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Tifferette
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Grasdaggl
Ich glaube, SC und Nilk liegen beide richtig. Das Ende der GroKo wird einen Zeil der Leute wieder einfangen. Aber bestimmt nicht alle. Dafür hat das Internet mit all seinen Vor- und Nachteilen das Spiel zu sehr verändert.
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

Goofy
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Grasdaggl
Unter Westfalen hat geschrieben:
Goofy hat geschrieben:
Unter Westfalen hat geschrieben:würde ich Dir recht geben.


mir?


Dir in diesem speziellen Fall, ja. :mrgreen:
Nilk sonst meistens. ;)
Das merk ich mir. Und behaupte ab sofort andere Dinge.


RedBlues hat geschrieben:Was bleibt ist eigentlich nur so viel wie möglich Tagesthemen und Heute Journal schauen. Für die Erdung.
Und was ist mit dem Segglforum? :(


factotum hat geschrieben:Das Ding hat eine ungeheure Wirkmacht. Habe ich persönlich nicht kommen sehen, aber hier sind wir nun.

Tja. Wenn es wenigstens etwas früher da gewesen wäre, und in der Form und Ausmaß genutzt worden wäre, dann hätte man vielleicht eher den Bahnhof verhindern können.
linksgrünversifft - was davon weit entfernt ist, ist Ironie, Sarkasmus und schlechter Humor

Goofy
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Grasdaggl
Tifferette hat geschrieben:Ich glaube, SC und Nilk liegen beide richtig. Das Ende der GroKo wird einen Zeil der Leute wieder einfangen. Aber bestimmt nicht alle. Dafür hat das Internet mit all seinen Vor- und Nachteilen das Spiel zu sehr verändert.


Ist möglich. Hoffen wir es.

Vielleicht gibt es ja wieder eine GroKo. Wer weiß. Was bedeutet das dann?
Nur schwarz-rot wird es sicherlich nicht geben.
linksgrünversifft - was davon weit entfernt ist, ist Ironie, Sarkasmus und schlechter Humor


RedBlues
Halbdaggl
Balbriggan hat geschrieben:https://www.tagesschau.de/ausland/schukow-kremlkritiker-verletzt-101.html


Bedenklich.
Es ist für eine Gesellschaft nicht gut, wenn andersdenkende um ihre Gesundheit fürchten müssen.

Nur eines möchte ich sagen, auch wenn es in diesem Tagesschau Artikel so nicht drin steht, man sollte nicht jede Aktion, jeden Angriff auf einen politischen Gegner Putins, direkt mit Putin in Verbindung bringen. Auch wenn er enorme Macht in Russland hat, ich glaube nicht, dass er hinter jedem Angriff steht.

Natürlich ist er in gewisser weise verantwortlich, weil er die Saat dafür gelegt hat, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass im Westen der Eindruck erweckt wird, als ob Putin alles absegnet was in Russland passiert.

Flache9
Finanzielle Sorgen der Menschen führen zum Populismus und Radikalität.
Ich habe mich gestern mit einem in der Vergangenheit sehr erfolgreichen Gastronomen unterhalten der die Idee der Demo unterstützt.

Genauer Wortlaut: " Die Maßnahmen den Staates zerstören meine Existenz". Nicht wegen dem Virus.
(Die Gefahr ist ihm bewusst und er läuft mit Maske rum).
Sondern die unüberlegte Waschbrett Wäsche der Regierung. Alles kommt aufs Brett und wird durchgerieben.

Dann ergänzte er" Wenn es um meine Existenz geht, gibt es keine Solidarität mehr gegenüber anderen".
Er und viele andere sind verzweifelt und wissen nicht mehr wie sie sich helfen können.

Natürlich gibt es auch radikale Menschen die alles anheizen und die Situation für dich nutzen wollen.

Ich möchte diese Leute nicht verurteilen wenn sie um ihre Existenz kämpfen und keinen anderen Ausweg mehr sehen als diesen Weg zu gehen. Das kann nämlich nur einer nachvollziehen der in der selben Situation ist.

vivafernanda
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Granadaseggl
RedBlues hat geschrieben:
Balbriggan hat geschrieben:https://www.tagesschau.de/ausland/schukow-kremlkritiker-verletzt-101.html


Bedenklich.
Es ist für eine Gesellschaft nicht gut, wenn andersdenkende um ihre Gesundheit fürchten müssen.

