Airwin hat geschrieben:d.h. es müßte gar keinen engpass bei diesen geräten geben (budgetlimits gibts ja nemme) ? Braucht man da eine langwierige ausbildung oder blickt medizinisches personal sowas nach einer einführung?
Die Beatmung wird von Anästhesisten gemacht. Das sind ja auch die Ärzte, die die Patienten auf den ICUs medizinisch betreuen. Wir haben ca. 50 Anästhesisten auf den ICUs und nochmal ca. 60-70 in den OP-Sälen. Dazu kommen bei uns ca. 50 Anästhesisten die überwiegend für die Forschung freigestellt sind. Macht also in Summe so ca. 150 Anästhesisten. Meine Schwester ist auch Anästhesisten. Die meint, wenn sie auf der ICU Dienst hat, könne sie bis zu 4 Patienten noch gleichzeitig behandeln, wenn keine Katastrophen eintreten. Im absoluten Notfall musste sie aber auch schon 8 Patienten gleichzeitig betreuen. Mit anderen Worten: es wird bei uns weder an Beamtmungsgeräten noch an Anästhesisten mangeln. Der kritische Faktor dürfte das Pflegepersonal sein, also die KrankenschwesterInnen...
fkAS hat geschrieben:Wie auch immer, das Ergebnis der Rechnung bei den Experten ist, dass es ohne Maßnahmen zur Reduzierung der Infektionszahlen nicht geht und man sich Zeit für die Ausweitung der Infrastruktur und die Entwicklung von Therapien erkaufen muss.
Der Experten hierzulande. In UK und auch anderswo raten die Experten anderes. Das mag auch daran liegen, dass Experten oft unterschiedlicher Meinung sind....Robert Gernhardt könnte dazu einen Gedichtsvers verfasst haben.
@Lissy
Erinnerst Du Dich noch, wie schön die Försterbrüder ein tendenziell konfrontativeres Posting bezeichnet haben?
Also:
Teil 1: Wissenschaftler zu Labormedizinern.
Molekularbiologisch ausgebildete Wissenschaftler sind für diesen Job maßlos überqualifiziert, weshalb man sie im Normalbetrieb dazu auch nicht verdonnert. Aber im Notfall pippetieren die mit geschlossenen AUGEN jede Art von RT-PCR oder ELISA zusammen. Wo soll denn da das Problem sein. Damit hätte auch ich keinerlei Problem. Wir haben hier hunderte Wissenschaftler die das könnten.
Teil 2: Labormediziner in die Pflege
Also Menschen die Medizin studiert haben sollen sich mal wieder um Patienten kümmern. Wo soll da das Problem sein? Die sollen ja keine Hirn-Ops machen, sondern kurz- und notfallmäßig einfachste betreuungsaufgaben wieder übernehmen. Übrigens sind viele Wissenschaftler auch Ärzte. Wir könnten Mediziner auch aus unserem Wissenschaftlichen Personal rekrutieren und darunter wären hochspezialisierte Fachleute für bestimmte Krankheiten.
Teil 3: Pflege in Intensivpflege
Wir bilden ja jeden Tag Krankenschwestern und Krankenpfleger zur Intensivpflege aus. Also das machen wir sowieso schon routinemäßig. Das Problem ist hier eher, dass generell Pflegekräfte fehlen.
Bitte bedenke auch, Lissy, bei Deinem schroffen Urteil: hier passiert ja so etwas regelmäßig. Das wurde also bereits in der Praxis erfolgreich so gehandhabt und ist keine Kopfgeburt. Übrigens war der "schlimmste Gau" den ich an der Charité bisher etrlebt habe nicht irgendeine Epidemie, sondern der Winter 2009/2010. Das war der total vereiste Winter. Da hatten wir pro Tag teilweise bis zu 1000 Patienten die sich was gebrochen hatten und operiert werden mussten. Da hat die Charité ihre gesamte Struktur anpassen müssen, um das leisten zu können. Die Patienten lagen dann überall verstreut, vorallem in der Dermatologie... und siehe da, es ging.
CoachingZone hat geschrieben:Die neuartigen Impfstoffe haben aber den großen Vorteil, dass sie deutlich schneller herstellbar sind und man wohl auch nur winzigste Mengen für die Impfung braucht. Ist also die Testphase für Verträglichkeit und Dosierung erfolgreich absolviert, so lassen sich sehr rasch (deutlich rascher als bei herkömmlichen Impfstoffen) große Mengen an Impfdosen herstellen. (Mit dem klitzekleinen Nachteil, dass absolute RNAse-Freiheit bei der Herstellung gewährleistet sein muss...)
Ja, wir hatten aber hier eben gerade einen Fall, da mussten wir eine Impfstoffentwicklung auf RNA-Basis wieder einstellen, weil es zufällig (oder nicht) zu einer Autoimmunantwort gegen ein Schilddrüsenhorm des Menschen kam. Bin da aber kein Fachmann, hat mir eine Kollegin neulich zum Thema Corona nur nebenbei erzählt.