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flux
Frank N Furter hat geschrieben:
Nur kurz, weil das viele Menschen glauben: Das Paradies gab es tatsächlich. Habe ich schon öfter geschrieben. Vor der neolithischen Revolution "arbeiteten" die Menschen nur 2-3 Stunden am Tag und hatten jede Menge Zeit zur Muße und für Soziales. Die Frauen bekamen nur 2-3 Kinder, es existierte kaum ein Geschlechterdimorphismus und es gab keine Kriege.

Nach der neolithischen Revolution ging dann die ganze Scheisse los. Bei Konflikten konnten die Parteien nicht mehr einfach wegziehen, weil sie die lebensspendende Scholle Land verteidigen mussten. Die Frauen bekamen 6-12 Kinder, von denen die meisten starben. Der Arbeitstag dauerte 16 Stunden und länger und die Sterblichkeit stieg an, bzw. das durchschnittlich erreichte Lebensalter sank.

Der Mensch hat über 400.000 Jahre lang in einem Paradies gelebt, mit 15-25 Menschen zusammen, von denen er jeden einzelnen von Geburt bis zum Tode kannte. Niemand war austauschbar, jeder war enorm wichtig für die Gruppe. Nie in unserer Geschichte erfuhren Menschen mehr persönliche Bestätigung.

Heute genießen wir zwar enorme Freiheiten und eine gigantische Kultur, gleichzeitig gab es aber auch zu keiner Zeit mehr psychisch kranke Menschen, die mit der Massengesellschaft nicht klarkommen und vereinsamen, keine Bestätigung erhalten, sich als austauschbar empfinden und zugrunde gehen.

Im Grunde haben wir unsere psychische Gesundheit also gegen materiellen und kulturellen Reichtum getauscht - jedenfalls einige Menschen. Wie viel Wert dieser materielle und kulturelle Reichtum hat, wenn es einem psychisch trotzdem schlecht geht, ist für etliche Menschen heutzutage keine triviale Frage.

Aber wie gesagt, dieses Thema ist zwar superspannend, aber ein weites Feld. Ich wollte in Dir nur die Neugier wecken, darüber nochmal in Ruhe nachzudenken.


Das ist in der Tat hochinteressant und nachdenkenswert. Jetzt bleiben wir aber mal bei der politischen Debatte: Da wirst du nicht ernsthaft den Vorschlag unterbreiten wollen, die Menschheit sollte zu dem Zustand vor der "neolithischen Revolution" zurückkehren, oder? Ich bin mir nicht sicher, ob das mehrheitsfähig ist...

PS:: Soweit gehen ja noch nicht mal die GRÜNEN, obwohl....

Frank N Furter
@Flux

Es gibt ja nicht unendliche viele Lösungen. Und vor allem, muss darunter gar keine optimale Lösung sein. Es reicht doch schon, wenn eine der Lösungen ein besseres Gleichungsverhältnis aufweist, wie die anderen.

In Deinem Beispiel könnte es so sein, dass man vereinbart, dass die Container alle 3 Jahre jeweils eine Straße weiter ziehen.

Ich bin ja ein großer Verfechter der direkten Demokratie. Ich glaube also, dass es politische Probleme und Emtscheidungen gibt, für die es im Sinne von James Surowiecki, gar keine beste Lösung gibt, sondern immer nur ausverhandelte demokatische Lösungen. Und daneben gibt es politische Probleme und Entscheidungen, deren beste Lösung in einer technokratischen Expertenvermittlung liegt. Meine Idee der Demokratieformel kann letztlich nur bei der zweiten Sorte von Problemen Anwendung finden.

James Surowiecki hat ja sogar in seinen Forschungsarbeiten versucht herauszufinden, wo die Weisheit der Vielen zur besten Lösung taugt und wo Experten bessere Lösungen bringen. Ich denke, das wäre ein spannendes Forschungsfeld für Politikwissenschaftler.

Am Ende werden wir immer eine Mischung aus Demokratie und Technokratie haben, wenn wir wollen, dass unsere Lösungen einen hohen qualitativen Standard erreichen.

Im Gegensatz (vermutlich?) zu Dir gehe ich aber aktuell davon aus, dass wir nur von Partikularinteressen bestimmt werden. Wir sind bis heute keine Demokratie sondern so eine Art moderner Feudalstaat mit Sozialsystem. Mir ist das aber auf Dauer zu wenig. Da muss mehr gehen.

Southern Comfort
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Grasdaggl
Frank N Furter hat geschrieben:
Wundermann hat geschrieben:Die Rechnung hinkt etwas.


Pardon? Welche Rechnung?

Wundermann hat geschrieben:Die zusätzlichen Kosten werden IMMER an die Kunden weitergegeben. Es muss schon weit kommen bis die Anteilseigner keine oder weniger Ausschüttung erhalten. Im Endeffekt wird es für die Kunden (Mieter) eher teurer, da ALLE Zusatzkosten auf diese umgelegt werden, während die Steuererleichterungen mit unserem typischen Steuermix umgelegt werden würden, so ungerecht die Aufteilung auch immer sein mag. Dies trifft umso mehr zu je weniger Wettbewerb herrscht.


Hier geht es doch nicht um Kostenweitergabe. Hier geht es darum, dass wenn zwei Parteien eine Immobilie kaufen wollen, die eine durch einen billigen Trick keine Grunderwerbssteuer zahlen muss, während die andere (z.B. die normale Durchschnittsfamilie, die ein Reihenhäuschen erwirbt) das muss.

Das liegt daran, dass wenn man weniger als 90% einer Immobilie erwirbt, man keine Grunderwerbssteuer zahlen muss (Warum, was hat dieses Gesetz für einen Sinn?). Immobilienkonzerne kaufen deshalb in der Regel nie zu 100% eine Immobilie, sondern arbeiten zum Teil mit abenteuerlichen Tricks und Zwischenhändlern und Treuhändern. Wenn sie dann nach 10 Jahren die restlichen Prozent zu 100% erwerben, ist das legal. Besser gesagt: die Parteischwestern CDU und CSU habe diese Form des Steuerbetrugs legalisiert.

Da diese Immobilienkonzerne häufig noch ihren Sitz im Ausland haben, sind die entgangenen Einnahmen für Deutschland besonders ärgerlich. Auch deshalb, weil die Grunderwerbssteuer eine Ländersteuer ist und den Bundesländern so das Geld fehlt, aktivere Sozial- und Wohnungsbaupolitik zu machen. Was wiederum darin mündet, dass die Mieten kontinuierlich über der Inflationsrate steigen, was wiederum wirtschaftspolitisch schädlich ist, weil die Arbeitgeber wegen des immer höheren Mietanteils an den privaten Haushaltausgaben immer höhere Löhne zahlen müssen. Wie real das ist, sieht man besonders gut in einer Stadt wie München.


Schon mal darüber nachgedacht, dass so ein privates Reiheneckhäuschen so ganz ohne Zwischenhändler oder abenteuerliche Tricks verkauft werden kann, und der Gewinn daraus KOMPLETT einkommensteuerfrei ist? Also wo kommen wir da hin? Eine Immobiliengesellschaft muss jeden Cent des Gewinns aus so einem Deal versteuern. In den meisten Fällen kommt noch eine Gewerbesteuer o b e n d r a u f. Der fiese kleine private Immobilienspekulant muss nur selbst drin wohnen, oder zehn Jahre warten können. Da hört sich doch alles auf!

Schon mal drüber nachgedacht, dass das Gesetz noch ganz andere Ausnahmen von der Besteuerung kennt? Ist das auch legaler/legalisierter Steuerbetrug?

Schon mal drüber nachgedacht, dass die Länder viel lieber florierende Gemeinschaftssteuern, statt eigene Landessteuern haben? Das hängt jetzt mit dem ersten Absatz zusammen…

Schon mal darüber nachgedacht, dass es die Grunderwerbsteuer gibt, weil die andere große Verkehrssteuer in Deutschland Grundstücksveräußerungen ausnimmt? Das auch dort Steuerfreiheiten herrschen (z.Bsp. für Heilberufe), ist das auch legaler/legalisierter Steuerbetrug? Oder gibt es dafür Gründe?

Ein paar kleine Tipps… Eine Kapitalgesellschaft ist ein eigenes Steuersubjekt. Da fällt immer wieder das Wort „Abschirmwirkung“, weil es die hinter der KapG stehenden Gesellschafter oder Aktionäre vor einer direkten Gewinnbesteuerung schützt. Das kommt zeitversetzt, nämlich dann, wenn das Geld auch den Inhaber final erreicht.

Das hat auch Gründe in der Praktikabilität. Wer will schon jedem Aktionär im Streubesitz einen Steuerbescheid schicken? Und dieses Statut hat man bei der Grunderwerbsteuer eben nachgebildet. Es ist einfach sauunpraktisch, wenn Omma Pacholke Ihre Aktien abstößt, und daraufhin 0,0000003% des Immobilienwertes der Besteuerung unterworfen wird, und das ganze ziehen wir jetzt für 9.000 Ommas am Tag bei je drölfzig AG durch? Nein, besser nicht. Da geht zu viel Substrat verloren. Stichwort: Erhebungskosten.

