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fkAS
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Halbdaggl
darkred hat geschrieben:
jagdhuette hat geschrieben:Die These kommt doch nicht von mir, sondern von FNF, weil er wahllos ein paar Länder rausgepickt hat um eben selbiges zu behaupten.


Es gibt eine neue Metastudie des renommierten Professor für Medizin und Epidemiologie an der Stanford-Universität, John P. A. Ioannidis,
in der insgesamt 61 Studien ausgewertet wurden.
...
Insgesamt errechnete Ioannidis eine durchschnittliche Infektionssterblichkeit über 51 Standorte hinweg von 0,27 Prozent, korrigiert 0,23 Prozent. In Regionen mit weniger als 118 Todesfällen pro eine Million Menschen betrug die Rate lediglich 0,09 Prozent. Wo 118 bis 500 Covid-19-Tote pro eine Million Einwohner gezählt wurden, betrug sie 0,20 Prozent, an noch schlimmer betroffenen Standorten lag die Infektionssterblichkeit bei 0,57 Prozent. Betrachtet man nur Bevölkerungsgruppen mit Menschen unter 70 Jahren, betrug die durchschnittliche Rate sogar nur 0,05 Prozent. Zum Vergleich: Christian Drosten geht in Deutschland von einer Sterblichkeitsrate von rund 1 Prozent aus.

Drosten bezieht sich glaub ich auf ff. Metaanalyse:
https://www.medrxiv.org/content/10.1101 ... y-material
Die schätzen die IFR für verschiedene Altersgruppen. Über alle Gruppen hinweg, sind's 0,8% - worin jetzt der Unterschied zu obiger Studie liegt, müsste man sich mal genauer anschauen.
Einschluss/Ausschluss von Studien, Annahmen über die Verzögerung mit der Infizierte versterben, ...

Frank N Furter
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Himbeertoni
Haber hat geschrieben:
So ein einzelbeispiel gibt viel her aber nicht eure Vergleiche und gegenseitige Abrechnungen.



Lieber Haber, verzeih: die Situation auf abgeschiedenen griechischen Inseln und deren romantischen Tavernen, wo man wahrscheinlich immer noch bis spät abends lauschig draußen sitzen kann, wird eher nicht der Maßstab sein können, nachdem sehr unterschiedlich betroffene Länder Resteuropas ihr Handeln ausrichten könnten.

Der Punkt ist ja auch nicht, dass wir schon etwas so genau wüßten. Der Punkt ist eher, dass wir nicht ein zweites Mal in unserer Überstürzung Dinge tun, die nachweislich nichts genutzt, aber gesellschaftlich sehr geschadet haben.

In Ballungsgebieten sollten die Leute diszipliniert Masken tragen. Das wissen wir jetzt halbwegs sicher. Wir müssen endlich die vulnerablen Gruppen schützen (das schreibe ich durchgehend seit März, ist also keine nachträgliche Besserwisserei). Schulen und Kitas hingegen sollten wir nicht mehr schließen, das bringt mehr Schaden als Nutzen. Aso.

Viel Spaß noch, bzw, Du kennst doch sicher noch Alexandra?


So sad. :lol: :prost: :banane:
https://bit.ly/2x1Kpuf

AxelKruse_FG
Schoofseggl
Ehrlich gesagt sehe ich nirgendwo überzeugende Argumente, die für eine Herdenimmunisierung als wirksame Strategie sprechen. Die einzige nachgewiesenermaßen wirksame Strategie bleibt für mich die Eindämmung durch Immobilisierung.

Selbst wenn in Schweden wohl im Augenblick die Zahlen noch nicht so ansteigen wie anderswo, wäre das kein Beweis für deren "lockere" Strategie. Denn selbst wenn es so bliebe: als Erfolg der Herdenimmunisieriung wird man das nicht ausweisen können, sie sagen ja selbst, daß sie fast alles genaus machen würden wie der Rest der Welt.

