Zuletzt geändert von Bundes-Jogi am 12. April 2021 01:46, insgesamt 2-mal geändert.
„Selbst das wildeste Tier kennt doch des Mitleids Regung“ – „Ich kenne keins und bin deshalb kein Tier“ (Richard III).
Unter Westfalen hat geschrieben:Ich glaube nicht, dass die Einberufung zur Bundeswehr sein Karriereknick war, der er übrigens auf mehr als hartnäckiges Drängen seines Vaters nachgekommen war. Er hätte sich nur zu outen brauchen, denn Schwule wurden damals vom Wehrdienst zurückgestellt. Es war ein Tarnmanöver, dessen Aufdeckung ihm den eigentlichen Knick verpasst hat. Aus und vorbei war es mit BRAVO-Schnitt und Mimen des jungen Liebhabers.
Es spricht für seine schauspielerischen Qualitäten, dass er sich wieder nach oben gearbeitet hat.
77?
Eigentlich kein Alter zum Sterben.

Brutale Wahrheit
Immer wieder stellt Regisseurin Greenfield den absurden Erzählungen von Marcos die brutale Wahrheit gegenüber. So demaskiert sie die selbsterklärte Wohltäterin als die Person, die sie wirklich ist: Eine Frau, die sich auf Kosten des Volkes bereichert hat und nun in ihrem riesigen Vermögen schwelgend herumheult, was für ein Unrecht ihr doch angetan wurde. Wobei sie ihr offensichtliches Vermögen offiziell gar nicht mehr besitzt: Als spätere Regierungen sich zumindest einen Teil des Geldes zurückholen wollten, hingen statt der Picassos plötzlich nur noch Familienfotos an den Wänden, das Schlafzimmer war abgeschlossen. Aber natürlich lässt es das Ego von Marcos, die früher bei Shoppingtrips in europäische Metropolen auch schnell mal 100.000 Dollar auf einmal ausgab, nicht zu, sich gegenüber der Filmemacherin aus dem Westen nicht von ihrer besten Seite zu zeigen: Deshalb sitzt sie dann doch wieder inmitten von allerlei Prunk und an der Wand hängen wieder die Kunstwerke mit Millionenwert.

Liefers holt im „Tatort“ Rekordquoten
)haben, kann ich Starzplay empfehlen. Das gibts mittlerweile selbstständig als streaminganbieter für 4,95€ im Monat und das Programm ist mE sensationell.
Nach einer Diebestour in einer kalten Winternacht treffen Osamu Shibata (Lily Franky) und sein Sohn Shota (Jyo Kairi) auf das kleine, verwahrloste Mädchen Yuri (Sasaki Miyu). Kurzerhand tut Osamu das, was der Gelegenheitsarbeiter am besten kann - er “stibitzt” Yuri und nimmt sie für eine warme Mahlzeit mit nach Hause.
Die anfänglichen Bedenken seiner Frau Nobuyo (Ando Sakura) über das neue Familienmitglied sind schnell verflogen. Auch Großmutter Hatsue (Kiki Kilin) und Halbschwester Aki (Matsuoka Mayu), die hinter einem Einwegspiegel in einem Stripclub arbeitet, heißen Yuri in der Enge ihrer alten Behausung willkommen.
Umgeben von anonymen Wohnblöcken lebt die bunte Truppe mithilfe von kleinen Betrügereien, Ladendiebstählen und trotz widriger Umstände glücklich zusammen. Bis zu dem Tag, an dem ein unvorhergesehener Vorfall bisher gut geschützte Familiengeheimnisse enthüllt. Jetzt muss sich beweisen, ob diese Menschen mehr verbindet, als ihr Dasein als Kleingauner und Lebenskünstler…
Mit SHOPLIFTERS – Familienbande gelingt dem japanischen Regisseur Hirokazu Kore-eda nach NOBODY KNOWS – DIE KOFFERKINDER (2004), LIKE FATHER, LIKE SON (Jurypreis Cannes Filmfestspiele 2013) und UNSERE KLEINE SCHWESTER (2015) erneut das einfühlsame Porträt einer Familie am Rande der japanischen Gesellschaft.
Meisterhaft leicht und subtil erzählt Kore-eda in SHOPLIFTERS - Familienbande von der Doppelmoral einer widersprüchlichen Nation. Auf der einen Seite eine gefühlskalte, aber sich sozial korrekt verhaltende Gesellschaft.
Auf der anderen Seite die Wärme einer kleinkriminellen Familie in prekären Verhältnissen. Diesen Kontrast unterstreicht Kore-eda sowohl visuell, erstmals in Zusammenarbeit mit Kameramann Kondo Ryuto, als auch akustisch durch die Musik des Komponisten Hosono Haruomi, die dem brüchigen Glück der Familie Shibata eine fast fröhliche Leichtigkeit verleihen.
Statt mit dem düsteren Pathos sozialer Außenseiter zeichnet Kore-eda seine einprägsamen Charaktere in SHOPLIFTERS - Familienbande mit einfühlsamer Menschlichkeit voller Würde und Poesie. SHOPLIFTERS - Familienbande wurde bei den Filmfestspielen Cannes 2018 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet und ist außerdem die japanische Einreichung zum OSCAR® in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“.


