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Niedrich Fiepske
Muggaseggele
Entschuldigung, ich erlaube mit kurz nochmal zurück zu gehen (ich bin mir im Klaren, dass das ein Spezial-Thema ist, das nicht alle gleichermaßen interessiert):


factotum hat geschrieben:....Wenn ich Journalist wäre, würde ich wahrscheinlich der Salonansicht stärker zuneigen, als ich das in meiner tatsächlichen Rolle als Medienkonsument tue.....Im allgemeinen gebe ich dem Salonbewohner recht, so grundsätzlich. Im Besonderen und Speziellen finde ich die Aufarbeitung im Spiegel trotzdem angemessen.
....Vielleicht schlummert in dem ja ein grosser Schriftsteller, und er hat sich nur aus Versehen im Beruf vertan.


Da schlummert ja gerade gar kein großer Schrifststeller. Was Claas Relotius zusammenfabuliert hat, sind weitestgehend fürchterlich kitschige Klischees von der Welt. Schriftstellerisch unterirdisch. Und genau dafür wurde er gefeiert! Bitte, das ist sehr relevant.

Juan Moreno (der Claas Relotius letztlich auffliegen ließ) in der SZ auf die Frage: Kann man an dieser einen Reportage erklären, warum Relotius' Masche so lange funktionierte, die Kontrollen versagten?

Moreno hat geschrieben:Das fällt alles wunderbar zusammen in seinen Geschichten, die haben etwas Tröstendes. Es ist totaler Zeitgeist. Die Reportage hat sich in den letzten Jahren massiv Richtung Kurzgeschichte, Richtung Literatur entwickelt. Wenn man in eine Geschichte wie "Jaegers Grenze" schreibt, die Zahl der Flüchtlinge hat sich in den letzten Jahren aber um 85 Prozent reduziert, zerstört das den ganzen Mood.


Schlechte Literatur, Herr Moreno, das hätten Sie bitte noch ergänzen sollen.


Beispiele:
Die zwei Jungs - frei erfunden - in Löwenkinder, verbergen ihre Sprengstoffgürtel unter westlichen Fussballtrikots. Der eine Bruder unter dem Trikot von Ronaldo und der andere unter dem von Messie mit der Nummer 10....In nahezu allen Szenen wird Stimmung erzeugt, in dem erfundene Statisten begleitende Filmmusik trällern, meist einen passenden Popsong, als Metathema zum Sujet, als sei das in die Matrix als Qualitäts- und Echtheitssiegel eingraviert.....Menschen einer amerikanischen Kleinstadt werden Motive und falsche Wahlergebnisse untergeschoben, verwoben mit Klischees, die geradezu abartig pervers sind (ipod-Kurse vom 27jährigen Bürgermeister der noch nie Geschlechtsverkehr hatte für schießwütige Cretins, die verbotene Wölfe jagen, wo es gar keine gibt - alles frei erfunden natürlich).

Sorry, das ist keine gute Literatur, das ist kein guter Journalismus. Das ist biedere Volksmusik auf unterstem musikalischen Niveau. Hier wird die ganze Welt so dargestellt, als wäre sie in zwei Schattierungen Schwarz und Weiß immer ganz eindeutig und in allen Facetten harmonisch gestaltet.

Wie gesagt, dass wirklich Schlimme daran ist, dass die selbstreferentielle Branche sich für diese Art der Primitiv-Lyrik gegenseitig feiert und hochrangige Preise vergibt. Dass das heute die höheren Töchter der Henry-Nannen-Schule so als beispielgebend gelehrt bekommen. Und ja, dass ausgerechnet die Offenbarung dieser Tragödie natürlich auch noch im selben sound runtergedichtet wird.

Die Welt ist aber gerade kein märchenhafter Ort, wo immer alles ganz exakt zusammenpasst und jedes Klischee erfüllt wird (die Literatur übrigens auch nicht). Wenn Journalisten beginnen eine solche Welt zu verherrlichen, ist das, was die Themenfelder Information und Kommunikation betrifft, verheerend. Die Menschen müssen sich ja vorkommen, als sei ihr eigenes echtes Leben irgendwie falsch, weil da nichts zusammenpasst.

