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Paleto Gaffeur
Halbdaggl
Homosexueller Lehrer erhält keinen Arbeitsvertrag
Ein katholisches Gymnasium in NRW zog einen Arbeitsvertrag zurück, weil der Lehrer seinen Lebensgefährten heiraten will. Die Einstellung des Lehrers stimme "nicht mit den Vorstellungen der katholischen Kirche von Ehe und Familie überein."


Rest auf spon....mal wieder ein blühender und konfessionsübergreifender Beleg für den rasenden Irrsinn, den Religion auslöst, AUCH konservative Imame werden sowas gern lesen. Ekelerregend...wie lange wird derartiger Schwachsinn noch durchgehen als GG-konform! :puke:

muffinho
Airwin hat geschrieben:
muffinho hat geschrieben:Würde sich z. B. Kamerad airwin bitte mal zu meiner Frage äußern, wer den Kanzler Job denn besser machen würde? Die Aussage war doch hier schon oft, dass es jeder besser machen könnte bzw. nicht schlimmer werden könnte, etwa hier:

Airwin hat geschrieben:
Wobei ich einerseits glaube jede(r) würde es besser machen als merkel...


Also, wirf mal einen Namen in den Raum, wer wäre denn Dein Kandidat.




ja mach ich natürlich gerne kamerad muffinho und ich bemühe da mal die worte von kamerad lindner vor kurzem in der ZEIT:

Lindner: Jeder andere Spitzenkandidat, den die Union kürt, würde es besser machen als Angela Merkel. Denn er oder sie wäre in der Lage, getroffene Entscheidungen der vergangenen 13 Jahre kritisch zu prüfen und zu verändern. Das ist ja das Problem der langen Amtszeit: Sie bringt eine Deformation der eigenen Urteilskraft mit sich, eine Entfernung von Alltagsfragen und das Gefühl, alles schon einmal diskutiert und entschieden zu haben. In jeder Führungsposition gibt es einen Punkt, an dem man sagen muss, es ist besser, sich an anderer Stelle einzubringen.


ich hätte das selbstverständlich weniger freundlich ausgedrückt :mrgreen: . Aber wenn du schon namen willst: Flintenuschi müßte es nun nicht gerade sein, kamerad brinkhaus hat gestern eindrucksvoll durchsetzungskraft demonstriert und der schwule rechte kamerad spahn würde die union wieder da verorten wo sie hingehört. Bitte nur nicht Laschet, das schlimmste aller muttisöhnchen ( außerhalb des forums).


Ach so simpel ist das... Spahn äußert sich kritisch zu Umsetzung von Law and Order und schon wird er der ideale Kanzlerkandidat? Brinkhaus gewinnt eine Abstimmung und gilt deswegen nun als als durchsetzungskräftig und somit kanzlerfähig? Brinkhaus hat wenigstens noch Kompetenzen in Sachen Finanzen und kann als bisheriger Stellvertreter des Fraktionsvorsitzenden bestimmt eine gewisse Netzwerkfähigkeit besitzen, aber was bitte befähigt Spahn? Seine öffentlich geäußerte Kritik an Hartz4? Sein von Experten angezweifeltes Pflegekonzept? Seine immer wieder scharfen Aussagen zu Themen der inneren Sicherheit, die ein Gesundheitsminister unbedingt abdecken sollte? Und was außer der gestrigen Abstimmung hast Du bisher zu Brinkhaus gehört, was ihn als Kanzler befähigen würde?

Machst Du Dir die Politik echt sooooo einfach?

PS: Was Lindner sagt ist mir mal sowas von scheißegal, es liegt in der Natur der Opposition alles zu kritisieren, selbst wenn es nichts zu kritisieren gibt, daher sind mit Aussagen von oppositionellen Politikern mal was von hupe.
Zuletzt geändert von muffinho am 26. September 2018 08:50, insgesamt 1-mal geändert.

Airwin
wahrscheinlich ist der lebensgefährte schon volljährig, insofern leuchtet mir ein, dass sich das schwerlich mit den vorstellungen der kath. kirche in einklang bringen läßt :? .


Airwin
@Muffinho

ich erlaube mir mal deine letzten beiden sätzte nur umzudrehen.....


