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Der aufmerksame Radfahrer ruft "Dein Gras riecht man bis hier oben". Was will er sagen?

Wenn du schon Drogen nimmst, dann geh doch wo hin wo du niemand damit belästigst
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Krass. So wie das riecht, du hast bestimmt n geiles Zeug in der Tüte.
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Oha - hab Spaß! Da bekomm ich auch mal wieder Lust
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Vorsicht, wenn dich einer verpetzt, wenn die Polizei kommt, dann hast du ein Problem
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Nichts - bei 20km/h blieb ja keine Zeit zum Denken.
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Dein "Versteck" sieht und riecht jeder!
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Du bist ganz schön dreisst, hier öffentlich Drogen zu nehmen
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Das hätte mal besser getrocknet gehört!
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Hui! Ich freu mich auch schon auf meine nächste Tüte.
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Du bist ganz schön abgestürzt, Sonntag schon vormittags zu kiffen. Und das öffentlich.
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vivafernanda
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Granadaseggl
Aus der SZ: Interview mit einem der beiden Autoren von „Die Wahrheit über unsere Drogen“
Carsten Schleh

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/da ... -1.6299171


Mir sind drei Dinge sehr klar geworden: Erstens, dass die Drogenpolitik keinesfalls danach gesteuert ist, was gesundheitsschädigend ist oder nicht. Nur zwei Beispiele: Cannabis und Alkohol. Alkohol ist alles in allem schädlicher als Cannabis. Wer regelmäßig kifft, trägt statistisch gesehen weniger Schäden davon als eine Person, die regelmäßig Alkohol konsumiert. Dies schlägt sich aber nicht in der Gesetzgebung nieder: Alkohol ist legal, Cannabis illegal.

Noch einmal zum Titel: Sie sprechen von "überraschenden Risiken" und "unterschätzter Gefahr". Was an ihren Erkenntnissen ist noch überraschend oder unterschätzt?

Es gibt beispielsweise die Annahme, dass ein Glas Rotwein gesundheitsfördernd sein kann. Doch das ist nicht so. Bei jeglicher Form von Alkohol gilt: Jeder Alkohol, den man trinkt, auch wenn es nur ein Glas ist, kann die Gesundheit schädigen. Punkt. Ich vergleiche das Trinken von Alkohol immer gerne mit dem Bild einer biochemischen Lotterie, weil ich das Bild sehr einprägsam finde: Eine der Krankheiten, die Alkoholkonsum verursachen kann, ist Mund- und Rachenkrebs. Stellen Sie sich vor, es gibt eine Mund- und Rachenkrebs-Lotterie und jeder Mensch hat ein Los in dieser Krebslotterie. Wenn Sie nun aber jeden Tag fünf Bier trinken, dann kriegen sie fünfhundert Lose mehr als Menschen, die dies nicht tun. Oder ein Glas Rotwein in der Woche, dann haben Sie vielleicht nur ein Los mehr. Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Los in der biochemischen Lotterie gezogen wird, ist trotzdem höher als bei Menschen, die keinen Alkohol trinken. Das sind Risiken, die man bewusst eingeht. Ein weiteres Beispiel: Tabak. Meines Erachtens sollte jeder Mensch in Deutschland wissen, dass Tabakrauchen gesundheitsschädigend ist. Ich kenne aber Menschen, die dies mit der Begründung widerlegen wollen, dass ihr 90-jähriger Opa Kettenraucher und kerngesund ist. Dabei hat er einfach nur Glück. Es sind genau solche gefährlichen Annahmen, die Menschen immer wieder nutzen, um ihren Konsum zu rechtfertigen.

PS: Natürlich nur ein Auszug
Eine Hand, die schiebt, ist besser als 100 Hände, die ziehen.




Spielgerät
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Halbdaggl
jagdhuette hat geschrieben:https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2023/kw45-pa-gesundheit-cannabis-970114


Das hier ist meine Lieblingspassage:

Die BÄK erklärte, die formulierten Ziele des Gesetzentwurfs würden mit den vorgesehenen Regelungen nicht erreicht. .... Es sei keine realistische Erwartung, dass Kinder und Jugendliche vor einem Zugang zu Cannabis wirksam geschützt werden könnten. Die Regelungen zum Gesundheitsschutz, zum Kinder- und Jugendschutz sowie zur Prävention führten nur zu einem erheblichen Kontrollaufwand bei ohnehin überlasteten Behörden.


