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RedBlues
Halbdaggl
Die meisten von uns hier argumentieren ja sicherlich aus der persönlichen Erfahrung und den persönlichen Einkommensverhältnissen.

Das Problem ist, dass wir uns ohne Probleme alles in Bio leisten können, weniger Fleisch essen uns auch leisten können, während andere diese Möglichkeit finanziell nicht so ohne weiteres haben.

Die Diskussion über bessere Lebensmittel muss aber zwangsweise mit einbeziehen, dass höhere Standards zu höheren Preisen führen, die sich nicht jeder ohne weiteres leisten kann.

Mir tut es finanziell nicht weh, wenn das Fleisch 20 Prozent mehr kostet, das Gemüse ebenso.
Für andere ergeben sich daraus aber ernsthafte Probleme.

Und trotzdem ist das Konsumverhalten einzelner in ihrer Gesamtheit am Ende relevant für den Markt und die Erzeuger.

muffinho
Tifferette hat geschrieben:Kannst Du den Blödsinn vielleicht mal lassen? Das ist lupenreines Framing. Warum sollte man nicht drüber diskutieren, welche Auswirkungen das Verhalten Einzelner hat? Das ist die Basis unseres Gesellschaftssystems, die Handlungen Einzelner sind zusammengenommen die Gesellschaft. Sind Leute wie Immanuel Kant etwa moralinsaure Gutmenschen?

Wenn man mit dem Finger auf Individuen zeigt, dann hört für mich auch der Spaß auf. Das ist eine eklige Moralkeule. Aber das hier hat damit NIX zu tun. Also vielleicht mal den Ball flach halten. Es nervt.


Nein, weil es mich einfach ankotzt. Man kann und muss darüber diskutieren, aber sobald die Vorwürfe gegen die anderen beginnen, nervt es mich, und genau darum geht es, diese scheiß Vorwürfe, dass man sich hier und dort falsch verhält und schon fast rechtfertigen muss, warum man dies und das macht. Mich kotzt es einfach an wenn Leute belehren wollen, weil sie denken dass sie die einzig richtige Wahrheit kennen und dann in diesem Bereich die Moralinstanz gegenüber anderen darstellen wollen, aber in analogen Situationen weiterhin sündigen.

Prangert im allgemeinen an, aber hört auf andere zu verurteilen.

Tifferette
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Hilf mir mal kurz - wer wird angeprangert oder verurteilt? Du? Ich?

Und selbst wenn, Du bist sehr schnell dabei, Deine Meinung sehr dezidiert rüberzubringen.ist ja auch okay, das finde ich gut. Dann wird es Dich aber auch mal treffen.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

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Tifferette
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Wenn Du "Moraldiskussionen", die überhaupt keine sind, zum Kotzen findest, dann misch Dich halt raus.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

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Balbriggan
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Diese Diskussion ist mit die wichtigste die man führen kann. Aufklärung sollte schon in der Kita und der Schule beginnen.
Die Kinder sollen begreifen und verstehen dass ein Tier sterben muss, um ein Lebensmittel herzustellen. Genauso sollte man den Kids beibringen, dass man ohne Fleisch leckere Gerichte kochen kann.
Wir essen mittlerweile nur noch 2 mal in der Woche fleischhaltige Gerichte. Geht super.
Über dieses Vorurteil dass es nur Norma 1,50 Steak oder Bio für 28 € gibt könnte ich mich ärgern.
Mein Metzger hat kein Bio Label, aber er hat aushängen von welchen Höfen er sein Fleisch bezieht. Kann man sogar in Absprache mit dem Landwirt mal durchlatschen.
Ich seh die Schuld nicht bei den Tönnies und Co. sondern in der Politik wegen fehlender Aufklärung sowie in der Gesellschaft.
Man sollte ein Schulfach „Ernährung“ einführen. Zucker, Fett, Massentierhaltung , Folgeschäden durch ungesunde Ernährung, all diese Themen.
Zuletzt geändert von Balbriggan am 16. Juli 2020 10:00, insgesamt 1-mal geändert.

Tifferette
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muffinho hat geschrieben:Allgemein Leute die so blöd sind dieses Billigfleisch zu kaufen und das System damit noch unterstützen.