PS: Was Lindner sagt ist mir mal sowas von scheißegal, es liegt in der Natur der Opposition alles zu kritisieren, selbst wenn es nichts zu kritisieren gibt, daher sind mit Aussagen von oppositionellen Politikern mal was von hupe


Machst Du Dir die Politik echt sooooo einfach?



aber back topic. Vielleicht würdest du mal in vorlage gehen und mir erläutern über welche (übermenschlichen?) fähigkeiten mutti verfügt, die den anderen parlamentariern abgehen. Mir fallen einfach keine ein. Und ich meine es ernsthaft - jede(r) andere den die cdu nominiert ist mir lieber, ausnahmen habe ich genannt. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sie noch mehr falsch machen werden als merkel . Nein , ich kann mir noch nicht mal vorstellen dass sie ähnlich viel falsch machen würden.


Edit: Du wirst dich doch nicht ernsthaft nächtens unruhig im bett herumwälzen aus furcht vor dem nahenden ende von muttis kanzlerschaft :?:


muffinho
Ach airwin, Deine Versuche, Kritiker Deiner Aussagen als "Mutti-Anhänger" darzustellen, sind so langweilig wie sprechend für Deine Diskussionskultur.

Ich habe mich diesbzgl. schon deutlich geäußert:

muffinho hat geschrieben:Sollte die GroKo zerbrechen und Merkel weg sein, kann ich einerseits damit leben, dann auch wenn ich an manchen Tagen die ruhige Art von Merkel schätze, so fehlt mir manchmal auch etwas die Leidenschaft, die ein Macron, Trudeau oder Obama vermitteln konnten


Welche Fähigkeiten besitzt bzw. was ich an ihr schätze: ihre Unaufgeregtheit, ihr langer Atem, der eben nicht - wie bei vielen anderen Politikern in Aktionismus oder Populismus endet, ihre Art Dinge sachlich und analytisch anzugehen.
Was ich nicht an ihr schätze: ihre unterkühlte Art (selbst ihre Entschuldigung zur Affäre Maaßen wirkte abgelesen und kalt), ihre fehlende Leidenschaft Dinge zu vermitteln und Menschen mitzunehmen, und das Problem dass ein langer Atem irgendwann Atemstillstand werden kann.

Wie weit diese Dinge wie im Widerspruch stehen, mag jeder selbst beurteilen, aber ich versuche hier noch zu differenzieren. Du hingegen bist einfach nur ein dumpfer Populist, der immer und immer wieder seinen Frust hier ablädt und dies treffend mit "jeder kann es besser" hinknallt, ohne auch nur annähernd die Sache etwas differenziert zu betrachten.... aber die AfDler haben es ja auch nicht so mit differenzierter Sichtweise, oder?

Und nochmal, was Menschen Du und auch bestimmte Falken in der aktuellen oder früheren US Administration einfach nicht bedenken:

muffinho hat geschrieben:Aber wie schon mal erwähnt, man sollte sich, wenn man etwas beenden möchte, erst mal fragen was die Konsequenzen sind, was danach folgt und ob dieser Zustand besser ist.


Wenn ich Merkel beende, muss ein besserer Nachfolger bereitstehen, denn wenn ich einen Zustand nicht verbessern kann, bringt die Veränderung nichts... und auch wenn Du es nicht verstehen willst, wir haben andere und wichtigere Probleme als die Flüchtlingsgeschichte und Asyl, und nicht jeder Politiker der sich zu diesem Thema in Deinem Sinne äußert, gilt dann per se als besserer Kanzlerkandidat, weil dieses Land und seine Probleme eben zu vielfältig und vielschichtig sind, als dass der Law und Order Bereich nun sowas bestimmt.

de mappes
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Spamferkel
Hasenrupfer hat geschrieben:
darkred hat geschrieben:
Man bedient sich auf beiden Seiten zunehmend populistischer Stilmittel. Die einen auf der Jagd nach Schlagzeilen und Sensationspresse, die anderen durch tendenziös gefilterte Informationspolitik. Das ist in der Tat eine erschreckende Entwicklung.


Ja ja, "good people on both sides"...

:roll:

Dein Relativierwahn kennt keine Grenzen.


Aber das wirft er sonst doch mir vor? :arr:
Allerdings bei VfB-Themen...