Bei Alkohol unternimmt man erst gar keinen Versuch, Jugendliche zu schützen.
Schon heute können (*) Jugendliche nicht vor einem Zugang zu Cannabis geschützt werden.
Um diesen Zustand des Nicht-Schutzes aufrecht zu erhalten, bleibt es für Erwachsene verboten.
Klingt logisch.

(*) Nicht einmal in Bayern :D
"In this world there's two kind of people: Those who have loaded guns and those who dig. And you dig."


G Schmid
Lombaseggl
Jugendliche werden immer kiffen, zu viele, zu viel, zu viel Mist und sehr viele vertragen es nicht und können nicht mit dem Zeugs umgehen und die Aufklärung funktioniert auch nicht, mega Probleme, ernsthaft, muss ich so sagen. In Stuttgart hat sich ein Jugendlicher leider erhängt und es gibt kaum einen der dementiert es hätte nix mit seiner Kifferei zu tun gehabt, u.a.
Viele Experten sprechen bei diesen Jugendlichen von Depressionen. Das Thema ist ernst.
FESTE SOGGL FÜR DIE SEGGL

Ich hab früh aufgehört, weil es keinen Spaß mehr gemacht hat und ich nur noch in mich gegangen bin. Wenn man dann noch eine Strafe befürchten muss, wird’s noch brenzliger. Ich glaube denen, die sagen, dass Prävention und Aufklärung besser funktionieren, wenn die Staatsanwaltschaft mit der Sache nichts zu tun hat. Ist auch billiger – allerdings muss man von dem was man da sparen wird, auch ein bisschen was investieren.

Außerdem hab ich immer zuviel gegessen, dieser Effekt hat bei mir nie nachgelassen. Im Gegensatz zu manch anderen ist es für mich auch nie was zum Ausgehen gewesen, immer nur für daheim. Sozial-gesellig ja, aber nur im kleinen Kreis.

G Schmid
Lombaseggl
Ja so habe ich es nicht nur im Unterbewusstsein gemeint sondern mich tatsächlich stark daran erinnert, das einsame und gedrückte feeling. Das du da beschreibst obwohl ich immer noch Esoterik mag. Heutzutage rauchen wir bei freien Musik Sessions sehr gemäßigte mini Tütchen und finden uns alle cooler und die Musik ist dementsprechend free und auch wild. Die Mucke ist heftig die Dosis gering. Ich bin dann danach noch ewig im Kurpark in BC. Aber ich rate es ab bei Jugendlichen. Es trennt im Gehirn wichtige Stränge und ist deshalb auch gefährlich. Es isoliert. Macht einsam. Wie bei dir damals, ja und dann noch die Schokolade ...
FESTE SOGGL FÜR DIE SEGGL



“War on Drugs” ist ein richtiger Trigger, und zwar vor allem für die Leute, die ihn kämpfen sollen: habe mal ein Interview gehört mit einem britischen Undercover-Pozilisten, der erklärte, dass er in all den Jahren niemanden kennengelernt hat, der die ganze Sache nicht für eine zum Scheitern verurteilte Vollkatastrophe hält.

Weiß man, aber es war gut, das auch mal von jemandem zu hören, der direkt involviert ist. Drogenkartelle sind Ölscheich-reich, man kann quasi von unbegrenzten Ressourcen sprechen: die Regierungen haben nicht den Hauch einer Chance, dem entgegenzutreten.

Er meinte weiterhin, dass sich alle einig seien: Legalisierung ist der einzige Weg, auf die Sache Zugriff zu bekommen.


Wollte ich noch, hatte ich vergessen: Prohibition. Klar, doppelt bescheuert: man hatte das alles schonmal durchexerziert und gelernt, dass es nicht funktioniert, und zwar so richtig gar nicht. Gesoffen wird, Drogen werden genommen, egal wie.

