https://sz.de/1.5110163Die letzten paar Absätze lesen sich vielversprechend. Hoffentlich verklagen sie ihm den Allerwertesten von allen Seiten...
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Eine beliebte These in Washington lautet, dass sich Trump auch deshalb an das Amt klammert, weil er fürchtet, dass ihm juristisches Ungemach droht, wenn er seine Immunität als Präsident verliert. Zum Beispiel könnten die Demokraten versucht sein, noch einmal auf den Bericht des Sonderermittlers Robert Mueller zurückzukommen, der untersucht hatte, ob es im Wahlkampf 2016 eine unzulässige Zusammenarbeit von Trumps Team mit Russland gegeben habe. Entscheidend wäre in diesem Punkt, ob sich Trump in seinem Vorgehen gegen diese Untersuchung der Justizbehinderung schuldig gemacht hat. So hatte er zum Beispiel dem ehemaligen FBI-Direktor James Comey nahegelegt, Ermittlungen gegen den früheren Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen. Müller hatte davon abgesehen, in diesem Punkt zu einer Anklage zu raten, allerdings explizit mit dem Verweis auf die präsidiale Immunität.
Justizbehinderung, sexuelle Gewalt, Steuervergehen: Trump könnten nach Amtsende Prozesse drohen
Ein weiterer Anklagepunkt könnte sich wegen Unregelmäßigkeiten in der Finanzierung der Wahlkampf-Kampagne von 2016 ergeben. Trumps ehemaliger Anwalt Michael Cohen hatte der Sexfilm-Darstellerin Stormy Daniels 130 000 Dollar gezahlt, damit diese über eine Affäre mit Trump schweigt. Diese geheime Zahlung könnte als unzulässiger Beitrag zur Kampagne gewertet werden.
Zudem dürften die Steuern des Präsidenten wieder ins Blickfeld geraten, wenn er aus dem Amt scheidet. Die New York Times enthüllte kürzlich, dass Trump zum Beispiel im Jahr 2016 auf Bundesebene lediglich 750 Dollar Einkommensteuer bezahlt hat. Womöglich wollen die Steuerfahnder das noch einmal überprüfen. In New York bemüht sich zudem der Bezirksstaatsanwalt Cyrus Vance seit Längeren darum, Einblick in Trumps Steuerunterlagen zu erhalten. Es ist allerdings nicht öffentlich bekannt, ob er einem konkreten Verdacht nachgeht.
Nicht zuletzt sind da die Anschuldigungen zweier Frauen. Die Kolumnistin E. Jean Carroll hat 2019 angegeben, dass Trump sie in den Neunzigerjahren vergewaltigt habe. Trump hat die Anschuldigung zurückgewiesen. Summer Zervos, eine frühere Teilnehmerin der Reality-TV-Show "The Apprentice", in der Trump die Hauptrolle spielte, gab 2016 an, Trump habe sie im Jahr 2007 in einem Hotelzimmer begrapscht und gegen ihren Willen geküsst. Sollte Trump, wonach es aussieht, am 20. Januar 2021 aus dem Amt scheiden, könnten beide Frauen diese Vorwürfe vor Gericht wiederholen.