Ich würde eher darauf wetten, daß bei denen die Zahlen demnächst auch explodieren, wenn es nicht zynisch wäre. Denn es sieht doch danach aus, als wäre der effizienteste Schutz eine schnelle und entschiedene frühzeitige Bekämpfung. Diesen Zeitpunkt hat man hier wie überall anders längst verpasst. Aber vielleicht haben sie ja Glück und können jetzt noch schnell mit entschiedenen Gegenmaßnahmen reagieren, wenn sie es gesellschaftlich fertigbringen.

Frank N Furter
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Himbeertoni
Ist AxelKruse_FG Knaust oder liegt hier nur eine ähnliche Art zu kommunizieren vor?

AxelKruse_FG hat geschrieben:Ehrlich gesagt sehe ich nirgendwo überzeugende Argumente, die für eine Herdenimmunisierung als wirksame Strategie sprechen. Die einzige nachgewiesenermaßen wirksame Strategie bleibt für mich die Eindämmung durch Immobilisierung.


Für mich ist diese Antwort grotesk und witzig zugleich. Kein "überzeugendes Argument" für die Herdenimmunität?

Aktuell geht man davon aus, dass es uns Menschen seit mindestens 300.000 Jahren gibt. In dieser Zeit wurden wir millionenfach von Viren heimgesucht: IMMER war es dann die Herdenimmunität, die uns von einer Virusinfektion wieder kurrierte. Das ist der Standard der Natur, so funktioniert unsere Gruppenphysiologie!

Erst neuerdings scheinen die Leute zu glauben, das schicke sich nicht mehr. Ein Irrtum. Langfristig profitieren wir von den Viren. Wir stehen mit ihnen in einer synergistischen Koevolution. Es waren und sind nämlich nicht zuletzt die Viren, die unser Immunsystem so effizient trainieren. Wir brauchen die, auch wenn manche Leute das gar nicht verstehen können.

Eine Impfung ersetzt die Herdenimmunität übrigens nicht, falls das hier jemand ernsthaft glaubt. Auch ein geimpfter Mensch steckt sich bei Kontakt mit dem Virus an. Das Virus amplifiziert sich dann anschließend auch im System. Doch bei den meisten Menschen kommt es dann wegen der Impfung zu einer schnellen Gegenreaktion und die Erkrankung fällt milder aus. Bei manchen Menschen nutzt die Impfung auch nicht so viel und sie erkranken trotzdem mit pathologischem Vollbild.

Wie viel eine Impfung nützt, hängt letztlich davon ab, wie spezifisch sie ist. Ist sie zu spezifisch (wenige antigene Epitope werden sehr spezifisch von den Antikörpern der B-Zellen erklannt), dann ist sie weniger effektiv. Ist sie sehr unspezifisch droht hingegen eine Kreuzreaktivität mit autologen Epitopen (was ein Desaster wäre!). Deshalb achtet man in der Impfstoffentwicklung darauf, eher spezifischere Impfstoffe zu entwickeln, die dann halt aber auch keine Vollgarantie darstellen.

Was Impfungen niemals leisten können, ist die Qualität der Herdenimmunität nachzuahmen, die ein Teil unseres kollektiven Immungedächtnisses wird, über Epigenetik, wie wir heute wissen, an unsere Nachfahren weitergegeben werden kann und die bis heute unverzichtbar für unser Immunsystem ist. Die normalen Grippen sind das Fitnesstudio unseres Immunsystems, sozusagen. Die Grippeviren machen uns fit und wir machen die fit, im survival of the fittest.

Wir haben uns aber leider in vielen Bereichen unseres Lebens so sehr von unserer Natur entfernt, dass wir sie gar nicht mehr kapieren. Und so rennen ein Haufen "Radioreporter" rum und verbreiten in den einschlägigen Kanälen, dass die Herdenimmunität des Teufels sei...

Ob man bei Corona auf die Impfung oder die Herdenimmunität setzt, ist, rein opportunistisch aus Sicht des Gesundheitssystems gesprochen, eine Frage der Dynamik. Kann ich eine Pandemie sehr gut kontrollieren, z.B. weil der Virus nicht hochansteckend und nicht sehr tödlich ist, kann ich mit ganz anderen Maßnahmen eine kontrollierte Durchseuchung begleiten, als wenn wir z.B. über Ebola reden, wo klar ist, dass Herdenimmunität ethisch (!) niemals in Frage kommen kann.