So, jetzt lasse ich euch damit in Ruhe, versprochen.

Strafraumgitarre
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Halbdaggl
Niedrich Fiepske hat geschrieben:So, jetzt lasse ich euch damit in Ruhe, versprochen.

Nö, ganz im Gegenteil - Danke für das Wiederaufgreifen!
Auch weil das ganz grundsätzlich ein hochgradig spannendes Thema ist, völlig unabhängig vom Spiegel oder sonstigen Einzelpresseorganen - z.B. die Entwicklung lange bestehender und eigentlich klar definierter Textgattungen in Korrelation mit dem (jeweiligen) Zeitgeist. Dazu allerorten sinkende Auflagen und der Zwang zum Clickbait-Journalismus in Konkurrenz zum Internet im allgemeinen und den sogenannten 'sozialen' Medien im besonderen. Und natürlich immer trennschärferen Analysen der eigenen Klientel verbunden mit dem Wissen, was gelesen werden möchte (bzw. wird) und was eher nicht so.

Ich wäre auch ziemlich unüberrascht, wenn da in nächster Zeit weitere Namen im Zusammenhang mit nachgewiesenen Fakes oder Halbfakes die Runde machen sollten, jetzt wo diese Thematik ins öffentliche Bewusstsein hineinimplodiert ist. Im Gegenteil halte ich das Thema für eines derjenigen, in deren Natur es liegt, eine Welle nach sich zu ziehen, etwa wie die abgekupferten Doktorarbeiten diverser Minister und MdBs oder die #MeToo-Debatte. Im günstigsten Fall entsteht ein gesellschaftlicher Diskurs über Rolle und (Selbst-)Verständnis von Medien in einem demokratischen Staatsgebilde. Im ungünstigeren Fall plärren die Lügenpresseschreihälse nun noch lauter durch die virtuellen Datenautobahnen und realen Fußgängerzonen und es artet in einer Jagd nach weiteren Skandalen aus, die weitere Mosaiksteinchen in das Bild einer gespaltenen Gesellschaft hineinzementiert.

Anyway: Ich fand insbesondere das von Dir erwähnte Interview der Süddeutschen mit Juan Moreno sehr lesenswert und für mich als Außenstehenden auch durchaus erhellend, was verschiedene Abläufe in Redaktionsstuben betrifft. Weshalb ich es an dieser Stelle auch verlinke:
https://www.sueddeutsche.de/medien/claa ... -1.4261593

Warum wurden Sie in der Redaktion nicht ernst genommen?

Man muss ja die Entstehung sehen. Ich war relativ bockig gewesen, zum ersten Mal in meiner Karriere: Ich kann die Geschichte alleine machen. Ich konnte allerdings niemandem sagen, dass ich ein Problem mit Relotius hatte. Das muss bei meiner Ressortleitung natürlich so angekommen sein, als hätte ich zu viel Sonne in Chiapas abbekommen. Ich finde schon, dass man dem Spiegel Vorwürfe machen kann, aber es ist nicht so, dass man das Ganze gar nicht nachvollziehen kann.

Welche Vorwürfe?

Ich habe der Redaktion Fragen formuliert, die maximal starke Indizien enthielten. Darauf hat Relotius eine Erwiderung geschrieben, mehrere Seiten. Diese Erwiderung habe ich erst Wochen später zu sehen bekommen, am Ende. Sie war brillant.

...

Was ging wohl in Relotius vor?

Er muss so unglaublich einsam gewesen sein. Seine Geschichten erfüllen auf elegante Art Erwartungen und Vorstellungen, und sie haben vor allem immer einfache Erklärungen. Wenn man als Reporter aber eines lernt: Es ist immer grau, nie schwarz oder weiß. Aber so wütend ich war, dass ich da gegen Wände gerannt bin: Wäre mir das als Chef auch passiert? Vielleicht.

