legal, human und natürlich. Auch wenn bei jedem Menschen, da genau hingeschaut wird und wir natürlich Infusionen und Antibiotika geben, wenn es angezeigt ist.
Wir unterstützen den Suizid durch den stark diskutierten sog. Freiwilligen Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit.
That‘s it.
Bist Du schon mal gefragt worden, gebeten, bedrängt, ein Leben zu beenden?
Ich schon viele Male.
Es ist jedes Mal ein Angriff auf mein Menschsein. Ich muss darum kämpfen, die Fassung zu behalten und ruhig zu reagieren. Und bin auf Knien dankbar, dass der rechtliche Rahmen klar ist.
Und der hart erkämpfte Kompromiss ist ja, dass jemand straffrei beim Suizid helfen darf, wenn er in keinem wirtschaftlichen Verhältniss zum Sterbewilligen steht.
Wenn Du sterben möchtest, aber nicht mehr selbst die Waffe heben kannst, dann geht das. Der Impulsgeber muss eben der Kranke sein. Das ist immens wichtig.
Ich weiß, dass es Dir zuwider ist, wenn Christen ihren Glauben in die Politik einbringen. Aber das wird nur enden, wenn sie nicht mehr gewählt werden. In meinen Augen ist es undemokratisch, so zu denken. Aber das haben wir ja auch schon ot gehabt


Das ist in der Tat ein schöner Beitrag. Von entwaffnender Ehrlichkeit.
Und mit einer unmittelbaren Relevanz versehen, die man hier nicht jeden Tag findet.
Meinen höchsten Respekt für das was du tust ... und wie du's tust.

thoreau
Granadaseggl
Auswurf hat geschrieben:thoreau
ich fand Dein "schön" LUSTIG da etwas unpassend, aber das war keine kritik
und mich juckte es in den fingern.
Für mich sind die Unterhaltungen hier in erster linie Unterhaltung
und ich frag mich nicht vorm absenden, ob sich zwingend alle user jetzt gleich bereichert fühlen


Hmm. Aber dennoch weißt du ja, dass Gesprächsbeiträge - insbesondere in diesem komprimierten Rahmen - eine Wirkung auf Gesprächspartner haben. Und wenn ich einen Beitrag mag und diesen als „schön“ empfinde, empfinde ich es irgendwie als Kritik, wenn du ihn so kommentierst. Vermutlich kleinlich, aber bei einem solchen sensiblen Thema irgendwie relevanter.
Und ich habe diesen Beitrag als schön empfunden. Das Thema ist es nicht. Aber einen persönlichen und tiefen Beitrag wie diesen dazu kann man durchaus schön finden aus meiner Sicht. Und vielmehr was an persönlicher Erfahrung und Engagment dahinter steht. Und eventuell empfinde ich dann Spott über meine Äußerung als unpassend. Wie gesagt... sicher kleinlich. Aber das war eben meine Reaktion in diesem Fall. Eben weil das Thema ein wichtiges ist und Beiträge wie diese selten sind und viele Gedanken und eine Perspektive beinhalten, die über die übliche Pro-Contra-Erörterung hinausgehen.


Auswurf
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Halbdaggl
T.
es liegt mir fern Deine gefühle als nicht aufrichtig darzustellen.
Sowie lissy weiss, dass ich sie und ihr beiträge schätze,
hätte ich gedacht, dass Dir klar ist,
dass ich Dich damit nicht verspotten wollte

ich hab bei "schön" eben andere assoziationen

thoreau
Granadaseggl
Hasenrupfer hat geschrieben:
thoreau hat geschrieben:Hängt ihr euch jetzt tatsächlich an dem Wort "schön" auf? Ich habe ihn so empfunden. Wenn euch das semantisch nicht passt, haben wir entweder eine leicht abweichende Definition des Wortes oder man spürt eben den Zwang wirklich alles irgendwie zu kommentieren, aus welchem Grund auch immer. An beidem kann man wohl wenig ändern.


Ich frag mich manchmal, wieso Dark dich immer als humorlos bezeichnet hat.


Wenn das die Wahrnehmung ist, dann komme ich damit klar. Ich habe nicht die Zeit und meistens auch nicht den Anspruch alle Facetten meines Charakters hier auszuleben und Humor ist - ob man es glaubt oder nicht - eine recht ausgeprägte davon. Dass das manchmal hier auf der Strecke bleibt ist vermutlich selbstverständlich wenn man eben punktuell auf etwas reagiert. Insbesondere wenn es wie in diesem Fall irgendwie eben gerade nicht lustig ist wegen der persönlichen Perspektive. Nun habe ich auch Auswurfs Reaktion nicht als humoristisches Traumtor empfunden, weshalb ich hier so reagiert habe. Aber wenn es dir wichtig ist poste ich gerne häufiger mal ein lustiges Meme oder schreibe einen Proktologenwitz in den Kaderplanungsthread. Man will ja nicht humorlos wirken. Im Übrigen verzichte ich weitgehend auf Emoticons. Eventuell ist es da schwieriger Ironie zu erkennen. Aber auch da kann ich mit grünen Smileys gerne dafür sorgen als Humorbombe wahrgenommen zu werden.

