sehr gutes und interessantes posting, mietmaul! das ist nachvollziehbar, auch wenn ich nur wenig davon teile.
Ich finde es allerdings bemerkenswert, wie sich – zumindest in meiner Wahrnehmung beziehungsweise in meiner Filterblase – die Art der Diskussion in den letzten Monaten gedreht zu haben scheint. Inzwischen muss man sich fast schon dafür rechtfertigen, die Ausgliederung kritisch zu sehen. An diesem Punkt kann ich nur sagen: Chapeau, Herr Dietrich. Sie haben den Job, für den Sie geholt und vom Aufsichtsrat installiert wurden, bisher sehr engagiert und vehement durchgezogen.
jepp, hat er. und er hat vom ersten tag bzw. noch in den veranstaltungen vor seiner wahl deutlich gemacht, die AG ganz nach oben auf die agenda zu setzen. nebenbei hat er dann noch die ersten schritte unternommen, die jugend finanziell unabhängig vom erfolg der profis zu machen und offensichtlich muss sich im verein auch etwas verändert haben, wenn die dauerkarten innerhalb eines tages da sind
Da wir schon dabei sind, kommen wir zum ersten Argument, das gegen die Ausgliederung spricht. Das Misstrauen gegen den Aufsichtsrat und Herrn Dietrich. Der VfB wurde über Jahre hinweg – und zwar mit Ansage – von den Herren Mäuser, Hundt, Bobic, Wahler & Co. an die Wand gefahren.
nachvollziehbar, dein misstrauen, auch wenn die genannten gott sei dank keine rolle mehr spielen. eines allerdings muss ich anmerken: überprüfe dich selbst, ob dein misstrauen gegen dietrich etwas mit seiner bisherigen arbeit zu tun hat, oder doch mehr mit antipathie.
Bis Vertrauen in Herrn Dietrich und den aktuellen Aufsichtsrat wachsen könnte, bräuchte es mehr Zeit. Mehrere Jahre erfolgreiche Arbeit. Nicht einfach eine Scharte ausgewetzt zu haben.
wenn der vfb diese zeit hätte, wäre ich damit einverstanden. hat er aber nicht. nicht mal in ansätzen, wenn wir uns anschauen, was alleine in den letzten 3-4 jahren passiert ist und es gibt aktuell wenig gründe anzunehmen, es würde sich gravierend was zurückdrehen lassen.
Allerdings führt die Art und Weise, wie der Präsident in der Diskussion um die Ausgliederung agiert, nicht dazu, Vertrauen in seine Person entstehen zu lassen. Die Behauptung beispielsweise, die Ausgliederung würde die Rechte des VfB e.V. und damit der Vereinsmitglieder, völlig unverändert fortbestehen lassen, ist hanebüchen. Das von Mainz 05 veröffentlichte Rechtsgutachten bringt es dagegen so ehrlich wie schonungslos auf den Punkt:
„Jede Ausgliederung führt zu einer Verringerung der Einflussmöglichkeiten des Vereins, seiner Organe und Mitglieder auf den Profisport.“
der einfluss der mitglieder auf den profisport ist stand heute praktisch null. und ich frage mich, weshalb das morgen, weshalb das überhaupt anders sein sollte? sollen wir zukünftig darüber abstimmen, ob wir den trainer feuern? entschuldige die polemik, aber das ist für mich das schwächste aller argumente.
Statt Augenwischerei zu betreiben, wäre es mein Wunsch gewesen, die Vereinsführung hätte die Diskussion transparent, fair und mit Niveau geführt. Stattdessen werden auf der Kampagnenwebseite unter der Überschrift „Dichtung und Wahrheit“ von der Vereinsführung „Fake vs. Fakten“ präsentiert, womit in Wahrheit nur im Stile Donald Trumps andere Meinungen diskreditiert werden sollen. Meine E-Mail an den Verein, die ich schrieb, nachdem dieser zum ersten Mal diese – in aller Deutlichkeit – Propaganda veröffentlichte, wurde zwar freundlich beantwortet. Von dieser Form der Kampagnenführung Abstand genommen hat die Vereinsführung jedoch nicht.
da gebe ich dir recht. kommunikativ hätte einiges besser laufen müssen. jedoch darf man schon auch die bemühungen anerkennen, die bspw. mit „vfb im dialog“ und unzähligen weiteren veranstaltungen sichtbar werden. dietrich muss seit monaten wohl beinahe täglich die immer gleichen fragen beantworten und mit den immer gleichen unterstellungen einiger hirnakrobaten leben. ich sage nicht, mir würde seine oftmals patzige art gefallen, nur nachvollziehen kann ich das schon. (ging mir ja selbst beim betrachten so manches „vfb im dialog“ so. da wird eine frage aus dem internet beantwortet, dann kommt so ein depp aus dem publikum mit der gleichen frage hinterher.)
