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muffinho
vivafernanda hat geschrieben:Was mich echt interessiert: Wie kommst Du denn auf das superschmale Brett, dass die Karriere der Frau bedroht ist, weil sie zuhause bleiben muss?

Was ist denn das für ein Zuhause, wo der Mann machen kann, was er will und die Frau muss?

DAS ist Diskriminierung. Nur falls sich einer manchmal fragt.

Und wenn Du jetzt sagst, dass die Frauen halt die weniger Verdienenden sind und es halt deshalb mehr Sinn macht, deren Karriere zu ruinieren, machst Du nix besser. ;)


Das Zuhause nennt sich "Realität in Deutschland", jedenfalls in manchen Bereichen. War mein Fehler, ich hätte zuvor etwas differenzieren müssen, denn es gibt sicherlich Bereiche, in denen sich die Situation besser darstellt, etwa im pädagogischen Bereich oder auch im Gesundheitswesen. Dies mag einerseits mit dem Mangel an Personal zusammenhängen, aber auch dass hier nicht jedes Jahr das Rad neu erfunden wird, also eine Erzieherin nach einem Jahr ohne größere Probleme wieder einsteigen kann. In meinem Bereich ist ein Jahr gefühlt eine Ewigkeit, die IT verwandelt sich derart schnell, dass hier 7 Jahre von Mutterschutz bis Schule schon das Ende einer Karriere bedeuten kann, weil Du dann praktisch von vorne beginnen kannst. Auch andere technische Berufe sind davon betroffen, sehe ich ja im Freundeskreis immer wieder. Je nach Vorgesetztem kann das echt zum Problem werden, denn nicht jeder Chef ist begeistert über Kinder seiner Mitarbeiter (auch wenn er selbst welche hat), denn Kinder werden krank, müssen zu Untersuchungen, man ist durch Kindergarten/Schule zeitlich nicht mehr so flexibel, da ja nicht jeder Verständnis, dass der Beruf nicht unangefochten auf Priorität 1 steht, sondern das Wohl der Familie.
Und wenn es dann um die Vergabe von Führungsposten geht, kann die Familie und Abwesenheiten wegen Elternzeit schnell mal zum Nachteil werden (musste meine Frau auch schon erfahren), gleiches gilt für Bewerbungen (ein befreundeter Personalchef hat mir mal erzählt, dass dies sicherlich ein starkes Kriterium ist, weil junge Mütter oft fehlen aus den o. g. Gründen, dann weiß man nie ob noch ein weiteres Kind kommt und Kollegin dann plötzlich längerzeitig nicht zur Verfügung steht), denn es gibt halt Stellen, da bist Du nicht in einer Woche eingelernt, und da geht man lieber auf Nummer Sicher.

Das ist leider Realität. Ob ich das nun gut finde oder nicht spielt leider keine Rolle, denn ich habe für mich akzeptiert dass es keine diskriminierungsfreie Gesellschaft geben kann, so wie es keinen Weltfrieden oder Wohlstand für alle geben kann, die Realität läuft sehr oft konträr den Wunschvorstellungen, weil zum Schluss eben doch wieder Menschen mit eigenen Interessen entscheiden, und Menschen sind eben manchmal scheiße, und man kann oder darf nicht alles regulieren, weil wir erstens Individuen sind, die bei zu viel Regulierung schnell das Gefühl bekommen, dass die teuer erkämpfte Freiheit der liberalen Gesellschaft Schritt für Schritt abgeschafft wird (mussten auch die Grünen erfahren, Stichwort Verbotspartei) und auch weil zu viel Vorschriften die Gesellschaft lähmt, den Fortschritt behindert und die freie Entwicklung des Menschen im Rahmen der individuellen Entfaltung massiv einschränkt.