Sorry konnte mich nicht zurück halten darki :mrgreen: :prost:
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darkred
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Halbdaggl
Die Götterdämmerung hat jedenfalls nun unübersehbar eingesetzt.
Würde keine 5 cent darauf setzen, dass Merkel diese Legislaturperiode überlebt. Wieso auch? Um ihr dabei zuzusehen wie sie vornehmlich damit beschäftigt ist die Strippen der Macht in den Händen zu behalten? Während die drängenden Fragen unserer Zeit weiter unbeantwortet bleiben? Nein Danke.
Jetzt hat die Fraktion schon ihren verlängerten Arm Kauder amputiert, ein deutlicheres Zeichen von Unzufriedenheit aus den eigenen Reihen kann es ja kaum geben...
Nachdem Merkel ja so darauf beacht war, ja keine Nebenbuhler ums Amt des Kanzlers neben sich zu haben, wird es nun schwierig eine Nachfolge mit entsprechender Kragenweite aus den eigenen Reihen zu rekrutieren.

Aber um auf muffis Frage nach dem WEM zurückzukommen.
Ich habe vor paar Wochen schon mal Bouffier ins Gespräch gebracht. Eine Woche Budapest, die Kauleiste sanieren, paar neue, maßgeschneiderte Anzüge ... und wir hätten einen Erben.
Serious.
Aus seiner Zeit als hessischer Innenminister hat Volker Bouffier bei vielen den Ruf, ein Hardliner zu sein. Das kann ein Vorteil sein. Zugleich stimmt es nicht, denn Mitte Sechzig scheint er nun offener und gemäßigter zu agieren. Was die politische Linie angeht, gilt er als einer der letzten echten Konservativen in der Union. Trotzdem koaliert er in Hessen sehr geräuschlos mit den Grünen. Als Merkel-Nachfolger könnte Bouffier einen vorsichtigen politischen Wandel verkörpern, ohne mit Merkels Grundwerten zu brechen. Und er könnte der CSU den Gang in eine schwarz-grüne Koalition erleichtern.
Daher: Wenn ein Übergangskanzler gesucht wird, wäre Bouffier eine gute Wahl.

Und last but not least...

@Hasi
Einfach mal die Pratzen von der Tatsatur lassen, wenn man nicht fähig ist, das Geschriebene inhaltlich zu erkennen. Wo habe ich von "guten Leuten" gesprochen? :shock:
Ich benannte die Entwicklung auf beiden Seiten als bedenklich. Was aber nicht verfängt, wenn man beim Lesen des Absenders ein bestimmten Bild im Kopf hat und danach kläfft.
Gerade wieder hier mit plump konnotierten AfD-Anwürfen zu beobachten. Same biz as usual im politikfred... langweilt nur noch, diese ideologisch überaufgeladene Schwanzfechterei. :roll:

de mappes
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Spamferkel
muffinho hat geschrieben:Ja, viel wichtiger so was zu erwähnen bzw. die Zurückhaltung aufzugeben als selbst mitzudiskutieren...


Du meinst so wie du das stets vorbildlich hier vortanzt?
Don't criticize what you can't understand

Airwin
ach kamerad muffi, dass ist doch eine "diskussion" um des kaisers bart, die aufzählungen von muttis fehlleistungen hier drin sind legion auch wenn vieles der zensur zum opfer fiel. Nimm es in dem fall einfach zur kenntnis, dass ich mich auf ihr (politisches) ende freue, freilich ganz ohne über dein oben gezeigtes potential zur politischen analyse und differenzierung zu verfügen :lol: .

Plan B
Grasdaggl
Airwin hat geschrieben:wahrscheinlich ist der lebensgefährte schon volljährig, insofern leuchtet mir ein, dass sich das schwerlich mit den vorstellungen der kath. kirche in einklang bringen läßt :? .

Also das ist wahrscheinlich Dein bester Post in diesem Thread. Der gefällt mir.
Carpe diem.

muffinho
Halten wir fest: jeder kann es besser als Mutti und airwin freut sich bei Muttis Abgang wie Opa Kalupschke bei der Kaffeefahrt in Bulgarien mit 5 Viagra in der Tasche... wie immer eine Freude mit Dir zu diskutieren, aber das war es mit Franky auch immer.

muffinho
darkred hat geschrieben:Ich habe vor paar Wochen schon mal Bouffier ins Gespräch gebracht. Eine Woche Budapest, die Kauleiste sanieren, paar neue, maßgeschneiderte Anzüge ... und wir hätten einen Erben.