Leute, die das machen, sollten sich zumindest im Klaren sein, was sie da tun. Das zu kritisieren hat nichts mit Moraldiskussion zu tun.

Du kannst es gerne anders sehen, bringt mich auch nicht um. Aber ich für meinen Teil mag es nicht, wenn etwas zur nicht diskutierbaren Zone erklärt wird. Obwohl man nicht mal mitdiskutiert.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

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muffinho
Tifferette hat geschrieben:Du kannst es gerne anders sehen, bringt mich auch nicht um. Aber ich für meinen Teil mag es nicht, wenn etwas zur nicht diskutierbaren Zone erklärt wird. Obwohl man nicht mal mitdiskutiert.


Nochmal, man kann gerne über alles diskutieren, aber z. B. pauschal Menschen als Blöd zu bezeichnen, weil sie eben billig einkaufen, da fehlt mir der diskutable Grundsatz bzw. die Basis. Das ist wie wenn der Flache sagt, dass alle AfD Wähler Nazis sind.

Ich hatte diese scheiß Diskussionen schon zu oft, auch hier, weil ich eben offen sage dass ich dies und das mache, auch wenn ich die Konsequenzen kenne. Es ist wahnsinn wie sich Menschen winden können, wenn sie einem auf Tierschützer machen, weil ich z. B. Fleisch esse, sich dann aber hin und her winden wenn ich sie frage warum sie mit den Kindern in die Wilhelma gehen, ob das nicht auch Tierquälerei wäre.

Meine Fresse, jeder Mensch handelt nicht moralkonform, weil Moral etwas subjektives ist und daher von jedem unterschiedlich bewertet wird, daher ist es imho schon ok wenn man das macht, was man selbst für richtig hält, solange es nicht gegen geltendes Recht verstösst, aber dann soll man auch dazu stehen und nicht andere Menschen dafür verurteilen, wenn sie sich dieses Recht an anderer Stelle auch rausnehmen!

AxelKruse_FG
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Für micht zieht weder das Argument der Kosten, noch die Frage nach der "Blödheit" der Leute. Ich glaube viel mehr, daß es eine Frage der Eßkultur ist, die von Generation zu Generation übertragen und weiterentwickelt wird, oder eben auch nicht.

Man kann statistisch nachweisen, daß die Menschen bspw. in den mediterranen Ländern einen viel, viel höheren Anteil ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben und selbt bei uns ist der Anteil des Einkommens im Laufe der Jahrzehnte immer weiter geschrumpft.

Die Leute legen bei uns schlicht wesentlich weniger Wert auf qualitätvolles Essen als in Frankreich oder Italien. Dabei halte ich im übrigen den Verweis auf die Kosten für vorgeschoben. Oben wird geschrieben, daß manche aus "Not" Billigfleisch kaufen müßten. Das mag es wohl geben, aber im Durchschnitt sind die Leute in Deutschland so wohlhabend wie noch nie zuvor in der Geschichte. Trotzdem kaufen und essen so viele Schund.

Leider hat auch dieses pietistische Vegetariertum nichts mit Eßkultur zu tun. Essen nichts als Geschmacks- oder Kulturfrage, sondern als Gesinnungsfrage. Gute Güte.

Tifferette
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Grasdaggl
Muffi: Der Einzige, der hier das Wort "blöd" in den Mund genommen hat (genauer: "verblödet"), ist Haber. Mach das halt mit ihm aus. Aber lass doch bitte den Rest weiterdiskutieren, das wäre sehr gnädig.

Und einfach mal etwas piano mit der Meta-Moralkeule. Das nervt mich immens. Musst Du biggi vertreten? Die hat das auch immer sehr gerne gemacht.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

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Tifferette
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Und ja, wenn Leute den Konnex zwischen Fleischpreis und Tierhaltung nicht sehen, dann sind sie verblödet. DAS hat Haber gesagt. Was gibt es denn da zu deuteln? Hat doch auch nichts mit Moral zu tun.

