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Unter Westfalen
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Grasdaggl
Könnte es sein,
dass alle, die den deutschen Weg in der Coronakrise
für falsch halten,
vielleicht im letzten Winkel ihres Herzens
auch ein wenig froh darüber sind,
diese Zeit nicht in Manhattan oder Rio
absitzen zu müssen?
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

killroy
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Granadaseggl
So kann man das nur sehen, wenn einem 2.500 tote Menschen in Alten- und Pflegeheimen egal sind

puh, miese unterstellung.

Am Ende werden die Schweden pro eine Millionen Bürger weniger Tote haben als wir.

ach, es kommt doch aber keine zweite welle, wir können die erkrankung viel besser behandeln. alles so von dir gehört.
Das wurde eben gerade nicht getan. Die Kollateralschäden, vorallem die in der Wirtschaft, kommen ja erst noch.

die kommen in schweden auch. dier größte einbruch der wirtschaft betrifft den weltweiten waren- und dienstleistungshandel. export-import. die paar restaurants, die in schweden offen hatten, machen gesamt betrachtet den kohl nicht fett. für jeden einzelfall ist es dramatisch, aber gesamt betrachtet hockt die ganze welt im selben coronaboot

Man hat ohne Not pauschal Kinder weggesperrt.

weggesperrt - kampfbegriff. genauso wie der anderweitig immer wieder hervorgeholte kampfbegriff traumatisierung in bezug auf kinder. ein schlag ins gesicht eines jeden kriegstraumatisierten kindes, wenn deutsche mittelschichtskinder wegen ein paar wochen zuhause nun traumatisiert sein sollen.
schonmal was vom konzept der resilienz gehört?

Heute schreibt der Kinderschutzbund, dass das eine Katastrophe war und man damit rechnen muss, das sehr viel mehr Kinder erheblicher Gewalt ausgesetzt waren. Gewalt, von der ein Arzt sagte, er habe Kleinkinder gesehen, die hatten Verletzungen wie nach einem Autounfall. Diese Gewalt bleibt in unserer Gesellschaft und wird leider todsicher neue Gewalt nach sich ziehen.

das gab es schon immer, wird es auch immer geben. kleinkinder mit solchen verletzungen gehören leider zu unserem alltag. frag mal bei den überforderten jugendämtern nach.

das ist der einzige punkt, an dem ich vlt zustimmen kann. was tatsächlich gefehlt hat bei den maßnahmen sind lösungen für die ärmsten und schwächsten unserer gesellschaft. damit meine ich armutsfamilien in toto. nicht pauschal kinder an sich. denn paula und maximilian aus der neubau-reihenhaussiedlung überleben auch noch drei weitere monate quarantäne weitestgehend unbeschadet - keine sorge.
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten

Southern Comfort
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Grasdaggl
Unter Westfalen hat geschrieben:Könnte es sein,
dass alle, die den deutschen Weg in der Coronakrise
für falsch halten,
vielleicht im letzten Winkel ihres Herzens
auch ein wenig froh darüber sind,
diese Zeit nicht in Manhattan oder Rio
absitzen zu müssen?


Soweit muss der Blick erstmal gehen. Wenn der in Passau, Kehl und Frankfurt/Oder endet, dann bist Du hiermit ein Systemfaschist, der blind der Obrigkeit gehorcht, ohne kritisch zu sein.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.

Flache9
Ich finde den deutschen Weg zu Beginn gut und richtig. Leider hat sich dadurch ein Überbietungs-Wettbewerb mit Verboten entwickelt. Als die Politik gemerkt hat, dass die Maßnahmen teils übertrieben waren auf Basis von Nebelstocherei, gab es einen Überbietungs-Wettbewerb im auflockern der Maßnahmen.