Nur eines möchte ich sagen, auch wenn es in diesem Tagesschau Artikel so nicht drin steht, man sollte nicht jede Aktion, jeden Angriff auf einen politischen Gegner Putins, direkt mit Putin in Verbindung bringen. Auch wenn er enorme Macht in Russland hat, ich glaube nicht, dass er hinter jedem Angriff steht.

Natürlich ist er in gewisser weise verantwortlich, weil er die Saat dafür gelegt hat, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass im Westen der Eindruck erweckt wird, als ob Putin alles absegnet was in Russland passiert.

Und ich habe den Eindruck, dass Putin alles in seiner Macht stehende tut, um diesen Eindruck zu erwecken.
Eine Hand, die schiebt, ist besser als 100 Hände, die ziehen.

RedBlues
Halbdaggl
vivafernanda hat geschrieben:
RedBlues hat geschrieben:
Balbriggan hat geschrieben:https://www.tagesschau.de/ausland/schukow-kremlkritiker-verletzt-101.html


Bedenklich.
Es ist für eine Gesellschaft nicht gut, wenn andersdenkende um ihre Gesundheit fürchten müssen.

Nur eines möchte ich sagen, auch wenn es in diesem Tagesschau Artikel so nicht drin steht, man sollte nicht jede Aktion, jeden Angriff auf einen politischen Gegner Putins, direkt mit Putin in Verbindung bringen. Auch wenn er enorme Macht in Russland hat, ich glaube nicht, dass er hinter jedem Angriff steht.

Natürlich ist er in gewisser weise verantwortlich, weil er die Saat dafür gelegt hat, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass im Westen der Eindruck erweckt wird, als ob Putin alles absegnet was in Russland passiert.

Und ich habe den Eindruck, dass Putin alles in seiner Macht stehende tut, um diesen Eindruck zu erwecken.

Du meinst dass er Allmächtig ist in Russland?

Oder, dass er nicht das ganze Land und jeden Stein kontrolliert ?


vivafernanda
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Granadaseggl
Das mit der Allmacht.
Und ich denke nicht, dass potentiell tödliche Angriffe auf seine schärfsten Kritiker etwas ist, das unter seinem Radar fliegen darf. Aus vielen Gründen.
Eine Hand, die schiebt, ist besser als 100 Hände, die ziehen.

Cantona
RedBlues hat geschrieben:
vivafernanda hat geschrieben:
RedBlues hat geschrieben:
Bedenklich.
Es ist für eine Gesellschaft nicht gut, wenn andersdenkende um ihre Gesundheit fürchten müssen.

Nur eines möchte ich sagen, auch wenn es in diesem Tagesschau Artikel so nicht drin steht, man sollte nicht jede Aktion, jeden Angriff auf einen politischen Gegner Putins, direkt mit Putin in Verbindung bringen. Auch wenn er enorme Macht in Russland hat, ich glaube nicht, dass er hinter jedem Angriff steht.

Natürlich ist er in gewisser weise verantwortlich, weil er die Saat dafür gelegt hat, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass im Westen der Eindruck erweckt wird, als ob Putin alles absegnet was in Russland passiert.

Und ich habe den Eindruck, dass Putin alles in seiner Macht stehende tut, um diesen Eindruck zu erwecken.

Du meinst dass er Allmächtig ist in Russland?

Oder, dass er nicht das ganze Land und jeden Stein kontrolliert ?


...ist doch relativ einfach: wer den Mund aufmacht, kriegt auf die Fresse oder wird vergiftet.

Abgesehen davon ist Russland ein interessantes Land, war schon mehrmals dort.

Und, um mich zu wiederholen: die wirtschaftlichen Sanktionen der EU gegenüber Russland bewirken überhaupt nichts, sind im Gegenteil kontraproduktiv, und erschweren das Leben der Mittelschicht.

