Das mit Tübingen klingt wirklich gut. Kann man natürlich nicht 1-1 aufs Land übertragen, aber andererseits werden in TÜ ja auch keine revolutionären Neuigkeiten umgesetzt, sondern zahlreiche Maßnahmen, die schon lange bekannt waren. Man hätte so manches davon also durchaus auch landesweit umsetzen können, wenn auch tw. nur mit entsprechenden Kompromissen.
Die für Anfang Dezember angekündigte Ausgabe vergünstigter FFP-2-Masken für Risikogrüppler verzögert sich übrigens weiterhin. Wobei schon "Anfang Dezember" viel zu spät war.
A propos "Risikogruppen" - da hakt das Tübinger Modell ein wenig. Die Heime besser zu schützen ist großartig und ich will das nicht aufrechnen. Aber die Risikogruppe ist durchaus etwas größer: Die Schätzungen schwanken m.W. zwischen 20 und 30 Mio. - das sind schon irre viel! Der "Gemeinsame Bundesausschuss" stellt bezüglich der Maskenvergabe fest:
Gemeinsamer Bundesausschuss hat geschrieben:Demnach sind etwa 27,35 Millionen Menschen potenziell anspruchsberechtigt. Dazu gehören 23,7 Millionen Personen ab 60 Jahren und jüngere Menschen mit bestimmten Risiken, wie zum Beispiel Diabetes mellitus Typ 2, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, einer Risikoschwangerschaft oder Übergewicht (BMI ab 30). Auch Krebspatienten unter Chemo- oder Radiotherapie sowie COPD- und Asthma-Patienten fallen unter die Risikogruppen.
Ich vermute mal, ein sehr großer, wenn nicht sogar
der Großteil der Risikogrüppler lebt gar nicht in den - vergleichsweise - einfach zu schützenden Heimen. Dennoch sind die Tübinger Maßnahmen mit den Schnelltests für die Heime bzw. deren Mitarbeiter und Besucher klasse. Aber eine 30jährige Asthmatikerin oder ein 40jähriger Dicker sind vermutlich nicht so happy, wenn das Virus sich ansonsten frei verbreiten darf.
Zur Eigenwahrnehmung und den Corona-Schutzvorkehrungen:
Stimmt, (fast) jeder einzelne denkt wohl, "Ich pass auf, ich hab's im Griff". Mich erinnert das ans Thema Werbung - da sagt doch auch jeder: "Ich durchschaue die Werbung, ich lasse mich nicht davon beeinflussen."