Die sich anschließende Frage ist dann, ob das für sie beim Kauf ausschlaggebend ist oder nicht, und wie sie mit dieser Information umgehen. Das kann verschiedene Gründe bzw Aspekthaben. Manche davon sind lachhaft, andere mögen rational sein. Da tue ich mich auch sehr schwer, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen. Aber es ist halt eine ganz andere Frage.
Zuletzt geändert von Tifferette am 16. Juli 2020 10:20, insgesamt 1-mal geändert.
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de mappes
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Balbriggan hat geschrieben:Diese Diskussion ist mit die wichtigste die man führen kann. Aufklärung sollte schon in der Kita und der Schule beginnen.
Die Kinder sollen begreifen und verstehen dass ein Tier sterben muss, um ein Lebensmittel herzustellen. Genauso sollte man den Kids beibringen, dass man ohne Fleisch leckere Gerichte kochen kann.
Wir essen mittlerweile nur noch 2 mal in der Woche fleischhaltige Gerichte. Geht super.
Über dieses Vorurteil dass es nur Norma 1,50 Steak oder Bio für 28 € gibt könnte ich mich ärgern.
Mein Metzger hat kein Bio Label, aber er hat aushängen von welchen Höfen er sein Fleisch bezieht. Kann man sogar in Absprache mit dem Landwirt mal durchlatschen.
Ich seh die Schuld nicht bei den Tönnies und Co. sondern in der Politik wegen fehlender Aufklärung sowie in der Gesellschaft.
Man sollte ein Schulfach „Ernährung“ einführen. Zucker, Fett, Massentierhaltung , Folgeschäden durch ungesunde Ernährung, all diese Themen.


:prost:
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de mappes
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Spamferkel
AxelKruse_FG hat geschrieben:Für micht zieht weder das Argument der Kosten, noch die Frage nach der "Blödheit" der Leute. Ich glaube viel mehr, daß es eine Frage der Eßkultur ist, die von Generation zu Generation übertragen und weiterentwickelt wird, oder eben auch nicht.

Man kann statistisch nachweisen, daß die Menschen bspw. in den mediterranen Ländern einen viel, viel höheren Anteil ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben und selbt bei uns ist der Anteil des Einkommens im Laufe der Jahrzehnte immer weiter geschrumpft.

Die Leute legen bei uns schlicht wesentlich weniger Wert auf qualitätvolles Essen als in Frankreich oder Italien. Dabei halte ich im übrigen den Verweis auf die Kosten für vorgeschoben. Oben wird geschrieben, daß manche aus "Not" Billigfleisch kaufen müßten. Das mag es wohl geben, aber im Durchschnitt sind die Leute in Deutschland so wohlhabend wie noch nie zuvor in der Geschichte. Trotzdem kaufen und essen so viele Schund.

Leider hat auch dieses pietistische Vegetariertum nichts mit Eßkultur zu tun. Essen nichts als Geschmacks- oder Kulturfrage, sondern als Gesinnungsfrage. Gute Güte.


auch das ist korrekt (zumindest beobachte ich genau dasselbe)
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muffinho
AxelKruse_FG hat geschrieben:Trotzdem kaufen und essen so viele Schund.


Die Frage ist ob es diese Personen als Schund definieren. Sicherlich bekommt das Schwein beim Bauern um die Ecke mehr Auslauf und gesünderes Essen, aber in erster Linie muss man doch in Bezug auf dieses Fleisch die Bedingungen anprangern, die Tier und Schlachtpersonal erleiden. Der normale Durchschnittsbürger kann ein teures Biofleisch wohl schwer vom Discounterbrocken unterscheiden, auch weil man es sowieso unter 1 Kg Ketchup versteckt. Gleiches mit der Wurst.
Wie viele Metzger schlachten heute denn noch selbst? Viele bekommen ihr Fleisch auch vom Großhandel und damit Massentierhaltung, nur hat der Metzger einen besseren Ruf.
Ein Freund hat mir mal erzählt, welche Hygienevorschriften beim Schlachten einzuhalten sind, etwa beim Boden und welche Kosten damit verbunden sind, das können sich viele Metzger doch gar nicht mehr leisten.
Daher muss sich jeder, der dieses billige Fleisch ist, erst mal fragen ob ihm die Tierhaltung bzgl Massenzucht egal ist, und ob es ihm egal ist dass die Osteuropäer, die in den Schlachthöfen arbeiten, abends im Container zusammengepfercht sind.
Das kannst Du Dich aber auch beim Gemüse fragen, ich habe die Container von innen gesehen, die der Biobauer für seine Rumänen auf seinem Bauernhof aufgestellt hat, auf dem wir von ein paar Jahren an der Nordsee Urlaub gemacht haben, und ich habe live gesehen wie sie sich den Rücken auf dem Feld kaputt gemacht haben, und das Gemüse wandert dann als teures Bio Gemüse in den Handel.