Ben lebt mit seinen sechs Kindern und seiner Frau Leslie als Aussteiger in den Tiefen der US-amerikanischen Wälder. Hier hat sich die Familie ein autarkes Paradies erschaffen, dessen Alltag vom Rhythmus der Natur bestimmt wird.
An oberster Stelle steht die Bildung der Kinder ... - Humorvolle Ode (2016) an Andersartigkeit und Familienzusammenhalt. Regie: Matt Ross Der idealistische und hochgebildete Ben hat sich zusammen mit seiner Frau Leslie vor langer Zeit dazu entschieden, seine sechs Kinder fernab der kapitalistisch geprägten Zivilisation großzuziehen und ein autarkes Leben als Aussteiger in den nordwestlichen Wäldern der USA zu führen. Neben dem täglichen Training der körperlichen Fitness, bei dem Vater Ben seine Kinder zu Höchstleistungen antreibt, spielt auch die intellektuelle Bildung eine wichtige Rolle im Alltag von Bodevan, Kielyr, Vespyr, Rellian, Zaja und Nai.
Als sich Leslie, die sich aufgrund einer bipolaren Persönlichkeitsstörung schon einige Zeit im Krankenhaus befindet, das Leben nimmt, verlieren Ben und seine Kinder den Boden unter den Füßen. Für zusätzliche emotionale Anspannung sorgt Großvater Jack, der seinen Schwiegersohn nicht an der Beerdigung seiner Tochter teilnehmen lassen möchte. Nach langem Zögern lässt sich Ben von seinen Kindern dazu überreden, trotz des Verbots zur Trauerfeier nach New Mexico zu reisen. Schon auf dem Weg dorthin wird Ben immer wieder mit Kritik an seiner gut gemeinten, aber eben doch radikalen Erziehung konfrontiert. In Leslies Heimatstadt angekommen, eskaliert die Situation zwischen Jack und Ben, und der fürsorgliche Vater droht seine Kinder für immer zu verlieren …
Regisseur Matt Ross gelingt es in „Captain Fantastic“, die von Ben und seiner Frau vertretene Konsumkritik auf der einen Seite mit einer gut durchdachten Kritik am Aussteigerleben und dem Erziehungsmodell der Eltern auf der anderen Seite zu verbinden und so die gelebte Utopie aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten – positive und negative Aspekte gleichermaßen. Letztlich ist „Captain Fantastic“ aber vor allem eine humorvolle und emotionsgeladene Ode an Andersartigkeit und Familienzusammenhalt.

Monitor hat geschrieben:Das vielfach preisgekrönte Langfilmdebüt von Ester Amrami über Heimat und Entwurzelung in Zeiten der Globalisierung.