Die Hardliner wird es freuen, habe noch die Rasterfahndung mit ihm in Erinnerung, aber auch dass er ein Freund von Koch war, und der geht korruptionstechnisch gerade unter.. war da nicht was mit Bouffier und fehlenden Ausschreibungen?
Aber wenn man den Namen Bouffier ernsthaft ins Spiel bringt, sollte man erst warten, was an der Sache dran ist, dass Hessen hunderte Millionen Steuergelder mit Derivaten verzockt hat und welche Rolle der MP dabei gespielt hat.

muffinho
de mappes hat geschrieben:
muffinho hat geschrieben:Ja, viel wichtiger so was zu erwähnen bzw. die Zurückhaltung aufzugeben als selbst mitzudiskutieren...


Du meinst so wie du das stets vorbildlich hier vortanzt?


Auch wenn es wieder das nächste Stöckchen wird:

Quote Muffi (geschätzt)

75% thematisch
25% Kalauer/Spam/Frotzeleien

Quote mappes:
1% thematisch
99% Spam and friends

Hier wird doch gerade über Kanzlerkandidaten diskutiert, lass doch mal hören was Du darüber denkst....

darkred
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Halbdaggl
By the way, jemand Hart aber Fair am Montag gesehen?
Das Feuilleton der FAZ hat hier eine treffliche Kritik verfasst, die neben Beleuchtungen des AfD-Politikers Meuten ein paar noch trefflichere Zustandsbeschreibungen liefert...

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/m ... 05362.html

Jörg Meuthen, der Politiker

Man kann mit dem AfD-Bundessprecher über das Rentensystem diskutieren. Frank Plasberg hat das auch versucht. Konkrete Vorschläge kann man von Meuthen aber nicht erwarten.

Die große Koalition hat in den vergangenen Wochen ihre Fähigkeit zur Selbstdemontage eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Sie will sich jetzt wieder der Sachpolitik widmen. Es ist allerdings fraglich, ob das noch etwas nützt.

Die Sitzverteilung der Gäste sagte alles über die verquere politische Lage im Land. Vom Zuschauer aus gesehen saßen auf der linken Seite Stephan Mayer (CSU) und Michael Müller (SPD) als Vertreter der großen Koalition. Auf der rechten Seite fanden sich mit Sahra Wagenknecht (Linke) und Jörg Meuthen (AfD) die beiden Herausforderer wieder. In der Mitte schließlich als neutraler Analytiker der Duisburger Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte.

In der klassischen Lagerbildung des deutschen Parteiensystem wären die Fraktionsvorsitzende der Linken und der sozialdemokratische Bürgermeister aus Berlin noch Seit an Seit geschritten. Und der CSU-Staatssekretär aus dem Bundesinnenministerium und der AfD-Bundessprecher hätten auf der anderen Seite ihre verwandten Seelen entdeckt.

Glaubwürdigkeit der AfD?
Oder auch nicht? Sahra Wagenknecht gilt in Teilen ihrer Partei bekanntlich schon längst als Rechtspopulistin. Ihre innerparteilichen Kritiker werden die Sitzordnung wahrscheinlich für richtig halten. Währenddessen bemühte sich Meuthen, die wirtschaftsliberalen Wurzeln seiner Partei möglichst zu verbergen. Seine sozialpolitischen Argumente waren kaum von denen der Linken zu unterscheiden. Meuthen beklagte die fehlende soziale Gerechtigkeit und die Unzulänglichkeit unserer Transfersysteme. Kurios war sein Versuch, den rentenpolitischen Eklektizismus der AfD als innerparteiliche Demokratie zu vermarkten. Dort ist alles zu haben: von der steuerfinanzierten Grundsicherung Meuthens bis zur Besserstellung deutscher Beitragszahler im Konzept Björn Höckes aus Thüringen. Die AfD ist ein sozialpolitischer Gemischtwarenladen, wo linkssozialistische Versprechungen problemlos mit wirtschaftsliberalen Restbeständen koexistieren.