CoachingZone
Halbdaggl
killroy hat geschrieben:können wir euer klein-klein mal kurz beiseite legen und uns kurz wieder den wichtigen dingen zuwenden?

also wenn frank die aussage trifft, dass die sterblichkeit bei COVID-19 zurückgeht, dies u.U. mit einem besseren verständnis der krankheit zu tun hat - vlt auch mit einer mutation des virus, dann stelle ich hierzu mal folgende thesen auf:

1. am ende haben wir in D sehr vieles sehr gut gemacht - in dieser besonders riskanten phase märz/april haben wir durch unsere maßnahmen dazu beigetragen, dass es wenige neuinfektionen, wenige intensiv-patienten und daher auch wenige todesfälle gab. nun geht die sterblichkeit zurück, die krankheit kann besser behandelt werden, der gesamte komplex ist besser erforscht und wir können wieder mehr kontakte zulassen

2. am ende haben die schweden voll ins klo gegriffen, da die eben genau in dieser phase nach wie vor eine hohe zahl an infektionen - intensivpatienten - todesfälle hatten. diese toten profitieren nun nicht mehr von einem besseren behandlungsverständnis von COVID-19

3. auch GB und die USA haben mit ihrem zögerlichen handeln im märz genau zur falschen zeit zugewartet.

also vlt sollte man auf die maßnahmen in D nicht so sehr schimpfen, sondern eher anerkennen, dass (vlt ja auch durch den faktor zufall) zur richtigen zeit das richtige getan wurde und nun eben mit den öffnungen auch wieder die richtigen schritte eingeleitet werden.


Schön zusammengefasst. Wobei eines wohl als sicher angenommen werden kann: Wir Deutschen (und auch wir in der Deutschschweiz) haben auch massig Glück und im Gegensatz zu Spanien, Italien und Frankreich vermutlich erst sehr viel später einen Patienten 0 gehabt. Und konnten deswegen früher reagieren, weil wir ebenda gesehen haben, was kommen wird.

Jetzt wird man abwarten müssen, wie sich letztendlich die wirtschaftlichen Konsequenzen des Shutdowns darstellen und in welchem Maße der Wohlstand und das Wohlergehen des einzelnen wie des Landes betroffen ist.

Für mich liegt in jeder Krise auch eine große Chance - und mal im Ernst: Ein Immer-weiter-so hätte es im Angesicht der Klimaveränderungen sowieso nicht geben dürfen :!: Wer hätte/hat aber dafür freiwillig die Bremse gezogen :?:
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

Southern Comfort
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Grasdaggl
1.) Also bei mir in der Straße war täglich soviel Remmidemmi, dass ich das Wegsperren von Kindern nicht bestätigen kann.

2.) Zu meiner Jugendzeit hätten wir uns, wenn irgendwie möglich, acht Wochen hinterm Atari verschanzen können. Dass Stubenhocken jetzt traumatisieren soll... Stubenarrest mit Fernsehverbot (heutzutage Handyverbot) vielleicht schon eher...

3.) Ich gestehe gerne zu, dass soziale Probleme durch Corona verschärft werden, vermutlich auch die viel zitierte häusliche Gewalt. Da will ich auch im Gegensatz zu oben nichts verharmlosen. Diese Probleme werden durch ein Abflauen von Corona auch nicht weggehen. Ich fände es sogar schön, wenn wir das auch dann thematisieren würden, wenn Corona als Verschwörung entlarvt wurde. Bis dahin gehe ich davon aus, dass es ein nützliches Hilfsargument ist und vor Corona genauso viel gesellschaftliches Interesse abbekommen hat, wie die Zahl der Influenza- oder Mukovuszidose-Toten.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.

Frank N Furter
CoachingZone hat geschrieben:Für mich liegt in jeder Krise auch eine große Chance - und mal im Ernst: Ein Immer-weiter-so hätte es im Angesicht der Klimaveränderungen sowieso nicht geben dürfen :!: Wer hätte/hat aber dafür freiwillig die Bremse gezogen :?:


Es wird gerade über Wirtschaftshilfen diskutiert (die gute alte Abwrackprämie z.B.), nach der Maßgabe, dass jetzt erst einmal die Umweltpolitik zurückstehen müsse.

