darkred hat geschrieben:muffi
Dich interessiert demnach die gesellschaftliche Rückständigkeit, das patriarchalische Weltbild und die kulturell geprägte Gewaltaffinität als Kausalität überhaupt nicht, sondern du beharrst hier auf der Einzelfallanalyse?
Wenn ich die Chance habe, eine Einzelfallbewertung vorzunehmen, dann tue ich das, und im Fall des Täters aus Eritrea ist die Medieninformation inzwischen so gut, dass man dies einigermaßen tun kann, wie Informationen über seinen geistigen Zustand inkl. Behandlung. Ich finde das interessant und es hilft mir auch solch eine Tat zu verstehen, denn mein erster Gedanke war auch, dass man nicht so degeneriert sein kann, um solch eine Tat zu begehen... mit den neuen Informationen kann zumindest ich es besser verstehen. Ich akzeptiere dass es Menschen wie Airwin gibt, die sich einen Scheiß um solche Dinge kümmern, aber hier besteht dann auch kein Wille nach konstruktiven Lösungen, wobei wir als politisch Außenstehende sowieso keine Lösungen anstoßen können, aber wir können auch keine taktischen Kaderzusammenstellungen anstoßen und diskutieren trotzdem darüber....
Und dass ich die Herkunft auch als Risikofaktor benenne, hab ich ja schon gepostet, wobei hier auch wieder der Einzelfall eine Rolle spielt, denn ich kann eine schöne Kindheit in Eritrea haben und eine grausame in der Odenwaldschule oder einem anderen "Institut". in Deutschland. Ebenso kann ich in Syrien in Friede und Wohlstand aufwachsen oder traumatisiert sein, weil ich hautnah Krieg, Vertreibung, Vergewaltigung und Folter erlebt habe.... alles kann, nichts muss, das Schicksal kann so oder so verlaufen, in Deutschland oder in Syrien. Daher benenne ich es auch als Risikofaktor.
Nur nervt es mich halt einfach, wenn man die nackten Zahlen hinklatscht und sagt, dass Flüchtlinge prozentual um Faktor XY straffälliger sind, und wenn man dann versucht die Hintergründe mal etwas zu beleuchten, dann kommt aus der einschlägigen Ecke schon wieder die gleiche Scheiße. Aber das haben wir ja schon seit mehreren Jahren, Hauptsache man kann immer wieder betonen dass irgendein Sozialgericht geurteilt hat, dass durch die Flüchtlingskrise die öffentliche Ordnung außer Kraft gesetzt wurde...
Und Deine Aussage, dass
Ganz ehrlich, da interessiert mich die Motivlage eines jeden Gewalttäters auch nur sehr peripher, da sehe ich eher den ordnungspolitischen Offenbarungseid, solche Typen partout nicht aus dem Land zu bekommen.
was soll man dazu sagen?
Nun, zu den beiden letzten Beispielen: der Samurai Typ war ein Flüchtling mit anerkannter Identität aus Syrien, und diese Gruppe unterliegt nun mal einem gewissen Schutz vor Abschiebung, zumal er in der Vergangenheit glaub nur wegen Kleinscheiß aufgefallen ist... wenn Dich das stört, musst Du Dein Kreuz bei der richtigen Partei machen, so dumm sich das anhört, denn etliche Gerichte, u. a. das Verfassungsgericht, haben den Schutz des Asylrechtes und die Abschiebeproblematik schon eingehend beleuchtet, und das haben wir auch mit franky schon damals ausgiebig "diskutiert", wenn sich das Heimatland weigert, Papiere auszustellen oder die Identität des Betreffenden unklar ist, kannst Du ihn nicht einfach abschieben, denn wohin denn? Einfach mal über die Grenze und sagen "keine Ahnung wer das ist, ist jetzt Euer Problem"? Dass dies keine zufriedenstellende Situation ist und zu massenhaft Missbrauch einlädt, brauchen wir nicht diskutieren, aber so ist nunmal die Lage, und solange das GG nicht abgeschafft wird und wir aus der EU austreten, wird sich dies auch in näherer Zukunft nicht ändern.
Ich bin abgedriftet, der zweite Fall war aus Eritrea, ein in der Schweiz geduldeter Asylbewerber der nach Deutschland gereist ist... was ist die Lösung? Schengen wieder aussetzen und alle Menschen kontrollieren? Was willst Du gegen solche Fälle machen? Es gibt keine absolute Sicherheit, weder hier noch daheim, daher sorgen solche Fälle nur für Stimmungsmache.
Ich wäre der Letzte, der eine Kuschelkurs gegen Straftäter fährt, mir scheißegal welche Hautfarbe oder Religion, wer sich nicht an die Gesetze hält, soll dafür die Konsequenzen tragen, egal wo er aufgewachsen ist. Ich stimme auch nicht mit vielen Sachen hier überein, aber als Mitglied dieser Gemeinschaft halte ich mich an die Regeln (und wo ich sie nicht einhalte, etwa wenn ich zu schnell fahre, dann trage ich ohne Murren die Konsequenzen weil ich weiß dass ich einen Regelverstoß begangen habe) oder ich packe meine Sachen und wandere aus. Innerhalb dieser Vorschriften bewege ich mich so wie es mir gefällt und gestehe dieses Recht auch meinen Mitmenschen zu, auch egal ob Deutsch oder Nicht, ob VfBler oder Bauernfan. Alle sind gleich, hier und dort, nur bei manchen hier scheinen manche gleicher zu sein, und wenn damit in einer polemischen Art Stimmung gemacht wird, dann kotzt mich das einfach an...