Deprimierend zu sehen, dass es trotzdem noch Leute gibt, die diesen Fehler unbedingt nochmal machen wollen, auch in Deutschland – Stichwort Sexkaufverbot.


vivafernanda
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Granadaseggl
schwaebi hat geschrieben:Ist das nicht ein bisschen was Anderes? Also davon ausgehend, dass die meisten Frauen den "Job" nicht freiwillig machen.
Und, dass wir im Moment die liberalste Prostituitionsregelung in der EU haben und wohin hat es uns gebracht? Bessere Arbeitsbedingungen für die Frauen? Weniger Sexsklaverei? Nööö. Bordell Europas sind wir. Der ganze Menschenhandel wird hier abgewickelt. Da muss sich was ändern. Was wirklich sinnvoll ist, ist dann wieder eine andere Sache.
Eine Hand, die schiebt, ist besser als 100 Hände, die ziehen.

vivafernanda hat geschrieben:
schwaebi hat geschrieben:Ist das nicht ein bisschen was Anderes? Also davon ausgehend, dass die meisten Frauen den "Job" nicht freiwillig machen.
Und, dass wir im Moment die liberalste Prostituitionsregelung in der EU haben und wohin hat es uns gebracht? Bessere Arbeitsbedingungen für die Frauen? Weniger Sexsklaverei? Nööö. Bordell Europas sind wir. Der ganze Menschenhandel wird hier abgewickelt. Da muss sich was ändern. Was wirklich sinnvoll ist, ist dann wieder eine andere Sache.

Darüber können wir uns unterhalten, bis uns allen ganz durmelig wird, aber es gilt festzuhalten:

So wie es jetzt geregelt ist, gibt es nichts – aber auch gar nichts – was uns daran hindert,
  • die Arbeitsbedingungen der Frauen (und Männer, danke Loretta) zu verbessern
  • gegen Menschenhandel vorzugehen
Im Gegenteil: wenn das alles nicht verboten ist, sollte es eigentlich leichter sein, sich auf die Gewalt und Kriminalität zu konzentrieren und Menschen zu helfen. Warum geht es da vielen so dreckig? halensee dürfte auf der richtigen Spur sein: da kann man Geld verdienen, unter anderem mit Wegschauen.

Stattdessen wird über ein Verbot geredet, obwohl es längst Studien gibt, nach denen es den Leuten in Skandinavien kein Jota besser geht. Das ist falsch und link, da werden auf dem Rücken der Betroffenen billige politische Punkte gesammelt.


Gute Übersicht:
https://en.wikipedia.org/wiki/Nordic_mo ... ostitution

A 2014 study examining the efficacy of the law [in Sweden] concluded that it had "failed in its abolitionist ambition to decrease levels of prostitution, since there [was] no reliable data demonstrating any overall decline in people selling sex." In December 2017, the Global Network of Sex Work Projects disputed the positive impact of the Nordic model in Sweden saying the law is "harmful to prostitutes", and that it had resulted in increased police surveillance, discrimination, and social stigmatization, and decreased access to health and social services.

The Republic of Ireland's Criminal Law (Sexual Offences) Act 2017 (2017 Act) criminalized the purchase of sex with a prostitute. Since the law was introduced, violent crimes against sex workers have "almost doubled". In 2020, the Irish Journal of Sociology published a research paper that analyzed data from the years 2015 to 2019, spanning two years before and after the act. The researchers reported that "crimes (including violent offences) against prostitutes increased following the introduction of the new law and continued with low levels of reporting of said crimes to the police." The authors concluded that the best way to reduce violence against prostitutes is through the full decriminalization of sex work.