Es ist doch vollkommen offensichtlich, dass eine angeschlagene Wirtschaft jetzt erst einmal weniger für die Umwelt in die Pflicht genommen werden kann, als zu Zeiten, da es gut lief.

Die Klimapolitik wird eines der politischen Opfer von Corona.

killroy
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Granadaseggl
Jetzt wird man abwarten müssen, wie sich letztendlich die wirtschaftlichen Konsequenzen des Shutdowns darstellen und in welchem Maße der Wohlstand und das Wohlergehen des einzelnen wie des Landes betroffen ist.

jo, das ist ein spannender punkt. wobei mir da auffällt, das man diesbezüglich - insbesondere in hinblick auf massige einzelschicksale und massenweise vernichtete existenzen - zumindest massenmedial vermittelt nur wenig mitbekommt. das bringt mich zu der frage, ob es vlt in toto gar nicht so dramatisch ist wie teils angenommen - ähnlich wie beim thema zweite welle - oder aber ob die üblichen systemnutten - äh, sorry, journalisten natürlich hier bewußt informationen unterschlagen und eine gezielte themensetzung vermeiden - auf geheiß von ganz oben am ende?
auch wenn der satz jetzt zum ende etwas sarkastisch wurde - die frage finde ich tatsählich hochinteressant und ich habe kaum ein bild von der lage
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten


killroy
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Granadaseggl
Bis dahin gehe ich davon aus, dass es ein nützliches Hilfsargument ist und vor Corona genauso viel gesellschaftliches Interesse abbekommen hat, wie die Zahl der Influenza- oder Mukovuszidose-Toten.

:nod:
i.ü. sehr gerne herangezogen von homeoffice-arbeitenden mittelschichtsvätern, die nach drei wochen aber mal so gar keinen bock mehr auf die eigenne kinder hatten
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten

Auswurf
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Grasdaggl
Für mich liegt in jeder Krise auch eine große Chance - und mal im Ernst: Ein Immer-weiter-so hätte es im Angesicht der Klimaveränderungen sowieso nicht geben dürfen :!: Wer hätte/hat aber dafür freiwillig die Bremse gezogen


einer befürchtung mit frank (deshalb schick ichs extra noch ab)
alle bestrebungen laufen doch jetzt aber eher darauf hinaus dieses enstandene wachstumsloch OHNE rücksicht auf kolateralschäden wieder zu zuschaufeln
- abfrackprämie sei stellvertretend genannt.

Halte also den gegenteilgen effekt für denkbar.

analog

(chance für den wiederaufbau in liga 2 verkacken aus dem zwang heraus wieder aufsteigen zu müssen)
das ist doch keine Musik

killroy
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Granadaseggl

@frank
ich arbeite zufälligerweise recht nah an diesem feld dran, kinder- und jugendschutz. ich kenne die forderungen der kinderärzte.
interessanterweise ist mir z.b. im kontext jugendämter etc. noch überhaupt nichts zugeflogen, dass es zu einer dramatisch zugespitzten lage bei gefährdeten kindern gekommen ist. ja, die fallzahlen sind selbstverständlich höher. ich wage aber keine einschätung, wie dramatisch verschärft die situation wirklich ist.
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten

killroy
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Granadaseggl
und gleich noch ein post:
ich hatte mal freunden geschrieben, dass ich in dieser ausnahmesituation nicht mit meinem üblichen unfähige-politik-seismographen reagieren kann. dieses virus hat die ganze welt herausgefordert, und eigentlich uns alle auch überfordert. wenn ich mir alleine überlege, wieviele kommentare von wivielen unterschiedlichen interessengruppen ich in den letzten zwei monaten gelesen habe. wenn ich mir überlege, dass sämtliche bereiche unseres vernetzten, verstädterten und globalisierten lebens davon berührt sind
...
dann habe ich tatsächlich respekt vor denjenigen, die hier kraft ihrer ämter entscheidungen treffen mussten, bei denen immer klar war, dass es egal wie rum auf jeden fall verlierer geben wird.
...
jetzt kann man immer noch sagen, die taugen alle nichts und können alle nichts und sind unfähige blinde.
aber dann unterscheidet man sich in meinen augen nicht vom VfB-fan, der am sonntag nachmittag immer alles besser weiß als diejenigen, die ihre arbeitstage mit der anleitung von profifußballjungvolk verbringen.
....
kritik ja, vernichtung nein.
....
und so hochintelligente leute wie frank sollten sich schon auch immer dahingehend prüfen, wie sie der überbordenden komplexität einer solchen situation herr werden würden - und das bitte ehrlich beantworten.
...
andernfalls kann man gerne am samstag zu den schreihälsen auf den wasen gehen. von mir aus.
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten

Frank N Furter
killroy hat geschrieben:ich arbeite zufälligerweise recht nah an diesem feld dran, kinder- und jugendschutz. ich kenne die forderungen der kinderärzte.
interessanterweise ist mir z.b. im kontext jugendämter etc. noch überhaupt nichts zugeflogen, dass es zu einer dramatisch zugespitzten lage bei gefährdeten kindern gekommen ist. ja, die fallzahlen sind selbstverständlich höher. ich wage aber keine einschätung, wie dramatisch verschärft die situation wirklich ist.


Dann weisst Du sicher auch, was in dem Artikel ausgesagt wird: die Jugendämter werden über Kindesmissbrauch und Gewalt an Kindern hauptsächlich durch die Schulen und Kindergärten informiert. Also jene Einrichtungen, die jetzt 10 Wochen lang geschlossen waren und nichts mehr melden konnten.

Ich habe übrigens nichts von "traumatisiert" geschrieben. Lies es ggf. nochmal nach.

Trotzdem, befürchte ich, dass Du das Problem massiv unterschätzt. Viele Eltern haben jetzt nicht nur einfach mal Home-Office gearbeitet, viele waren ihren Job los und/oder stehen vor enormen wirtschaftlichen Problemen, vornehmlich natürlich gerade aus den Milleus, wo es für die Kinder eh schon schwer war. Ich glaube nicht, dass die Jugendmediziner hier einen Fehlalarm provozieren.

killroy
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Granadaseggl
Ich habe übrigens nichts von "traumatisiert" geschrieben. Lies es ggf. nochmal nach.

hab ich auch nicht gesagt, aber andere haben darüber geschrieben, auch die kinderärzte in einer stellungnahme einer ihrer organisationen, da war die rede davon, dass es bei vielen kindern zu traumatisierungen kommen kann. viele ist halt hier immer eine schwierige zähleinheit, wieviele sind viele in bezug auf ALLE kinder in D?

Trotzdem, befürchte ich, dass Du das Problem massiv unterschätzt. Viele Eltern haben jetzt nicht nur einfach mal Home-Office gearbeitet, viele waren ihren Job los und/oder stehen vor enormen wirtschaftlichen Problemen

s.o., noch gibt es massenmedial vermittelt nicht das bild, dass es wirklich bei vielen (problem s.o.) eltern zu diesen problemen kommt. DAS das passiert, klar, d'accord. doch gesamtgesellschaftlich betrachtet, wie massiv wird dieses problem? wie groß in prozentzahlen sind hier die auswirkungen? das wäre mal wichtig zu erfahren.
und jetzt keine einzelerzählungen, sonst komme ich mit einzelerzählungen von COVID-toten, darüber kommen wir nicht weiter
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten

Frank N Furter
killroy hat geschrieben:und so hochintelligente leute wie frank sollten sich schon auch immer dahingehend prüfen, wie sie der überbordenden komplexität einer solchen situation herr werden würden - und das bitte ehrlich beantworten.

Danke, für das Kompliment. Das Argument kommt öfter. Aber ich kann für mich hier in Anspruch nehmen, dass ich in diesem Fred, schon Mitte März, in einem meiner ersten Postings zu Thema geschrieben habe, was ich unbedingt anders gelöst haben würde: die Isolation der Altenheime. Ich habe das mindestens 5x wiederholt und auch ausgeführt.