Wie dick waren denn die Wände, gegen die Sie beim "Spiegel" gelaufen sind?

Spiegel-Qualitätswände. Solide Wände.
Fick den Reichskanzler! Und den Kaiser!

Kronenclub
Granadaseggl
Tifferette hat geschrieben:
Auswurf hat geschrieben:schweigsame tiffi.
alles cool bei Dir ?

Alles gut. Kürzlich geänderte Familienstruktur, muss mir da Unsinn wie das Pforum aus Zeitgründen weitgehend verkneifen.


Zumindest mit dem Erstnick :mrgreen:
#verpisst euch alle#

Kronenclub
Granadaseggl
Nice Weather hat geschrieben:De Mappes und Muffinho haben über Weihnachten Denkpause. Scheiß Kasperltheater.


der Verursacher hätte gereicht
#verpisst euch alle#



Tifferette
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Grasdaggl
Kronenclub hat geschrieben:
Tifferette hat geschrieben:
Auswurf hat geschrieben:schweigsame tiffi.
alles cool bei Dir ?

Alles gut. Kürzlich geänderte Familienstruktur, muss mir da Unsinn wie das Pforum aus Zeitgründen weitgehend verkneifen.


Zumindest mit dem Erstnick :mrgreen:


Boah, Kacke. Ich verstehe nicht mal die Anspielung.



Nein, falsch. Die Anspielung verstehe ich natürlich schon. Habe nur keinen Plan, um wen es gehen soll.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

Kronenclub
Granadaseggl
Ich wüsste es hier in dem Forum glaub auch gar nicht, war halt doch ein Sparwitz. Ist mir aufgrund deiner früheren Nicks einfach so eingefallen
#verpisst euch alle#



Airwin
Niedrich Fiepske hat geschrieben:Entschuldigung, ich erlaube mit kurz nochmal zurück zu gehen (ich bin mir im Klaren, dass das ein Spezial-Thema ist, das nicht alle gleichermaßen interessiert):


factotum hat geschrieben:....Wenn ich Journalist wäre, würde ich wahrscheinlich der Salonansicht stärker zuneigen, als ich das in meiner tatsächlichen Rolle als Medienkonsument tue.....Im allgemeinen gebe ich dem Salonbewohner recht, so grundsätzlich. Im Besonderen und Speziellen finde ich die Aufarbeitung im Spiegel trotzdem angemessen.
....Vielleicht schlummert in dem ja ein grosser Schriftsteller, und er hat sich nur aus Versehen im Beruf vertan.


Da schlummert ja gerade gar kein großer Schrifststeller. Was Claas Relotius zusammenfabuliert hat, sind weitestgehend fürchterlich kitschige Klischees von der Welt. Schriftstellerisch unterirdisch. Und genau dafür wurde er gefeiert! Bitte, das ist sehr relevant.

Juan Moreno (der Claas Relotius letztlich auffliegen ließ) in der SZ auf die Frage: Kann man an dieser einen Reportage erklären, warum Relotius' Masche so lange funktionierte, die Kontrollen versagten?

Moreno hat geschrieben:Das fällt alles wunderbar zusammen in seinen Geschichten, die haben etwas Tröstendes. Es ist totaler Zeitgeist. Die Reportage hat sich in den letzten Jahren massiv Richtung Kurzgeschichte, Richtung Literatur entwickelt. Wenn man in eine Geschichte wie "Jaegers Grenze" schreibt, die Zahl der Flüchtlinge hat sich in den letzten Jahren aber um 85 Prozent reduziert, zerstört das den ganzen Mood.


Schlechte Literatur, Herr Moreno, das hätten Sie bitte noch ergänzen sollen.