Zum Deinem letzten Satz: inwieweit eine Familie die Aufteilung der Tätigkeiten rund um die Familie aufteilt, ist die Freiheit des Einzelnen. Fakt ist nur dass es immer mehr Frauen gibt, die hoch(aus)gebildet sind und eben nicht mehr daheim mit den Kindern ihren Alltag verbinden wollen, sondern Familie und Karriere vereinen wollen, und dazu gehört einiges an Voraussetzungen dazu, wie die Unterstützung der Familie, aber auch die Förderung des Staates. Es wurde einiges richtig gemacht, etwa das erweiterte Elternzeitangebot für die Partner auf 14 Monate oder die geplante Beendigung der Teilzeitfalle, aber man hat noch viel Arbeit vor sich, darf aber dabei nicht übersehen dass man die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft nicht allzu sehr beeinträchtigt.

Unter Westfalen
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Grasdaggl
RedBlues hat geschrieben:Ich bin echt keiner der ein traditionelles Familienbild befürwortet, aber man wird keine Lösung finden, die es beiden Elternteilen ermöglicht Karriere zu machen und gleichzeitig den Kindern gerecht wird.

Entweder verzichtet ein Elternteil auf Karriere, wenigstens über einen längeren Zeitraum, oder die Kinder werden von Dritten aufgezogen. Was meiner Meinung die schlechteste aller Lösungen ist. Dann kann man auch auf Kinder verzichten.


Zum Thema "wertkonservativ":
Meine Frau hatte sich bei Geburt der ersten Tochter entschieden, ihren Beruf aufzugeben und sich der Erziehung der Kinder zu widmen.
Nebenbei hat sie den Übungsleiterschein gemacht und erst "Mutter und Kind Turnen" (heute würde man auch die Väter miteinbeziehen) unterrichtet und seit 20 Jahren Seniorensport.
Gut, damit kann man nicht reich werden und das Häuschen ist auch noch nicht ganz abbezahlt. Aber es war nicht der schlechteste Lebensentwurf.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

Manolo
Grasdaggl
RedBlues hat geschrieben:Ich bin echt keiner der ein traditionelles Familienbild befürwortet, aber man wird keine Lösung finden, die es beiden Elternteilen ermöglicht Karriere zu machen und gleichzeitig den Kindern gerecht wird.

Entweder verzichtet ein Elternteil auf Karriere, wenigstens über einen längeren Zeitraum, oder die Kinder werden von Dritten aufgezogen. Was meiner Meinung die schlechteste aller Lösungen ist. Dann kann man auch auf Kinder verzichten.


Ich denke, die wenigsten wollen Karriere machen. Immer häufiger müssen aber Vater und Mutter arbeiten. Das muss und kann auch gehen ohne das man den Kindern "nicht gerecht" wird.
Hier könnte ihre Werbung stehen.

thoreau
Granadaseggl
Unter Westfalen hat geschrieben:
RedBlues hat geschrieben:Ich bin echt keiner der ein traditionelles Familienbild befürwortet, aber man wird keine Lösung finden, die es beiden Elternteilen ermöglicht Karriere zu machen und gleichzeitig den Kindern gerecht wird.

Entweder verzichtet ein Elternteil auf Karriere, wenigstens über einen längeren Zeitraum, oder die Kinder werden von Dritten aufgezogen. Was meiner Meinung die schlechteste aller Lösungen ist. Dann kann man auch auf Kinder verzichten.


Zum Thema "wertkonservativ":
Meine Frau hatte sich bei Geburt der ersten Tochter entschieden, ihren Beruf aufzugeben und sich der Erziehung der Kinder zu widmen.
Nebenbei hat sie den Übungsleiterschein gemacht und erst "Mutter und Kind Turnen" (heute würde man auch die Väter miteinbeziehen) unterrichtet und seit 20 Jahren Seniorensport.
Gut, damit kann man nicht reich werden und das Häuschen ist auch noch nicht ganz abbezahlt. Aber es war nicht der schlechteste Lebensentwurf.


Ich kann den Begriff wertkonservativ in diesem Kontext immernoch nicht greifen. Also den Teilbegriff "wert". Auf welchen Wert bezieht sich das konkret?

Tifferette
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Grasdaggl
Nilkheimer hat geschrieben:Jetzt ist der Punkt erreicht, wo in München z.B. nicht wenig die Hälfte oder gar 2/3 Ihres Einkommens den Eigentümerbonzen in den Rachen schmeißen müssen, trotz Art 14 II GG usw.


Ist ein simpel lösbares (Schein-)Problem: ganz einfach die Immobilie erwerben.