Auf der anderen Seite, was Generalkritik betrifft, hatte ich schon neulich gegenüber CoachongZone gesagt, dass ich da nachträglich nicht mehr beckmesserisch sein will. Obgleich es mich schon stört, zugegeben, wenn Leute wie Richling jetzt als Verschwörungstheoretiker diffamiert werden, während es ausgerechnet die Kanzlerin war die unbedacht von jeglicher Kritik mit dem phantastischen Orakeln begann, bei ihrer Fernsehansprache vom 18.03. Wenn, dann muss man schon so konsequent sein jedes evidenzfreie Fabulieren zu kritisieren.

Southern Comfort
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Grasdaggl
Frank N Furter hat geschrieben:Am Ende werden die Schweden pro eine Millionen Bürger weniger Tote haben als wir..


Wenn Bevölkerungsdichte ein Problem sein sollte... siehe bspw. Manhattan... dann wäre ich mit der These einverstanden, sofern wir die Einwohner pro km2 mal mit einbeziehen. (Schweden:Deutschland / 25:237). Freilich müsste man das regional noch kleiner clustern.

Bei der Prüfung der These ohne diese Erweiterung, sieht es aktuell doch so aus... Deutschland hat derzeit 0,1 Tote pro Million (ganz rund). Schweden 0,35 (auch ganz rund). Glaubst Du, dass der Infektionsgrad der Gesellschaft dort versteckt bereits dreimal höher ist? Oder ist der Virus dort dreimal ansteckender?

Und aus dem Tagesspiegel, den ich allerdings nicht so gern zitieren mag, aber der zitiert jemand anderen:

„Wir müssen bis zum Dezember 1993 zurückgehen, um mehr Tote in nur einem Monat zu haben", erklärte Tomas Johansson von der Statistikbehörde. Im gesamten Jahr 1993 verzeichnete Schweden mehr als 97.000 Todesfälle - die höchste Rate seit 1918, als auch in Schweden die Spanische Grippe grassierte. Eine offizielle Erklärung für die hohe Zahl der Todesfälle 1993 gibt es Johansson zufolge nicht. Allerdings wurde Schweden in jenem Jahr von einer Grippewelle heimgesucht.“

Also, du süßer Transvestit aus dem transsexuellen Transsilvanien, ich sehe da grad nicht so viel Land für Deine These.

Davon abgesehen, bliebe eine moralische Frage weiterhin offen: Was hätte Schweden mglw. retten (besser machen) können, wenn nur ein paar Beschränkungen mehr eingeführt worden wären? Nicht prüfbar, klar. Aber trotzdem irgendwie schade drum...
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.

Frank N Furter
killroy hat geschrieben: doch gesamtgesellschaftlich betrachtet, wie massiv wird dieses problem? wie groß in prozentzahlen sind hier die auswirkungen? das wäre mal wichtig zu erfahren.
und jetzt keine einzelerzählungen, sonst komme ich mit einzelerzählungen von COVID-toten, darüber kommen wir nicht weiter


Kann man ja noch nicht sagen, solange diejenigen, die diese Fälle weit überwiegend den Jugendämtern melden, also Lehrer und Erzieher im Kindergarten, noch nicht wieder in Amt und Würden sind.

In einem Artikel schreibt ein Kinder- und Jugendarzt, dass die Gewalt, vor allem an Kleinkindern ausgeufert sei - dieses unsägliche Durchschütteln von Kleinkindern, durch unreife und überforderte Eltern. Zahlen wurden keine genannt.

Nochmal einen Schritt zurück bitte: ich habe lediglich gegen Deine Darstellung, Deutschland habe das alles ganz gut gemanagt im Vergleich zu anderen Ländern, widersprochen. Und das meine ich auch ernst. Auch abzüglich dessen, dass man bei so einer Pandemie erst mal dasteht, wie der Ochse am Berg, als Politiker, sind dann wirklich teilweise haarsträubende Fehler passiert. Ich würde das schon sehr gerne in Vorbereitung auf die nächste Pandenmie ordentlich und pedantisch aufgearbeitet sehen. Das RKI, z.B., gehört generalüberholt. Stand heute müssen wir damit rechnen, dass wir die nächste Pandemie binnen 10 Jahre erleben. Sehr wahrscheinlich mit einer Variation des Sars-Cov-2. Dann gelten aber keinerlei Ausreden mehr.

