@SC
Southern Comfort hat geschrieben:Ich habe alles gelesen, was Du mir geschrieben hast. Das Fazit ist relativ kurz: Du brauchst bessere Informationsquellen und mehr Überblick oder Struktur. Du bist wie eine Ameise auf einem Tischtennisball, die glaubt, sie hätte die Welt vollumfänglich erkundet.
Okay, SC, dann darf ich auch mal, ja? Ich habe auch Deine Elaborate gelesen. Auch ich könnte es kurz machen, wenn ich Dich abkanzeln wollte: Du bist wie ein kleiner Steuerberater-Nerd, der glaubt, jeder größere Zusammenhang könnte aus der Warte der detailierten Stellungnahme zum Einkommensteuergesetz abschließend beantwortet werden. Und der darüber hinaus hofft, dass seine vorgetragenen und sehr strukturierten Kenntnisse über das Steuerrecht darüber hinweg sehen lassen, dass er sich aus dem ursprünglichen Themenkomplex nur wieder ein Detail rausgefischt hat, es maßlos aufgeblasen hat, ohne auch nur den Versuch zu unternehmen dem eigentlichen Thema halbwegs gerecht zu werden.
Und wenn ich von dem "eigentlichen Thema rede" dann natürlich nicht so, dass ich das hier festlegen wollte oder auch nur könnte, sondern so, dass wenn Du mir gerade ganz explizit auf meine angeblich komplett gelesenen Beiträge antworten willst, es schon irgendwie anständig wäre, wenn Du wenigstens mal ein Wort dazu sagen würdest, wie Du die Wirkung von Parteien in unserer politischen Landschaft siehst. Das wäre irgendwie mehr als anständig.
Fühlst Du Dich jetzt gerecht beurteilt?
@SC
Southern Comfort hat geschrieben:[*]Lies mal den § 23 Abs.1 Nr. 1. Satz 3 EStG. Wenn Du Deine selbst bewohnte Bude verkaufst, ist das von der Einkommensteuer befreit. Da kommt es nicht mal darauf an, wie lange Du das tust, solange es nur lückenlos geschieht. Die 10-Jahresfrist gilt für Immobilien, die Du nicht oder nur lückenhaft bewohnst. Und jetzt noch ein kleiner Fall, der Dich vielleicht verblüfft:
[list]
Gütiger Himmel, das musste ich mir alles schon zigmal erklären lassen.
Generell: Natürlich kann man jede Sache weiter im Detail betrachten. Man muss es sogar hin und wieder, um einer spezifischen Sache gerecht zu werden. Verallgemeinernd kann man sagen, dass jede Fragestellung eine spezifisch (tiefe) Antwortebene hat, auf der man ihr begegnen muss, um weder zu generalisierend zu urteilen, noch sich in Details zu verlieren. Nicht jedes Problem endet damit, dass man es auch noch quantenphysikalisch durchdacht haben muss! Das ist etwas, was ich vielen Nachwuchswissenschaftlern immer wieder erklären muss, weil doch sehr viele eine Neigung haben, sich in den Details vollkommen zu verheddern und dann komplett den Überblick über die eigentliche Sachproblematik zu verlieren.
Bei der Frage, ob Parteien wirklich die beste Organisationsform darstellen, um die politische Willens- und schließlich auch Entscheidungsbildung herzustellen, brauche ich erstmal nicht zwingend das Steuerrecht, sorry. Wenn ich ein (sehr kurz gehaltenes!) Beispiel bringe über die aktuelle Debatte in den Medien, wie die letzte Grunderwerbssteuerreform nun wieder nicht verhindert, dass ein großer Immobilienkonzern die Steuer umgehen kann, dann ist es aber selbstverständlich erlaubt dies näher zu betrachten. Ohne jede Art von Häme: Ich bin Dir dankbar, dass Du das erstmal halbwegs wertfrei getan hast. Also wertfrei, auch im Sinne von: auf Abwertung Anderer verzichtend. Leider hast Du das nicht allzulange durchgehalten.