Das ganze wird aber noch fieser wenn Du in Beteiligungskaskaden und mittelbarem Grundstücksbesitz denkst:

Der Beteiligte an einem Aktienfonds, der zur Aufbesserung seiner Rente was loriotmäßig solides wollte, also in Immobilien geht, besichert sein Darlehen mit der Abtretung eben jenes Depots bei einer Bank, die die Sicherheit leider irgendwann zieht. Aber zwischen Darlehenshingabe und Verwertung strukturiert der Fonds zwanzig Mal seine Zusammensetzung um, bissle Templeton raus, bissle Tesla rein. Gleichzeitig wird die besichernde Bank von einer anderen geschluckt. Die übernehmende Bank lagert das Privatkundengeschäft aber in eine Tochtergesellschaft aus. Wie oft würdest Du in dieser kleinen Story jetzt eine GrESt festsetzen wollen, wenn es nach Dir ginge?

Daher: Es ergibt durchaus Sinn, bei Anteilswechseln, das mit der Grunderwerbsteuer nicht pietistisch weiter zu verfolgen. Dass man bei 95/90% mal eine Grenze zieht, ist somit eine Ausnahme von der Regel (steuerfrei!) und nicht das hinkonstruierte Steuerschlupfloch. Im Endeffekt verdrehst Du es einfach.

Ferner: Wo hast Du das denn her, dass Ausländer auf inländische Grundstücke keine GrESt zahlen? Und falls Du da grade ne andere (Ertrags-)Steuer meinst, dann sei Dir gesagt, dass man mit ner Immobilie in D sehr schnell eine Betriebsstätte gründet. Das möchte man eigentlich nicht, gerade weil der Staat so fleißig daran arbeitet, Steuern im Land zu halten.
Und falls Du an das Halten von vermögensverwaltenden KapG-Beteiligungsketten denkst, und Panama und der ganze Scheiß… das hat man bei diesen Steuerbetrugsbeihilfeleistenden im Bundestag im Außensteuergesetz unter „Passivität“ einsortiert. Die Sachverhalte, wie man Geld offiziell steuerfrei auf die Caymans bekommt, sind da, aber man muss sich verdammt anstrengen, die richtigen Sachverhalte zu finden.

Und ganz zum Schluss etwas Ökonomie… Im Lebenszyklus einer Großimmobilie käme der 6,5%ige Preisaufschlag wie oft vor? Da kannst Du schonmal selber rechnen, wieviel das volkswirtschaftlich pro Jahr ausmachen soll. Die Wohnungsmisere hat Gründe, aber die GrESt taugt dafür nicht als Treiber.

Eins noch… wenn man sich darüber aufregen möchte, dann eigentlich eher darüber, dass bei diesem Gesetz keiner so genau weiß, wie die Beteiligungshöhe eigentlich zuverlässig bestimmt und die Einhaltung der Grenze kontrolliert werden soll.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.

Frank N Furter
flux hat geschrieben:
Das ist in der Tat hochinteressant und nachdenkenswert. Jetzt bleiben wir aber mal bei der politischen Debatte: Da wirst du nicht ernsthaft den Vorschlag unterbreiten wollen, die Menschheit sollte zu dem Zustand vor der "neolithischen Revolution" zurückkehren, oder? Ich bin mir nicht sicher, ob das mehrheitsfähig ist...

PS:: Soweit gehen ja noch nicht mal die GRÜNEN, obwohl....


Nein, es gibt keinen Weg zurück für uns. Wenn wir uns aber selbst als politische Wesen verstehen wollen, ist es wichtig, dass wir begreifen, wie wir eigentlich ticken. Erst seit gut 200 Jahren leben wir in Massengesellschaften (also bezogen auf die industrielle Revolution). Den allergrößten Teil unserer Menschheitsgeschicht sind wir evolutioniert und sozialisiert in einem ganz anderen System! Das hat enorme Bedeutung das zu verstehen. Unsere Bedürfnisse in der Gesellschaft zu verstehen. Zu verstehen, warum einzelne trotz allem Luxus so unglücklich sind.

Es wäre wünschenswert, wenn mehr Menschen verstehen würden, wo wir eigentlich "politisch" herkommen. Das wollte ich eigentlich mit meinem Beispiel sagen. Und wenn man das betrachtet, dann haben wir 99% unserer Menschheitsgeschichte in einem System zugebracht, in dem die "Macht" von Menschen ausging, die sehr viel Lebenserfahrung hatten. Und einer Gesellschaft, in der junge Menschen diese alten Menschen sehr verehrt haben. Indem Macht und Verantwortung unmittelbar und untrennbar miteinander in Personen zusammengingen (das ist heute ein Riesenproblem!). Usw....

Frank N Furter
Southern Comfort hat geschrieben:Schon mal darüber nachgedacht, dass so ein privates Reiheneckhäuschen so ganz ohne Zwischenhändler oder abenteuerliche Tricks verkauft werden kann, und der Gewinn daraus KOMPLETT einkommensteuerfrei ist?


Das stimmt ja leider nicht, SC. Ich musste selbst schon den Verkauf einer Immobilie zeitlich verschieben, weil ich sonst hätte Steuern zahlen müssen. Ich glaube es müssen auch hier diese 10 Jahren zwischen Kauf und Verkauf liegen, sonst wird das steuerpflichtig.


Southern Comfort hat geschrieben:Schon mal drüber nachgedacht, dass das Gesetz noch ganz andere Ausnahmen von der Besteuerung kennt? Ist das auch legaler/legalisierter Steuerbetrug?

Schon mal drüber nachgedacht, dass die Länder viel lieber florierende Gemeinschaftssteuern, statt eigene Landessteuern haben? Das hängt jetzt mit dem ersten Absatz zusammen…


Ja, habe ich, zumindest ansatzweise. Ich bin aber jedes mal wieder "zu der Erkenntnis gekommen", dass es für Deutschland viel besser wäre, wenn nicht so viel Immobilienbesitz im Eigentum von einigen großen Immobilienhändlern wäre. Ich hatte es ja auch schon dargestellt in Teilen. Ich denke jedenfalls, dass wir in Deutschland politisch wenig Gründe haben uns um die Belange großer Immobilienfonds zu sorgen. Wir sollten eher Eigenheimquoten wie in Italien, Spanien und selbst Griechenland anstreben. Das wäre aus vielerlei Hinsicht besser. Und die stetig sinkende Zahl von Sozialwohnungen für ärmere Menschen - kläglich vernachlässigt unter Merkel, und ein politisches Thema, das gerade der Markt nicht lösen wird - sollte wieder ansteigen. Wir hatten mal 4 Millionen unter Kohl. Jetzt sind, Stand meines letzten Wissens, noch 2,4 Millionen.


Southern Comfort hat geschrieben:Das hat auch Gründe in der Praktikabilität. Wer will schon jedem Aktionär im Streubesitz einen Steuerbescheid schicken? Und dieses Statut hat man bei der Grunderwerbsteuer eben nachgebildet. Es ist einfach sauunpraktisch, wenn Omma Pacholke Ihre Aktien abstößt, und daraufhin 0,0000003% des Immobilienwertes der Besteuerung unterworfen wird, und das ganze ziehen wir jetzt für 9.000 Ommas am Tag bei je drölfzig AG durch? Nein, besser nicht. Da geht zu viel Substrat verloren. Stichwort: Erhebungskosten.


Komm, SC, halte mich bitte nicht für so einfältig, dass ich glauben müsste, es würde hier nicht auch sehr praktikable Lösungen für AGs geben. Und selbst wenn man annähme, es gäbe sie nicht, müsste man die Grunderwerbssteuer dann im Zweifel lieber abschaffen und eine Besteuerung auf Grund und Boden finden, die moderner ist. Das mit dem Einheitsbewertungssatz zu 1961, war doch eh jahrelang ein schlechter Witz.


Southern Comfort hat geschrieben:Daher: Es ergibt durchaus Sinn, bei Anteilswechseln, das mit der Grunderwerbsteuer nicht pietistisch weiter zu verfolgen. Dass man bei 95/90% mal eine Grenze zieht, ist somit eine Ausnahme von der Regel (steuerfrei!) und nicht das hinkonstruierte Steuerschlupfloch. Im Endeffekt verdrehst Du es einfach.


Nee, SC, da kommen wir nicht zusammen. Ich habe über das Thema mehr gelesen, als die zwei verlinkten Artikel. Ich kann sagen, dass die Mehrheit der Kommentatoren, ähnlich wie die Dame aus der ZEIT, von einem Steuerschluplloch gesprochen haben und von Ungleichbehandlung, bzw. mangelnder Steuergerechtigkeit. Der Tenor war da schon medienübergreifend ziemlich klar. Jedenfalls klar genug, als dass man nun sagen könnte, ausgerechnet ich würde es mir hier zu einfach machen.