Beispiele:
Die zwei Jungs - frei erfunden - in Löwenkinder, verbergen ihre Sprengstoffgürtel unter westlichen Fussballtrikots. Der eine Bruder unter dem Trikot von Ronaldo und der andere unter dem von Messie mit der Nummer 10....In nahezu allen Szenen wird Stimmung erzeugt, in dem erfundene Statisten begleitende Filmmusik trällern, meist einen passenden Popsong, als Metathema zum Sujet, als sei das in die Matrix als Qualitäts- und Echtheitssiegel eingraviert.....Menschen einer amerikanischen Kleinstadt werden Motive und falsche Wahlergebnisse untergeschoben, verwoben mit Klischees, die geradezu abartig pervers sind (ipod-Kurse vom 27jährigen Bürgermeister der noch nie Geschlechtsverkehr hatte für schießwütige Cretins, die verbotene Wölfe jagen, wo es gar keine gibt - alles frei erfunden natürlich).

Sorry, das ist keine gute Literatur, das ist kein guter Journalismus. Das ist biedere Volksmusik auf unterstem musikalischen Niveau. Hier wird die ganze Welt so dargestellt, als wäre sie in zwei Schattierungen Schwarz und Weiß immer ganz eindeutig und in allen Facetten harmonisch gestaltet.

Wie gesagt, dass wirklich Schlimme daran ist, dass die selbstreferentielle Branche sich für diese Art der Primitiv-Lyrik gegenseitig feiert und hochrangige Preise vergibt. Dass das heute die höheren Töchter der Henry-Nannen-Schule so als beispielgebend gelehrt bekommen. Und ja, dass ausgerechnet die Offenbarung dieser Tragödie natürlich auch noch im selben sound runtergedichtet wird.

Die Welt ist aber gerade kein märchenhafter Ort, wo immer alles ganz exakt zusammenpasst und jedes Klischee erfüllt wird (die Literatur übrigens auch nicht). Wenn Journalisten beginnen eine solche Welt zu verherrlichen, ist das, was die Themenfelder Information und Kommunikation betrifft, verheerend. Die Menschen müssen sich ja vorkommen, als sei ihr eigenes echtes Leben irgendwie falsch, weil da nichts zusammenpasst.

So, jetzt lasse ich euch damit in Ruhe, versprochen.



warum, das ist hochinteressant!
Hab gerade (nochmal) den artikel gelesen in dem er die 2 - ebenfalls frei erfundenen ? - flüchtlingskinder von mutti träumen läßt. Scho a weng kittschig, aber so will sich der deutsche mainstream halt flüchtlingsschicksale vorstellen (lassen). Geschunden in der heimat und dann am ende deutschen rechtspoulisten ausgeliefert, oder in dem fall den bösen türken in erdogans reich.
Und den rotz den er dem flüchtlingskind hier in den mund legt
Vor ein paar Wochen, als Angela Merkel nach Gaziantep reiste, als sich die deutsche Kanzlerin dort, vor Kameras, durch ein schön zurechtgemachtes Flüchtlingslager führen ließ, schrieb Alin an ihren Bruder: "Die Mädchen hier sagen, die Königin von Europa ist bei dir. Sie kommt, um dich zu holen!"
haben halt viele gern gelesen und noch lieber geglaubt. Bescheuert, ist aber so.

factotum
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Granadaseggl
Claas hat geschrieben:
Vor ein paar Wochen, als Angela Merkel nach Gaziantep reiste, als sich die deutsche Kanzlerin dort, vor Kameras, durch ein schön zurechtgemachtes Flüchtlingslager führen ließ, schrieb Alin an ihren Bruder: "Die Mädchen hier sagen, die Königin von Europa ist bei dir. Sie kommt, um dich zu holen!"


Ui. Vielleicht hole ich die Lektüre doch nicht nach und streite mich stattdessen mit Mappes, wenn er wieder hier des Weges ist. Oder ich mach was Vernünftiges. Was mich weiterbringt, so als Person.
The shit that used to work, won`t work now.


Airwin
factotum hat geschrieben:
Claas hat geschrieben:
Vor ein paar Wochen, als Angela Merkel nach Gaziantep reiste, als sich die deutsche Kanzlerin dort, vor Kameras, durch ein schön zurechtgemachtes Flüchtlingslager führen ließ, schrieb Alin an ihren Bruder: "Die Mädchen hier sagen, die Königin von Europa ist bei dir. Sie kommt, um dich zu holen!"