Die gestrige Sendung von Frank Plasberg hatte den Vorzug, das überhaupt einmal zu thematisieren. Dafür muss man die AfD erst einmal einladen. Meuthen erwies sich als geschmeidiger Politiker, der möglichst keine Antwort geben will. Das wäre mit dem hochtönenden Antifaschismus eines Niema Movassat natürlich nicht passiert. „Nach all den rechtsextremen, teilweise faschistischen Äußerungen der AfD ist es ein Unding, Meuthen einzuladen“, so der Bundestagsabgeordnete der Linken bei Twitter. „Nicht mal ein kritisches Wort am Anfang, nichts. Rassismus wird so normalisiert und in den politischen Prozess eingebunden.“

Der Vorwurf sollte sicherlich auch seine Fraktionsvorsitzende treffen. Sahra Wagenknecht reagierte aber auf Meuthen nicht mit Phrasen. Sie machte im Gegenteil deutlich, wie sehr die AfD von der Verunsicherung vieler Menschen profitiert, die ihre prekäre soziale Lage und die Großzügigkeit in der Flüchtlingspolitik als Widerspruch empfinden. Es ist eben nicht damit getan, diesen Eindruck einfach zu ignorieren. Die Masseneinwanderung hat die staatliche Infrastruktur bisweilen an den Rand ihrer Möglichkeiten gebracht. Eine schon vorher verschärfte Wohnungssituation in Ballungszentren hat zu zusätzlichen Belastungen geführt. Bestehende soziale Probleme wurden so „verstärkt“, so war gestern Abend zu hören.

Diese Anmerkung wird nicht dadurch falsch, weil sie von Meuthen kam. Er bemühte sich in jeder Hinsicht, Angriffsflächen zu vermeiden. Etwa indem er es „für unseriös“ hielt, allein die Migration als Ursache gegenwärtiger Schwierigkeiten zu deklarieren. Das hörte sich alles gut an, wenn es nicht einen Pferdefuß gäbe. Meuthen lehnt zwar Höckes Überlegungen zur Rentenpolitik ab. Aber die sind nicht einfach nur ein „diskutabler“ Vorschlag. Höcke plädiert für die Ethnifizierung der sozialen Sicherungssysteme. Das ist eine rechtsradikale Idee von Sozialpolitik. Das kann man zwar diskutieren, aber nicht in einer demokratischen Partei. Es ist aber trotzdem nicht rechtsradikal, die Zuwanderung und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft zu diskutieren. Nichts hat den Parteien der großen Koalition in der vergangenen Legislaturperiode mehr geschadet als ihre haltlosen Versprechungen.

Etwa der Skepsis über die unkontrollierte Zuwanderung mit der Ankündigung eines forcierten Wohnungsbaus oder der Einstellung neuer Lehrer zu begegnen. Das Umsteuern in der Wohnungsbaupolitik dauert Jahre, die Ausbildung von Lehrern ebenfalls. Die Flüchtlinge brauchen aber sofort eine Wohnung und ihre Kinder müssen in die Schule. In Wirklichkeit wurde noch kein einziges dieser Probleme gelöst. Das könnte auch keine andere Regierung in Jahresfrist leisten. Nur muss sich eine Regierung die Frage gefallen lassen, warum sie es soweit hat kommen lassen. Die AfD legte von Anfang an ihren Finger in diese Wunde. Das macht paradoxerweise bis heute ihre Glaubwürdigkeit aus. Sahra Wagenknecht hatte das als eine der wenigen etablierten Politiker frühzeitig erkannt und versucht, gegenzusteuern. Der hohltönende Antifaschismus ihres Parteifreundes Mossavat läuft dagegen ins Leere: Er baut keine Wohnungen.


„Wünsch Dir was“ als Sachpolitik
Dafür kündigten Mayer und Müller wieder einmal die Rückkehr zur Sachpolitik an. Die wird unter dem Titel „Was die Bürger wirklich bewegt“ seit drei Jahren als argumentative Allzweckwaffe zur Abwehr des Rechtspopulismus gepredigt. Zwischenzeitlich streitet man sich über andere Themen, die seltsamerweise meistens mit Flüchtlingen zu tun haben. Gestern wurde es nur einmal etwas leidenschaftlicher, als es um die Aufarbeitung der Sachfrage ging, die mit dem Namen Hans-Georg Maaßen verbunden bleibt. Wagenknecht und Meuthen sahen sich den großkoalitionären Disput recht gelassen an. Sie schienen ihn für nützlich zu halten. Als das ausgestanden war, ging es um besagte Sachpolitik, wenn auch ohne den neuen Sonderberater des Bundesinnenministers.