Frank N Furter
Sicherlich spielen GroKo und asoziale Medien eine Rolle, aber ist das alles?

"Diese Leute" hängen ja nicht nur im Internet ab, pflegen ihre eigenen "Profile", und leben überwiegend in ihrer virtuellen Welt und virtuellen Blase...

...die fahren nach Berlin, nehmen analoge Strapazen auf sich, kaufen sich Reichs- und sonstwas für Fahnen (wo kriegt man die überhaupt her?), nehmen berufliche Nachteile in Kauf, so sie erkannt werden, Stigmatisierungen im eigenen Bekanntenumfeld und schließlich dauerhafte familiäre Zerwürfnisse. Das ist schon teilweise ziemlich krass, wie die sich selbst zerlegen...

Und wofür eigentlich? Echt nur deshalb, weil man so überzeugt davon ist "recht zu haben"? "Recht zu haben" ist doch psychologisch betrachtet ein eher kleines Momentum im eigenen Emotionshaushalt. Die meisten dürften ja sogar kaum einen Leidensdruck verspüren... okay, sie müssen eine Maske tragen, aber versau` ich mir es deshalb wirklich mit den eigenen Kindern? Das waren ja auch überwiegend keine lebensunerfahrenen Menschen die da auf der Reichstagstreppe Selfies machten...? Späte Midlife-Crisis...?

Nee, mir deucht, da wirken noch andere Faktoren.

Cantona
Tifferette hat geschrieben:Ich glaube, SC und Nilk liegen beide richtig. Das Ende der GroKo wird einen Zeil der Leute wieder einfangen. Aber bestimmt nicht alle. Dafür hat das Internet mit all seinen Vor- und Nachteilen das Spiel zu sehr verändert.


Sehe ich auch so, sowohl Nilk und SC haben recht. Mit der Ergänzung, dass ich die ehemaligen Volksparteien in Bezug auf oben Genanntes in der Mitverantwortung sehe, siehe entstehung AfD etc.

Auch Flache gebe ich im Übrigen in Teilen recht. Denn wer mit dem Rücken zur Wand steht...
Mit dem Zusatz, dass auch gesaetigte und orientierungslose Teile der Gesellschaft empfänglich für Populismus und neue Heilslehren sind: ansonsten wäere eine Grüne Partei mit >20% nicht denkbar ( :mrgreen: :bounce: ).

vivafernanda
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Granadaseggl
Recht zu haben" ist doch psychologisch betrachtet ein eher kleines Momentum im eigenen Emotionshaushalt.


@frank:

Glaubst Du das wirklich? Ich habe zu Beginn der Krise zu meiner Überraschung festgestellt, dass ich mehrere Verschwörungstheoretiker unter meinen Kollegen habe. Ein Freund, von dem ich das schon länger weiß, wurde auch wieder auffällig, in der Familie gibt es auch jemanden. Auseinandersetzungen also allenthalben. Was mir dabei immer wieder auffällt ist der enorme Gesprächs -und Überzeugungsdruck, den diese Menschen zu haben scheinen. Ständig fangen sie davon an, streuen überall ihre Gedanken ein, schicken Links rum usw. Und sie halten enormen Widerstand aus, denn wenn man selbst anders tickt, dann muss man ja widersprechen, kann den Stuss nicht stehen lassen.
Wenn sie dann aber unter sich sind, dann herrscht Einigkeit, die sehr stärkend wirkt.
Glaub mir, ich sprech aus eigener Erfahrung. Als junger Teenie ständig für meinen Glauben verulkt zu werden oder schlimmer, war es echt schön, mal unter Gleichgesinnten zu sein. Da reist man dann auch mal. Solange man sich im Recht wähnt, hält man die doofen Andersdenkenden schon aus. Sieht man hier ja auch oft :mrgreen:
Eine Hand, die schiebt, ist besser als 100 Hände, die ziehen.