Schlechter Stil in der Diskussion ist freilich kein Grund an sich, gegen die Ausgliederung zu sein. Wie gesagt: Herr Dietrich tut nur, wofür er geholt wurde. Das Vorgehen beschädigt allerdings das Vertrauen in seine Person massiv.
jein. mein eindruck ist eher, dieses vorgehen zementiert deine meinung über ihn.
Das Gleiche gilt, wenn Herr Dietrich sagt, er habe – wörtlich – kein Mandat der Vereinsmitglieder und keine Zeit gehabt, um mit anderen Ankerinvestoren als mit Daimler zu verhandeln. Da stellt sich mir zunächst die Frage, woher er das Mandat hatte, diese Verhandlungen mit Daimler zu führen. Von den Mitgliedern jedenfalls nicht. Viel wichtiger: Wenn man keine Zeit hat, mit anderen Investoren zu verhandeln, kommt der Zeitpunkt der Abstimmung zu früh.
das ist in der tat ein scheißargument gewesen. er bzw. der vorstand hat qua amt das mandat solche gespräche zu führen. ob mit daimler oder sonstwem.
Natürlich, Zeit ist im schnelllebigen Fußballgeschäft Mangelware. Aber so wird die außerordentliche Mitgliederversammlung erzwungen und die Entscheidung übers Knie gebrochen. Warum wurde tatsächlich nicht mit anderen Investoren verhandelt?
also ich glaube tatsächlich nicht, dass andere investoren eben mal so auf den bäumen wachsen und darauf warten 40 mio in einen fußballverein zu investieren - OHNE erträge, OHNE entscheidungsgewalt.
Wurden zumindest Versuche unternommen, beispielsweise Finanzinvestoren – wie KKR bei Hertha BSC – zu gewinnen?
in so einem fall würde ICH sofort mit „NEIN“ stimmen!
Oder haben Teile des Aufsichtsrats und allen voran die beiden Daimler-Vertreter jede Möglichkeit, andere Investoren zu finden, von vorn herein unterbunden? Auch wenn Herr Porth dies in einem Interview in den Stuttgarter Nachrichten vom 26. Mai 2017 bestritten hat, kann doch niemand verleugnen, dass von Anfang an nur Daimler als Ankerinvestor vorgesehen war und Herr Dietrich auch mit keinem anderen Unternehmen reden wollte. Herr Porth sagte in diesem Interview: „Und wer dies kritisiert, soll uns doch bitteschön sagen, wer denn als Ankerinvestor noch hätte mitbieten wollen.“ Der Präsident redet nur mit einem einzigen Käufer und wer dies auch nur kritisiert, der solle bitte einen anderen Investor bringen. So kann man es natürlich auch drehen. Meine Güte…
ob es einem nun gefällt oder nicht. daimler und der vfb sind miteinander verbunden. ich selbst habe jahrelang darüber sinniert, dass ich als vfb-chef den herrn toyota oder den herrn hyundai anrufen würde, wenn daimler nicht endlich ernsthaft was tut. sie tun es jetzt. und sie tun es ernsthaft.
An einem anderen Punkt gebe ich Herrn Porth allerdings Recht: Der Zeitpunkt für eine Ausgliederung wurde verschlafen. Nach der Meisterschaft 2007 wäre die Möglichkeit da gewesen, den VfB so aufzustellen, um dauerhaft die Perspektive Champions League zu haben. Egal. Ich will nicht über verschüttete Milch reden.
wäre es. aber mit welchen entscheidungsträgern? so gesehen, können wir extrem froh sein, dass es 2017 ist und endlich leute das sagen haben, die was von diesem geschäft verstehen. und damit meine ich auch dietrich, denn das wird man ihm kaum absprechen können.
