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Paleto Gaffeur
Halbdaggl
Fado..ja da sitzt der Mitteleuropäer im Cafe, fühlt sich unglaublich cosmo-melancholisch und badet im Weltschmerz....weiss nur nicht warum.

Es gibt fantastische "World music"...aber Fado klingt für mich seit jeher wie Heulsusen-Gejaule.

Lissabon ist schön... und ...auch wenns gleich einigen die Fussnägel aufrollt....erinnert mich immer an Macao Ende 80er Anfang 90er...und das sind schöne Erinnerungen.

vivafernanda
Lombaseggl
Hey, Ihr tagsüber Nachtschreiber!

Also die Nachbarn sangen keinen Fado, sondern irgendwas sehr rhythmisches zu einwandfreiem südamerikanischen Banditenschrubb.

Fado ist ein touristisches Klischee, das man in der Zwischenzeit in Lissabon überall hört, Tag und Nacht, überall.

Es gibt aber auch noch den echten, von selbstbewussten älteren Damen oder Herren vorgetragen, die erst mal die Bedingungen aushandeln, ehe man ins Lokal gelassen wird.

Ihr zahlt 10€ pro Kopf und kriegt eine FLasche Wein. Está bem?

Und es gibt Mariza. Weltbekannte Fadosängerin. Hab hier auch schon youtube Links gepostet. Sie ist echt was Besonderes.

Leider ist Lissabon kein Geheimtipp mehr, wird von Touristen überrannt, überall lange Schlangen, die Preise steigen. Das schlägt schon bis Porto durch.

Aber wenn man sich auskennt, kann man sich ein wenig entziehen. Und man kann versuchen, dahinter zu blicken. Wenn man die 28er nicht fahren kann, weil sie immer gerammelt voll ist und man lange warten muss, dass mal eine kommt, die Platz hat, dann fährt man halt mit ner anderen Eléctrico. Solange sie Berge hochfährt, lohnt es sich allemal.

Man kann mit dem Zug die kurze Strecke nach Cascais fahren und die Straße entlang ans Meer wandern. Ganz alleine. Der Atlantik hat hier bizarre GEmälde in den Stein gemahlen, gespült, gerissen, wütend strudelt und gurgelt das Wasser in den vielen Höhlen. Der Wind zerrt, die Sonne brennt, aber man spürt sie nicht.

Wenn man müde ist von den Elementen, geht man zurück ins Städtchen und findet am Ortseingang ein kleines Grillrestaurant, ein paar Stufen runter, eine Veranda von Sonnenschirmen geschützt, die strengblickende Grillmeisterin wartet auf die Bestellungen. Auf der Karte stehen Fisch, Chorico (mit Schwänzle unterm c), SChwein oder Rind, Reis oder Kartoffeln, Salat. Gigantische Süßspeisen. Vorne draus Oliven, Brot und Käse. Der Kellner freut sich an unserem Appetit.
Man sitzt und schaut aufs Wasser, das in der Sonne glitzert, hinter einem schneeweißen Leuchtturm, der auf zerklüfteten Felsen steht. Unten ein kleiner Strand.
Auch das war mal ein Spontanfund, bei meinem ersten Ausflug nach Cascais.

Mittlerweile haben sie renoviert, es ist voller da, der Laden läuft, was mich freut für sie, solange es ein Plätzchen gibt, wenn man wegmüde vorbeistolpert.

Zurück in der Stadt vermisst man kurz die frische Meeresluft, aber man hat Abstand gewonnen von Tourihorden, hält wieder was aus, gehört man ja dazu.

In der Dunkelheit ist Lissabon eh eine andere. Ein dunkle strahlende Schönheit voller Geheimnis und Erinnerung. Ich finde sie manchmal auch ein wenig unheimlich. Der Herr V. glücklicherweise nicht.

Das weiche Licht der alten Straßenlaternen, die von den Häusern an kunstvoll geschmiedeten Halterungen hängen, beleuchten und verbergen gleichermaßen.
Ich schaue und rieche und spüre. Alle Sinne hellwach. Die Überreizung des Tages hat nachgelassen, wir gehen einfach immer weiter.

@ schbidzle: Oktober ist super. Immer noch sehr warm, leider auch noch viele Touris, aber alles abgemildert. Wenn Du Tipps brauchst oder Material, kannsch mir ja eine PN schicken. Portugiesisch muss man in Lissabon nicht können. Das wird erst auf dem Land wichtig. Klar, kann man sich nicht mit den Einheimischen unterhalten, aber manche können ja durchaus englisch oder deutsch. Die verbreitetste Fremdsprache bei den Älteren ist übrigens französisch.
Für Euphorie ist´s stets zu früh.

Tamasi
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Halbdaggl
vivafernanda hat geschrieben:Das weiche Licht der alten Straßenlaternen, die von den Häusern an kunstvoll geschmiedeten Halterungen hängen, beleuchten und verbergen gleichermaßen.

Diese Lampen, mit dem gelblichen Licht... Wie aus einer anderen Zeit - drum passend zum "Radetzkymarsch". Genau diese Lampen sind meine Erinnerung dazu...

Nilkheimer
Granadaseggl
Im Schillerkiez in Neukölln isses genauso. Das Lissabon Berlins quasi - habe ich SO auch noch nie gesehen.
Brandstiftung, Steuerhinterz. (inkl. Zollzeug), UrhG-Verstöße, vers. Körperverletzung, (evtl.) Kindesmisshandlung und TierschG-Delikte, Umweltdelikte u. Betrug u. nun - NOCH TAUFRISCH - BtMG-Sachen: Stern des Südostens.
-- Volle Steuern. Echt wahr, Mann.

Paleto Gaffeur
Halbdaggl
Nilkheimer hat geschrieben:Im Schillerkiez in Neukölln isses genauso. Das Lissabon Berlins quasi - habe ich SO auch noch nie gesehen.


Und dann kommt so ein antikapitalist oder antibeuer und haut Dir eins auf die Fresse...und schon hams sogar ihr eigenes Berliner Fado-Geheule :D :D :D

Ein Tourismusberater hätte dafür viel Geld verlangt. Ich hingegen will nur Berlin helfen. :arr:



Nilkheimer
Granadaseggl
Sehr empfehlenswert dort, direkt neben dem Tempelhofer Feld. Man muss allerdings Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch können, um zu überleben. Mit Deutsch und/oder Portugiesisch allein ist man verloren.
Brandstiftung, Steuerhinterz. (inkl. Zollzeug), UrhG-Verstöße, vers. Körperverletzung, (evtl.) Kindesmisshandlung und TierschG-Delikte, Umweltdelikte u. Betrug u. nun - NOCH TAUFRISCH - BtMG-Sachen: Stern des Südostens.
-- Volle Steuern. Echt wahr, Mann.


Nilkheimer
Granadaseggl
Hipsterhölle. Jens Spahn kotzt.
Brandstiftung, Steuerhinterz. (inkl. Zollzeug), UrhG-Verstöße, vers. Körperverletzung, (evtl.) Kindesmisshandlung und TierschG-Delikte, Umweltdelikte u. Betrug u. nun - NOCH TAUFRISCH - BtMG-Sachen: Stern des Südostens.
-- Volle Steuern. Echt wahr, Mann.