Nach dem was wir bisher wissen und nicht wissen, würde ich sagen, dass Corona relativ eindeutig eine Sache für die Herdenimmunität ist. Das Virus ist kaum tödlich und es ist viel weniger ansteckend als anfangs geglaubt.

Falls jetzt jemand denkt: "Arschloch, 1,1 Millionen Tote und der Depp faselt was von kaum tödlich...":
Auch dieses Jahr wird die Gesamtbevölkerung unseres Planeten wieder um 60 Millionen Menschen zunehmen. Corona ändert daran nichts. Corona tötet vor allem Alte und Kranke. So halten es übrigens die meisten endemischen Viren. Moralisch mag man das nicht gut finden, aber man sollte verstehen, dass die Natur so drauf ist. Sie schneidet immer gerne das Kranke und Alte heraus, so wie wir selbst auch Bäume beschneiden. Wir sind ein Teil der Natur. Die Natur für ihre Grausamkeit, die wir so stark empfinden, zu verdammen, ist keine integre Geisteshaltung. Die Natur hat uns genau mit diesen Methoden erschaffen. Wir verdanken ihrer "Grausamkeit" unser Leben.

Wohl gemerkt: Ich sag ja nicht "älle he macha". Ich sage, dass wir klug abwägen sollten. Herdenimmunität pauschal zu verdammen ist dumm und verhindert ein kluges Abwägen von Maßnahmen viel zu pauschal.
https://bit.ly/2x1Kpuf

Haber
Halbdaggl
Frank N Furter hat geschrieben:
Haber hat geschrieben:
So ein einzelbeispiel gibt viel her aber nicht eure Vergleiche und gegenseitige Abrechnungen.



Lieber Haber, verzeih: die Situation auf abgeschiedenen griechischen Inseln und deren romantischen Tavernen, wo man wahrscheinlich immer noch bis spät abends lauschig draußen sitzen kann, wird eher nicht der Maßstab sein können, nachdem sehr unterschiedlich betroffene Länder Resteuropas ihr Handeln ausrichten könnten.

Der Punkt ist ja auch nicht, dass wir schon etwas so genau wüßten. Der Punkt ist eher, dass wir nicht ein zweites Mal in unserer Überstürzung Dinge tun, die nachweislich nichts genutzt, aber gesellschaftlich sehr geschadet haben.

In Ballungsgebieten sollten die Leute diszipliniert Masken tragen. Das wissen wir jetzt halbwegs sicher. Wir müssen endlich die vulnerablen Gruppen schützen (das schreibe ich durchgehend seit März, ist also keine nachträgliche Besserwisserei). Schulen und Kitas hingegen sollten wir nicht mehr schließen, das bringt mehr Schaden als Nutzen. Aso.

Viel Spaß noch, bzw, Du kennst doch sicher noch Alexandra?


So sad. :lol: :prost: :banane:


;) Hey Frank, hatte ja den Beitrag gelöscht da in der Hektik der Gartenarbeit viel zu oberflächlich aber du warst schneller. Sei's drum aber es wäre eine Forschungsarbeit wert warum die zweitgrösste Insel fast coronafrei ist und im Norden bei uns nix.

Aber es ist Grad zu heiß und hektisch, bis später.... :prost:

darkred
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Halbdaggl
@Axel

Hmm.
Das sagt sich immer so schön leicht ... "schnelle und entschiedene frühzeitige Bekämpfung".

Wenn man mal beleuchtet, was das für einen Einfluss auf den Lebensalltag der Menschen und infolge auf die gesamtwirtschaftliche Situation hat, dann kommt man da schnell auf große, drängende Fragen.