Cantona
https://www.spiegel.de/politik/deutschl ... 8c53dd3412

Der rechte Mob kommt die Freitreppe des Reichstages hinauf, oben stehen nur drei Mann in Polizeiuniform. Zwei haben Helm und Schlagstock, der dritte weder das eine noch das andere. Sie werden angepöbelt, bedrängt, aber sie halten die Menge auf Abstand, bis Verstärkung kommt. Wären sie gewichen, hätte nur noch eine Glastür zwischen dem Pöbel und dem Plenarsaal gestanden. Was, wenn am Ende ein glatzköpfiger Neonazi auf der Regierungsbank gesessen hätte, auf dem Platz der Kanzlerin?

Goofy
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Grasdaggl
Cantona hat geschrieben:Mit dem Zusatz, dass auch gesaetigte und orientierungslose Teile der Gesellschaft empfänglich für Populismus und neue Heilslehren sind: ansonsten wäere eine Grüne Partei mit >20% nicht denkbar ( :mrgreen: :bounce: ).


Wir könnten mal drüber diskutieren, warum so viele Leute, egal welche Partei sie wählen, die Grünen nicht leiden können und sie als unwählbar und völlig daneben bezeichnen.

Ich wähle ganz viele Parteien nicht (fast alle sogar) und bezeichne keine (von den relevanten) davon als unwählbar. Bis auf eine eben ...

Oder bilde ich mir das ein und hat mit meinem Umfeld zu tun?
linksgrünversifft - was davon weit entfernt ist, ist Ironie, Sarkasmus und schlechter Humor

de mappes
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Spamferkel
Goofy hat geschrieben:schauen. Für die Erdung. Und was ist mit dem Segglforum? :(



ich fand dein altes Forum auch gut :)
Don't criticize what you can't understand

Frank N Furter
vivafernanda hat geschrieben:
@frank:

Glaubst Du das wirklich? Ich habe zu Beginn der Krise zu meiner Überraschung festgestellt, dass ich mehrere Verschwörungstheoretiker unter meinen Kollegen habe. Ein Freund, von dem ich das schon länger weiß, wurde auch wieder auffällig, in der Familie gibt es auch jemanden. Auseinandersetzungen also allenthalben. Was mir dabei immer wieder auffällt ist der enorme Gesprächs -und Überzeugungsdruck, den diese Menschen zu haben scheinen. Ständig fangen sie davon an, streuen überall ihre Gedanken ein, schicken Links rum usw. Und sie halten enormen Widerstand aus, denn wenn man selbst anders tickt, dann muss man ja widersprechen, kann den Stuss nicht stehen lassen.
Wenn sie dann aber unter sich sind, dann herrscht Einigkeit, die sehr stärkend wirkt.
Glaub mir, ich sprech aus eigener Erfahrung. Als junger Teenie ständig für meinen Glauben verulkt zu werden oder schlimmer, war es echt schön, mal unter Gleichgesinnten zu sein. Da reist man dann auch mal. Solange man sich im Recht wähnt, hält man die doofen Andersdenkenden schon aus. Sieht man hier ja auch oft :mrgreen:


Ich habs mir nochmal überlegt: vermutlich hast Du recht. So wie Du es beschreibst, hat unser "Glaube" doch einen bedeutenderen Einfluß auf die Konstruktion unserer eigenen Identität... oder das, was wir kurioser Weise immer für unsere Identität halten... (unter 7,8 Milliarden anderen Menschlein)

Ich selbst "glaube" bei dem Thema auch etwas: ich glaube, dass das Zeitalter der Wahrheit vorbei ist. Auch die Corona-Krise hat für mich nochmal deutlich gezeigt, wie wenig die ach so gerühmte Wissenschaft dazu beitragen kann, dass Wahrheit entstünde. Vielleicht streiten wir heute auch deshalb immer mehr und immer heftiger und kennen zu allen Fakten auch noch alternative Fakten, weil die meisten erkennen, dass es die eine Wahrheit nicht mehr gibt, bzw. auch noch nie gegeben hat.