Davon abgesehen solltest du auf Begriffe wie „immer“ möglichst verzichten in der Kommunikation. Nicht dass dich jemand mal oder immer als kommunikativ unsensibel bezeichnet. Achja... ;)

thoreau
Granadaseggl
Auswurf hat geschrieben:T.
es liegt mir fern Deine gefühle als nicht aufrichtig darzustellen.
Sowie lissy weiss, dass ich sie und ihr beiträge schätze,
hätte ich gedacht, dass Dir klar ist,
dass ich Dich damit nicht verspotten wollte

ich hab bei "schön" eben andere assoziationen


Mir ist ein „schönes“ VfB-Tor oder ein schöner Sonnenuntergang auch recht. Und vermutlich ist diese Bedeutung geläufiger. Dennoch bleibe ich dabei ;-) aber entschuldige wenn du das Gefühl hattest ich hätte angepisst reagiert. Schriftliche Kommunikation...

Übrigens ist es extrem spannend den Begriff „schön“ zum Begriff „erhaben“ abzugrenzen. Thoreau hat das gemacht, Kant quasi auch. Und Burke am spannendsten. Hab da mal eine halbgare Hausarbeit darüber geschrieben.
Und werde Lissys Beiträge ab jetzt als „erhaben“ bezeichnen.
Zuletzt geändert von thoreau am 9. Dezember 2018 23:57, insgesamt 1-mal geändert.

Auswurf
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Halbdaggl
viele finden sich selbst lustig (zb. ich)
und mit manchen teilt man den humor, andere starren einen befremdet an.

wenn's pflutscht, ischs schee - gell hasi :cyclops:

thoreau
alles ok..
ich leg mir heut ein paar schlaue bücher unters kissle
gut nacht

thoreau
Granadaseggl
Einer der Gründe wieso ich hier noch so oft lese ist, dass es hier sehr viele ziemlich lustige und originelle Leute gibt.
Gut Nacht


vivafernanda
Granadaseggl
Hallo Ihr,

danke für alle Blumen. Nilks wird trotzdem nicht zufrieden sein und das zurecht.
Aber ich schrub aus dem Bauch heraus, Finger quasi verlängerter Bauch. Im Zug. Am Handy.
Bin jetzt eigentlich mit anderen beschäftigt, aber soviel noch:
Ich bin Pflegekraft. D. h. im Hospiz dennoch viel Verantwortung für die Therapie, da die Ärzte nicht vor Ort sind und total abhängig davon, ob ich bzw. wir anrufen , was unsere Informationen und Einschätzungen sind. Je nach Erfahrung des Arztes auch mein Therapievorschlag.
Bzw. der wird immer erwartet. Und dann kommentiert und modifiziert ggf. Bin immer froh, wenn die Ärzte nicht nur abnicken.
Wir, das ist das Pflegeteam. Wenn es um den erwähnten Konsens geht, dann gehören noch meine Vorgesetzten plus Arbeitgeber dazu.

Andere Kollegen ticken z. T. anders. Durch die wirtschaftliche Verbindung zum „Klienten“, können wir nicht beim Suizid assistieren. In manchen ambulanten Teams, die schwerstkranke Menschen über Jahre betreuen, wird das eher als Belastung gesehen. Denn an wen sonst sollten sich die Kranken wenden, wenn sie es nicht mehr aushalten? Die Geldverbindung gilt natürlich auch für alle Erben, bes. die.
Ich bin froh, dass ich nicht müssen muss, andere denken anders.
Die Bitten um den Tod umfassen ein weites Spektrum. Der Klassiker: Schwester, jetzt geben Sie mir doch was, dass es endlich vorbei ist. Diesen Satz habe ich unzählige Male gehört in meinem Berufsleben und stresst mich nicht mehr so. Ich bin halt da, also krieg ich es eben zu hören.

Dann gibt es Menschen, die nicht verstehen, was ein Hospiz ist. Sie wundern sich, wenn sie nach einer Woche nach Einzug noch leben. Denn sie kamen ja , um zu sterben. Das amüsiert mich bissle. Was denken sie, was passiert? Herzlich willkommen, möchten Sie noch zwei oder eher drei Tage leben?
Aber es gibt die anderen: Angehörige, die genau zu wissen meinen, dass der Kranke so unter keinen Umständen mehr leben möchte. Menschen, die mir sagen, dass man ein Tier besser behandelt als sie, weil man sie einschläfert, wenn sie leiden. Die mich meine Arbeit nicht tun lassen, sondern sauer werden, weil ich nichts mache.
Angehörige, die die letzte stille Zeit am Sterbebett nicht aushalten und 100mal fragen, wie lange noch? Könnten Sie nicht? Das eher nicht so offen, aber deutlich genug.
Wer bin ich in den Augen dieser Menschen?

Ein Letztes: Die Palliativmedizin wird gerne als Lösung in der Sterbehilfedebatte gesehen. Keiner muss mehr leiden, alle Symptome sind zufriedenstellend behandelbar.
Das stimmt nicht!
Wenn Politiker das sagen, dann sehen sie eben eine Lösung für ein schwieriges Problem.
Wenn die Bevölkerung das denkt, dann weil die Hospizidee um sich greift, die Palliativstationen und - teams in den Krankenhäusern z. T. wirklich gute Arbeit leisten.
Wenn Palliativmediziner das sagen, ist es mE grenzwertig kriminell. Ärztliche Hybris gibt es auch in diesem Bereich.
Es wurde sehr viel sehr viel besser in den letzten 20 Jahren. Aber gelitten wird auch heute noch.
Für mich gehört es zum Menschsein. Es ist nicht in unserer Hand, das komplett zu ändern.
Für Euphorie ist´s stets zu früh.


Unter Westfalen
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Granadaseggl
Irgendwie freue ich mich,
wie Thoreau und Auswurf
das heute Nacht geklärt haben, weil ich meine, verstanden zu haben, wie es beide gedacht hatten.
Wieder mal selbstreferentiell at it's best!
:)
Jezzd gang I ahans Brennale, drengg abor ned