Ui. Vielleicht hole ich die Lektüre doch nicht nach und streite mich stattdessen mit Mappes, wenn er wieder hier des Weges ist. Oder ich mach was Vernünftiges. Was mich weiterbringt, so als Person.



vielleicht opfere ich mich ja auf und erstelle ein best off :D




- oder ich mach doch lieber auch was vernünftiges :bounce:

Airwin
Das ist aber wichtig, factotum. Weil das alle die meisten die Leute viele geglaubt haben und voll geil fanden. Und jetzt haben wir den Salaf Salat.



die "elite der medienschaffenden" fand das jedenfalls voll geil und hat den guten claas mit preisen vollgeschissen . Ob sie den sermon auch geglaubt haben? Ich will lieber nicht darüber nachdenken.
So sind die zustände :P
Zuletzt geändert von Airwin am 21. Dezember 2018 15:57, insgesamt 1-mal geändert.


Airwin
nach trumps wahl hatte Claas so eröffnet

Wütender weißer Mann

Ob Donald Trump, immerhin Enkel deutscher Wirtschaftsflüchtlinge aus der Pfalz und "stolz" auf sein "deutsches Blut", auch in Deutschland zum Bundeskanzler gewählt werden würde, weiß man nicht, es gibt keine Umfragen, und wenn es sie gäbe, müsste man ihnen misstrauen. Vermutlich fände er keine Mehrheit: Noch sind die Erinnerungen an Führernaturen, die Minoritäten deportieren und Autobahnen bauen ließen, nicht verblasst. Sicher ist jedoch, dass es nach Trumps Wahl zum US-Präsidenten auch in Deutschland ziemlich viele Menschen gibt, die sich darüber freuen. Sie sind nicht schwer zu finden. Die wütende, weiße, männliche, mindergebildete, ältere Mittelschicht, auch "angry white men" genannt, die die Zeit zurückdrehen will, gibt es auch hier,



ich nehme an der brinkbäumer war damals über so eine schreibe dermaßen sex freudig erregt in seinem anti-trump-bunker, dass er das mit der qualitätskontrolle nicht ganz so ernst nahm.

"wütender weißer mann" :lol:. Hauptsache klare kante gezeigt , das war schon damals das wichtigste 8) .

Airwin
Oder das hier , über münchen während der flüchlingskrise. Da darf die Dörri, latürnich flüchtlingshelfend wie sichs gehört, vor dem latenten faschismus des wütenden weißen münchners warnen :arr: .

Doris Dörrie sortiert seit ein paar Wochen Kleiderspenden in den Räumen der Münchner Flüchtlingshilfe; immer ein paar Stunden vormittags, bevor sie in einem Schneideraum an ihrem neuen Film "Grüße aus Fukushima" arbeitet.
Dörrie ist mit dem Fahrrad in ein Café in Schwabing gekommen, ihre ruhige Stimme steht in merkwürdigem Kontrast zu der Begeisterung, mit der sie davon berichtet, was sie in den vergangenen Wochen in München erlebt hat. "Mir gefallen die vielen jungen Leute, ihre Offenheit", sagt sie. "Viele merken zum ersten Mal, wie toll es ist zu helfen. In unserer ziemlich narzisstischen Gesellschaft gibt es dazu sonst wenig Gelegenheit."
Doris Dörrie kam in den Siebzigerjahren zum Studium nach München. Dass sich die Stadt durch ein besonders ausländerfreundliches Klima auszeichnet, findet sie gar nicht, "das wird von der Hilfsbereitschaft jetzt natürlich überdeckt".
Sie erzählt von dem dunkelhäutigen Münchner Kabarettisten Simon Pearce, der kürzlich im Boulevardblatt "tz" sein Leben mit dem Alltagsrassismus geschildert hat. Wie er von Polizisten mit mutwilligen Ausweiskontrollen drangsaliert, von Wildfremden als "Drecksneger" beschimpft und einmal am Ostbahnhof sogar geschlagen worden sei. "Wir brauchen uns nicht selbst beweihräuchern", sagt Doris Dörrie, "als seien wir die Heiligen der Republik."



sorry @factotum, ich halte so viel claas heut nicht aus :) .