Vor allem auch die nach der Verhältnismäßigkeit.
Was soll bspw. ein Beherbergungsverbot bringen, wenn gleichzeitig jeden Morgen & Abend Abertausende von Pendlern im ÖPNV dicht an dicht gedrängt unterwegs sind? Sollen die Leute zuhause bleiben? Oder nur der Gast/ der Geschäftsreisende? In einer von Hygienekonzepten sich überschlagenden Hotelerie-Branche. Das ist sicherer als zuhause würde ich meinen. Wo liegt hier das größere Gefährdungspotential?

Oder die Schulen?
Müsste man die nach der Maxime der Kontaktverminderung nicht sofort wieder schließen? Dazu die Sportvereine? Oder möchte man die differenzierte Betrachtung wagen, dass das Infektionsgeschehen hier vllt. nicht so stark ist, als dass man so drastisch vorgehen muss?

Ich bin voll und ganz dabei, dass man private Feiern, das Zusammenkommen in Gastronomie und vor allem in geschlossenen Konsumtempeln stärker reglementieren, überwachen und bei Verstoß dagegen in letzter Konsequenz auch sanktionieren muss. Vllt. sogar die Bewegung in urbanen Ballungszentren allgemein.

Aber am Ende bin ich beim Schluss von Furter, was die aktuelle Studie zur Seroprävalenz noch untermauert.
Wir sollten, bis es mit einer mgl. Massenimpfung soweit ist, insbesondere danach schauen, wie wir die Alten und Vulnerablen sicher und vor allem menschenwürdig schützen können, da diese Schicksale offensichtlich die sind, die die Letalität in großem Maße bestimmen.

Es muss ein Weg mit der Pandemie und ohne das pauschale Herunterfahren des öffentlichen Lebens gefunden werden. Für mich ist das alternativlos.

Tamasi
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Grasdaggl
Beispiele für eine recht gelungene "schnelle und frühzeitige Bekämpfung" wären: Taiwan, Südkorea, Neuseeland... und natürlich längst auch China.

Unter freundlicher Zuhilfenahme von:
Viel Selbstdisziplin. Viel gegenseitiger Rücksichtnahme. Oft auch sehr viel "digitaler Kontrolle" - und bisweilen natürlich auch mit diktatorischen Maßahmen und regional begrenzten, aber dafür knallharten Lockdowns. Letzteres war aber nicht überall nötig bzw. zeitlich überschaubar begrenzt; Taiwan bspw. hat doch recht "normal" weitergemacht.

Natürlich kann man diese Beispiele niemals 1-1 auf uns übertragen. Wir sind keine Insel, wir haben keine Sars-1-Erfahrung, wir leben nicht in einer Diktatur und eine digitale Kontrolle ist bei uns eh nicht durchsetzbar. Letzteres führt dann zur händischen Rückverfolgung durch die Gesundheitsämter - was in meinen Augen ein armseliger Witz ist - und zu zahlreichen Donald-Duck-Nachverfolgungen bei den Gästelistenauswertungen. Hirnfrei, 18. Jahrhundert. Aber isch halt so.

Also zurück zur Herden-Variante:
Frank, nach wie vor: Wie praktikabel ist die denn? Zum einen haben wir es - ebenso wie viele andere Länder - NICHT hingekriegt, im letzten halben Jahr ein funktionierendes Test- und Schutzsystem für Altenheime aufzubauen. Und da rede ich jetzt nur von den Menschen in einem Heim. Es gibt doch vermutlich weit mehr gefährdete Menschen - Übergewichtige, Herzkranke, Raucher oder schlicht: Rentner & Pensionäre -, die (noch) NICHT in einem Heim wohnen. Ach so, ja, die sollen dann alle zu Hause bleiben. Ebenso die Leute, die bspw. mit ihnen zu einer Familie gehören. Das ist doch alles nicht durchführbar - selbst wenn es da eine neue Form der "Herd-Prämie" gäbe. Wobei... hmm... ? :lol:

Ja, ich finde es auch katastrophal und unverständlich, dass man kein Schutz-Konzept hingekriegt hat. Gerade erst hat Spahn die Präsentation eines "Altenheimschutzplans" auf 8. November verschoben. Toll. Aber auch hier gilt: Isch so.