Frank N Furter
Southern Comfort hat geschrieben:Bei der Prüfung der These ohne diese Erweiterung, sieht es aktuell doch so aus... Deutschland hat derzeit 0,1 Tote pro Million (ganz rund). Schweden 0,35 (auch ganz rund). Glaubst Du, dass der Infektionsgrad der Gesellschaft dort versteckt bereits dreimal höher ist? Oder ist der Virus dort dreimal ansteckender?


Die Schweden haben laut Anders Tegnell und dessen als offiziell und staatlich betrachteten Aussagen aktuell eine Durchseuchung von 30-40%. Wir haben laut Streeck und Drosten 2%. Die haben also auf Basis der jeweils offiziellen Daten mindestens 15 mal mehr Durchseuchung und liegen damit aktuell ca. 5 mal besser als wir ppm.

Southern Comfort hat geschrieben:Davon abgesehen, bliebe eine moralische Frage weiterhin offen: Was hätte Schweden mglw. retten (besser machen) können, wenn nur ein paar Beschränkungen mehr eingeführt worden wären? Nicht prüfbar, klar. Aber trotzdem irgendwie schade drum...


Schweden hat denselben Fehler gemacht wie wir. Sie haben auch nicht die Vulnerablen isoliert. Bei der nächsten Pandemie muss die Diskussion dazu so gereift sein, dass das nicht nur mehr eine Selbstverständlichkeit wird, sondern das Pläne ausgearbeitet sind, wie das umzusetzen ist. Ehrgeiz ist keine der schlechtesten menschlichen Eigenschaften, wenns ums Überleben geht.

jagdhuette
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Halbdaggl
Frank N Furter hat geschrieben:Die Schweden haben laut Anders Tegnell und dessen als offiziell und staatlich betrachteten Aussagen aktuell eine Durchseuchung von 30-40%. Wir haben laut Streeck und Drosten 2%. Die haben also auf Basis der jeweils offiziellen Daten mindestens 15 mal mehr Durchseuchung und liegen damit aktuell ca. 5 mal besser als wir ppm.



Hast du dazu bitte den passenden link? Ich habe auf offiziellen schwedischen Seiten keine vergleichbaren Zahlen gefunden. Danke.
Wenn ich mir nur die Bundesliga ansehe, mit ihren roundabout 3.000 Personen die getestet werden und trotzdem 10 positiven Tests zu diesem wichtigen Termin kurz vor Wiederaufnahme des Spielbetriebs und das nicht in einem "Nest", sondern bei mindestens vier Vereinen.
Dann sehe ich hier auch tendenziell mehr als 2% in D. Das sind zwar nur 0,33% Aber eben auf einen Stichtag hin, auf den man vermutlich sehr gerne eine glatte Null präsentiert hätte.

Hochgerechnet auf die Bundesbevölkerung ist dieser Wert übrigens schon ziemlich hoch nach 6-8 Wochen lockdown.

factotum
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Granadaseggl
sc hat geschrieben:
Und aus dem Tagesspiegel, den ich allerdings nicht so gern zitieren mag


Echt? Ich hab das Blatt in den letzten Monaten öfter frequentiert (als früher) und war eher angetan.
Danke fürs Bier btw. war gut temperiert und lecker.
The shit that used to work, won`t work now.

Airwin
Frank N Furter hat geschrieben:
Southern Comfort hat geschrieben:Bei der Prüfung der These ohne diese Erweiterung, sieht es aktuell doch so aus... Deutschland hat derzeit 0,1 Tote pro Million (ganz rund). Schweden 0,35 (auch ganz rund). Glaubst Du, dass der Infektionsgrad der Gesellschaft dort versteckt bereits dreimal höher ist? Oder ist der Virus dort dreimal ansteckender?