*duckundweg*
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)


Airwin
Tifferette hat geschrieben:Um es klar zu sagen: ich finde die Artikelverlinkung und -auswahl durchaus interessant. Ist immer ein guter Einblick, was die wertkonservative Sparte der Journalisten gerade so bewegt.

Gut, es ist im Grunde immer dasselbe, aber das ist im Konservatismus halt strukturell so angelegt.




das ist genau die richtige einstellung. man kann das als info betrachten und im optimalfall andere standpunkte zumindest verstehen, teilen muß man sie ja noch lange nicht. Daher ist der (von UWe verwendete) begriff "manipulation" in dem zusammenhang höchst ungewöhnlich, es käme ja auch niemand auf die idee dass die ständigen trump-artikel oder tweets jemanden "manipulieren".
Und diskutieren muß darüber wie erwähnt ohnehin keine mensch, meine erwartungshaltung zumindest geht da gegen null. Es ist aber absolut legitim die sachen hier zu teilen, ich weiß auch von mehreren usern dass sie das immer gerne lesen.

Tifferette
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Grasdaggl
vivafernanda hat geschrieben:Was mich echt interessiert: Wie kommst Du denn auf das superschmale Brett, dass die Karriere der Frau bedroht ist, weil sie zuhause bleiben muss?

Was ist denn das für ein Zuhause, wo der Mann machen kann, was er will und die Frau muss?


Lissy, man kann es ohne weiteres geschlechtsneutral formulieren: de facto muss einer der Partner zumindest für eine gewisse Zeit gewaltige Abstriche machen, was Arbeit und Karriere angeht. Das lässt sich später kaum wieder aufholen.

Statistisch ist das in den meisten Haushalten (immer noch) die Frau. Wie man das regelt, das sollen Eltern für sich selbst entscheiden. Ich will nicht leugnen, dass es häufig den sozialen Druck gibt, dass es einen zumindest stillschweigenden Konsens darüber gibt, dass jedenfalls eher die Frau zu Hause bleibt. Das ist freilich scheiße. Allerdings glaube ich, dass selbst ohne diesen Druck die Mutter häufig mehr zu Hause bleiben will. Und das nennt man dann freie Entscheidung. Ich schieße einfach mal ins Blaue: Wenn man jegliche externen Zwänge und Einwirkungen ausschließen könnte (was man nicht kann...), dann würde wohl in 2/3 aller Fälle trotzdem die Frau mehr zu Hause bleiben. Ist Bauchgefühl und null nachprüfbar, ich weiß.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

Tifferette
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Grasdaggl
Airwin hat geschrieben:Es ist aber absolut legitim die sachen hier zu teilen, ich weiß auch von mehreren usern dass sie das immer gerne lesen.


Ist das die sog. "stille Mehrheit"?

:mrgreen:
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

Tifferette
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Grasdaggl
Wer mal eine junge Mutter erlebt hat, der wird die Kraft der Hormone nie wieder unterschätzen. Darum ging es mir im Grunde.
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(Batman)

Airwin
Tifferette hat geschrieben:
Airwin hat geschrieben:Es ist aber absolut legitim die sachen hier zu teilen, ich weiß auch von mehreren usern dass sie das immer gerne lesen.


Ist das die sog. "stille Mehrheit"?

:mrgreen:




still paßt weil die hier nie reinschreiben, mehrheit wäre etwas anmaßend :mrgreen:

Airwin
auch da würde ich haber und tifferette zustimmen (auch wenn ich nicht glaube dass sich das absehbar wesentlich ändern wird)

bzgl diskrminierung - auch das eine sichtweise:


Airwin
@Haber

:prost: sehr freundlich,
SPIDR is an AI-powered news aggregator
aber in dem fall ziehe ich meine eigene presseschau vor, ich misstraue fremden algorythmen :P .


heute morgen entdeckt :mrgreen: :

Ureinwohner töten mit Pfeil und Bogen einen Touristen


Trotz eines Verbots hat sich ein amerikanischer Tourist von Fischern auf die indischen Andamanen-Inseln fahren lassen – dann wurde er von Bewohnern umstellt und mit Pfeil und Bogen beschossen.