Vielleicht stehen wir aber auch gerade erst am Anfang eines neuen, fundamentaleren Zeitalters einer zweiten Aufklärung, wo wir nach und nach lernen, dass das Höchste, das wir erreichen können, ein Gefühl besseren Verstehens ist. Und das wir vor allem lernen, mit den anderen Menschen auf eine Art zu kommunizieren, die ein Interesse an besserem Verstehen zum wichtigsten Ziel hat. Und nicht etwa, den Anderen auf Teufel komm raus von etwas versuchen zu überzeugen, das wir im Grunde noch nicht mal vor uns selbst halbwegs argumentativ überzeugend rechtfertigen könnten.

Aber sicher bin ich mir auch da nicht, weil wir Menschen grundsätzlich ganz schlecht mit Uneindeutigkeit umgehen können. Wir sind so darauf trainiert zu handeln, dass uns faktenbasierte Ambiguität einfach in den Wahnsinn treibt... deshalb halten wir ja auch an so unmenschlichen Konzepten wie "Gut" und "Böse" fest, obwohl man keinem Menschen gerecht werden kann, wenn man dieses Interpretationsraster bei dessen beurteilung verwendet.

Ich befürchte, dass diese "Polarisierung" von der jetzt immer zu recht die Rede ist, sich nur wieder mildern läßt, wenn es Mode wird, dass Zuhören, Verstehenwollen und Toleranz viel mehr sexy wird, als "recht zu haben". Ein bisschen gibts diese neue Mode ja schon, aber sie setzt sich nicht durch. Immer wenn unsere Gefühle stärker involviert sind, neigen wir zum Altmodischen.

Ich hatte das schonmal erwähnt hier, glaube ich: Es existieren mehrere Persönlichkeits-Entwicklungsmodelle in der Psychologie. Nach einem davon, waren die Menschen zu Anfang des letzten Jahrhunderts überwiegend Stufe 3 oder Stufe 4 Menschen, was die Weite ihres Bewußtseins betrifft. Diese beiden noch recht unreifen Stufen sind dadurch gekennzeichnet, dass die Betroffenen noch sehr konformistisch sind und lieber starren Regeln folgen, als den komplexen Umständen folgend, selbst Verantwortung zu tragen. Im Grunde ist die Stufe 3 die, die jeder Pubertierende am Ende besitzt. Die typischen Nazi-Helfer hat man mit diesen beiden Entwicklungsstufen versucht zu erklären, was aus meiner Sicht ganz gut passt.

Heute sind wir überwiegend Stufe 5 oder 6. Aber erst ab Stufe 8 besitzen Menschen ein reifes Bewußtsein um die Perspektive der Anderen für genauso bedeutend zu halten, wie die eigene Perspektive. Diese Menschen werden dann sozusagen "objektiver" und sind in der Lage bessere Einsichten zu gewinnen und bessere Urteile zu fällen. Im Moment ist so ca. einer von 100.000 in dieser Stufe. Das ist einfach zu wenig. Vermutlich werden wir also nochmal eine historische Katastrophe erleben. Dieses mal die Vorzeige- Katastrophe der Stufe 5 und 6 Menschen. Vielleicht erleben wir sie ja gerade?

jagdhuette
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Halbdaggl
Frank N Furter hat geschrieben:Sicherlich spielen GroKo und asoziale Medien eine Rolle, aber ist das alles?

"Diese Leute" hängen ja nicht nur im Internet ab, pflegen ihre eigenen "Profile", und leben überwiegend in ihrer virtuellen Welt und virtuellen Blase...

...die fahren nach Berlin, nehmen analoge Strapazen auf sich, kaufen sich Reichs- und sonstwas für Fahnen (wo kriegt man die überhaupt her?), nehmen berufliche Nachteile in Kauf, so sie erkannt werden, Stigmatisierungen im eigenen Bekanntenumfeld und schließlich dauerhafte familiäre Zerwürfnisse. Das ist schon teilweise ziemlich krass, wie die sich selbst zerlegen...

Und wofür eigentlich? Echt nur deshalb, weil man so überzeugt davon ist "recht zu haben"? "Recht zu haben" ist doch psychologisch betrachtet ein eher kleines Momentum im eigenen Emotionshaushalt. Die meisten dürften ja sogar kaum einen Leidensdruck verspüren... okay, sie müssen eine Maske tragen, aber versau` ich mir es deshalb wirklich mit den eigenen Kindern? Das waren ja auch überwiegend keine lebensunerfahrenen Menschen die da auf der Reichstagstreppe Selfies machten...? Späte Midlife-Crisis...?

