killroy hat geschrieben:bullshit ... und das weißt du auch ... daher muss ich dir nun fast schon einen kleinen feldzug gegen mich attestieren ... was willst du damit eigentlich erreichen?

du bist intelligent genug, um genau zu wissen, dass ich mit diesem mir vorhin zugelaufenen beispiel etwas darüber sagen möchte, wie wenig solidarisch unsere gesellschaft heute ist und das als replik auf u.a. deine aussage zu verstehen ist, dass die leute schon mittun würden, wären nur die politiker nicht solche erbärmlichen schwachköpfe.
das beispiel ist exemplarisch für unsere heutige zeit ... und es hat erst einmal gar nichts mit kindern zu tun
Feldzug gegen Dich? Iwo ... das wäre ja quasi wie gegen Schwester Teresa zu opponieren.
Deine Kritik bzgl. der Güte unserer Solidargemeinschaft teile ich ja sogar ein Stück weit, auch wenn sich bestimmt genauso viele positiv besetzte Beispiele finden lassen, wo die Sorge umeinander illustriert wird. Im Kleinen wie im Großen. Du kennst die näheren Umstände hinter dem taz Artikel nicht, meinst aber genau zu wissen, das hinter dem Tun per Definition "asoziale Beweggründe " stehen. Weil es halt in deine *verzeih* moralisch recht hoch trabende Weltsicht passt. Und es sind IMMER Kinder dabei.
Was ich damit sagen will?
Das ich es a) unseriös finde, dass du dieses Beispiel dafür her nehmen möchtest um eine "exemplarischen" Zustand unserer Gesellschaft zu zeichnen. Und b) dass du für meinen Geschmack hier regelmäßig etwas zu apodiktisch, um nicht zu sagen "lauterbach'esk", in der Ring steigst und den Zeigefinger kreisen lässt.
Natürlich könnte ein Jeder mehr tun. In jeder Situation, wo er außerhalb der eigenen vier Wände ist. Aber ich bin da frei von Illusionen. Eine Gesellschaft wird aus Menschen unterschiedlicher Intelligenz, Bildung, Abstraktionsfähigkeit gebildet ... und ja auch Fähigkeit zur Empathie. Zu verlangen, dass sich hier ein gleiches Bewusstseinslevel für eine Problemstellung findet ist schiere Utopie. Da kannst du noch so wüten. Es gibt maximal eine gemeinsame , rechtliche bottom line, die aber vom Gesetzgeber gesetzt und überwacht werden muss. Wenn diese angemessen begründet und mit einem für alle nachvollziehbaren Ziel verabschiedet wird, dann schafft das mehr Zustimmung und Vertrauen als ein unscharfes "back'n'forth", bei dem heute schon nicht mehr gilt was gestern als unumstößlicher Fakt verkauft wurde.
Um es einzuordnen.
So eine Pandemie schafft ein völlig neues Lagebild, dass die gesamte Bevölkerung unmittelbar betrifft. Darum dürfen die gewählten, handelnden Personen auch Fehler machen. Wenn man aber nicht fähig ist, nach Monaten daraus zu lernen, die drängenden Problemstellungen zu identifizieren, zu priorisieren und darauf fußend unbürokratisch und schnell Abhilfemodelle zu etablieren, dann ist das einfach handwerklich scheiße und konterkariert den eigentlichen Auftrag was Politik leisten soll. Aber hier wiederhole ich mich. Das Interesse an fundierter, zukunftsgerichteter Sachpolitik wich in der jüngeren Vergangenheit immer mehr der schnöden Parteipolitik. Pöstchenschieberei für stromlinienförmig mitschwimmende Rundkiesel anstatt die Ausrichtung in die Zukunft. TV-taugliche Moderationsqualität anstatt leidenschaftliche Einstehen für nachhaltige, durchdachte Strategien.
Am Ende dieser Kette steht der politikverdrossene Bürger, der keinen Glauben mehr in die Gestaltungskraft hat ... aber noch viel schlimmer, kein Vertrauen mehr in die Problembewältigungsfähigkeit. Er ergibt sich in die fortwährend medial dargebotenen Richtungsstreitigkeiten, föderalistische Sinnlospossen und kompetenzbefreites Geldverschleudern.
Aber um auf die Pandemie zurück zu kommen. Natürlich sollte man auch beim Bürger ein Mindestmaß an Bereitschaft dafür vermuten, vom eigenen Verhalten auf die Auswirkungen für die Gemeinschaft im Allgemeinen und die Alten und Vulnerablem im Speziellen schließen zu können. Aber diese Bereitschaft wird halt auch ein Stück weit dadurch getriggert, als dass die rahmengebende Institution (die Regierung) Maß und Ziel definiert. Und das ist mEn nicht gegeben, bzw. wenig stringent umgesetzt.