Irgendwer blutet halt immer für das, was Du isst oder am Körper trägt.

Unter Westfalen
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Grasdaggl
Wir können bei dieser Diskussion auch von unseren Kindern und Enkelkindern lernen.

Unsere BvB-Enkelin ist seit einigen Monaten vegan. Sie ist jetzt voll in der Pubertät und macht sich sehr viele Gedanken um das Tierwohl und gesunde Ernährung. Sie weiß auch, welche Nahrungsergänzungsstoffe sie zusätzlich benötigt, um sich gesund zu ernähren.

Die Älteste war früher in der Pubertät Vegetarierin, kehrte dann zum Fleisch zurück und ernährt sich jetzt wieder vegetarisch , weil ihr neuer Boyfriend Vegetarier ist.

Meine Frau und ich haben schon vor längerer Zeit den Fleischkonsum reduziert. Es gibt regelmäßig Fisch in allen Variationen (außer Pangasius und Victoriabarsch) und eben auch fleischfreie Tage. Verpacktes Fleisch kaufe ich grundsätzlich nicht ein und mariniertes schon alleine deswegen nicht, weil ich mein Fleisch nach meinen Geschmacksvorstellungen würzen möchte. Unser Metzger um die Ecke ist einer der besten in Münster. Seine Schnitzel verkleinern sich beim Braten nicht um ein Drittel . Bei ihm kaufe ich auch meine Suppenhühner, keine verhungerten Flachbrüstler, sondern richtig fleischige Mistscharrer. Von einem halben Huhn mache ich eine Hühnersuppe mit Nudeln oder Reis und am nächsten Tag Frikassée.

Auch auf dem Markt habe ich einen Metzger, der auf seinem Hof noch selber schlachtet und nur Tiere aus der Region verarbeitet.

Zu Tönies.
Er steht jetzt am Pranger, stellvertretend für viele andere Fleischbarone. Sicher nicht zu Unrecht. Ich habe gelesen, dass er mit 1,4 Milliarden Vermögen zu den reichsten Deutschen gehört. Ich neide niemandem sein Besitztum. Aber man darf doch darauf hinweisen, dass etwas im System nicht in Ordnung ist, wenn solche Vermögen durch Tierproduktion und -verarbeitung angehäuft werden. Natürlich ist er politisch gut vernetzt. Ich hoffe, dass die Aufhebung des Schlachtverbotes nicht zu früh erfolgt ist. Dass jetzt in seiner Firma gesundheitspolitisch plötzlich alles in Ordnung sein soll? Ich möchte es gerne glauben, aber wir werden ja sehen.

Die Schweinezüchter haben jetzt kräftig Lärm gemacht, weil die nahtlose Fleischproduktion droht, ins Stocken zu geraten. Ob sie in einer stillen Stunde mal daran denken, dass sie eigentlich nur ein Rädchen in einem perversen System sind, in dem Lebewesen "just in time" produziert werden?
Häggor, fliag iebor da Näggor, fliag iebor da Rai, fliag midda drennai

muffinho
Und als Fazit: es ist nett wenn man immer sagt, dass der Verbraucher durch sein Handeln selbst die Richtung bestimmen kann... wo wird die Richtung bestimmt beim Autofahren...bei der Elektronik, Thema Standards und die Alleingänge von Apple und anderen Firmen... bei der Energiegewinnung Wind/Solar... bei so vielen Dingen, auch Tierschutz.

Man muss es sehen wie es ist, den Großteil der Menschen bekommst Du bei diesem Thema nur durch 2 Maßnahmen auf eine Linie: Gesetze oder finanzielle Anreize.

muffinho
Tifferette hat geschrieben:Und ja, wenn Leute den Konnex zwischen Fleischpreis und Tierhaltung nicht sehen, dann sind sie verblödet. DAS hat Haber gesagt. Was gibt es denn da zu deuteln? Hat doch auch nichts mit Moral zu tun.