Alle möglichen Themen wurden angesprochen: Bildung, Renten, Wohnungsbau oder Pflege. Mayer und Müller stritten sich um die Meriten für die im Koalitionsvertrag festgelegten politischen Ziele. Jenseits dessen wurde aber die Unzulänglichkeit dieses Ansatzes deutlich. [color=#´BF0000]Unter „Sachpolitik“ versteht man mittlerweile eine Art „Wünsch Dir was“. Sie muss alles leisten und das sofort. In Wirklichkeit ist diese ominöse Sachpolitik immer noch das zähe Ringen um jeden Zentimeter Fortschritt. Wobei selbst die Richtung dieses Fortschritts häufig umstritten ist. Aber die Sachfragen beschäftigen sich nicht mehr mit realen Problemen, sondern sollen als Wundermittel gegen den Rechtspopulismus helfen.[/color] Nur werden wir auch in drei Jahren das Pflegeproblem nicht gelöst oder die Wohnungsnot endgültig beseitigt haben. Die Unzulänglichkeiten im Bildungssystem werden auch dann noch zu beobachten sein, genauso wie die Umweltprobleme.

In unserem politischen System gibt es nur schrittweise Verbesserungen. Daran wird sich nichts ändern, höchstens in den feuchten Träumen einiger AfD-Anhänger über die Omnipotenz der Politik. Zudem ist die Identifizierung neuer Krisen und Probleme eines der Grundprinzipien unserer Gesellschaft. Deutschland sei „eine Angstgesellschaft", sagte der Politikwissenschaftler Korte. Aber jenseits dessen macht sich eine große Koalition das Leben selber schwer, wenn sie über ihre eigene Politik nichts mehr Positives zu sagen weiß. Das gilt vor allem für die SPD. Müllers Gesichtsausdruck steht für das Seelenleben der Partei. Mit hängenden Mundwinkel will er die scheinbar desaströsen Verhältnisse in einem Land mit Hochkonjunktur verbessern. Von den vergangenen zwanzig Jahren regierten die Sozialdemokraten sechzehn Jahre. Gibt es wirklich nichts, was sie in diesen Jahren positiv geleistet haben? Sahra Wagenknecht und Meuthen fiel verständlicherweise wenig ein. Müller leider auch nicht. So identifizierte er die Sozialdemokraten als das Problem, das sie selber nicht lösen können. Müllers Erwartung mit Reformen in der Erwerbsminderungsrente oder einer Grundrente nach fünfunddreißig Versicherungsjahren aus diesem Dilemma herauszukommen, ist illusorisch. Er sprach zwar an die Adresse von Wagenknechts Sammlungsbewegung „Aufstehen“ über die „Notwendigkeit zum Kompromiss.“ Nur findet sich niemand mehr in der SPD, der einen Kompromiss verteidigt. In der Regel entschuldigen sich die Müllers lieber dafür.

„Unumkehrbarer Machtabstieg“
Da hatte es Mayer einfacher. Er wagte den zarten Hinweis, dass Altersarmut zurzeit lediglich drei Prozent der Rentenbezieher betrifft. Jenseits dessen hat die Union selber mit ihrer Ermüdung zu kämpfen. Korte nannte die Koalition ein „Stillstandsabkommen über einem Minenfeld“ und diagnostizierte „einen Steuerungsverlust der Politik.“ Angeführt von einer Kanzlerin seien die Akteure mit einem „Realitätsverlust“ konfrontiert. Dieser Autoritätsverlust habe Konsequenzen, die Wähler seien nicht mehr bereit, der Politik ihre Unzulänglichkeiten „zu verzeihen.“ Es fehlt ihr in Kortes Worten die „Machtfülle“, um politische Krisen noch halbwegs unbeschadet zu überstehen. Den Koalitionsparteien fehlt es längst am politischen Kapital, um mit ihren politischen Ideen noch in der Öffentlichkeit durchzudringen. So habe der „unumkehrbare Machtabstieg“ dieser Koalition mit der Kanzlerin an der Spitze begonnen.