Nee, mir deucht, da wirken noch andere Faktoren.


Ich finde diese Überlegung relevant und auch interessant. Das "Recht haben" ist bei dieser Form der Zusammenkunft glaube ich nicht der stützende Faktor. Es geht eher um Frustration, Gruppendynamik, das Bedürfnis etwas zu ändern. Die Corona Politik ist ein Ventil, man hat jetzt zusätzlich noch "gelernt", dass das ja alles verlogen ist und daher hat man die Schnauze voll.
Dazu kommt natürlich, dass man von dieser neu gewonnenen Überzeugung so überzeugt ist, dass der Schutz der eigenen Gesundheit keine Rolle mehr spielt. Wenn man dies hohe Gut riskiert, dann ist die soziale Gefahr, zufällig auf einem Video zu sehen zu sein, vermutlich wirklich längst überwunden.
Wer die Bundesrepublik als nicht existent wahrnimmt, wer Angela Merkel für ihre Flüchtlingspolitik als Todfeind wahrnimmt, der eckt doch auch hin und wieder im Alltag an. Der ist über die von dir genannten Punkt längst hinweg. Es lebt sich ziemlich unbeschwert damit die Schuld immer nur bei anderen zu suchen.

Iron
Grasdaggl
jagdhuette hat geschrieben:Dazu kommt natürlich, dass man von dieser neu gewonnenen Überzeugung so überzeugt ist, dass der Schutz der eigenen Gesundheit keine Rolle mehr spielt.


So sind halt die Raucher, die Übergewichtigen, die Ignoranten...


de mappes
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Spamferkel
Frank N Furter hat geschrieben:
vivafernanda hat geschrieben:
@frank:

Glaubst Du das wirklich? Ich habe zu Beginn der Krise zu meiner Überraschung festgestellt, dass ich mehrere Verschwörungstheoretiker unter meinen Kollegen habe. Ein Freund, von dem ich das schon länger weiß, wurde auch wieder auffällig, in der Familie gibt es auch jemanden. Auseinandersetzungen also allenthalben. Was mir dabei immer wieder auffällt ist der enorme Gesprächs -und Überzeugungsdruck, den diese Menschen zu haben scheinen. Ständig fangen sie davon an, streuen überall ihre Gedanken ein, schicken Links rum usw. Und sie halten enormen Widerstand aus, denn wenn man selbst anders tickt, dann muss man ja widersprechen, kann den Stuss nicht stehen lassen.
Wenn sie dann aber unter sich sind, dann herrscht Einigkeit, die sehr stärkend wirkt.
Glaub mir, ich sprech aus eigener Erfahrung. Als junger Teenie ständig für meinen Glauben verulkt zu werden oder schlimmer, war es echt schön, mal unter Gleichgesinnten zu sein. Da reist man dann auch mal. Solange man sich im Recht wähnt, hält man die doofen Andersdenkenden schon aus. Sieht man hier ja auch oft :mrgreen:


Ich habs mir nochmal überlegt: vermutlich hast Du recht. So wie Du es beschreibst, hat unser "Glaube" doch einen bedeutenderen Einfluß auf die Konstruktion unserer eigenen Identität... oder das, was wir kurioser Weise immer für unsere Identität halten... (unter 7,8 Milliarden anderen Menschlein)

Ich selbst "glaube" bei dem Thema auch etwas: ich glaube, dass das Zeitalter der Wahrheit vorbei ist. Auch die Corona-Krise hat für mich nochmal deutlich gezeigt, wie wenig die ach so gerühmte Wissenschaft dazu beitragen kann, dass Wahrheit entstünde. Vielleicht streiten wir heute auch deshalb immer mehr und immer heftiger und kennen zu allen Fakten auch noch alternative Fakten, weil die meisten erkennen, dass es die eine Wahrheit nicht mehr gibt, bzw. auch noch nie gegeben hat.