Bei einer Pfeil-Attacke von Ureinwohnern der indischen Andamanen-Inseln ist ein amerikanischer Tourist getötet worden. Der 27-Jährige war trotz eines Verbots zu einer abgelegenen Insel gefahren, als die Bewohner ihn umstellten und mit Pfeil und Bogen beschossen, wie die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch von Behördenvertretern erfuhr. Der Kontakt zu bestimmten Gruppen von Ureinwohnern in dem Inselparadies im Indischen Ozean ist verboten.

Dennoch machte sich der Tourist, der bereits mehrmals auf den Andamanen im Urlaub war, auf den Weg: Den Angaben zufolge bestach er Fischer, damit sie ihn zur Insel North Sentinel bringen. Die nur noch 150 dort lebenden Ureinwohner unterliegen einem strengen Schutz, um ihre Insel muss ein Abstand von fünf Kilometern eingehalten werden.

Der 27-Jährige ließ sich den Angaben zufolge in einem Fischerboot in die Nähe der Insel bringen und fuhr dann alleine mit einem Kanu weiter. Es habe Pfeile auf den Mann geregnet, sobald er die Insel betreten hatte, sagte der Behördenvertreter. „Er wurde von Pfeilen attackiert, ging aber weiter. Die Fischer sahen, wie die Bewohner Seile um seinen Hals banden und ihn zogen.“ Vor Angst seien die Fischer geflohen, aber am nächsten Morgen seien sie zurückgekehrt und hätten die Leiche am Ufer gefunden.

Laut indischen Medienberichten erzählten die Fischer in der Regionalhauptstadt Port Blair einem Priester von dem Vorfall. Dieser habe die Familie des Touristen in den Vereinigten Staaten kontaktiert. Die indische Polizei leitete nach eigenen Angaben Ermittlungen wegen Mordes gegen „unbekannte Stammesmitglieder“ ein. Sieben Verdächtige wurden festgenommen.

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft ... 01750.html



Ich nehme an die Andamanen-Inseln werden den UN -Migrationspakt nicht unterzeichnen :mrgreen: und frage mich wie die festnahmen gelungen sein sollen.


de mappes
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Spamferkel
Tifferette hat geschrieben:Wer mal eine junge Mutter erlebt hat, der wird die Kraft der Hormone nie wieder unterschätzen. Darum ging es mir im Grunde.


:nod:
das hat die Natur schon sehr gut eingerichtet...
Don't criticize what you can't understand

vivafernanda
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Granadaseggl
@ all: Ihr könnt alle recht froh sein, dass der admin keine furiose Feministin ist :mrgreen:
Kraft der Hormone, my ass..
Auch junge Mütter ticken sehr unterschiedlich.

@muffi und tiffi:
muffi hat mich eher falsch verstanden, tiffi eher richtig.

Hab mich aber auch nicht klar ausgedrückt.
Klar, gibt es Berufe, wo man besser aus- und einsteigen kann, als andere. Unterschätz aber mal den Arbeitsplatz Krankenhaus nicht. Auch eine Pflegekraft sieht sich sehr häufig Veränderungen ausgesetzt. Nicht nur am Rechner, aber auch da.

Aber mir ging es um Deine, muffis, doch recht selbstverständlich geäußerte Annahme, dass die Frau zuhause bleibt, wenn es eng wird mit der Betreuung der Kinder und nicht der Mann.
Das muss ja nicht so sein. Beide können sich die Arbeitszeit teilen und auch die Arbeit zuhause. Beider Karrieren können ein bisschen leiden und ein bisschen funktionieren. Es ist eine Paarentscheidung und kein Automatismus auf Kosten der Frau.
Eine Hand, die schiebt, ist besser als 100 Hände, die ziehen.

muffinho
vivafernanda hat geschrieben:muffi hat mich eher falsch verstanden, tiffi eher richtig.

Hab mich aber auch nicht klar ausgedrückt.
Klar, gibt es Berufe, wo man besser aus- und einsteigen kann, als andere. Unterschätz aber mal den Arbeitsplatz Krankenhaus nicht. Auch eine Pflegekraft sieht sich sehr häufig Veränderungen ausgesetzt. Nicht nur am Rechner, aber auch da.