Eine ermattete Regierung trifft auf eine Opposition ohne Machtperspektive. So sitzt das Land in einer Dauerschleife fest, in der jedes Sachthema unvermeidlich auf den Ausgangspunkt namens Flüchtlingskrise zurückführt. Das wird sich erst ändern, wenn das Siechtum dieser vierten Regierung Angela Merkel beendet ist.
Anschließend könnte sich sogar die Sitzordnung bei Frank Plasberg wieder ändern.

Hohltönender Antifaschismus ... FAZ made my day. :arr:
Zuletzt geändert von darkred am 26. September 2018 10:26, insgesamt 2-mal geändert.

Airwin
muffinho hat geschrieben:Halten wir fest: jeder kann es besser als Mutti und airwin freut sich bei Muttis Abgang wie Opa Kalupschke bei der Kaffeefahrt in Bulgarien mit 5 Viagra in der Tasche... wie immer eine Freude mit Dir zu diskutieren, aber das war es mit Franky auch immer.



du kannst ja nochmal versuchen im modus "mein schönstes ferienerlebnis" muttis besondere fähigkeiten aufzulisten, vielleicht diskutiere ich dann wieder mit .

Airwin
@darkred

nö hatte ich nicht gesehen, aber der artikel gestern in der FAZ hat mir gefallen. Ging etwas unter im getöse um
das "ende des systems merkel" das ein voreiliger oppositionspolitiker gestern verkündete.

darkred
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Halbdaggl
muffinho hat geschrieben:
darkred hat geschrieben:Ich habe vor paar Wochen schon mal Bouffier ins Gespräch gebracht. Eine Woche Budapest, die Kauleiste sanieren, paar neue, maßgeschneiderte Anzüge ... und wir hätten einen Erben.


Die Hardliner wird es freuen, habe noch die Rasterfahndung mit ihm in Erinnerung, aber auch dass er ein Freund von Koch war, und der geht korruptionstechnisch gerade unter.. war da nicht was mit Bouffier und fehlenden Ausschreibungen?
Aber wenn man den Namen Bouffier ernsthaft ins Spiel bringt, sollte man erst warten, was an der Sache dran ist, dass Hessen hunderte Millionen Steuergelder mit Derivaten verzockt hat und welche Rolle der MP dabei gespielt hat.


Ungeachtet dessen, dass auch hier sicher einige Leichen im Keller liegen ... sag mir, welcher Politiker in Verantwortung keine solchen zu verbergen hat.
Der Bouffier in der Zeit von Roland Koch war mir auch eher unsympathisch, der Bouffier von Heute scheint mir gereifter, ausgeglichener (oder besser ausgleichender) zu sein. Ist jetzt ganz sicher kein unumstrittener, strahlender Wunschkandidat ... ich habe lediglich versucht, in den Reihen der CDU nach einem Erben Merkels zu schauen. Oder sagen wir lieber nach einem "überbrückenden Nachlassverwalter", bis sich aus dem Parteinachwuchs eine Hoffnung hervortut. Nein, Jens Spahn ist es nicht. Und ich fürchte, Kramp-Karrenbauer hat wie die "Flintenuschi" :lol: den Nachteil eine Frau zu sein, also rein auf die jetzige politische Situation bezogen. Denke nicht, dass die konservative Wählerschaft hiervon zu begeistern wäre. Eigentlich blöde, aber mir deucht, die Hoffnungen ruhen dann eher auf einem männlichen Nachfolger.

Abschließend.
Hessen ist keineswegs das einzige Land, das mit Steuergeldern versucht, am Derivatemarkt zu experimentieren. Bis auf Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen setzen alle anderen Länder Derivate ein, insgesamt also zwölf. Die meisten von ihnen haben dabei mindestens Buchverluste angehäuft, aus denen in den kommenden Jahren reale Milliardenverluste werden könnten.

de mappes
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Spamferkel
muffinho hat geschrieben:
de mappes hat geschrieben:
muffinho hat geschrieben:Ja, viel wichtiger so was zu erwähnen bzw. die Zurückhaltung aufzugeben als selbst mitzudiskutieren...


Du meinst so wie du das stets vorbildlich hier vortanzt?