Vielleicht stehen wir aber auch gerade erst am Anfang eines neuen, fundamentaleren Zeitalters einer zweiten Aufklärung, wo wir nach und nach lernen, dass das Höchste, das wir erreichen können, ein Gefühl besseren Verstehens ist. Und das wir vor allem lernen, mit den anderen Menschen auf eine Art zu kommunizieren, die ein Interesse an besserem Verstehen zum wichtigsten Ziel hat. Und nicht etwa, den Anderen auf Teufel komm raus von etwas versuchen zu überzeugen, das wir im Grunde noch nicht mal vor uns selbst halbwegs argumentativ überzeugend rechtfertigen könnten.

Aber sicher bin ich mir auch da nicht, weil wir Menschen grundsätzlich ganz schlecht mit Uneindeutigkeit umgehen können. Wir sind so darauf trainiert zu handeln, dass uns faktenbasierte Ambiguität einfach in den Wahnsinn treibt... deshalb halten wir ja auch an so unmenschlichen Konzepten wie "Gut" und "Böse" fest, obwohl man keinem Menschen gerecht werden kann, wenn man dieses Interpretationsraster bei dessen beurteilung verwendet.

Ich befürchte, dass diese "Polarisierung" von der jetzt immer zu recht die Rede ist, sich nur wieder mildern läßt, wenn es Mode wird, dass Zuhören, Verstehenwollen und Toleranz viel mehr sexy wird, als "recht zu haben". Ein bisschen gibts diese neue Mode ja schon, aber sie setzt sich nicht durch. Immer wenn unsere Gefühle stärker involviert sind, neigen wir zum Altmodischen.

Ich hatte das schonmal erwähnt hier, glaube ich: Es existieren mehrere Persönlichkeits-Entwicklungsmodelle in der Psychologie. Nach einem davon, waren die Menschen zu Anfang des letzten Jahrhunderts überwiegend Stufe 3 oder Stufe 4 Menschen, was die Weite ihres Bewußtseins betrifft. Diese beiden noch recht unreifen Stufen sind dadurch gekennzeichnet, dass die Betroffenen noch sehr konformistisch sind und lieber starren Regeln folgen, als den komplexen Umständen folgend, selbst Verantwortung zu tragen. Im Grunde ist die Stufe 3 die, die jeder Pubertierende am Ende besitzt. Die typischen Nazi-Helfer hat man mit diesen beiden Entwicklungsstufen versucht zu erklären, was aus meiner Sicht ganz gut passt.

Heute sind wir überwiegend Stufe 5 oder 6. Aber erst ab Stufe 8 besitzen Menschen ein reifes Bewußtsein um die Perspektive der Anderen für genauso bedeutend zu halten, wie die eigene Perspektive. Diese Menschen werden dann sozusagen "objektiver" und sind in der Lage bessere Einsichten zu gewinnen und bessere Urteile zu fällen. Im Moment ist so ca. einer von 100.000 in dieser Stufe. Das ist einfach zu wenig. Vermutlich werden wir also nochmal eine historische Katastrophe erleben. Dieses mal die Vorzeige- Katastrophe der Stufe 5 und 6 Menschen. Vielleicht erleben wir sie ja gerade?


Starker Beitrag...kann man in so vielen Facetten der Gesellschaft und/oder des alltäglichen Lebens "bewundern".
Leider färbt dieses Verhalten meiner Meinung nach ab...ein Teufelskreis sozusagen, in denen der "kluge" eben nicht mehr nachgeben kann sondern mitschwimmen muss im Strom der "absoluten Rechthaber"
:|
Don't criticize what you can't understand


Iron
Grasdaggl
factotum hat geschrieben:Melde mich zur Stelle Iron, worum gehts?


Wenn die Zeit gekommen ist, wirst du die Zeichen erkennen und entsprechend handeln. Bis dahin so unauffällig wie möglich verhalten.

Tifferette
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Grasdaggl
factotum hat geschrieben:Melde mich zur Stelle Iron, worum gehts?


Bei welchem Begriff hat es Dich denn getriggert?

:mrgreen:
"They may be drinkers, Robin, but they are also human beings."

(Batman)

cron