Aber mir ging es um Deine, muffis, doch recht selbstverständlich geäußerte Annahme, dass die Frau zuhause bleibt, wenn es eng wird mit der Betreuung der Kinder und nicht der Mann.
Das muss ja nicht so sein. Beide können sich die Arbeitszeit teilen und auch die Arbeit zuhause. Beider Karrieren können ein bisschen leiden und ein bisschen funktionieren. Es ist eine Paarentscheidung und kein Automatismus auf Kosten der Frau.


Ich glaube ich habe Deinen Punkt schon eher verstanden, daher auch die Aussage in meinem letzten Satz, dass jede Familie dies selbst entscheiden muss, wie alles aufgeteilt wird. Jedoch kenne ich keine Frau, die direkt nach der Geburt sofort wieder arbeiten geht und der Mann bleibt daheim, jedenfalls kann ich mir das auch nicht vorstellen, sofern auf freiwilliger Basis und nicht der Situation geschuldet, dass der Mann arbeitslos ist. Daher sind die Frauen durch die mind. 1,5 Jahre Auszeit ab Mutterschutz bis KiTa schon mal im Nachteil gegenüber dem Mann.

Dein Post noch detailliert beantwortet: da meine Frau auch eine entsprechend anspruchsvolle Arbeit hat, teilen wir uns alles, jedenfalls was Arbeitszeit und Haushalt angeht.... im Bereich Zwerge zum Kindi/Schule kutschieren und Kontrolle der gewaschenen Hände auf der Gästetoilette liege ich vorne :arr:

Airwin
da es hier so hormonell zugeht - heute in der FAZ:

Triumph der Testosterone

Das Testosteron hat es zu einer beispiellosen Karriere gebracht – bis in die Politik hinein. In der vergangenen Woche gerade beim grünen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, der in einem Zeitungsinterview über Gruppen junger Flüchtlinge, die Straftaten begehen, meinte: „Salopp gesagt ist das Gefährlichste, was die menschliche Evolution hervorgebracht hat, junge Männerhorden. Solche testosterongesteuerten Gruppen können immer Böses anrichten.“ Kretschmann will die jungen Männer trennen und aufs Land schicken, „in die Pampa“, weg von der Anonymität der Großstadt. Testosteron ist das Männlichkeitshormon schlechthin, ohne Testosteron kein Mann.

Testosteron entscheidet schon im Mutterleib über das Geschlecht des Kindes. Testosteron wird allerhand zugeschrieben. Es mache nicht nur sexuell aktiv, sondern auch aggressiv und risikofreudig, heißt es. Testosteron wird immer dann erwähnt, wenn angebliche männliche Kraftmeierei beschrieben werden soll. Gerda Hasselfeldt, die frühere Landesgruppenvorsitzende der CSU-Bundestagsabgeordneten, sagte einmal über ihren Parteivorsitzenden, Horst Seehofer, mit Blick auf dessen Umgang mit Parteifreunden: „Manchmal ist vielleicht zu viel Testosteron im Spiel.“ Das wiederum veranlasste Katrin Göring-Eckardt von den Grünen, zu twittern: „In Bayern habt ihr ja eure eigene Testosteron-Achse: Seehofer – Scheuer – Söder.“ Schon Gerhard Schröder galt als „Testosteron-Kanzler“ und soll parteiintern „Don Testosteron“ genannt worden sein.

Rest leider hinter der bezahlschranke, wir werden unwissend bleiben....

Airwin
....aber wir werden in italien jeden tag beliebter 8)

Lodi und Konstanz: Städtepartnerschaft am Ende?



Auf wüste Anschuldigungen des Konstanzer Stadtrats an die Partnerstadt Lodi antwortet die dortige Bürgermeisterin, sie würden von Hunnen keine Lehren annehmen. Lodi habe sich nie in Konstanzer Angelegenheiten eingemischt.