Jetzt ist jedoch der falsche Zeitpunkt für die Ausgliederung. Die Aktien an der VfB AG kann man nur ein einziges Mal verkaufen. Deswegen sollten sie nur aus einer Position der Stärke heraus abgegeben werden. Jetzt wäre es erforderlich, durch gute Arbeit in den nächsten zwei bis drei Jahren zu überzeugen, um dann die Beteiligung von (weiteren) Investoren zu prüfen.
wenn du eine so gut funktionierende glaskugel hat, die dir sagt, was in den nächsten 3 jahren so passiert, dann bitte her damit. ich hätte da unabhängig vom vfb ein paar fragen. aber ernsthaft: vielleicht hat der vfb einen riesen dusel, alles kommt zusammen, wir machen es wie leipzig und spielen übernächste saison CL. und das ohne ausgliederung. und übernächste auch wieder. DANN greift dein szenario! investoren und jugendspieler reißen sich um den vfb, alles wird gut. und wenn nicht? zwei jahre dümpeln in der liga, abstiegskampf ist durchaus auch möglich (auch mit ausgliederung!), weniger fans, die kommen, geringere einnahmen, talente gehen dort hin, wo trainingsbedingungen und strahlkraft des vereins deckungsgleich sind… und gleichzeitig enteilen große teile der liga immer mehr und mehr. ich glaube nicht, dass alles besser wir mit der AG. ich glaube auch nicht, dass sollten wir erfolg haben nächstes jahr, dies ausschließlich mit 40 mios zu tun hat, aber ich bin sehr überzeugt, dass du in diesem irrenhaus von fußballzirkus der konkurrenz was entgegen setzen musst. mit besseren strukturen. mit ideen. und mit geld diese umzusetzen!
Das ist nicht einfach. Gerade die TV-Gelder werden nicht reichlich sprudeln. Jetzt schlagen die ganzen letzten fünf Jahre mit Abstiegskampf und dem Abstieg voll durch: Platz 12, Platz 15, Platz 14, Platz 17 und 2. Liga. In die Schlange am Topf der TV-Gelder stellen wir uns erst einmal auf die vorletzte Stelle. Aber hat nicht beispielsweise Borussia Mönchengladbach es in den letzten zehn Jahren auch ohne Investoren eindrucksvoll bewiesen, wie man aus der zweiten Liga kommend es wieder nach Europa schafft? Mit einer klaren Strategie und überzeugenden Personen in der sportlichen Führung (die wir definitiv haben). Das sollte unser Vorbild sein. Und ja: Schaffe isch a Gschäft.
gladbach hat vieles richtig gemacht. und damit sind sie sehr alleine auf ganz weiter flur. ganz alleine, um es genau zu sagen. vorbild? ja, trotzdem. aber gladbach hat auch einen haufen glück gehabt, das es braucht und immer brauchen wird. (dito köln, bin gespannt wie das nächstes jahr aussieht.)
I
nsgesamt möchte der VfB 24,9 % an der VfB AG verkaufen. Wer neben Daimler die weiteren bis zu 13,15 % der Aktien erwerben soll, ist völlig unklar. Ich bin nicht glücklich darüber, dass wir als Mitglieder nicht über diese weiteren Investoren mitentscheiden können. Darüber werden nur der Aufsichtsrat der VfB AG und das Präsidium des Vereins abstimmen. Es wäre juristisch leicht möglich gewesen, vor der Veräußerung weiterer Anteile das Votum der Mitgliederversammlung einzuholen.
wozu? wer soll denn schlimmes einsteigen, den wir fans so vehement ablehnen würden? mir ist das zuviel teufel-an-die-wand-gemale
Nicht einverstanden bin ich damit, dass so schnell Aktien an verschiedene weitere Investoren verkauft werden sollen. Bis 2019 will der VfB insgesamt 24,9 % an der VfB AG veräußert haben.
das sind rund 14 prozent in den kommenden beiden jahren und weitere 60 mios an einnahmen. ein anderes vorgehen wäre für mich gänzlich unplausibel. natürlich, es ein risiko dabei, wer würde das negieren? aber mit klug eingesetzen 100 mio in 2 jahren läßt sich schon bissle was bewegen!
Man muss auch mal gut finden, was der FC Bayern macht: 2002 stieg Adidas dort ein, 2010/11 Audi und 2014 die Allianz. Über einen Zeitraum von zwölf Jahren. Heute halten die drei Investoren jeweils 8,33 % der Aktien an der FC Bayern München AG, der Verein FC Bayern München e.V. die restlichen 75 %. Adidas bezahlte pro 1 % der Anteile rund 9,2 Mio. Euro, Audi bereits ca. 10,8 Mio. Euro und die Allianz rund 13,2 Mio. Euro pro 1%-Anteil. Immer dann, wenn die Bayern einen neuen Investor hinzugeholt haben, dann aus einer starken Verhandlungssituation heraus. Das sehe ich beim VfB bis 2019 – bei allem Optimismus – nicht. Eine vergleichbare Wertsteigerung der Anteile (und damit einer deutlicher höherer Verkaufspreis) wäre beim VfB allenfalls möglich, wenn man zumindest nicht so schnell neue Investoren suchen, sondern es zunächst bei dem Einstieg von Daimler belassen würde. Weitere Investoren sollten jedenfalls erst dann hinzugenommen werden, wenn man vorher erfolgreich mit den 41,5 Mio. Euro von Daimler gewirtschaftet hat. Über Jahre.