Fazit & Frage:
Es gibt Beispiele für eine erfolgreiche schnelle Bekämpfung. Gibt es auch Länder, die es geschafft haben, erfolgreich nur die Risikopatienten zu schützen? Vielleicht können wir uns von denen etwas abschauen. Denn eine schnelle und frühzeitige Bekämpfung wird es bei uns nicht geben.

de mappes
Spamferkel
darkred hat geschrieben:@Axel

Hmm.
Das sagt sich immer so schön leicht ... "schnelle und entschiedene frühzeitige Bekämpfung".

Wenn man mal beleuchtet, was das für einen Einfluss auf den Lebensalltag der Menschen und infolge auf die gesamtwirtschaftliche Situation hat, dann kommt man da schnell auf große, drängende Fragen.

Vor allem auch die nach der Verhältnismäßigkeit.
Was soll bspw. ein Beherbergungsverbot bringen, wenn gleichzeitig jeden Morgen & Abend Abertausende von Pendlern im ÖPNV dicht an dicht gedrängt unterwegs sind? Sollen die Leute zuhause bleiben? Oder nur der Gast/ der Geschäftsreisende? In einer von Hygienekonzepten sich überschlagenden Hotelerie-Branche. Das ist sicherer als zuhause würde ich meinen. Wo liegt hier das größere Gefährdungspotential?

Oder die Schulen?
Müsste man die nach der Maxime der Kontaktverminderung nicht sofort wieder schließen? Dazu die Sportvereine? Oder möchte man die differenzierte Betrachtung wagen, dass das Infektionsgeschehen hier vllt. nicht so stark ist, als dass man so drastisch vorgehen muss?

Ich bin voll und ganz dabei, dass man private Feiern, das Zusammenkommen in Gastronomie und vor allem in geschlossenen Konsumtempeln stärker reglementieren, überwachen und bei Verstoß dagegen in letzter Konsequenz auch sanktionieren muss. Vllt. sogar die Bewegung in urbanen Ballungszentren allgemein.

Aber am Ende bin ich beim Schluss von Furter, was die aktuelle Studie zur Seroprävalenz noch untermauert.
Wir sollten, bis es mit einer mgl. Massenimpfung soweit ist, insbesondere danach schauen, wie wir die Alten und Vulnerablen sicher und vor allem menschenwürdig schützen können, da diese Schicksale offensichtlich die sind, die die Letalität in großem Maße bestimmen.

Es muss ein Weg mit der Pandemie und ohne das pauschale Herunterfahren des öffentlichen Lebens gefunden werden. Für mich ist das alternativlos.


:nod: :nod: :nod:
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de mappes
Spamferkel
Also zurück zur Herden-Variante:
Frank, nach wie vor: Wie praktikabel ist die denn? Zum einen haben wir es - ebenso wie viele andere Länder - NICHT hingekriegt, im letzten halben Jahr ein funktionierendes Test- und Schutzsystem für Altenheime aufzubauen. Und da rede ich jetzt nur von den Menschen in einem Heim. Es gibt doch vermutlich weit mehr gefährdete Menschen - Übergewichtige, Herzkranke, Raucher oder schlicht: Rentner & Pensionäre -, die (noch) NICHT in einem Heim wohnen. Ach so, ja, die sollen dann alle zu Hause bleiben. Ebenso die Leute, die bspw. mit ihnen zu einer Familie gehören. Das ist doch alles nicht durchführbar - selbst wenn es da eine neue Form der "Herd-Prämie" gäbe. Wobei... hmm... ? :lol:


kann man vom Anfang der pandemie sicher so behaupten, aber ist das immernoch der Fall?
Ich meine von Mai bis jetzt (also in 5 Monaten, fast einem halben Jahr) sind ca. 1000 Leute an oder mit Corona gestorben
Hätte man diese Toten verhindern können?
Einzelfälle sicherlich, aber so in der Masse?