Southern Comfort hat geschrieben:Ferner: Wo hast Du das denn her, dass Ausländer auf inländische Grundstücke keine GrESt zahlen? Und falls Du da grade ne andere (Ertrags-)Steuer meinst, dann sei Dir gesagt, dass man mit ner Immobilie in D sehr schnell eine Betriebsstätte gründet. Das möchte man eigentlich nicht, gerade weil der Staat so fleißig daran arbeitet, Steuern im Land zu halten.


Damit war ich noch bis vor drei Tagen befasst, als ich eine Immobilie aus einem größeren Immobilienverband eines "Familienunternehmes" kaufen wollte (die besitzen über 4000 Wohnungen). Da hat mir dann die Immobilienmaklerin erklärt, dass die halt aus steuerlichen Gründen ihren Sitz in Luxemburg haben, einfach um Steuern zu sparen. Würden mittkerweile alle so machen. Ich solle mich daran nicht stören.....

Southern Comfort hat geschrieben:Und ganz zum Schluss etwas Ökonomie… Im Lebenszyklus einer Großimmobilie käme der 6,5%ige Preisaufschlag wie oft vor? Da kannst Du schonmal selber rechnen, wieviel das volkswirtschaftlich pro Jahr ausmachen soll. Die Wohnungsmisere hat Gründe, aber die GrESt taugt dafür nicht als Treiber.


Das kann man gerne so sehen, aber das würde dann auch für Privatpersonen gelten. Also bitte dann für alle abschaffen oder für alle durchsetzen. Eins von beidem.

Southern Comfort hat geschrieben:Eins noch… wenn man sich darüber aufregen möchte, dann eigentlich eher darüber, dass bei diesem Gesetz keiner so genau weiß, wie die Beteiligungshöhe eigentlich zuverlässig bestimmt und die Einhaltung der Grenze kontrolliert werden soll.


Klar. Mir wurde schon in Gesprächen angeboten Kellerräume über Dritte eigentumsrechtlich zu verkaufen, um die Grunderwerbssteuer zu sparen. Dieses Mittel wurde von der Politik - meine feste Überzeugung - absichtlich so konstruiert, damit sich ähnlich wie bei Cum-Cum und vielen anderen Dingen, eine bestimmte Klientel maßlos bereichern kann.

Darum ging es mir ja ursprünglich: Die Parteien haben sich zu Organisationsformen deformiert, wo man selbst in humanitären Krisen über die Tochter von F.J.Strauss mal kurz Kontakt mit dem BGM aufnimmt, um Masken zu verschwerbeln mit Provisionen von 1 Millionen € und mehr für die "Parteigenossen". Du brauchst bei diesen Parteien nur einen Stein umzudrehen, und die Scheisse kommt hoch. Wartburg Bank, die große Finanzierungsbank der SPD. Danke, Olaf Scholz. Das ist alles dermaßen korrupt geworden, dass es mich wirklich wundert, mit welchem Verve Du hier versucht ganz sachlich alleine die Grunderwerbssteuerreform in ein gutes Licht zu rücken. Es stinkt zum Himmel auf so breiter Front und Du willst mir/uns hier immer noch verkaufen, dass das steuerrechtlich gar nicht anders geht? Tut mir leid, das wird Dir zumindest bei mir nicht gelingen.

flux
Frank N Furter hat geschrieben:Es gibt ja nicht unendliche viele Lösungen. Und vor allem, muss darunter gar keine optimale Lösung sein. Es reicht doch schon, wenn eine der Lösungen ein besseres Gleichungsverhältnis aufweist, wie die anderen.

In Deinem Beispiel könnte es so sein, dass man vereinbart, dass die Container alle 3 Jahre jeweils eine Straße weiter ziehen.

Chapeau, das klingt nach einer guten Lösung. Um genau solche klugen Kompromisse wird innerhalb und zwischen den Parteien gerungen.

Frank N Furter hat geschrieben:Ich bin ja ein großer Verfechter der direkten Demokratie. Ich glaube also, dass es politische Probleme und Emtscheidungen gibt, für die es im Sinne von James Surowiecki, gar keine beste Lösung gibt, sondern immer nur ausverhandelte demokatische Lösungen. Und daneben gibt es politische Probleme und Entscheidungen, deren beste Lösung in einer technokratischen Expertenvermittlung liegt. Meine Idee der Demokratieformel kann letztlich nur bei der zweiten Sorte von Problemen Anwendung finden.

Ich kenne James Surowiecki nicht, ich bin halt ein bißchen ungebildet. Aber ich resümiere folgendes: Es gibt zuweilen nur demokratisch ausverhandelbare Lösungen. Meine These ist, das bei diesen Verhandlungen (die ich aus der Praxis kenne) Parteien eine wichtige und konstruktive Rolle spielen (der direktdemokratische Wille, sich mit solchen Fragen zu befassen ist quasi Null) - und ich dich deshalb bitte, dein pauschales Negativurteil über Parteien noch mal zu überdenken. Und dann gibt es Entscheidungen, die sollten "Fachleuten" vorbehalten sein, richtig? Meine Frage dazu: Wer legt fest, welches Problem zur ersten, und welches zur zweiten Kategorie gehört? Und zu welcher Kategorie gehört etwa die Frage zum Umgang mit Sars-Cov-2? Ein Thema zum Verhandeln oder eines für die Fachleute? Falls letzteres, welche?
Frank N Furter hat geschrieben:Im Gegensatz (vermutlich?) zu Dir gehe ich aber aktuell davon aus, dass wir nur von Partikularinteressen bestimmt werden. Wir sind bis heute keine Demokratie sondern so eine Art moderner Feudalstaat mit Sozialsystem. Mir ist das aber auf Dauer zu wenig. Da muss mehr gehen.

In einer pluralistischen Demokratie bestimmen natürlich Partikularinteressen. Wichtig ist, das alle Interessenvertreter die ihrigen in gleicher Weise in die Waagschaale werfen können. Gott bewahre uns vor einer Gesellschaftsordnung, in der übergeordnete Ideen die Entscheidungsfindung dominieren. Hatten wir mehrfach, ist nie gut ausgegangen...
Ich gebe dir aber insoweit Recht, das wir uns in einer bedenklichen Entwicklung zurück in ein Feudalsystem befinden. Das hängt zum einem an der Konzentration von immer größeren Vermögenswerten bei immer weniger Vermögenden - das ist verbunden mit einer Machtkonzentration, die im Übrigen ohne die politischen Parteien noch viel gravierender wäre. Zum anderen liegt das an der fortschreitenden Entkopplung der kulturellen und politischen Elite vom Rest der Gesellschaft. Und da auch wieder die Frage: Sind Parteien die Verursacher dieser Spaltung oder könnten sie nicht vielmehr ein Instrument sein, diesen Graben zu schliessen?

RedBlues
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Nur kurz, weil das viele Menschen glauben: Das Paradies gab es tatsächlich. Habe ich schon öfter geschrieben. Vor der neolithischen Revolution "arbeiteten" die Menschen nur 2-3 Stunden am Tag und hatten jede Menge Zeit zur Muße und für Soziales. Die Frauen bekamen nur 2-3 Kinder, es existierte kaum ein Geschlechterdimorphismus und es gab keine Kriege.


Nur so ne Frage, nachdem das vor ungefähr 10.000 bis 20.000 Jahren war, woher wissen wir dass das damals ein so einfaches Leben war?

killroy
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Granadaseggl
Die Satanisten wissen, wie man eine gute Gesellschaft baut und worauf diese gründe sollte:

The Satanic temple

We have publicly confronted hate groups, fought for the abolition of corporal punishment in public schools, applied for equal representation when religious installations are placed on public property, provided religious exemption and legal protection against laws that unscientifically restrict women's reproductive autonomy, exposed harmful pseudo-scientific practitioners in mental health care, organized clubs alongside other religious after-school clubs in schools besieged by proselytizing organizations, and engaged in other advocacy in accordance with our tenets.


There are Seven
FUNDAMENTAL TENETS

I One should strive to act with compassion and empathy toward all creatures in accordance with reason.
II The struggle for justice is an ongoing and necessary pursuit that should prevail over laws and institutions.
III One’s body is inviolable, subject to one’s own will alone.
IV The freedoms of others should be respected, including the freedom to offend. To willfully and unjustly encroach upon the freedoms of another is to forgo one's own.
V Beliefs should conform to one's best scientific understanding of the world. One should take care never to distort scientific facts to fit one's beliefs.
VI People are fallible. If one makes a mistake, one should do one's best to rectify it and resolve any harm that might have been caused.
VII Every tenet is a guiding principle designed to inspire nobility in action and thought. The spirit of compassion, wisdom, and justice should always prevail over the written or spoken word.
seit/seid

Herr der (Brust-)Ringe III - Die Rückkehr des Präsidenten

RedBlues
Halbdaggl
killroy hat geschrieben:Die Satanisten wissen, wie man eine gute Gesellschaft baut und worauf diese gründe sollte:

The Satanic temple

We have publicly confronted hate groups, fought for the abolition of corporal punishment in public schools, applied for equal representation when religious installations are placed on public property, provided religious exemption and legal protection against laws that unscientifically restrict women's reproductive autonomy, exposed harmful pseudo-scientific practitioners in mental health care, organized clubs alongside other religious after-school clubs in schools besieged by proselytizing organizations, and engaged in other advocacy in accordance with our tenets.


There are Seven
FUNDAMENTAL TENETS

I One should strive to act with compassion and empathy toward all creatures in accordance with reason.
II The struggle for justice is an ongoing and necessary pursuit that should prevail over laws and institutions.
III One’s body is inviolable, subject to one’s own will alone.
IV The freedoms of others should be respected, including the freedom to offend. To willfully and unjustly encroach upon the freedoms of another is to forgo one's own.
V Beliefs should conform to one's best scientific understanding of the world. One should take care never to distort scientific facts to fit one's beliefs.
VI People are fallible. If one makes a mistake, one should do one's best to rectify it and resolve any harm that might have been caused.
VII Every tenet is a guiding principle designed to inspire nobility in action and thought. The spirit of compassion, wisdom, and justice should always prevail over the written or spoken word.


Meinen zu wissen, so übermäßig viele Belege für erfolgreich umgesetzte satanistische Gesellschaften gibt es jetzt ja nicht.

Wobei die Grundprinzipien überzeugend sind, einzig der Mensch bleibt das Problem, so mit wissenschaftlichen Erkenntnissen tun sich erhebliche Teile der Gesellschaft ja schwer.

(Wer mir widersprechen will, möge zuerst die Querschwurbler bedenken)

Flache9
Die Wahrscheinlichkeit, dass einige User irgendwann mal einen Suizid begehen ist gestiegen. Anders kann ich mir diese Unzufriedenheit nicht erklären. Von politischen Satanismus bis Steinzeit - Diktatur und Kommunismus ist alles vorhanden.

RedBlues
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Frank N Furter hat geschrieben:
Southern Comfort hat geschrieben:Schon mal darüber nachgedacht, dass so ein privates Reiheneckhäuschen so ganz ohne Zwischenhändler oder abenteuerliche Tricks verkauft werden kann, und der Gewinn daraus KOMPLETT einkommensteuerfrei ist?


Das stimmt ja leider nicht, SC. Ich musste selbst schon den Verkauf einer Immobilie zeitlich verschieben, weil ich sonst hätte Steuern zahlen müssen. Ich glaube es müssen auch hier diese 10 Jahren zwischen Kauf und Verkauf liegen, sonst wird das steuerpflichtig.


genau, warum? Damit es keine Spekulation auf Kosten der staatlichen Einnahmen gibt. Ist das fair? Nun, kommt drauf an, wenn ich 15 Jahre in der Berliner Charité arbeite und nicht umziehen muss ja, wenn ich gezwungen bin umzuziehen innerhalb von 10 Jahren, eher nicht. Also alle zahlen lassen, kommt der Allgemeinheit zu Gute und reduziert den privaten Wohnungsbestand.

Southern Comfort hat geschrieben:Schon mal drüber nachgedacht, dass das Gesetz noch ganz andere Ausnahmen von der Besteuerung kennt? Ist das auch legaler/legalisierter Steuerbetrug?

Schon mal drüber nachgedacht, dass die Länder viel lieber florierende Gemeinschaftssteuern, statt eigene Landessteuern haben? Das hängt jetzt mit dem ersten Absatz zusammen…


Ja, habe ich, zumindest ansatzweise. Ich bin aber jedes mal wieder "zu der Erkenntnis gekommen", dass es für Deutschland viel besser wäre, wenn nicht so viel Immobilienbesitz im Eigentum von einigen großen Immobilienhändlern wäre. Ich hatte es ja auch schon dargestellt in Teilen. Ich denke jedenfalls, dass wir in Deutschland politisch wenig Gründe haben uns um die Belange großer Immobilienfonds zu sorgen. Wir sollten eher Eigenheimquoten wie in Italien, Spanien und selbst Griechenland anstreben. Das wäre aus vielerlei Hinsicht besser. Und die stetig sinkende Zahl von Sozialwohnungen für ärmere Menschen - kläglich vernachlässigt unter Merkel, und ein politisches Thema, das gerade der Markt nicht lösen wird - sollte wieder ansteigen. Wir hatten mal 4 Millionen unter Kohl. Jetzt sind, Stand meines letzten Wissens, noch 2,4 Millionen.

Völlig richtig, wir (der Staat) sollte es fördern Eigentum zu erwerben und zu halten. Er sollte nicht 6 Prozent Grunderwerbssteuer wie in Berlin erheben, so dass bei einer Wohnung für 500.000 Euro ihm schon 30.000 Euro an Steuern zu fließen und er somit ganz elegant davon profitiert, wenn die Preise für Immobilien steigen.

Und wenn er das schon macht (wir, also auch Berlin), dann könnte man die Einnahmen aus der Grunderwerbssteuer ja in den Bau von sozialem Wohnraum stecken. Merkel ist nicht Schuld daran, dass die Kommunen und Länder ihren Immobilienbesitz immer weiter zurückgefahren haben.

Southern Comfort hat geschrieben:Das hat auch Gründe in der Praktikabilität. Wer will schon jedem Aktionär im Streubesitz einen Steuerbescheid schicken? Und dieses Statut hat man bei der Grunderwerbsteuer eben nachgebildet. Es ist einfach sauunpraktisch, wenn Omma Pacholke Ihre Aktien abstößt, und daraufhin 0,0000003% des Immobilienwertes der Besteuerung unterworfen wird, und das ganze ziehen wir jetzt für 9.000 Ommas am Tag bei je drölfzig AG durch? Nein, besser nicht. Da geht zu viel Substrat verloren. Stichwort: Erhebungskosten.


Komm, SC, halte mich bitte nicht für so einfältig, dass ich glauben müsste, es würde hier nicht auch sehr praktikable Lösungen für AGs geben. Und selbst wenn man annähme, es gäbe sie nicht, müsste man die Grunderwerbssteuer dann im Zweifel lieber abschaffen und eine Besteuerung auf Grund und Boden finden, die moderner ist. Das mit dem Einheitsbewertungssatz zu 1961, war doch eh jahrelang ein schlechter Witz.


für mich ist das eine Phantomdiskussion die keinerlei Probleme löst. Eine Diskussion die ausschließlich auf Vonovia und Deutsche Wohnen zieht, ...

Southern Comfort hat geschrieben:Daher: Es ergibt durchaus Sinn, bei Anteilswechseln, das mit der Grunderwerbsteuer nicht pietistisch weiter zu verfolgen. Dass man bei 95/90% mal eine Grenze zieht, ist somit eine Ausnahme von der Regel (steuerfrei!) und nicht das hinkonstruierte Steuerschlupfloch. Im Endeffekt verdrehst Du es einfach.


Nee, SC, da kommen wir nicht zusammen. Ich habe über das Thema mehr gelesen, als die zwei verlinkten Artikel. Ich kann sagen, dass die Mehrheit der Kommentatoren, ähnlich wie die Dame aus der ZEIT, von einem Steuerschluplloch gesprochen haben und von Ungleichbehandlung, bzw. mangelnder Steuergerechtigkeit. Der Tenor war da schon medienübergreifend ziemlich klar. Jedenfalls klar genug, als dass man nun sagen könnte, ausgerechnet ich würde es mir hier zu einfach machen.

die Mehrheit der Kommentatoren muss auch nicht mehr Ahnung wie der Durchschnitt haben :mrgreen:


Southern Comfort hat geschrieben:Ferner: Wo hast Du das denn her, dass Ausländer auf inländische Grundstücke keine GrESt zahlen? Und falls Du da grade ne andere (Ertrags-)Steuer meinst, dann sei Dir gesagt, dass man mit ner Immobilie in D sehr schnell eine Betriebsstätte gründet. Das möchte man eigentlich nicht, gerade weil der Staat so fleißig daran arbeitet, Steuern im Land zu halten.


Damit war ich noch bis vor drei Tagen befasst, als ich eine Immobilie aus einem größeren Immobilienverband eines "Familienunternehmes" kaufen wollte (die besitzen über 4000 Wohnungen). Da hat mir dann die Immobilienmaklerin erklärt, dass die halt aus steuerlichen Gründen ihren Sitz in Luxemburg haben, einfach um Steuern zu sparen. Würden mittkerweile alle so machen. Ich solle mich daran nicht stören.....

Geht es da jetzt um Grunderwerbssteuer oder generell um Steuern, weil das ist kein großes Geheimnis, kann man auf jeder Rechnung von Amazon sehen, ...

Southern Comfort hat geschrieben:Und ganz zum Schluss etwas Ökonomie… Im Lebenszyklus einer Großimmobilie käme der 6,5%ige Preisaufschlag wie oft vor? Da kannst Du schonmal selber rechnen, wieviel das volkswirtschaftlich pro Jahr ausmachen soll. Die Wohnungsmisere hat Gründe, aber die GrESt taugt dafür nicht als Treiber.


Das kann man gerne so sehen, aber das würde dann auch für Privatpersonen gelten. Also bitte dann für alle abschaffen oder für alle durchsetzen. Eins von beidem.


naja, wenn es so einfach wäre ...

Southern Comfort hat geschrieben:Eins noch… wenn man sich darüber aufregen möchte, dann eigentlich eher darüber, dass bei diesem Gesetz keiner so genau weiß, wie die Beteiligungshöhe eigentlich zuverlässig bestimmt und die Einhaltung der Grenze kontrolliert werden soll.


Klar. Mir wurde schon in Gesprächen angeboten Kellerräume über Dritte eigentumsrechtlich zu verkaufen, um die Grunderwerbssteuer zu sparen. Dieses Mittel wurde von der Politik - meine feste Überzeugung - absichtlich so konstruiert, damit sich ähnlich wie bei Cum-Cum und vielen anderen Dingen, eine bestimmte Klientel maßlos bereichern kann.


also bei dir würde mich auch interessieren was du so machst, du scheinst zwischen Philosoph, Charité und Immobilienmagnat einiges abzudecken.

Darum ging es mir ja ursprünglich: Die Parteien haben sich zu Organisationsformen deformiert, wo man selbst in humanitären Krisen über die Tochter von F.J.Strauss mal kurz Kontakt mit dem BGM aufnimmt, um Masken zu verschwerbeln mit Provisionen von 1 Millionen € und mehr für die "Parteigenossen". Du brauchst bei diesen Parteien nur einen Stein umzudrehen, und die Scheisse kommt hoch. Wartburg Bank, die große Finanzierungsbank der SPD. Danke, Olaf Scholz. Das ist alles dermaßen korrupt geworden, dass es mich wirklich wundert, mit welchem Verve Du hier versucht ganz sachlich alleine die Grunderwerbssteuerreform in ein gutes Licht zu rücken. Es stinkt zum Himmel auf so breiter Front und Du willst mir/uns hier immer noch verkaufen, dass das steuerrechtlich gar nicht anders geht? Tut mir leid, das wird Dir zumindest bei mir nicht gelingen.
[/quote]
Du scheinst ein wenig frustriert zu sein mit dem aktuellen Wirtschafts- und Politiksystem.
Vielleicht solltest du nicht darauf hoffen, dass die Menschen wieder so werden wie vor der neolithischen Revolution. Du zeigst mit deiner Meinung über Parteien eigentlich genau auf, warum das ein Luftschloss gebaut auf Sand ist.
Es liegt imho nicht an Parteien, dass es Korruption in der Politik und überall sonst gibt, das liegt an Menschen. Als ich vor ein paar Jahren auf Wohnungssuche (zur Miete) war, konnte ich auch diese Eigenschaft des Menschen regelmäßig beobachten. Zum Beispiel wurde dem Makler oder Eigentümer mit den Unterlagen noch ein schöner Euroschein überreicht, als "Dankeschön" für die gute Beratung.

Politiker machen Fehler, jedes Gesetz hat am Ende Vor- und Nachteile, häufig stellen sich Nachteile auch erst heraus, wenn die Gesetze implementiert sind und sich findige, clevere Menschen daran machen, die Lücken zu finden. Ihnen zu unterstellen, dass alles was einem nicht passt ein perfider Plan ist, find ich sehr starker tobak.
Zuletzt geändert von RedBlues am 13. Juli 2021 11:46, insgesamt 1-mal geändert.

Southern Comfort
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@Frank

Ich habe alles gelesen, was Du mir geschrieben hast. Das Fazit ist relativ kurz: Du brauchst bessere Informationsquellen und mehr Überblick oder Struktur. Du bist wie eine Ameise auf einem Tischtennisball, die glaubt, sie hätte die Welt vollumfänglich erkundet.

Dazu schmeißt Du hier Dinge einfach durcheinander und schlussfolgerst danach viel zu extrem. Wenn das in Deinem Hirn bleibt, dann kann man da wenig machen. Muss man auch nicht. Aber hier schlichten Quatsch zu verbreiten und damit mal pauschal die Politiker zu verurteilen, ist nicht hinnehmbar.


  • Lies mal den § 23 Abs.1 Nr. 1. Satz 3 EStG. Wenn Du Deine selbst bewohnte Bude verkaufst, ist das von der Einkommensteuer befreit. Da kommt es nicht mal darauf an, wie lange Du das tust, solange es nur lückenlos geschieht. Die 10-Jahresfrist gilt für Immobilien, die Du nicht oder nur lückenhaft bewohnst. Und jetzt noch ein kleiner Fall, der Dich vielleicht verblüfft:
    • Kauf einer Wohnung am 01.01.2020, seitdem vermietet an fremde Dritte.
    • Kündigung der Mieter wegen Eigenbedarf, Einzug am 31.12.2020
    • Verkauf der Immobilie am 02.01.2022. Auszug am selben Tag
    Ja, der Gewinn aus diesem Verkauf ist auch einkommensteuerfrei…

    Was will ich damit? Dir hoffentlich klarmachen, dass es nicht reicht, mal was von „10 Jahren“ gehört zu haben.
    Frag besser jemand, der sich mit der Materie auskennt. Das könnte Dir irgendwann mal viel Geld sparen.
  • Eine Wohnsitzverlagerung spart mglw. Einkommensteuer, richtig. Es gibt aber eine ganze Menge Rückfallklauseln, weil der Staat wirklich sehr, sehr fleißig ist, seine steuerlichen Ertragspotentiale zu sichern. Aber das ist fürs engere Thema Grunderwerbsteuer gerade egal. Im Grundsatz zahlt ein Luxemburger beim Kauf eines deutschen Grundstücks auch Grunderwerbsteuer.
  • Es gibt einen Unterschied zwischen der Grundsteuer und der Grunderwerbsteuer. Eine von beiden ist eine klassische Vermögensteuer und knüpft wertmäßige an die Einheitsbewertung von 1961 an, die andere ist eine Verkehrssteuer schaut auf folgerichtig auf den Verkaufserlös oder eine Ersatzbemessungsgrundlage (gemeiner Wert). Über welche Steuer möchtest Du sprechen?
  • Richtig schräg finde ich (Ich!) das mit den einhelligen Medien. Wenn wir in den anderen Thread schauen, dann ist die Medienschelte ein gerne von Dir geschwungenes Schwert. Corona kann ich zu wenig einordnen, um eine Quellenverlässlichkeit zu beurteilen. Im Steuerrecht kann ich es. Und deswegen besuche ich teure Fachseminare und lese nicht die Zeitung für berufliche Zwecke. Da steht zu meinem Themengebiet oft, leider, wahnsinnig viel Schrott. Und vor allem ist der Fokus bisschen ein anderer. Steuerrechtler erzählen keine Story. Journalisten schon. Und da kommt dann auch sowas raus, wie der Forderung nach einem Verbot von Share Deals. Zur Einordnung: Das klingt ja total forsch und ziemlich konsequent, aber an guten Tagen macht die Jagdhütte den ersten Share Deal noch vor dem Frühstück. ;)
  • Da bin ich schon wieder in die Tiefe der Probleme abgestiegen der Grunderwerbsteuer und den Share Deals abgestiegen. Wenn Du die Problematik nicht begreifst, kann ich es mir sparen, Dir das nahezubringen. Die Forderung jedenfalls nach etwas ganz einfachem, das es ja sicher geben muss. Ist leider nur so realistisch wie diese Förderung: „Die sollen einfach mal eine Pille gegen Schienbeinbrüche erfinden.“

Generell: Wenn man von unseren zugegeben wirklich sehr komplexen Gesundheitsystem Steuerrecht keine Ahnung hat, sollte man sich mit Statements vielleicht dann doch lieber zurückhalt.
Bruno Labbadia ist wie ein Aschenbecher in einer Kneipe, die schon vor 20 Jahren hätte abgerissen werden sollen. Du weißt nicht, warum, aber er steht stetig in der Ecke, voller kalter Kippen und mit dem beharrlichen Geruch von verbrannter Vergangenheit.

RedBlues
Halbdaggl
@ southern comfort

vielen Dank für die Exkursion, man sieht hier ganz deutlich, dass die Thematik viel zu kompliziert ist um eine vernünftige Diskussion zu führen, wenn die Teilnehmer nur Laienwissen haben. Ich nehme mich da ausdrücklich nicht aus.



Frank N Furter
flux hat geschrieben:Aber ich resümiere folgendes: Es gibt zuweilen nur demokratisch ausverhandelbare Lösungen. Meine These ist, das bei diesen Verhandlungen (die ich aus der Praxis kenne) Parteien eine wichtige und konstruktive Rolle spielen (der direktdemokratische Wille, sich mit solchen Fragen zu befassen ist quasi Null) - und ich dich deshalb bitte, dein pauschales Negativurteil über Parteien noch mal zu überdenken.


Mein Negativurteil über den Sinn und Zweck von Parteien, ist ja nicht am gestrigen Montag entstanden. Ich "überdenke" das also schon seit mindestens 30 Jahren.
Dass Du in Deiner Praxis als Parteimitglied schon oftmals sehr konstruktiv für öffentliche Interessen gewirkt hast, glaube ich Dir unbesehen. An der Parteibasis, in Kommunen, in Stadtquartieren scheint das möglich. Trotzdem sehe ich die Organisationsform Partei, als die politische Plattform, in der widerstrebende gesellschaftliche Interessen ausverhandelt werden so sollten, als gescheitert an. Parteien sind Strukturen die finanziert werden müssen und welche angewiesen darauf sind, dass ihnen Menschen die ne Menge Geld übrig haben, Geld geben. Das ist eine Grundfehlkonstruktion, die dem Missbrauch seit jeher Tür und Tor öffnet. Und ich rede hier nicht nur von der direkten Parteifinanzierung, sondern seit hier mehr Transparenz gefordert wurde, ist die Parteienfinanzierung ja wieder in die dunklen Räume abgetaucht. Wenn z.B. Herr Steinbrück einen Vortrag bei Siemens hält, bekommt er für seine gesammelten Anekdoten ein Honorar von 50.000 €. Einige verdienen so Millionen-Honorare im Jahr! Andere bekommen nette Pöstchen zur Belohnung, postkarrieristisch, usw. Ich muss das eigentlich gar nicht weiter ausführen, oder? Du bist schlau genug um zu wissen, wie weit es bestimmte Vorteilsnehmer heutzutage treiben, bis dahin, dass sie ihre Gesetze selber schreiben wollen und können....

Im Grundsatz bleibe ich einstweilen bei meinem Vorwurf: Parteien eignen sich leider in ihrer Organisationsform bestens dazu, dass die Interessen z.B. der Pharmafirmen sehr wohl wahrgenommen werden. Die Interessen der Krankenpflegenden aber überhaupt nicht. Nicht mal Corona und eine klare öffentliche Meinung zum Wert der Krankenpflege konnten irgendetwas daran ändern, wie Krankenpflege bezahlt wird. Das muss man sich mal klar machen! Krankenpfleger haben einfach keine Lobby bei Parteien. Es sind arme Kirchenmäuse, denen das Geld fehlt um Politiker "zu überzeugen". Parteien sind bestens gestimmte Instrumente für die Gesellschaftskreise, die es sich leisten können in die Parteien auf jedwedem Weg finanziell hineinzuwirken. Da geht es am Ende nie um evidenzbasierte Politik, sondern nur um Macht. Und meist ist es die brutale Macht des Geldes zum Zwecke dessen trivialer weiterer Vermehrung. Banal und unzivilisiert.

Ich wünsche mir einfach mehr Demokratie. Also die echte, die direkte. Und wenn Du schreibst, dass die Bevölkerung nach Deiner Erfahrungen an vielen Themen "Null Interesse" hat, glaube ich Dir das auch. Nehme ich ja teilweise auch so wahr. Die gleiche Bevölkerung ist aber auch zunehmend Politik- und Parteiverdrossen. Der gleichen Bevölkerung wurde nie zugestanden, dass sie sich langsam und allmählich in echter Demokratie übt. Sie wurde immer nur bevormundet und ein eigenverantwortliches direktes Mandat wurde ihr immer als völlig abwegig versagt. Diese Bevölkerung wurde demokratisch, was echte Mitwirkung und Teilhabe betrifft, jahrzenhtelang systematisch frustriert und herangewürdigt. Angeblich sei die "Masse zu dumm" und dergleichen wurde propagiert. Wobei solche Epigonen die derart argumentierten, nie erklären konnten, warum man dann die angeblich so dumme Masse überhaupt wählen läßt und was dann überhaupt Demokratie sei, die ja angeblich so ein hohes Gut darstellte.

Wir stehen heute immer noch dort wo uns Kant ganz genau richtig verortet hat: am Ausgang des Menschen zu seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Angesichts der enormen weltweiten Probleme, die ohne ein willentliches, ergo verantwortliches und bewußtes Mitwirken und Mitziehen des Einzelnen gar nicht mehr zu lösen sind, wirds jetzt mal höchste Eisenbahn, dass wir zusammen den "Ausgang" finden. Aber die Parteien stehen wie die Wächter in Kafkas Pfortengleichnis an diesem Eingang und lassen uns nicht rein. Die Parteien müssen deshalb verschwinden, damit wir endlich mündige Demokraten werden können. Es geht gar nicht anders, meiner langjährig überdachten Erfahrungen nach.

flux hat geschrieben:Und dann gibt es Entscheidungen, die sollten "Fachleuten" vorbehalten sein, richtig? Meine Frage dazu: Wer legt fest, welches Problem zur ersten, und welches zur zweiten Kategorie gehört? Und zu welcher Kategorie gehört etwa die Frage zum Umgang mit Sars-Cov-2? Ein Thema zum Verhandeln oder eines für die Fachleute? Falls letzteres, welche?


Das wird ja gerade wissenschaftlich erforscht! Man schaut also ganz direkt, welche Art von Fragen besser von der "Weisheit der Vielen" beantwortet werden und welche Fragen besser von Experten. Also man schaut sich das Entscheidungsergebnis und dessen zahlenmäßige Bewertung an! Dazu gibt es auch schon einige sehr interessante Erkenntnisse. Es lohnt sich mal ausgeschlafen und unvoreingenommen mit diesem Thema zu befassen. Gerade wenn man wie Du parteipolitisch aktiv ist.

flux hat geschrieben:In einer pluralistischen Demokratie bestimmen natürlich Partikularinteressen. Wichtig ist, das alle Interessenvertreter die ihrigen in gleicher Weise in die Waagschaale werfen können.


Genau. Aber das ist ja gerade der Casus Knaxus. Genau das funktioniert nämlich nicht. Die Interessen von Kindern werden zum Beispiel in unserer Gesellschaft so gut wie gar nicht umgesetzt. Sie dürfen noch nicht wählen und haben kein Geld. Die Machtlosen und Benachteiligten haben in einer durch Parteien organsierten Struktur einfach kaum Gehör.

Schau mal nach China, beispielsweise. 1,4 Milliarden Menschen, 90 Millionen in der großen kommunistischen Partei. Aufnahmestopp. Die Elite und Beutegemeinschaft will unter sich bleiben. Nur noch die Kinder von Parteimitgliedern habe eine Chance. Pöstchenschacherei soweit das Auge reicht. China ist heute ein vollendetes Feudalsystem allererster Kajüte - allerdings mit einem Kommunistischen Aufkleber. Dabei halten sich die Chinesen selbst für die Krone der Schöpfung. Ich habe in meinem Leben nirgendwo größeren Rassisismus bemerkt, als in China.
Dort erkennen wir den Fake sofort, hierzulande wollen wir selbst glauben, dass unsere politische Kultur weiterhin "überlegen" ist.

Doch Parteien funktionieren überall auf dieselbe Weise, so dass selbst Kultur- und Mentalitätsunterschiede keine Rolle spielen.


flux hat geschrieben:Ich gebe dir aber insoweit Recht, das wir uns in einer bedenklichen Entwicklung zurück in ein Feudalsystem befinden. Das hängt zum einem an der Konzentration von immer größeren Vermögenswerten bei immer weniger Vermögenden - das ist verbunden mit einer Machtkonzentration, die im Übrigen ohne die politischen Parteien noch viel gravierender wäre.


Ja? Auf welche Mechanismen spielst Du hier an? Ich würde zwar auch sicherlich nicht behaupten, dass die ungleiche Verteilung von Wohlstand nur durch Parteien verursacht ist (ganz sicher nicht!). Aber ich kann kaum erkennen, dass die Parteien etwas dagegen tun. Wenn man das ernsthaft glaubt, müsste man erklären, weshalb es dann den Parteien nicht gelingt, die immer schärfere Aufspreitung der Schere zu verhindern. Da gibts ja dann fast nur zwei Antworten:
1. Die Parteien wollen das tatsächlich gar nicht oder
2. Sie sind machtlos dagegen, beanspruchen aber blöder Weise die Macht?


RedBlues
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"die Weisheit der Vielen" ist totaler Bullshit, wenn du 1 Million Leute zu einer Thematik befragst von der sie keine Ahnung haben, kommt da Schrott raus. Das wird auch nicht besser wenn man 10 Millionen befragt.

Ich bin dafür das Entscheidungen von Menschen mit Sachkompetenz gefällt werden, etwas an dem wir in der Politik und in den Parteien sicherlich arbeiten können, aber deshalb das Kind mit der Wanne auskippen und auf direkte Demokratie zu setzen? Bitte nicht. Es gibt andere Möglichkeiten das Land an die Wand zu fahren, bitte nicht mit Wisdom of Crowd

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Frank N Furter hat geschrieben:Die Voraussetzung für irgendetwas, was sich auch nur entfernt "Lösung" nennen könnte, wäre die Einsicht, dass Parteien der natürliche Feind der Demokratie sind. Parteien sind Orte, wo sich Leute treffen, um Beutegemeinschaften zu bilden. Parteien unterwandern und zerstören den Rechtsstaat.

Wer das für zu "negativ" gedacht hält, soll sich mal bitte in aller Ruhe durchlesen, was die Oberstaatsanwältin in Deutschland, die diesen Cum-Cum-Sumpf bekämpfen soll, zu den mafiösen Strukturen sagt, die Politik, Banken, Reiche und Parteien gemeinsam bilden, um den Staat auszurauben.

Es ist völlig zwangsläufig, dass in einem Parteiensystem die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden. Die Parteien sind der Grund für dieses Phänomen! Ansonsten könnten Krankenschwestern 10.000 € im Monat verdienen, weil sie etwas "Gutes" und Notwendiges in einer Gesellschaft machen, während Steuerberater, Wirtschaftsjuristen oder Börsenzocker gar nichts verdienen würden, weil sie nur Schaden anrichten. Rein "ökonomisch" müssten nach den Gesetzen des Marktes, Krankenschwestern sogar mit am meisten verdienen, weil nach ihrer Arbeitskraft heute so eine enorme Nachfrage herrscht.

In unserer Gesellschaft verdienen aber merkwürdiger Weise alle Leute die etwas leisten für die Gesellschaft fast immer nur ein Armenbrot. Während sich die Nichtsnutze die Taschen vollstopfen. Was natürlich nur geht, wenn die Parteien die (gesetzlichen) Grundlagen für dieses parasitäre Schmarotzertum schaffen. Schau Dir mal die sogenannte "Grunderwerbssteuer (-reform)" an, da könnte man im Strahl kotzen, wie hier eine kleine, reiche Lobbygruppe die Kohle zugeschanzt wird, die andere Menschen hart erarbeiten.

Die Parteien haben in diesem und in anderen Staaten das Leistungsprinzip schlichtweg auf den Kopf gestellt, damit die wenigen Mächtigen schnell und ohne eigenen Aufwand an den Verdienst der Arbeit anderer Leute herankommen. Unsere Gesellschaft ist schon längst keine Solidargemeinschaft mehr (was sie aber im Kern immer sein müsste!!!), sondern eine Beutegemeinschaft rücksichtsloser Krimineller. "Legitimiert" von der Exekutivmacht der Parteien.


Bravo :nod: :prost:
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RedBlues
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Ja? Auf welche Mechanismen spielst Du hier an? Ich würde zwar auch sicherlich nicht behaupten, dass die ungleiche Verteilung von Wohlstand nur durch Parteien verursacht ist (ganz sicher nicht!). Aber ich kann kaum erkennen, dass die Parteien etwas dagegen tun. Wenn man das ernsthaft glaubt, müsste man erklären, weshalb es dann den Parteien nicht gelingt, die immer schärfere Aufspreitung der Schere zu verhindern. Da gibts ja dann fast nur zwei Antworten:
1. Die Parteien wollen das tatsächlich gar nicht oder
2. Sie sind machtlos dagegen, beanspruchen aber blöder Weise die Macht?


schon mal auf die Idee gekommen, dass die Parteien und die Politik im allgemeinen auch externe Faktoren in betracht ziehen müssen die sie zum Teil nicht wirklich beeinflussen können, ohne dass sie an anderer Stelle größere Probleme verursachen die dann wieder bekämpft werden müssen?

Wir leben nicht hinter einer Mauer über die nix drüber kommt. Wir leben in einer globalisierten Welt in der jede Aktion eine Reaktion verursacht, es Abhängigkeiten und Kausalitäten gibt.


Frank N Furter
RedBlues hat geschrieben:Und wenn er das schon macht (wir, also auch Berlin), dann könnte man die Einnahmen aus der Grunderwerbssteuer ja in den Bau von sozialem Wohnraum stecken. Merkel ist nicht Schuld daran, dass die Kommunen und Länder ihren Immobilienbesitz immer weiter zurückgefahren haben.


Das kann man so nicht darstellen. Die Kommunen sind in unserer horizontalen Gewaltenteilung diejenigen Einheiten, die hochverschuldet sind und gar keine überschüssigen Mittel haben, um sozialen Wohnungsbau gestalten zu können. Gerade für die Kommunen in benachteiligten Gegenden trifft das leider ja besonders zu. Das muss schon der Bund machen.

RedBlues hat geschrieben:also bei dir würde mich auch interessieren was du so machst, du scheinst zwischen Philosoph, Charité und Immobilienmagnat einiges abzudecken.


Ja, das ist immer so. Wenn man etwas über sich "verrät" wird einem das später in konstruierter Konstellation meist "entgegengehalten". Nur zur Klarstellung: ich bin kein Immobilienmagnat. Ich habe in meinem Leben einige Erfindungen als Wissenschaftler, bzw. Patente gemacht/angemeldet - nichts Weltbewegendes, übrigens. Ich habe daraus drei Firmen (mit-)gegründet und die Anteile an diesen Firmen später verkauft. Dadurch bin ich tatsächlich mit äußerst geringem Aufwand doch recht wohlhabend geworden. Aber ich hatte Dir auch schon geschrieben, dass ich diesen Wohlstand gar nicht nutze. Für mich alleine, würde ich das ausrechnen wollen, benötigte ich samt aller Kosten und Umlagen weniger als 1000 € im Monat. Ich habe so gut wie gar keine materiellen Interessen mehr. Ich habe auch deshalb bis heute den allergrößten Teil meines Wohlstandes wieder gespendet. Und wenn ich heute noch hohe Patent-Lizenzeinnahmen erhalte, muss ich die natürlich vor der Spende irgendwie in diesen Nullzinszeiten anlegen. Obwohl ich es hasse wie die Pest mich mit solchen Anlagedingen zu beschäftigen. Vor allem, weil man da regelmäßig auf die widerlichsten Arschlöcher in unserer Gesellschaft trifft, hasse ich das so. Gott sei Dank kümmert sich um das Meiste eh meine Frau. Die kotzt das zwar mindestens genauso an, ist aber in diesen Dingen einfach pflichbewußter als ich.


RedBlues hat geschrieben:Du scheinst ein wenig frustriert zu sein mit dem aktuellen Wirtschafts- und Politiksystem.
Vielleicht solltest du nicht darauf hoffen, dass die Menschen wieder so werden wie vor der neolithischen Revolution.


Nein, das ist Unsinn. Damit das zumindest von einem gutwilligen Leser richtig verstanden werden kann: Wir können nicht mehr zurück, niemals. Wenn ich also auf unseren Ursprung als politische Wesen zurück verweise, dann immer nur deshalb, um aufzuzeigen, wer wir sind und wir wir funktionieren. Menschen wurden auch durch die Evolution geprägt und wir funktionieren heute noch so, wie wir zu 99% unserer Existent evolutioniert und optimiert wurden. Das gilt für physische Merkmale exakt genauso wie für Soziale. Man muss das aus meiner Sicht berücksichtigen, um eben gerade keine Luftschlösser in politischen Visionen zu bauen. Und nur deswegen schreibe ich immer wieder darüber.


RedBlues hat geschrieben:Es liegt imho nicht an Parteien, dass es Korruption in der Politik und überall sonst gibt, das liegt an Menschen.


Natürlich, wer wollte das bezweifeln? Die Frage ist also nur die: In welche Strukturen lassen sich Korruption, Vetternwirtschaft, Machtmissbrauch oder Partikularinteressen besser beherrschen. Ich denke: nicht in Parteien. Die regen qua Struktur sogar eher zur Korruption und zum Machmissbrauch an.

RedBlues hat geschrieben:Politiker machen Fehler, jedes Gesetz hat am Ende Vor- und Nachteile, häufig stellen sich Nachteile auch erst heraus, wenn die Gesetze implementiert sind und sich findige, clevere Menschen daran machen, die Lücken zu finden. Ihnen zu unterstellen, dass alles was einem nicht passt ein perfider Plan ist, find ich sehr starker tobak.


:D Naja, so weit wäre ich auch nicht gegangen. Ich halte z.B. so korrupte Knallchargen wie einen Herren von und zu Guttenberg, einfach nur für eine extrem widerliche Drecksau. Aber das er fähig wäre Pläne zu schmieden, gar perfide, das ginge mir auch zu weit....
Das Problem mit diesen ganzen korrupten Schweinen ist ja, dass sie einfach zu dumm und ungebildet sind, um zu verstehen, dass der Sinn ihrer Existenz nicht in ihren peinlichen hedonistischen Scheitern liegen kann....
Zuletzt geändert von Frank N Furter am 13. Juli 2021 16:05, insgesamt 1-mal geändert.

de mappes
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Tamasi hat geschrieben:Parteien quasi als Ursache allen Übels? Soweit würde ich nicht gehen. Und auch sonst: Auch Ärztinnen und Lehrer leisten einen Dienst für die Gesellschaft und das sind nur die, die mir auf die Schnelle einfallen, die kein Armenbrot verdienen. Ja, es ist vieles im Argen. Aber ALLES ist noch nicht kaputt.

Ich habe auch gar keine Lust auf diese Sicht. Das würde mich ja noch mehr frustrieren. Mein Leben braucht Hoffnung, für die Weltrevolution fehlt mir die Kraft*.


*Verschoben aufs nächste Leben.


Ärzte und natürlich auch Lehrer (aufgrund der Vorzüge des beamtentums) verdienen gewiss nicht schlecht (natürlich muss man auch differenzieren in diesen Zweigen)
Glaube aber die sind bei den paar Prozent sehr reichen menschen, die fränki meinte, nicht inkludiert, tamasi
Don't criticize what you can't understand

Frank N Furter
@SC
Southern Comfort hat geschrieben:Ich habe alles gelesen, was Du mir geschrieben hast. Das Fazit ist relativ kurz: Du brauchst bessere Informationsquellen und mehr Überblick oder Struktur. Du bist wie eine Ameise auf einem Tischtennisball, die glaubt, sie hätte die Welt vollumfänglich erkundet.


Okay, SC, dann darf ich auch mal, ja? Ich habe auch Deine Elaborate gelesen. Auch ich könnte es kurz machen, wenn ich Dich abkanzeln wollte: Du bist wie ein kleiner Steuerberater-Nerd, der glaubt, jeder größere Zusammenhang könnte aus der Warte der detailierten Stellungnahme zum Einkommensteuergesetz abschließend beantwortet werden. Und der darüber hinaus hofft, dass seine vorgetragenen und sehr strukturierten Kenntnisse über das Steuerrecht darüber hinweg sehen lassen, dass er sich aus dem ursprünglichen Themenkomplex nur wieder ein Detail rausgefischt hat, es maßlos aufgeblasen hat, ohne auch nur den Versuch zu unternehmen dem eigentlichen Thema halbwegs gerecht zu werden.

Und wenn ich von dem "eigentlichen Thema rede" dann natürlich nicht so, dass ich das hier festlegen wollte oder auch nur könnte, sondern so, dass wenn Du mir gerade ganz explizit auf meine angeblich komplett gelesenen Beiträge antworten willst, es schon irgendwie anständig wäre, wenn Du wenigstens mal ein Wort dazu sagen würdest, wie Du die Wirkung von Parteien in unserer politischen Landschaft siehst. Das wäre irgendwie mehr als anständig.

Fühlst Du Dich jetzt gerecht beurteilt?

@SC
Southern Comfort hat geschrieben:[*]Lies mal den § 23 Abs.1 Nr. 1. Satz 3 EStG. Wenn Du Deine selbst bewohnte Bude verkaufst, ist das von der Einkommensteuer befreit. Da kommt es nicht mal darauf an, wie lange Du das tust, solange es nur lückenlos geschieht. Die 10-Jahresfrist gilt für Immobilien, die Du nicht oder nur lückenhaft bewohnst. Und jetzt noch ein kleiner Fall, der Dich vielleicht verblüfft:
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Gütiger Himmel, das musste ich mir alles schon zigmal erklären lassen.

Generell: Natürlich kann man jede Sache weiter im Detail betrachten. Man muss es sogar hin und wieder, um einer spezifischen Sache gerecht zu werden. Verallgemeinernd kann man sagen, dass jede Fragestellung eine spezifisch (tiefe) Antwortebene hat, auf der man ihr begegnen muss, um weder zu generalisierend zu urteilen, noch sich in Details zu verlieren. Nicht jedes Problem endet damit, dass man es auch noch quantenphysikalisch durchdacht haben muss! Das ist etwas, was ich vielen Nachwuchswissenschaftlern immer wieder erklären muss, weil doch sehr viele eine Neigung haben, sich in den Details vollkommen zu verheddern und dann komplett den Überblick über die eigentliche Sachproblematik zu verlieren.

Bei der Frage, ob Parteien wirklich die beste Organisationsform darstellen, um die politische Willens- und schließlich auch Entscheidungsbildung herzustellen, brauche ich erstmal nicht zwingend das Steuerrecht, sorry. Wenn ich ein (sehr kurz gehaltenes!) Beispiel bringe über die aktuelle Debatte in den Medien, wie die letzte Grunderwerbssteuerreform nun wieder nicht verhindert, dass ein großer Immobilienkonzern die Steuer umgehen kann, dann ist es aber selbstverständlich erlaubt dies näher zu betrachten. Ohne jede Art von Häme: Ich bin Dir dankbar, dass Du das erstmal halbwegs wertfrei getan hast. Also wertfrei, auch im Sinne von: auf Abwertung Anderer verzichtend. Leider hast Du das nicht allzulange durchgehalten.

Ich möchte nicht in der Tiefe darüber reden, ob nun die Kommentatoren in den Medien eher recht haben oder andere Kommentatoren oder Du, was die steuerfachliche Beurteilung betrifft. Einfach deshalb, weil dadurch das Thema regelrecht mit whataboutism gekapert wird. Für die Beurteiling, ob Parteien gute Strukturen darstellen, um die politische Macht auszuüben, die jede Gesellschaft benötigt, ist nicht der aktuelle Fall Vovonia entscheidend. Ich könnte mich hier sogar komplett geirrt haben und meine sonstige Kritik bliebe noch exakt dieselbe. Verstehst Du das? Akzeptierst Du das?

Meine Kritik an den Parteien, könnte ich im Detail noch nicht mal zu Ende führen, wenn Du bereit wärst jetzt 100 Seiten und mehr zu lesen. Ich weiß, das wir hier limitiert sind und limitiere mich auch schweren Herzens selbst stark. Über Immobilien und Steuern, weiß ich noch deutlich mehr, als ich bisher hier geschrieben habe - das kannst Du Dir vielleicht auch denken oder mir wenigstens wohlwollend unterstellen. Natürlich muss ich aber verkürzen, um bei meinen Aussagen bleiben zu können!

Wenn ich über hochkorrupte Parteien rede, dann rede ich z.B. aus meinen Erfahrungen mit der Berliner CDU beim Bau des Flughafens. Es ist unfassbar, was da mittlerweile herausgekommen ist und selbst bei Wikipedia nachzulesen ist. Diese Arschlöcher haben gegen den Rat aller Experten und gegen die Meinung der Bevölkerung Schöneberg nur deshalb als Standort genommen, weil sich da einige CDU-Politiker im Vorfeld der Entscheidung Grundstücke gesichert haben, die man dann zum Zwecke des Baus mit staatlicher Kohle teurer aufkaufen musste. Nur deshalb durfte der Flughafen nicht in Sperenberg entstehen, wo er längst fertig, weniger teuer und sicherer geworden wäre. Korrupte Parteienscheisse mit irren Folgen.

Das ist 1 von Tausenden Beispielen, welche ich nicht alle anführen und im Detail hier beleuchten kann. Das muss doch klar sein, mensch?

Wenn ich glauben soll, dass es Dir wirklich darum geht mir eine Replik auf meine angeblich viel zu unfaire Beurteilung der Parteien in unserer Gesellschaft zu geben, dann würdest Du es mir leichter machen, wenn Du Dich auch dazu mal äußerst. Also nicht nur sophistisch einen Punkt rausgreifst, als würdest Du hier im Sinne eines Anwalts vor Gericht Dich damit begnügen können und wollen, die Glaubwürdigkeit eines Zeugen geschickt in toto zu erschüttern, sondern ehrlich und offen in einer Diskussion Deine Meinung zu Thema äußern.

Ist das zu viel verlangt? Oder interessiert Dich das abseits des Steuerthemas gar nicht?

@SC
Southern Comfort hat geschrieben:[*]Richtig schräg finde ich (Ich!) das mit den einhelligen Medien. Wenn wir in den anderen Thread schauen, dann ist die Medienschelte ein gerne von Dir geschwungenes Schwert.


Ja, das kann man gerne so sehen. Ich habe einiges an der Funktionsweise unserer Medien zu kritisieren. Und nun? Unterstellst Du mir eine Generalkritik? Unterstellst Du mir, ich wollte sie in Gänze und über alle Themen und Autoren hinweg als unglaubwürdig darstellen? Du betreibst hier reine juristische Sophisterei. Ich kann bestimmte Darstellungen in den Medien kritisieren und einige auch loben (mache und verlinke ich hier lobend übrigens auch häufiger!). Und ich kann auch einfach mal inhaltlich gar nicht werten und lediglich feststellen, dass es in den Medien einen deutlich vernehmbaren Tenor gibt. Du kannst ja dann diesen Tenor qua Deiner Expertise auch sehr gerne hinterfragen. Das ist hilfreich. Aber was Du sicherlich nicht musst, ist mir zu unterstellen, dass ich lediglich auf einen Tenor verweise. Denn genau das habe ich getan. Ich habe nicht geschrieben, dass da die größten Steuerexperten Deutschlands ein unzweifelhaftes Urteil abgegeben hätten.

Frank N Furter
RedBlues hat geschrieben:"die Weisheit der Vielen" ist totaler Bullshit


Du hast Dich offensichtlich noch nie mit diesem Thema beschäftigt. Das ist ein Thema, das man naturwissenschaftlich untersucht und völlig unzweifelhaft belegen konnte. Gerade bei vielen Schätzfragen ist es so, dass der Mittelwert von 1000 Schätzungen näher am tatsächlichen Wert liegt, als alle Einzelwerte! Das ist statistisch betrachtet eine enorm erstaunliche Beobachtung.

Das als "totalen Bullshit" zu bezeichnen.... naja....