Lenny hat geschrieben:Muffi, die Begeisterung hat in der Tat stark nachgelassen. Higgi hat von beschissenem Job gesprochen, so weit würde ich jetzt nicht gehen. Ich bin Lehrer mit Leib (Mist...) und Seele und für mich ist es nach wie vor ein Traumberuf. Aber die Beispiele, die du hier anbringst, sind noch die harmlosen Varianten des „Sicheinmischens“
Eine Kollegin aus Klasse 1 hat heute berichtet, dass ne Mama deswegen Theater gemacht hat, weil ihr Sohn auf die Gewitterwolke gekommen ist, weil er ununterbrochen gestört hat. Hat er nicht, sagt sie, und er wäre jetzt ganz niedergeschlagen, dabei hat das nicht mal irgendwelche Konsequenzen für das Kind. Morgen ist er wieder in der Sonne. Es werden Nachschreibetermine verweigert (mein Max-Ferdinand schreibt morgen definitiv nicht nach, er war schließlich 4 Tage krank) und lauter so Mist, und das in einem Tonfall, dass man fassungslos das Ganze geschehen lässt. Jede Aufgabe in ner Klassenarbeit wird von den verrückten Tanten sofort als zu schwer oder als unsinnig reklamiert, sobald die Thronfolger nicht die volle Punktzahl geschenkt bekommen usw. Da braucht man echt ne dicke Haut. Aber ich bin ja 1. durch mappes (danke an dieser Stelle) abgehärtet und 2. ist es doch so, dass es (noch) nicht die Mehrheit ist. Aber wir haben im Moment 4(!) Burnoutfälle im Kollegium und der Druck von den Reschkinnen nimmt gefühlt täglich zu.
Hehe, ich weiß, habe von SPON zwei sehr launische Bücher gelesen, kennst Du bestimmt, hier ist das erste:
https://www.spiegel.de/lebenundlernen/s ... 72276.htmlDas Schlimme ist, einen Teil der beschriebenen Geschichten hat man selbst erlebt, die Mutter vom Kumpel meines Großen ist auch eine Helikoptermama, Wahnsinn was Du da erlebst. Und Elternabende in Schule und Kindi sind eh ein Erlebnis, das nur von einer Wurzelbehandlung beim besoffenen Zahnarzt übertroffen wird.
Daher mein vollstes Mitgefühl, Ihr habt es bestimmt nicht einfach. Und ich kann mir auch vorstellen, wie auch in dem Buch beschrieben, dass nicht wenig Rektoren ein flexibles Rückgrat haben und relativ schnell einknicken, wenn Eltern mit dem Anwalt drohen, auch wenn die Lage noch so eindeutig pro Schule ist.
Am besten war aber die Geschichte, die zeigt dass man wie beim Autofahren wohl auch fürs Kinderkriegen einen Führerschein machen sollte:
https://www.spiegel.de/panorama/gesells ... 42175.htmlAm coolsten aus dem Buch fand ich die Mama, die von den Erzieherinnen im Kindi verlangt hat, sie sollen mit dem Föhn die Klobrille im Kindi vorwärmen, damit der arme Schatz auf einer von daheim gewohnten warmen Brille sitzt... da musst Du Dich nicht wundern, wenn Dir später ein Arschlochkind gegenübersteht, und das Traurige, es kann nicht mal was dafür, weil es schon von Anfang an verzogen wurde.
Alleine was Du täglich auf fremden Spielplätzen erlebst, es ist nicht auszuhalten dass Menschen wirklich so sein können, vor kurzem hätte ich fast einen Zwerg vom Klettergerüst gezogen, weil er meinen Kleinen beim Klettern wiederholt weggecheckt hat und seine Mama einfach dumm daneben stand und nichts gesagt hat... habe dann nach oben gebrüllt, dass wenn er jetzt nicht auf meinen Kleinen aufpasst, dann komme ich mal hoch und zeige ihm, was checken ist, ab dann war Ruhe. Die Mama hat mich blöd angeschaut, aber wieder nicht reagiert, vermutlich antiautoritär. Vom Erzeuger keine Spur, musste wahrscheinlich daheim die Jutebeutel mit Kartoffelstempel bedrucken damit sie im Waldorfkindergarten nicht verloren gehen.
Ja, Helikoptereltern die Angst vor allem haben, Eltern die denken dass ihr Kind alles darf und jegliche Einmischung mal gar nicht geht, Eltern den es dagegen scheißegal ist was ihre Kinder machen, solange man mit dem Smartphone rumsurfen kann, während das Kind heulend neben der Schaukel liegt, es wird nicht langweilig.