Eines der besten Bücher, die ich 2017 gelesen habe, war Markus Vahlefelds Mal eben kurz die Welt retten – Die Deutschen zwischen Größenwahn und Selbstverleugnung. In seiner Analyse des deutschen Komplexes kommt Vahlefeld zu dem Schluss, dass es nur in Deutschland einen flächedeckenden Nazikompensationskomplex [gibt], der so tief in die Volksseele eingedrungen ist, dass er sich problemlos instrumentalisierend als Rechtfertigung für jeden Sonderweg und jeden demokratischen Abusus ins Feld führen lässt. Wer sich auf der Seite des Guten und Gerechten glaubt, darf für sich die Deutungshoheit beanspruchen und bekommt dafür in den Medien Tür und Tor geöffnet. Mittlerweile entschuldigen sich damit auch Rechtsverdrehungen und sogar Rechtsbrüche. Normalerweise bleibt der Aktionsraum, in dem sich dies abspielt, innerhalb der Landesgrenzen und wird dadurch im Ausland nur am Rande bemerkt.

Eine Städtepartnerschaft
Anfang November schwappte das deutsche Sendungsbewusstsein allerdings über den nationalen Rand, und zwar direkt aus dem südbadischen Konstanz in das nahe Mailand gelegene lombardische Städtchen Lodi. In der Musik ist Lodi berühmt durch das sogenannte “Lodi-Quartett”, das der 14- jährige Mozart dort in einer Nacht komponierte. Konstanz und Lodi sind seit 1986 durch eine Städtepartnerschaft verbunden. Eine der Fähren, die den Bodensee überqueren, trägt den Namen Lodi. Wie es in einer solchen normalerweise harmlosen Beziehung zweier mittlerer Städte zu Verstimmungen kommen kann, lässt sich nicht unmittelbar einsehen.

Das Zerwürfnis
Aber just das ist geschehen. Der Grund ist, dass die Stadt Konstanz – zusammen mit ihrer französischen Partnerstadt Fontainebleau – der Bürgermeisterin von Lodi, Sara Casanova, einen Brief geschrieben hat, in welchem sie, wie es in einer Mitteilung zu dem Vorfall heißt, zur Rücknahme einer Regelung auffordert, die Kinder aus Flüchtlingsfamilien faktisch von öffentlichen Schulleistungen ausschließt. Konkret geht es darum, dass sich die Stadt Lodi die Entscheidung vorbehält, welchen Nicht-EU-Bürgern Ermäßigungen bei der Schulspeisung, der Nutzung des Schulbusses etc. zustehen und welchen nicht.

Einen Unterschied zu machen zwischen italienischen Bürgern und Bürgern, die nicht der EU angehören, war aber offenbar zu viel für die Partnerstadt Konstanz. Leicht ersichtlich von der Tatsache inspiriert, dass Bürgermeisterin Casanova Mitglied der in Deutschland offiziell verhassten und als rechtsradikal bezeichneten Lega ist, war in dem Schreiben die Rede von der Umsetzung eines xenophobischen und diskriminierenden politischen Programms, welches sich ohne Gnade gegen Kinder zeige und an die dunkelsten Stunden unserer Geschichte erinnere.

Wie in der linken Konstanzer Zeitschrift “Seemoz” nachzulesen ist, wird die Linke Liste Konstanz (LLK) – die offensichtliche Triebfeder hinter der Briefaktion – noch deutlicher. Man liest dort: „Im Stil rechter Hetzjagden wird den Familien mit Wurzeln im Ausland unterstellt, sie hätten außerhalb Italiens Staatsgrenzen Vermögen gehortet, aus denen sie jederzeit genügend Geld aufbringen könnten, um den Höchstsatz der nach Einkommen gestaffelten Essenspreise zu zahlen“, kritisiert LLK-Stadträtin Anke Schwede die Politik der rechten Hardliner. Das seien Praktiken, die an Apartheidpolitik erinnerten; die betroffenen Kinder müssten „nicht nur über Mittag hungern, sie werden damit aus ihren Freundeskreisen ausgeschlossen und zu Schüler*innen zweiter Klasse degradiert”, so Schwede weiter. Lodi wird eine menschenverachtende Politik unterstellt. Die Grundlage für eine dauerhafte Städtepartnerschaft sei dadurch aufgekündigt.