naja, bayern ist vorsichtig geschätze 100 lichtjahre vom vfb entfernt in wirtschaftlicher hinsicht. und von nationalen wie internationalen titeln reden wir besser mal nicht. ausgerechnet die als beispiel zu nehmen, na, ich weiß nicht. wenn alles toll liefe und man gut gewirtschaftet hat, dürfen von mir aus gerne weitere 5,1 prozent für dann 50 mios verkauft werden.
Auch die Rechtsform der Aktiengesellschaft halte ich aus der Perspektive der Mitglieder für verfehlt. Die GmbH oder die GmbH & Co. KGaA würden den Bedürfnissen des Vereins und der Vereinsmitglieder viel besser Rechnung tragen. Man muss die Dinge klar beim Namen nennen: Die Aktiengesellschaft ist die Rechtsform, in der der Verein die wenigsten Einflussmöglichkeiten hat, was an zwingenden Regelungen des deutschen Aktiengesetzes liegt. Nach § 76 Abs. 1 Aktiengesetz leitet der Vorstand eine Aktiengesellschaft in eigener Verantwortung. Auch wenn der Verein 75,1 % der AG hält und im Aufsichtsrat die Stimmmehrheit haben wird: Weisungen oder andere Einflussmöglichkeiten auf den Vorstand haben weder der Aufsichtsrat noch die Hauptversammlung der AG. Bei anderen Rechtsformen wäre es möglich, die Rechtsbeziehungen zwischen dem Verein und der Gesellschaft, so auszugestalten, dass der Verein möglichst wenig an Einflussmöglichkeiten verliert.
in diesem punkt vertraue ich darauf, dass du dich besser auskennst. was ich nur nicht ganz verstehe: weshab sollte der präsident des eV, der heute der chef ist, unbedingt nix mehr zu sagen haben wollen?
Bestimmte Projekte, die mit dem Geld aus der Ausgliederung gezahlt werden sollen, könnten anders und meines Erachtens zum heutigen Zeitpunkt besser finanziert werden. Die mittelfristig von den Profis unabhängige Finanzierung der VfB-Jugend und des Nachwuchsleistungszentrums etwa. Ich bin fest davon überzeugt, dass eine zweckgebundene Fananleihe mit einer langen Laufzeit von zehn oder mehr Jahren genügend Planungssicherheit da wäre. Und angesichts des momentan immer noch sehr niedrigen Zinsniveaus, wäre es für den VfB sicher möglich, eine langlaufende Anleihe zu sehr niedrigen Zinsen zu begeben. Ob man quasi keine Zinsen auf dem Tagesgeldkonto von der Bank bekommt oder wenig Zinsen vom VfB und dafür noch etwas Sinnvolles unterstützt: Ich denke, viele VfB-Anhänger würden das unterstützen. Natürlich müsste eine Fananleihe irgendwann zurückgezahlt werden. Das ist so. Aber eine Aktie kann man immer nur einmal verkaufen. Und deswegen würde es auch deswegen Sinn machen, mit der Ausgliederung, jedenfalls aber mit der Veräußerung von den 11,75 % an Daimler hinaus, abzuwarten.
eine anleihe sind schulden. egal wie man das nennt und egal bei wem. man muss sie zurückzahlen, und steht in bonitätsfragen um längen schlechter da - im gegensatz zur AG. der vfb wird auch mit AG banken etc brauchen, um planungen (welcher art auch immer) umzusetzen. da wäre eine anleihe ein gewaltiger nachteil.
Lange Rede, kurzer Sinn: Diese Ausgliederung ist nicht alternativlos. Der Zeitpunkt der Ausgliederung, das mangelnde Vertrauen in den Präsidenten und den Aufsichtsrat, die verfehlte Rechtsform, der zu schnell geplante Verkauf weiterer Anteile an andere Investoren sprechen für mich dagegen, bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung mit „Ja“ zu stimmen.
Übrigens: Wer „Nein“ stimmt, sagt trotzdem „Ja zum Erfolg!“ des VfB. Wer hin geht: Lasst Euch da am Donnerstag keinen Bären aufbinden.
stimmt. jedoch sollte man beim emotionalen kernthema „mitbestimmung“ bitte nicht so tun, als wenn wir mitglieder heute etwas zu sagen hätten. das ist unsinn