Die Leute wissen das, es interessiert sie nur nicht, weil das eben Teil unserer Kultur ist. Jeder halbwegs Interessierte weiß inzwischen welche Arbeitsbedingungen beim Foxconn herrschen, dass es dort unzählige Suizide gab, Einkasernierungen usw, und hindert es die Menschen daran Apple Produkte zu kaufen? Nein. Jeder weiß inzwischen welche Umweltschäden durch Ölbohrungen anrichtet wird, sei es in Nigeria, Alaska oder in Ecuador... tanken wir deswegen weniger? Haben wir weniger Kunststoff verbraucht, weil wir ständig hören dass man Mikropartikel in Fischen findet, die später auf unseren Teller landen, oder weil der Gesetzgeber eingeschritten ist?

Menschen sind ignorant, sonst würde unsere Gesellschaft nicht so funktionieren. Wir haben uns an das günstige Leben gewöhnt und blenden aus, dass andere Menschen für dieses günstige Leben leiden. Ich habe das für mich akzeptiert, sonst würde ich keine IT nutzen, sonst würde ich nicht in den Zoo gehen, nicht mehr Auto fahren, hätte kein Haus gebaut (sag mal einem Bauunternehmer dass Du keine rumänischen Subunternehmer willst, der lacht Dich aus), würde meine Kleidung selbst herstellen usw.

AxelKruse_FG
Granadaseggl
Uwe, Muffinho: Euren Beiträgen würde ich zustimmen und noch folgendes ergänzen:

Man liest über Stuttgart nicht häufig positives, aber ein echter "Softskill" sind die Auswahlmöglichkeiten beim Lebensmitteleinkauf. Daß das große Geld in der Lebensmittelbranche in der Regel nicht mit der Produktion, sonden im Handel erwirtschaftet wird, sieht man allein schon an der Forbes-Liste. Da finden sich die Wal-Mart- neben den Aldi-Brüdern neben Lidl-Schwarz usw.
Wenn man also den Produzenten etwas gutes tun will, kauft man direkt beim Erzeuger. Und genau da gibt es in der Innenstadt von Stuttgart eine Anzahl von Möglichkeiten bei fahrenden Händlern und temporären Marktständen. Ja, das ist aufwendig und trotzdem nicht billig. Aber im Gegensatz zu den "Supermärkten" habe ich da eigentlich nur gute Erfahrungen mit der Qualität gemacht.

Schwierig wird es wirklich beim Fleisch, da auch für mich abgepacktes Fleisch indiskutabel ist.

de mappes
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Spamferkel
muffinho hat geschrieben:
Tifferette hat geschrieben:Und ja, wenn Leute den Konnex zwischen Fleischpreis und Tierhaltung nicht sehen, dann sind sie verblödet. DAS hat Haber gesagt. Was gibt es denn da zu deuteln? Hat doch auch nichts mit Moral zu tun.


Die Leute wissen das, es interessiert sie nur nicht, weil das eben Teil unserer Kultur ist. Jeder halbwegs Interessierte weiß inzwischen welche Arbeitsbedingungen beim Foxconn herrschen, dass es dort unzählige Suizide gab, Einkasernierungen usw, und hindert es die Menschen daran Apple Produkte zu kaufen? Nein. Jeder weiß inzwischen welche Umweltschäden durch Ölbohrungen anrichtet wird, sei es in Nigeria, Alaska oder in Ecuador... tanken wir deswegen weniger? Haben wir weniger Kunststoff verbraucht, weil wir ständig hören dass man Mikropartikel in Fischen findet, die später auf unseren Teller landen, oder weil der Gesetzgeber eingeschritten ist?

Menschen sind ignorant, sonst würde unsere Gesellschaft nicht so funktionieren. Wir haben uns an das günstige Leben gewöhnt und blenden aus, dass andere Menschen für dieses günstige Leben leiden. Ich habe das für mich akzeptiert, sonst würde ich keine IT nutzen, sonst würde ich nicht in den Zoo gehen, nicht mehr Auto fahren, hätte kein Haus gebaut (sag mal einem Bauunternehmer dass Du keine rumänischen Subunternehmer willst, der lacht Dich aus), würde meine Kleidung selbst herstellen usw.


vieles hat zwei seiten; mit IT kann man eben auch gutes tun, Zoos haben auch positive Aspekte...nur bei billigem Fleisch...da wird's schwerer. Und nur weil man so viele Dinge ignoriert, braucht man doch nicht beispielsweise beim Thema Fleisch dann auch nicht drauf zu achten.