Starker Tobak! Die Wortwahl kommt einem bekannt vor. Gemessen an dem, was in Lodi wirklich vorgefallen sein mag, handelt es bei den Prädikaten xenophob, rassistisch, dunkelste Stunden, rechte Hetzjagden oder menschenverachtend um maßlosen Übertreibungen, zu denen man sich offenbar berechtigt sieht, wenn es gegen die derzeitige italienische Politik und demnach gegen „Rechtsradikale” geht.

Die Reaktion aus Lodi blieb nicht aus. Konfrontiert mit Rassismusvorwürfen und sonstigen wilden Anschuldigungen erwägt Bürgermeisterin Casanova die Aufkündigung der Partnerschaft. Mit den Worten Noi non accettiamo lezioni dai Galli o dagli Unni (Wir akzeptieren keine Lehren von den Galliern oder von den Hunnen) schlägt der Stadtrat von Lodi, Stefano Buzzi, dem Gemeinderat einen Antrag auf Aufhebung der Städtepartnerschaften zwischen Lodi und Konstanz bzw. Fontainebleau vor.

Wie man einem Artikel von Fausta Chiesa im Corriere della Sera vom 18. Oktober 2018 entnehmen kann, steht Lodi mit seinen Maßnahmen in Italien keineswegs isoliert. Die Aufregung aus Konstanz sollte sich demnach gegen viele Kommunen in Italien richten, und vielleicht sollten sich diejenigen, die die Städtepartnerschaft auflösen wollen, am besten gleich auch von ihren nächsten Italienurlauben distanzieren.

Die Grenzüberschreitung
Was auch immer die Hintergründe der Vorgänge in Lodi sind, der wesentliche Punkt in dem Antwortschreiben aus Lodi erscheint mir die folgende Erwiderung von Frau Casanova: Non credo che il Comune di Lodi si sia mai intromesso nelle scelte delle città gemellate (Ich glaube nicht, dass sich die Gemeinde von Lodi jemals in die Entscheidungen der Partnerstädte eingemischt hat.) Diese Feststellung trifft den Kern. Nie hat man in Konstanz von einer Maßregelung aus Lodi gehört. Man stelle sich vor, es käme ein Brief aus Lodi, in dem Konstanz wegen seiner liberalen Migrations- und Integrationspolitik (“Konstanz integriert!”) gerügt würde, oder wegen seiner DITIB-Moschee, oder wegen seiner Aufhebung des Burkini-Verbots in Schwimmbädern oder wegen der „Imperia“-Statue, die die Hafeneinfahrt ziert und neben ihrem anti-klerikalen Charakter, der nicht wenige Katholiken irritiert, das weltweit größte Denkmal für eine Prostituierte darstellt. Die Stadt würde auf dem Kopf stehen und vor Wut schäumen. Umgekehrt sieht man sich allerdings im vollen Recht, den Bannstrahl des aufgeklärten „Gutmenschen” auf die Italiener niederfahren zu lassen.

Ein Vergleich
Mich hat der Fall Lodi an manches erinnert, in erster Linie aber an die Berichterstattung über Myanmar und die “Rohingyas”, sowie jüngst an China und seine Uighuren. Die hiesige Presse weiß genau, was in Myanmar los ist und wer die Bösen sind. Keine Frage. Details, die man durchaus in der internationalen Presse nachsehen kann, interessieren nicht. Ähnlich die Uighuren. Außenminister Maas war gerade in China und hat sich mit seinen eingelernten Sprüchlein über die Menschenrechte („Mit Umerziehungslagern können wir uns nicht abfinden“) vermutlich nicht einmal unbeliebt sondern allenfalls lächerlich gemacht. Welche Länder u.a. zu dem uighurischen autonomen Gebiet Xinjiang Anrainer sind, dürfte vielen von den links-grünen Besserwissern, die Maas zujubeln, gar nicht bekannt sein: Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan, Kirgisistan, Kasachstan, und last not least der Unruheherd Kaschmir, alles wunderbare Orte, in denen der islamische Fundamentalismus blüht und gedeiht. Mit der Politik eines Heiko Maas wäre wohl Xinjiang schon bald kein Teil der Volksrepublik China mehr.