Strafraumgitarre
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Halbdaggl
Strafraumgitarre hat geschrieben:Im günstigsten Fall entsteht ein gesellschaftlicher Diskurs über Rolle und (Selbst-)Verständnis von Medien in einem demokratischen Staatsgebilde. Im ungünstigeren Fall plärren die Lügenpresseschreihälse nun noch lauter durch die virtuellen Datenautobahnen und realen Fußgängerzonen und es artet in einer Jagd nach weiteren Skandalen aus, die weitere Mosaiksteinchen in das Bild einer gespaltenen Gesellschaft hineinzementiert.


Der erste ungünstge Fall ist also schon mal eingetreten. Nicht, dass es nicht zu erwarten gewesen wäre.
Airwin hat geschrieben:die "elite der medienschaffenden" fand das jedenfalls voll geil und hat den guten claas mit preisen vollgeschissen . Ob sie den sermon auch geglaubt haben? Ich will lieber nicht darüber nachdenken.
So sind die zustände :P
Airwin hat geschrieben:ich nehme an der brinkbäumer war damals über so eine schreibe dermaßen sex freudig erregt in seinem anti-trump-bunker, dass er das mit der qualitätskontrolle nicht ganz so ernst nahm.

"wütender weißer mann" :lol:. Hauptsache klare kante gezeigt , das war schon damals das wichtigste 8) .
Airwin hat geschrieben:Oder das hier , über münchen während der flüchlingskrise. Da darf die Dörri, latürnich flüchtlingshelfend wie sichs gehört, vor dem latenten faschismus des wütenden weißen münchners warnen :arr:


Fick den Reichskanzler! Und den Kaiser!

factotum
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Granadaseggl
eigentlich nur noch erbärmlich.


Nur um sicherzugehen: Was ist jetzt genau erbärmlich, die Claas`schen Hervorbringungen oder die Tatsache, dass der mittelalte weisse Mann Airwin die hier reinstellt, aus natürlich sehr niedrigen Beweggründen?
The shit that used to work, won`t work now.


Airwin
eigentlich nur noch erbärmlich.



ja aber nicht nur von claas (oder airwin, je nachdem :D ). Der spiegel war hier , wenn man folgendes liest, zumindest fahrlässig. Wie gesagt , die richtung (anti-trump, pro-flüchtlinge etc... .) hat wohl perfekt zur blattlinie gepaßt und das war entscheidend. So ähnlich wie hier beschrieben hätte ich mir die arbeitsweise vorgestellt: Claas auf der jagd nach klischees, wenn sie nicht da sind werden sie halt dazu erfunden. Und wenn man das hier liest stellt man sich auch die frage ob die brutalstmögliche aufklärung :D seitens des spiegels so ganz freiwillig erfolgte ... .

http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 45033.html

Hatte diesen spiegel-artikel damals auch gelesen und weitgehend vergessen, weiß aber noch, dass ich mich damals gefragt hatte wie ein US-film der hier schon ewig auf netflix, amazon oder gar freeTV lief dort noch im kino kommen soll.


Unter Westfalen
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Grasdaggl
factotum hat geschrieben:
eigentlich nur noch erbärmlich.


Nur um sicherzugehen: Was ist jetzt genau erbärmlich, die Claas`schen Hervorbringungen oder die Tatsache, dass der mittelalte weisse Mann Airwin die hier reinstellt, aus natürlich sehr niedrigen Beweggründen?


Ich hätte Dir zugetraut, dass Du selbst darauf kommst.
Schließlich stand der Satz unmittelbar unter einem Artikel, der mit Claas nichts zu tun hatte.
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai