Ich finde einen „echten“ Placeboeffekt erfrischend pragmatisch. Heilung für die Mimimis, die soviel kostet wie ein Päckle Traubenzucker. Sowas ist prima und schont die Kassen.
Aber im Ernst will ich darauf raus, dass der Wirkungsgrad des Placebos wohl nicht ausreichend erforscht ist. Das könnte solche Wunderheilungen nämlich auch mal entzaubern und gleichzeitig das Patientenwohl verbessern.
Zu ernsteren Diagnosen, um die sich die Diskussion drehen mag: Da ist ein bisschen mehr Regelwerk schon vernünftig. Wer bei nem „offenen Bruch“ ein paar Bachblüten als sinnvolle Therapie erachtet, weil man da irgendwo ein besseres Gefühl hat, der hat imho einfach nicht begriffen, dass der Schamane früher eben nur ein sehr schlecht ausgebildeter Unfallchirurg war. Ich hab da jemand in der Verwandtschaft, die mich immer bedauert, das ich nicht zu den „Wissenden“ gehöre. Da gehts dann neben Homöopathie aber auch ums Wünscheln und um Kristalle. Ja, da hab ich wirklich keine Ahnung und ich finde es gut dass Spezialisten sich um diese Themen kümmern. Also solche, die nachweisliche Expertise haben und es nicht im Gesang der Frösche erfahren haben.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.