In 2016, Amnesty International released a 100-page report stating that Nordic model laws caused sex workers to face ongoing risk of police harassment, client violence, discrimination, eviction, and exploitation. Figures provided by UglyMugs, an app where sex workers can confidentially report incidents of abuse and crime, showed that reports of abuse and crime against prostitutes greatly increased after Ireland's adoption of the Nordic model approach to prostitution by criminalizing the purchase of sexual services. The figures stated that crimes against prostitutes increased by 90%, with violent crime increasing by 92%. Le Bail, Giametta, and Rassouw analysis of France's adoption of the Nordic model approach to prostitution found that "42 per cent of prostitutes were more exposed to violence and 38 per cent have found it increasingly difficult to make sure men use condoms."

vivafernanda
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Granadaseggl
Z.B. ist der wiki - Artikel „Prostitution in Schweden“ samt Links erhellend.
Nice war schneller seh ich gerade.
Also: msn kann es nicht lassen, wie es ist in D. Es ist deutlich schlimmer geworden seit der Liberalisierung. Ich bin mir nicht sicher, was eine sinnvolle Veränderung ist, weil es so schwierig ist. Es geht ja nicht nur um die Prostitution, es geht um die verschiedenen kriminellen Organisationen, den Geldfluss etc.
Eine Hand, die schiebt, ist besser als 100 Hände, die ziehen.

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Nice Weather hat geschrieben:“War on Drugs” ist ein richtiger Trigger, und zwar vor allem für die Leute, die ihn kämpfen sollen: habe mal ein Interview gehört mit einem britischen Undercover-Pozilisten, der erklärte, dass er in all den Jahren niemanden kennengelernt hat, der die ganze Sache nicht für eine zum Scheitern verurteilte Vollkatastrophe hält.

Weiß man, aber es war gut, das auch mal von jemandem zu hören, der direkt involviert ist. Drogenkartelle sind Ölscheich-reich, man kann quasi von unbegrenzten Ressourcen sprechen: die Regierungen haben nicht den Hauch einer Chance, dem entgegenzutreten.

Er meinte weiterhin, dass sich alle einig seien: Legalisierung ist der einzige Weg, auf die Sache Zugriff zu bekommen.


Ich würde mal differenzieren zwischen Zugriff auf die Sache und die Sache in Griff bekommen.
In den Griff wird man da leider nichts bekommen. Wenn der Mensch seine Lüste ausleben will, wird er immer Wege finden, gleichgültig, ob legal oder illegal. Wenn Prostitution das älteste Gewerbe der Welt ist, dann ist Herstellung und Handel mit Rauschmitteln das zweitälteste.
Unter Zugriff auf die Sache bekommen, verstehe ich, dass sich die Staaten ein ordentliches Stück vom Einnahmenkuchen reservieren wollen. Inwieweit die Clans und Mafiakartelle das zulassen, bleibt abzuwarten.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

knaust
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Lombaseggl
@Nice Weather

Die von Dir zitierten Textpassagen belegen die von factotum zitierte Aussage doch gar nicht. Da geht es um einen vorher nachher Vergleich innerhalb der jeweiligen Länder.

Zum Vergleich verschiedener Länder miteinander steht in dem von Dir verlinkten Artikel:

"In 2008, the Swedish government appointed a special committee of inquiry known as the Committee of Inquiry to Evaluate the Ban against the Purchase of Sexual Services headed by the former Supreme Court Justice Anna Skarhed. Its purpose was to evaluate how the law had affected the sex industry since its implementation in 1999 until 2008. The report stated that street prostitution had been reduced by half; it reported that in Copenhagen, Oslo, and Stockholm, street prostitution was at similar levels in 1999, but it was three times higher in Copenhagen and Oslo than in Stockholm in 2008.[21]"

Es könnte also durchaus sein, dass in Schweden weniger Schaden durch Prostitution verursacht wird als z.B. in Dänemark.
Zuletzt geändert von knaust am 19. November 2023 21:58, insgesamt 1-mal geändert.

de mappes
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Spamferkel
Nice Weather hat geschrieben:Wollte ich noch, hatte ich vergessen: Prohibition. Klar, doppelt bescheuert: man hatte das alles schonmal durchexerziert und gelernt, dass es nicht funktioniert, und zwar so richtig gar nicht. Gesoffen wird, Drogen werden genommen, egal wie.

Deprimierend zu sehen, dass es trotzdem noch Leute gibt, die diesen Fehler unbedingt nochmal machen wollen, auch in Deutschland – Stichwort Sexkaufverbot.


Jepp
Siehe auch Frankreich, die das versuchten
Zum scheitern verurteilt
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