Schweres Thema aber...da, wo es einem persönlich leicht fällt, "Gutes" zu tun (was sicher wieder interpretationsbedürftig ist), darf man es durchaus umsetzen
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muffinho
de mappes hat geschrieben:
vieles hat zwei seiten; mit IT kann man eben auch gutes tun, Zoos haben auch positive Aspekte...nur bei billigem Fleisch...da wird's schwerer. Und nur weil man so viele Dinge ignoriert, braucht man doch nicht beispielsweise beim Thema Fleisch dann auch nicht drauf zu achten.

Schweres Thema aber...da, wo es einem persönlich leicht fällt, "Gutes" zu tun (was sicher wieder interpretationsbedürftig ist), darf man es durchaus umsetzen


Du kannst in allem etwas gutes sehen bzw. sich alles schön reden, die Frage ist nur ob Du es so vor Dir selbst rechtfertigen kannst. Viele Menschen schauen eben weg, weil das Drama sich nicht vor der eigenen Haustür abspielt, sondern auf einer Müllhalde in Accra, oder in einer Fabrik in Bangalore, oder in einer Mine in Kinshasa. Du sieht nur das Endprodukt, aber nicht das Leid dahinter. Du weißt aber von dem Leid, weil es die Medien immer wieder thematisieren. Hindert es Dich daran mit Deiner Stimme als Verbraucher ein Zeichen zu setzen? Nein, also bist Du Teil des Systems und unterstützt es weiterhin.
Alles gut, man muss nur dazu stehen.

Tifferette
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muffinho hat geschrieben:Die Leute wissen das, es interessiert sie nur nicht, weil das eben Teil unserer Kultur ist. Jeder halbwegs Interessierte weiß inzwischen welche Arbeitsbedingungen beim Foxconn herrschen, dass es dort unzählige Suizide gab, Einkasernierungen usw, und hindert es die Menschen daran Apple Produkte zu kaufen? Nein. Jeder weiß inzwischen welche Umweltschäden durch Ölbohrungen anrichtet wird, sei es in Nigeria, Alaska oder in Ecuador... tanken wir deswegen weniger? Haben wir weniger Kunststoff verbraucht, weil wir ständig hören dass man Mikropartikel in Fischen findet, die später auf unseren Teller landen, oder weil der Gesetzgeber eingeschritten ist?

Menschen sind ignorant, sonst würde unsere Gesellschaft nicht so funktionieren. Wir haben uns an das günstige Leben gewöhnt und blenden aus, dass andere Menschen für dieses günstige Leben leiden. Ich habe das für mich akzeptiert, sonst würde ich keine IT nutzen, sonst würde ich nicht in den Zoo gehen, nicht mehr Auto fahren, hätte kein Haus gebaut (sag mal einem Bauunternehmer dass Du keine rumänischen Subunternehmer willst, der lacht Dich aus), würde meine Kleidung selbst herstellen usw.


Keinem dieser Punkte will (kann!) ich widersprechen. Das ändert aber nichts daran, dass man Zustände kritisieren kann oder muss, denn sonst ändert sich eh nichts. Und das ist eben KEINE Moraldiskussion. Andernfalls könnten wir jegliche gesellschaftliche und politische Entwicklung ad acta legen. Genausowenig gibt es ein Absolutheitsgebot für "richtiges" Verhalten. Man kann aber versuchen, für sich einzelne Dinge anders zu machen. Da muss man nicht unnötig überspitzen.

Wenn Du der Meinung bist, dass man alles tun und lassen kann, solange es die Gesetze erlauben - klar, das ist formal richtig. Kubicki würde Dich dafür ganz fest in den Arm nehmen. Es ist aber eine verkürzte Sicht, weil damit jegliches Diskussion über menschliches Handeln ausgeklammert wird. Und ich nehme mir heraus, dass ich das von Dir skizzierte (zutreffende!) Beharren der Bevölkerung auf althergebrachten Bequemlichkeiten zum Teil furchtbar finde. So funktioniert Diskussion. Jeder kann im Rahmen der Gesetze tun und lassen was er will. Man kann auch das größte Arschloch sein, es lebe die freie Gesellschaft. Man soll dann aber sehr vorsichtig sein, jedwede Kritik an so was als Moralkeule abzustempeln. DAS ist nämlich AfD-Stil. So erklärt man nämlich durch Framing eine Diskussion für beendet, nur weil sie einem nicht passt.

Wenn ich jetzt sagen würde "Oh Muffi! Wie kannst Du nur XYZ tun?!? Das hätte ich nie erwartet, das geht doch nicht! Pfui!" - das ist die Moralkeule und das finde auch ich ekelhaft. Nur, und damit sind wir wieder ganz vorn, ist das meiner Meinung nach hier völlig fehl am Platz.
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(Batman)

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Halbdaggl
muffinho hat geschrieben:Viele Menschen schauen eben weg, weil das Drama sich nicht vor der eigenen Haustür abspielt, sondern auf einer Müllhalde in Accra, oder in einer Fabrik in Bangalore, oder in einer Mine in Kinshasa. Du sieht nur das Endprodukt, aber nicht das Leid dahinter. Du weißt aber von dem Leid, weil es die Medien immer wieder thematisieren. Hindert es Dich daran mit Deiner Stimme als Verbraucher ein Zeichen zu setzen? Nein, also bist Du Teil des Systems und unterstützt es weiterhin.
Alles gut, man muss nur dazu stehen.


Und nur, weil viele Menschen wegschauen und das System weiterhin unterstützen, werden diejenigen unter den Tisch gekehrt, die als Verbraucher ein Zeichen für Nachhaltigkeit, Tierwohl und Wertschätzung setzen :?: Und nur weil nicht jeder Verbraucher überall (bei allen fragwürdigen Dingen) dieses Zeichen setzt, wird er diskreditiert :?:

Jeder Verbraucher, der sich dem mündigen und verantwortungsvollen Konsum anschließt, ist einer mehr, der andere Produktions- und Vertriebsweisen unterstützt.Und wenn das immer mehr werden, dann können sich die Firmen dem nicht verschließen. Das nennt sich Marktmacht - und das bewirkt Veränderung.

Also, wenn du schon so viel weißt, dann erlaube ich mir die Frage, warum DU nichts änderst?
Wenn die Unfähigkeit einen Decknamen braucht, nennt sie sich Pech.

- Charles Maurice de Talleyrand -

muffinho
Tifferette hat geschrieben:Wenn Du der Meinung bist, dass man alles tun und lassen kann, solange es die Gesetze erlauben - klar, das ist formal richtig.


Du wirst jetzt lachen oder stöhnen, aber genau der Meinung bin ich, weil das das Verbindende ist, was uns objektiv (jedenfalls in der Theorie, dass die Praxis anders aussieht muss ich Dir als Jurist nicht sagen) für jeden nachvollziehbar als Gemeinschaft eint. Alles andere ist subjektiv und damit für mich Teil der individuellen Selbstentfaltung. Darum kann ich mit diesem Scheiß wie "Leitkultur" und ähnlichem auch nichts anfangen, weil es eben so facettenreich ist, und was für den einen gut ist, ist für den anderen böse, was der eine moralisch verwerflich findet, ist für den anderen ok. Diese gedankliche Diskrepanz zwischen den jeweiligen Richtungen ist auch vollkommen akzeptabel, schließlich prägt auch unsere Herkunft das Handeln, und während die schwäbische Oma denkt, dass die Reinschmeckten aus Südeuropa abends lieber ins Bett sollten, statt ewig Party zu machen, denken die dass die Oma eben einen Stock im Hintern hat und verbittert ist... alles ok, und genau da muss der Gesetzgeber verbindliche Richtlinien festlegen, nach den sich jeder zu halten hat, etwa dass man eben nicht eine 14 jährige heiraten darf, was in anderen Ländern normal ist, oder dass ab einer gewissen Uhrzeit kein Rasenmäher mehr laufen darf, was in andern Ländern kein Schwein stört.
Diese Regeln sind etwas verbindliches und in der Theorie für jeden nachlesbar, an das sich jeder halten muss, alles andere sind moralische Werte, die jeder für sich auslegen darf, und hier gestatte ich jedem, sich innerhalb dieser Regeln frei zu bewegen. Dass darüber gesprochen wird, ist vollkommen richtig, dass aber über andere geurteilt wird, nur weil diese nicht den moralischen Grundsätzen des Gegenüber entsprechen, hat mich schon immer genervt, und ich hatte im Freundes/Bekannten/Kollegenkreis schon die eine oder hitzige Diskussion mit Tierschützern oder Vegetarier, die mir mit ihrem missionarischen Zwang, ihre moralische Position als einzig richtige aufzwängen zu wollen, mächtig auf die Nüsse gehen. Gleiches mit der Religion, können manche Menschen nicht einfach akzeptieren, dass es Atheisten und Agnostiker gibt... aber das wäre jetzt wieder ein anderes Thema.

Tifferette
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Grasdaggl
Das ist in der Theorie schön und gut. Wenn Du das in Deinem Leben konsequent durchziehen kannst, dann würde mich das aber überraschen. Du merkst wahrscheinlich selbst nicht, an wie viele ungeschriebene Normen Du Dich auch fortwährend hältst und gleichzeitig erwartest, dass auch andere das tun. Wenn zB ein Nachbar die Lautstärkegrenzen und -zeiten jeden Tag bis ans logische Maximum ausreizt, um sich beim lautstarken Mastubieren Walgesänge und Bongatrommeln anzuhören, dann wird es Dich sehr schnell nerven und nach einiger Zeit würdest Du ausflippen. Und wenn die Leute das generell machen, dann hättest Du sehr schnell bürgerkriegsähnliche Zustände.

Um mal ein typisches Beispiel aus dem Leben zu bilden.

:D

Gesellschaften leben nicht nur von Gesetzen, sondern auch von ungeschriebenen Werten und Normen. Die manchmal auch subjektiv gefärbt sind. Das sagt Dir auch jeder Soziologe oder Rechtstheoretiker. Psychologen bestimmt auch, aber da möchte ich mich nicht aus dem Fenster lehnen.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

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muffinho
CoachingZone hat geschrieben:
Jeder Verbraucher, der sich dem mündigen und verantwortungsvollen Konsum anschließt, ist einer mehr, der andere Produktions- und Vertriebsweisen unterstützt.Und wenn das immer mehr werden, dann können sich die Firmen dem nicht verschließen. Das nennt sich Marktmacht - und das bewirkt Veränderung.


Ja, ich sehe die Veränderungen täglich, beim Benzinverbrauch, bei der Abfallentsorgung, beim Konsumverhalten usw.

Also, wenn du schon so viel weißt, dann erlaube ich mir die Frage, warum DU nichts änderst?


Weil ich hier einen gewissen Egoismus erkenne und für mich toleriere. Es ist mir wichtiger, meinen Kindern einen Löwen oder Elefanten zu zeigen, als mich dafür feiern zu lassen, dass ich die nicht artgerechte Tierhaltung im Zoo nicht unterstütze. Es ist mir wichtiger, mit dem Smartphone meine Mails zu empfangen, als mir auf die Schultern zu klopfen, dass ich mit meinem Handeln das Leid der Kinder in den Minen des Kongo nicht unterstütze. Es ist mir wichtiger mit dem Auto meine Kinder schnell von A nach B zu fahren, statt mich zu freuen dass ich die Ölförderung und anschließende Umweltverschmutzung nicht mit meinem Geld fördere, und auch für die "saubere" Ersatzlösung, die Akkus benötigen, haben Menschen leiden müssen, was ich nicht unterstütze.... so könnte ich ewig weitermachen, ich habe das ja schon - zu - oft aufgezählt, Schokolade, Kosmetik, das ganze Leben ist moralisch verdorben. Und hier entscheide ich für mich, dass dieser angesprochene Egoismus über den moralischen Bedenken steht. Hört sich scheiße an, ist es auch. Geht aber nicht nur mir so, sonst würdest Du mir hier nicht antworten, denn mit den Gerät, in dem Du Deine Nachricht schreibst, unterstützt Du den Scheiß auch. Das machen auch die Millionen, die jährlich in die Wilhelma gehen, die täglich tanken, Schokolade essen usw, jeder stellt seinen Egoismus über die Moral. Diese Erkenntnis kann man akzeptieren und offen kommunizieren, man kann es aber auch verdrängen. Ich habe mich für ersteres entschieden.