Hier ist man aus der großen weiten Welt schnell wieder zurück in der kleinen Welt von Konstanz und Lodi. Der gemeinsame Nenner ist die unglaubliche deutsche Überheblichkeit. Der politische Slogan Am deutschen Wesen mag die Welt genesen, den Emanuel Geibel 1861 in die Welt gesetzt hat, wurde von Theodor Heuss explizit zurückgenommen. Heute scheint er in den Köpfen vieler Deutscher leider wieder ein Leitmotiv darzustellen, mit dem betrüblichen Unterschied, dass sie es nicht einmal wissen. Der Fall Lodi ist ein kleines, aber bedeutendes Beispiel dafür. Die Deutschen sollten sich daran gewöhnen, dass Italien bezüglich der illegalen Massenimmigration die Schnauze voll hat und besonders empfindlich auf die von Deutschland aus organisierten „Rettungsschiffe” reagiert, mit denen Immigrationsinteressierte mit Hilfe einer wie geschmiert laufenden Asylindustrie in italienische Häfen gebracht werden, wo sich dann die Behörden und am Ende Städtchen wie Lodi mit ihnen herumschlagen dürfen, und das alles natürlich, wenn sie mit den vollen Rechten und Privilegien der „schon länger“ in Italien lebenden ausstaffiert sind. Wenn die Deutschen in so einem Modell eine wünschenswerte Zukunft sehen, ist das ihre Sache. Den Italienern kann man mit entsprechenden Empfehlungen getrost vom Leib bleiben.

Hoffen wir, dass der Stadt Konstanz am Ende doch noch etwas dämmert. Ich würde dann eine Entschuldigung bei der Bürgermeisterin von Lodi vorschlagen.

Josef Bayer ist Professor für Allgemeine und Germanistische Sprachwissenschaft an der Universität Konstanz.




Tifferette
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Grasdaggl
Vielleicht bin ich da etwas aus der Zeit gefallen. Aber ich halte dieses inzwischen wieder sehr gerne verbreitete Mantra, dass man sich doch bitte aus anderer Leute Angelegenheiten raushalten sollte, für ziemlich widerlich. Das ist in dieser Verkürzung entweder extreme Kurzsichtigkeit, gedankliche Faulheit oder Geschichtsvergessenheit. Oder eine Kombination.

Was mir bei diesem weltumspannenden "Lodiskandal" spontan einfällt: das ist ein übliches Argumentationsmuster - nicht der Auslöser der Aktion wird skandalisiert (also: was wird kritisiert?), sondern die Kritik an sich. Das ist dermaßen billig, da könnte mir wirklich das Kotzen kommen. Reder wir doch mal über die Hintergründe und nicht über einen Brief aus Konstanz/Fontainebleau. Nicht? Darum, dass Kinder von Flüchtlingen in der Schule nichts zu fressen bekommen? Dachte ich mir.

Wurde das Ganze übrigens gegenüber den Franzosen (es war ja ein Joint Letter!) eigentlich genauso skandalisiert? Wie passt das denn in diese schmierige Mär von den sendungsbewussten Deutschen?

Im übrigen ist es das gute Recht einer Stadt, einer Partnerstadt die Meinung zu geigen. Wie ist das Ganze denn entstanden? Ich könnte mir vorstellen, dass das während eines Schüleraustauschs oder ähnliches war. Dann hätten wir einen ziemlich konkreten Aufhänger. Wird aber im Artikel nicht thematisiert, vielleicht habe ich es ja überlesen.
Und es ist das gute Recht das Angefurzten, zurückzufurzen. Das Ganze mal wieder in dusselige Klischees pressen zu wollen - naja, jeder Schwachkopf darf halt seine Meinung haben. Ist doch schön.

Ich weiß nicht, was da genau die Hintergründe sind. Aber dieser Brief des Sprachwissenschaftlers stinkt geradezu nach einer gewissen Tendenz. Bäh.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)


Tifferette
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Grasdaggl
Habe gerade mal kurz geschaut: der liebe Herr Bayer ist einer von den Typen, der andere auf seiner "Heimseite" begrüßt, und auch den Kreuzbefehl in Bayern fand er sehr gut.

Bauchgefühl funktioniert nach wie vor. Gut.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

cron