Ich weiß, jedes einzelne Schicksal ist für sich genommen sehr traurig und sicher gab es einige Fälle, wo vieles schief gelaufen ist...aber anhand der Zahlen geurteilt...oder der Sterblichkeiten auf Perioden gerechnet...
Die Alten-und Pflegeheime, von denen ich sah und hörte, haben jedenfalls recht strenge Hygienemaßnahmen
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Frank N Furter
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Himbeertoni
Tamasi hat geschrieben:Also zurück zur Herden-Variante:
Frank, nach wie vor: Wie praktikabel ist die denn?


Herdenimmunität pur wäre zwar machbar (einfach durch Unterlassung) aber nicht wünschenswert.

Wichtig ist jetzt erst einmal, dass wir eine gute Vorstellung davon entwickeln wann Impfung möglich wird und wann es durch Impfung zu einer artifiziellen Herdenimmunität kommt. Im Moment ist das sehr schwer zu sagen, weil es sehr unterschiedliche Meldungen und Meinungen dazu gibt. Würde jetzt jemand garantieren, dass wir im Januar mit dem Impfen beginnen können, würde ich für die verbleibende kurze Zeit mit dem Virus auf harte Quarantänemaßnahmen setzen. Die drei Monate ist es noch zumutbar und dann auch psychologisch für alle absehbar. Kommt die Impfung erst im Sommer 2021 bekommen wir ein Problem mit der Disziplin und harte Quarantänemaßnahmen wären in unserem Rechtsstaatsgefüge gar nicht durchsetzbar gegen vehementen Widerstand. In dem Fall bleibt nichts anderes, als die Vulnerablen Isolation anzubieten (ohne Zwang also) und der Rest darf sich so verhalten, wie er/sie es gerne möchte. Die Vorsichtigen dürfen vorsichtig bleiben und die Harten dürfen in den Garten.


Tamasi hat geschrieben:Es gibt doch vermutlich weit mehr gefährdete Menschen - Übergewichtige, Herzkranke, Raucher oder schlicht: Rentner & Pensionäre -, die (noch) NICHT in einem Heim wohnen. Ach so, ja, die sollen dann alle zu Hause bleiben. Ebenso die Leute, die bspw. mit ihnen zu einer Familie gehören. Das ist doch alles nicht durchführbar - selbst wenn es da eine neue Form der "Herd-Prämie" gäbe.


Bei den Vulnerablen kann man schon alleine aus juristischen Gründen keine Separation erzwingen. Man kann die Vulnerablen informieren, sie über ihr Risiko aufklären und ihnen Schutzmaßnahmen anbieten. Wer sie nicht annimmt, muss nicht. Aber die Leute hätten dann eine Wahlmöglichkeit!
https://bit.ly/2x1Kpuf

Frank N Furter
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Himbeertoni
de mappes hat geschrieben:Die Alten-und Pflegeheime, von denen ich sah und hörte, haben jedenfalls recht strenge Hygienemaßnahmen


Teilweise ja. Aber woran es essentiell bis heute mangelt, ist ein Konzept für eine sichere Pflege. Dazu müsste das Pflegepersonal jeden Abend nach dem Dienst einen Corona-Test machen. Der wird über Nacht im Labor ausgewertet und jeder Pflegende hat morgens um 5 Uhr eine Email im Postfach, ob er wieder arbeiten darf oder positiv ist. Solange noch nicht einmal diese Form der Kontrolle systematisiert wird, sind die Vulnerablen de facto schutzlos.
https://bit.ly/2x1Kpuf

de mappes
Spamferkel
Frank N Furter hat geschrieben:
Tamasi hat geschrieben:Also zurück zur Herden-Variante:
Frank, nach wie vor: Wie praktikabel ist die denn?


Herdenimmunität pur wäre zwar machbar (einfach durch Unterlassung) aber nicht wünschenswert.

Wichtig ist jetzt erst einmal, dass wir eine gute Vorstellung davon entwickeln wann Impfung möglich wird und wann es durch Impfung zu einer artifiziellen Herdenimmunität kommt. Im Moment ist das sehr schwer zu sagen, weil es sehr unterschiedliche Meldungen und Meinungen dazu gibt. Würde jetzt jemand garantieren, dass wir im Januar mit dem Impfen beginnen können, würde ich für die verbleibende kurze Zeit mit dem Virus auf harte Quarantänemaßnahmen setzen. Die drei Monate ist es noch zumutbar und dann auch psychologisch für alle absehbar. Kommt die Impfung erst im Sommer 2021 bekommen wir ein Problem mit der Disziplin und harte Quarantänemaßnahmen wären in unserem Rechtsstaatsgefüge gar nicht durchsetzbar gegen vehementen Widerstand. In dem Fall bleibt nichts anderes, als die Vulnerablen Isolation anzubieten (ohne Zwang also) und der Rest darf sich so verhalten, wie er/sie es gerne möchte. Die Vorsichtigen dürfen vorsichtig bleiben und die Harten dürfen in den Garten.


Tamasi hat geschrieben:Es gibt doch vermutlich weit mehr gefährdete Menschen - Übergewichtige, Herzkranke, Raucher oder schlicht: Rentner & Pensionäre -, die (noch) NICHT in einem Heim wohnen. Ach so, ja, die sollen dann alle zu Hause bleiben. Ebenso die Leute, die bspw. mit ihnen zu einer Familie gehören. Das ist doch alles nicht durchführbar - selbst wenn es da eine neue Form der "Herd-Prämie" gäbe.


Bei den Vulnerablen kann man schon alleine aus juristischen Gründen keine Separation erzwingen. Man kann die Vulnerablen informieren, sie über ihr Risiko aufklären und ihnen Schutzmaßnahmen anbieten. Wer sie nicht annimmt, muss nicht. Aber die Leute hätten dann eine Wahlmöglichkeit!


das sehe ich, insbesondere in Bezug auf eine Impfung, auch so

Frank N Furter hat geschrieben:
de mappes hat geschrieben:Die Alten-und Pflegeheime, von denen ich sah und hörte, haben jedenfalls recht strenge Hygienemaßnahmen


Teilweise ja. Aber woran es essentiell bis heute mangelt, ist ein Konzept für eine sichere Pflege. Dazu müsste das Pflegepersonal jeden Abend nach dem Dienst einen Corona-Test machen. Der wird über Nacht im Labor ausgewertet und jeder Pflegende hat morgens um 5 Uhr eine Email im Postfach, ob er wieder arbeiten darf oder positiv ist. Solange noch nicht einmal diese Form der Kontrolle systematisiert wird, sind die Vulnerablen de facto schutzlos.


Stimmt natürlich, dass die Gefahr durch das pflegende Personal selbst weiterhin hoch ist und teilweise natürlich an der Disziplin der Mitarbeiter, der Ausstattung der Einrichtung und des Personalschlüssels abhängt.
Schnelltests wären an der Stelle ein gutes Mittel zur weiteren Verbesserung.
Gut möglich, dass durch die gesamte Reduktion an Infizierten über den Sommer auch die vulnerablen durch Pflegekräfte weniger abbekamen.
Jedenfalls waren und sind aktuell die Todeszahlen noch recht niedrig im Vergleich zum Beginn und das bringt auch ein wenig Hoffnung, dass man mittlerweile einiges besser macht, auch in Bezug auf den Schutz der "verwundbaren" (neben verbesserter Behandlung ect...)
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de mappes
Spamferkel
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/giffey-spahn-kitas-1800176

auch Kitas sind keine Infektionsherde
Scheint also nach aktuellem Stand durchaus wie früher von einigen Wissenschaftlern vermutet nicht durch die klein(st)en stark verbreitet zu werden.

Finde ich sehr wichtig und nötig, Kitas und Schulen soweit möglich auch bei zweitem, hoffentlich modifiziertem Lock-Down, offen zu halten
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de mappes
Spamferkel
Unter Westfalen hat geschrieben:Gar nicht so einfach mit der Herdenimmunität:

https://uebermedien.de/53869/ueber-ein- ... obal-de-DE

Cicero ist ja nicht meine Lektüre. Aber in dieser Angelegenheit wäre ich auch hart geblieben.