Ich möchte nicht in der Tiefe darüber reden, ob nun die Kommentatoren in den Medien eher recht haben oder andere Kommentatoren oder Du, was die steuerfachliche Beurteilung betrifft. Einfach deshalb, weil dadurch das Thema regelrecht mit whataboutism gekapert wird. Für die Beurteiling, ob Parteien gute Strukturen darstellen, um die politische Macht auszuüben, die jede Gesellschaft benötigt, ist nicht der aktuelle Fall Vovonia entscheidend. Ich könnte mich hier sogar komplett geirrt haben und meine sonstige Kritik bliebe noch exakt dieselbe. Verstehst Du das? Akzeptierst Du das?
Meine Kritik an den Parteien, könnte ich im Detail noch nicht mal zu Ende führen, wenn Du bereit wärst jetzt 100 Seiten und mehr zu lesen. Ich weiß, das wir hier limitiert sind und limitiere mich auch schweren Herzens selbst stark. Über Immobilien und Steuern, weiß ich noch deutlich mehr, als ich bisher hier geschrieben habe - das kannst Du Dir vielleicht auch denken oder mir wenigstens wohlwollend unterstellen. Natürlich muss ich aber verkürzen, um bei meinen Aussagen bleiben zu können!
Wenn ich über hochkorrupte Parteien rede, dann rede ich z.B. aus meinen Erfahrungen mit der Berliner CDU beim Bau des Flughafens. Es ist unfassbar, was da mittlerweile herausgekommen ist und selbst bei Wikipedia nachzulesen ist. Diese Arschlöcher haben gegen den Rat aller Experten und gegen die Meinung der Bevölkerung Schöneberg nur deshalb als Standort genommen, weil sich da einige CDU-Politiker im Vorfeld der Entscheidung Grundstücke gesichert haben, die man dann zum Zwecke des Baus mit staatlicher Kohle teurer aufkaufen musste. Nur deshalb durfte der Flughafen nicht in Sperenberg entstehen, wo er längst fertig, weniger teuer und sicherer geworden wäre. Korrupte Parteienscheisse mit irren Folgen.
Das ist 1 von Tausenden Beispielen, welche ich nicht alle anführen und im Detail hier beleuchten kann. Das muss doch klar sein, mensch?
Wenn ich glauben soll, dass es Dir wirklich darum geht mir eine Replik auf meine angeblich viel zu unfaire Beurteilung der Parteien in unserer Gesellschaft zu geben, dann würdest Du es mir leichter machen, wenn Du Dich auch dazu mal äußerst. Also nicht nur sophistisch einen Punkt rausgreifst, als würdest Du hier im Sinne eines Anwalts vor Gericht Dich damit begnügen können und wollen, die Glaubwürdigkeit eines Zeugen geschickt in toto zu erschüttern, sondern ehrlich und offen in einer Diskussion Deine Meinung zu Thema äußern.
Ist das zu viel verlangt? Oder interessiert Dich das abseits des Steuerthemas gar nicht?
@SC
Southern Comfort hat geschrieben:[*]Richtig schräg finde ich (Ich!) das mit den einhelligen Medien. Wenn wir in den anderen Thread schauen, dann ist die Medienschelte ein gerne von Dir geschwungenes Schwert.
Ja, das kann man gerne so sehen. Ich habe einiges an der Funktionsweise unserer Medien zu kritisieren. Und nun? Unterstellst Du mir eine Generalkritik? Unterstellst Du mir, ich wollte sie in Gänze und über alle Themen und Autoren hinweg als unglaubwürdig darstellen? Du betreibst hier reine juristische Sophisterei. Ich kann bestimmte Darstellungen in den Medien kritisieren und einige auch loben (mache und verlinke ich hier lobend übrigens auch häufiger!). Und ich kann auch einfach mal inhaltlich gar nicht werten und lediglich feststellen, dass es in den Medien einen deutlich vernehmbaren Tenor gibt. Du kannst ja dann diesen Tenor qua Deiner Expertise auch sehr gerne hinterfragen. Das ist hilfreich. Aber was Du sicherlich nicht musst, ist mir zu unterstellen, dass ich lediglich auf einen Tenor verweise. Denn genau das habe ich getan. Ich habe nicht geschrieben, dass da die größten Steuerexperten Deutschlands ein unzweifelhaftes Urteil abgegeben hätten.