Auch wenn es wieder das nächste Stöckchen wird:

Quote Muffi (geschätzt)

75% thematisch
25% Kalauer/Spam/Frotzeleien

Quote mappes:
1% thematisch
99% Spam and friends

Hier wird doch gerade über Kanzlerkandidaten diskutiert, lass doch mal hören was Du darüber denkst....


Du hast wirklich eine seltsame Wahrnehmung seines Schaffens hier drin.
Ist übrigens ein fussballforum...und da du ja auch gerne die Verantwortlichen dort austauschst: wenn hättest du denn gerne statt korkut auf der Bank?
Don't criticize what you can't understand

Tifferette
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Grasdaggl
muffinho hat geschrieben: Aber wenn man den Namen Bouffier ernsthaft ins Spiel bringt, sollte man erst warten, was an der Sache dran ist, dass Hessen hunderte Millionen Steuergelder mit Derivaten verzockt hat und welche Rolle der MP dabei gespielt hat.


Das ist grober Unfug und ein schlimmes Beispiel dafür, was schlecht informierte Journalisten für einen Quatsch schreiben können. Die haben ihre Zinsrisiken langfristig abgesichert. Als das gemacht wurde, waren die Zinsen (aus damaliger Sicht) sehr niedrig und eigentlich alle Marktteilnehmer waren der Meinung, dass die Zinsen mittelfristig kräftig steigen werden. Das war bevor Draghi den Geldhahn aufgedreht und "whatever it takes" gesagt hat. Hessen hat etwas aus damaliger Sicht sehr sinnvolles getan. Dass es entegen einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit anders gekommen ist (Zinsen gingen noch weiter runter und blieben bis auf weiteres da) gründet sich nur auf die Tatsache, dass seit 2010 an den Märkten so gut wie nichts mehr normal ist.

Und was liest man in den Überschriften? Hessen verzockt sich mit Derivaten. Es ist zum Kotzen.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

darkred
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Halbdaggl
Eben.
Man muss das Handeln schon aus der zeitlichen Perspektive von damals betrachten. Den Zinsverfall in diesem Ausmaß konnte seinerzeit ja niemand vorausahnen. Daher verteidigt der hessische Finanzminister Schäfer die gängige Derivatepraxis wie folgt: „Wir haben nicht spekuliert, sondern für Planungssicherheit gesorgt“. Und fügte an, dass man erst am Ende der Laufzeit wisse, ob die Derivate ein Erfolg seien. Und bevor man wieder reflexiv mit "Zocken" aufwartet ... Bund und Ländern ist es gesetzlich erlaubt, für die Verwaltung der Schulden Derivate zu kaufen. Wollen wir doch mal festhalten.
Und noch eines.
Der größte Derivateverlierer nach Hessen ist Baden-Württemberg. Hier beträgt das momentane Minus der Zinspapiere 4,1 Milliarden Euro, 100 Millionen weniger als in Hessen.

Airwin
tststsss...jetzt werden die vermeintlichen skandälchen schon kleingeschrieben bevor man sie richtig aufplustern kann.
Wird alles immer schlimmer hier drin :P .

Airwin
Bzgl Kauder bzw Mutti-nachfolge. An sich müßte die AfD für jeden zusätzlichen tag mutti-regierung dankbar sein, auch wenn die protagonisten das selbst gar nicht wissen. Ich sehe das aber ähnlich wie die NZZ:

[...] Die Frau, die dann doch regierte, hat seither viele Fehler gemacht. Ihre oft als pragmatisch bezeichnete, in Wahrheit aber von der veröffentlichten Meinung mal hierhin, mal dorthin und zu oft nach links getriebene Politik hat eine Partei rechts von der Union gross werden lassen, die sich anschickt, die politische Kultur des Landes nachhaltig zu beschädigen. In den ostdeutschen Bundesländern Brandenburg, Sachsen und Thüringen wird im Herbst 2019 gewählt werden. Wenn Merkel ihrer Partei erlaubt, sich vorher von ihr zu emanzipieren und neu zu positionieren, dann könnte die AfD auf ihrem Weg zur Volkspartei noch gestoppt werden. Es wäre ein mächtiges Zeichen der einstmals mächtigsten Frau der Welt.



Vermutlich wird sie aber auch dazu nicht willens sein bzw. das land dürft ihr schlicht egal sein.




edit: ganzer artikel lohnt sich auch: https://www.nzz.ch/international/angela ... ld.1423085