Finde Streek hat da mit seinem Tweet gut erklärt, was da vor sich ging.
Wüsste mal gerne, ob es solche "Prüfungen" und insbesondere Veröffentlichungen der Korrekturen dieser Art auch bei...sagen wir mal Herrn Drosten gibt oder gäbe ;)
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Frank N Furter
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Himbeertoni
Unter Westfalen hat geschrieben:Und nach dem Dienst, bis morgens 5, kann man sich in das Nachtleben stürzen, wenn es noch nicht eingeschränkt ist.


Ich habe während meines Studiums in der ambulanten Altenpflege gearbeitet. Wenn ich da um 20:00 Uhr mal endlich zu Hause war, kann ich mich nicht erinnern mich je noch ins Nachtleben gestürzt zu haben. Außerdem halte ich Menschen die den Beruf wählen andere Menschen zu pflegen nicht für generell satanisch. Sprich, ich traue denen durchaus zu, dass sie das Nachtleben auf die dienstfreien Tage beschränken.

Außerdem habe ich obige Lösung als Minimallösung beschrieben. Eine sichere Lösung des Problems könnte nur darin bestehen, dass wir die Pflegenden gleich mit isolieren. Natürlich freiwillig bei entsprechend dankbarer Aufstockung ihres Grundgehalts.

Was wirklich merkwürdig ist, ist, das uns bis heute noch keiner dezidiert gesagt hat, warum das nicht gehen soll. Der Kollege Lauterbach wäre da eigentlich prädestiniert.
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de mappes
Spamferkel
Glaube der Heiner Lauterbach ist lieber generell dafür, so viele wie möglich zu belangen mit Einschnitten.
Dann wird er öfter zitiert und in Talkshows eingeladen.
Welch ein Selbstdarsteller...Fast(!) ein Grund für mich, nicht die SPD zu wählen
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Lenny
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Granadaseggl
Neueste Kuriosität aus Schulen:
Verschwörungstheorikerkinder aus Klasse 3 (!) werden von ihren Verursacherinnen/Verursachern dazu genötigt, alle 10 Minuten die Temperatur im Klassenzimmer zu messen und zu notieren. :lol:


Goofy
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Granadaseggl
Iron hat geschrieben:
darkred hat geschrieben:VfB Stuttgart - 1. FC Köln (Fr., 23.10.2020, 20.30 Uhr)
Die Bundesliga-Begegnung gegen den 1. FC Köln muss leider nach derzeitigem Stand vor leeren Zuschauerrängen ausgetragen werden. Grund hierfür ist die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, die den Schwellenwert von 50 neu gemeldeten Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner in Stuttgart überschritten hat.


Zumal man aus den Daten herausgefunden hat, dass der Anstieg mit dem Stadionbesuch zusammen hängt.


Gibts da eine Quelle dafür, oder Hinweise darauf?

Goofy
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Granadaseggl
Iron hat geschrieben:
darkred hat geschrieben:VfB Stuttgart - 1. FC Köln (Fr., 23.10.2020, 20.30 Uhr)
Die Bundesliga-Begegnung gegen den 1. FC Köln muss leider nach derzeitigem Stand vor leeren Zuschauerrängen ausgetragen werden. Grund hierfür ist die sogenannte 7-Tage-Inzidenz, die den Schwellenwert von 50 neu gemeldeten Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner in Stuttgart überschritten hat.


Zumal man aus den Daten herausgefunden hat, dass der Anstieg mit dem Stadionbesuch zusammen hängt.


Gibts da eine Quelle dafür, oder Hinweise darauf?

Iron
Halbdaggl
:lol: Quellen werden überbewertet, worin liegt denn die Gefahr bei z.B. 300 Zuschauern? Wenn ich zusammenrechne auf wieviel Kontakte ich mit den schulpflichtigen Kids, Sport usw. zusammenkomme...

Goofy
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Granadaseggl
Von 12 000 war mal die Rede.
Aber die hätte man auch reduzieren statt ganz verbieten können. Dann ist eben wieder ein finanzielles Problem beim VfB.


Also ist es nicht so, dass es da irgendwelche Infektionen gab, bzw. nachvollzogen werden konnten?