Stuttgart ist mit Polizisten vollgestopft, und trotzdem ist die Innenstadt nachts ein komisches Pflaster, und zwar schon lange. Bin vor ein paar Jahren mal nachts an diesem “See” vorbeigelaufen und habe außer Leuten auf dem Heimweg nur Grüppchen gesehen, die argwöhnisch geguckt haben – so als ob sie abschätzen, ob ich und mein Kollege Zivibullen sind oder nicht. Dort gibt’s nach Einbruch der Dunkelheit schon lange keine Flaneure mehr, wenn ich das richtig sehe. Warum sich das in einer Nacht so entzündet, keine Ahnung. Scheint niemand zu wissen, hat womöglich auch was mit der derzeitigen Situation zu tun: Seuche und weltweite Proteste.
Ist auch nix neues: früher wurde rund um den Königsbau tagsüber offen gedealt, konnte jeder beobachten. Die mega-offensichtliche Lösung wäre natürlich, dass man Gras und Kanten endlich legalisiert, dann könnte man sich um wichtige Dinge kümmern. An mangelnder Aufklärung kann es nicht liegen, dass das nicht längst passiert ist – die Frage, in wessen Interesse es eigentlich ist, dass sich die Polizei mit solchen Nichtigkeiten rumschlagen muss, ist schon lange angebracht. Wird in Politik und Wirtschaft eher gekifft oder eher gekokst, von Gemeinderat bis Bundestag?
Es erinnert mich aber auch gleich an Claus Peymanns Interview und offene Briefe vor ein paar Jahren: Stuttgart ist unten am Boden des Kessels weder optisch noch planerisch attraktiv, im Gegenteil. Das ist zum Geldverdienen angelegt, nicht für die Bürger. Wer will denn da abends unterwegs sein, bäh.