Eindrücke aus Corona Länd:
Kein Frühstück im kleinen Hotel.
Auf dem Weg zum Bahnhof komme ich an einer Bäckerei vorbei, die den Weg zu ihrer Sitzecke verbarrikadiert hat.
Die Radfahrer nutzen die Gehwege zum schnelleren Vorankommen.
In der Arnulf-Klett-Passage dürfen jetzt offensichtlich auch Mountainbiker fahren.
Der Kübler-Shop erlaubt mir, das Leberkäsebrot am Außentisch zu verzehren, wenn ich mich in eine Liste eintrage, was ich nicht tue. Genug Freiraum zu den Vorbeihastenden ist gewährt.
Am Schlossplatz begrüßt mich das Riesenrad vorm Neuen Schloss. Ein Hauch von London Eye, dabei ist es nur ein Stuttgarter Glotzbebbel.
Ein Saxophonist spielt erstaunlich gut den Ungarischen Tanz Nr. 1 von Johannes Brahms.
Vor der alten Kanzlei kein Weihnachtsmarkt mit Glühwein aufgebaut, sondern der "Wintertraum". Die leere Eisfläche glitzert im Licht der Scheinwerfer.
Der ausgedünnte Markt auf dem Schillerplatz mit Riesen-Rosenkohl und Filderkraut weckt heimische Erlebnisse.
Der Engel auf der Jubiläumssäule steht auf verhülltem Grund. Schwaben-Christo?
Direkt vor der Eberhardskirche weckt mich das mächtige Glockenläuten aus nostalgischen Träumen. Vor dem Portal umarmen sich freundliche, gutaussehende Menschen mit dunklen Haaren. Taize?
Der Weg durch die entkernte Vorhalle am Bahnhof zu den Zügen hilft mir, zum ersten Mal in meinem Leben beim Verlassen meiner Vaterstadt nicht traurig zu sein.
Die DB tut das Ihrige dazu. Der Waggon mit dem reservierten Sitzplatz ist nicht heizbar. Jetzt bin ich gespannt, ob und wie oft ich im Nachbarwaggon den Platz wechseln muss.
Augenblicklich sind wir nur zu viert im Großraumwagen.

Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai