Nice Weather hat geschrieben:Investoren und Geldgeber verlangen nicht nur direkten Zugriff auf die Geschäftsführung, sondern auch auf Entscheidungen im sportlichen Bereich in Person des Sportdirektors Bader. Wer Geld dazugibt, will natürlich mitreden, aber ein Investor, der den Kader zusammenstellen möchte, soll seinen eigenen Verein gründen. Anscheinend wollen die ihr Geld vermehren, indem sie aus dem FCK eine Spieleragentur machen.
Ich blicke nicht durch, was dem VfB bevorsteht und wer in diesem Spielchen wer ist, aber angesichts oben genannter Verhältnisse will ich beim VfB keinen Vorstandsvorsitzenden sehen, der den Wolfgang Dietrich kennt oder mag oder überhaupt nur weiß, wie der aussieht.
Die Idee ist so neu nicht - gerade nicht beim VfB.
Wenn man den Gerüchten und vagen Veröffentlichungen glauben mag, dann existierte beim VfB seit der Verpflichtung von Fernando Meira ja so eine Schattengesellschaft, deren Darlehen, das man zur Verpflichtung eben dieses Spielers verwendet hatte, recht hochverzinslich über die Jahre vergoldet wurde. Es dürfte sich um eben das "strukturelle Defizit" gehandelt haben, das für den Verkauf eines Topspielers pro Jahr verantwortlich war und das Wahler mit dem Geld einer Ausgliederung beseitigen wollte.
Wenn man das Wirken Reschkes beim VfB betrachtet, der ja aufgrund einer "strategischen Neuausrichtung" auf ausdrücklichen Wunsch von WD verpflichtet wurde, dann kann man durchaus den Gedanken haben, dass diese strategische Neuausrichtung in Richtung einer Spieleragentur zum Zwecke des Geldvermehrens ging. Nur eben eine oder mehrere Ebenen höher angesiedelt als beim FCK. (Das Beispiel Dembele lässt grüßen und die Dollarzeichen in den Augen Purzelbäume schlagen vor Aufregung und Erwartung

) Und mit der Ausgliederung stand 2016 dann sogar Vereinskleingeld zur Verfügung, das man "zum Wohle des VfB" auf dem Spielerbasar verzocken konnte... Vergleichbares geschieht international bekanntermaßen beim AS Monaco, dessen Investoren genau dieses Geschäftsmodell mit großem Erfolg fahren.
Erster Einschub: An diesem Modell ist auch an und für sich nichts Schlechtes, wenn dabei das Ziel ist, den Club durch hohe (durch Ablösen erzielte) Einnahmen in eine bessere finanzielle Situation zu bringen (und insbesondere den finanziellen Vorsprung, den andere Clubs durch höhere Fernsehgelder, etc. besitzen, zu verkleinern), um damit nachhaltig Erfolg zu generieren (so das im Fußball-Business überhaupt möglich ist...). Und auch nichts Neues, weil dies mittlerweile viele größere und kleinere Clubs mehr oder weniger erfolgreich praktizieren.
Wenn allerdings die Investorenrendite der primäre Zweck der Transferpolitik sein sollte, dann ist dies - zumindest für mich als Fan der Sportart Fußball - nicht hinnehmbar.
Leider wurden beim VfB halt einige essentielle Überlegungen vergessen, z.B. die, dass man um die zu vergoldenden Toptalente auch eine Mannschaft zusammenstellen muss, die die Klasse hält, und einen Trainer verpflichten sollte, der die Spieler auch zu Goldgruben entwickelt...
Zweiter Einschub: Witzigerweise hat bislang nur der Spieler die erhoffte hohe Rendite erbracht, den Jan Schindelmeiser einst verpflichtet hatte...
Mit Hitzlsperger und Mislintat ist nun wieder ein Team am Ruder, das offenbar die Politik eines nachhaltigen Aufbaus verfolgt (vergleichbar zu Schindelmeisers Ansatz, nur - so, wie es für mich aussieht - noch wesentlich kompetenter). Man muss darauf hoffen, dass es im Verein/in der AG genug Unterstützung dafür gibt und dies alles nicht nur der vorläufigen Beruhigung dient, bevor sich die Blutsauger wieder am Fußballgeld bereichern wollen/werden

Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.
- Charles Maurice de Talleyrand -