Die Schweden haben laut Anders Tegnell und dessen als offiziell und staatlich betrachteten Aussagen aktuell eine Durchseuchung von 30-40%. Wir haben laut Streeck und Drosten 2%. Die haben also auf Basis der jeweils offiziellen Daten mindestens 15 mal mehr Durchseuchung und liegen damit aktuell ca. 5 mal besser als wir ppm.

Southern Comfort hat geschrieben:Davon abgesehen, bliebe eine moralische Frage weiterhin offen: Was hätte Schweden mglw. retten (besser machen) können, wenn nur ein paar Beschränkungen mehr eingeführt worden wären? Nicht prüfbar, klar. Aber trotzdem irgendwie schade drum...


Schweden hat denselben Fehler gemacht wie wir. Sie haben auch nicht die Vulnerablen isoliert. Bei der nächsten Pandemie muss die Diskussion dazu so gereift sein, dass das nicht nur mehr eine Selbstverständlichkeit wird, sondern das Pläne ausgearbeitet sind, wie das umzusetzen ist. Ehrgeiz ist keine der schlechtesten menschlichen Eigenschaften, wenns ums Überleben geht.


so sieht das auch der weltärztpräsident:

Weltärztepräsident für Impfpflicht - deutsche Schutzkonzepte hätten „komplett versagt“

https://www.welt.de/vermischtes/live206 ... nster.html

AxelKruse_FG
Granadaseggl
jagdhuette hat geschrieben:
Frank N Furter hat geschrieben:Die Schweden haben laut Anders Tegnell und dessen als offiziell und staatlich betrachteten Aussagen aktuell eine Durchseuchung von 30-40%. Wir haben laut Streeck und Drosten 2%. Die haben also auf Basis der jeweils offiziellen Daten mindestens 15 mal mehr Durchseuchung und liegen damit aktuell ca. 5 mal besser als wir ppm.



Hast du dazu bitte den passenden link? Ich habe auf offiziellen schwedischen Seiten keine vergleichbaren Zahlen gefunden. Danke.


Wirst Du auch schwerlich finden. Denn die der Schätzung zugrunde liegende Untersuchung wurde zurückgezogen, wegen Fehler.

Siehe Beitrag Auswurf vom 12.05. Seite 152 in diesem Thread:

Auswurf hat geschrieben:vom 23.4

Und auch Staatsepidemiologe Anders Tegnell musste einen Rückzieher machen. Die Gesundheitsbehörde hatte aufgrund einer Studie vermutet, dass auf jeden nachgewiesenen Corona-Fall in Schweden 999 unerkannte kämen. Bei etwa 6400 Erkrankten allein in Stockholm hätte das allerdings mehr als sechs Millionen Infizierte bedeutet, während in der Stadt nur knapp eine Million Menschen leben.



https://www.tagesschau.de/ausland/schwe ... n-101.html


Streeck hat man ja kürzlich um die Ohren gehauen, daß er nur 400 Auswertungen gehabt hätte. Nun, die Schweden haben zweimal 100 Proben gehabt und daraus Rückschlüsse auf das ganze Land gezogen. Und daß die Fallsterblichkeitsrate eben nicht konstant ist, muß man wohl auch berücksichtigen.

CoachingZone
Halbdaggl
Interessant auch der zweite Bericht im oben verlinkten Welt-Artikel - gerade hinsichtlich der Wiederöffnung der Schulen:

An einer Schule im nordrhein-westfälischen Münster sind vier Schüler und zwei Lehrer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Stadt am Dienstag mit. Alle Schüler und Lehrer der betroffenen Hauptschule – knapp 300 Menschen – würden nun getestet, sagte ein Stadtsprecher. Die Tests sollten am Mittwochmorgen beginnen, sie würden voraussichtlich bis zum Beginn der kommenden Woche dauern, sagte der Sprecher. Unterricht werde unter diesen Umständen kaum möglich sein.
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -