auch das ist grundsätzlich richtig, aber dafür benötigt es einer Vision von einem Deutschland in 10, 20, 30 Jahren. Und die geht seit Jahrzehnten JEDER Partei in Deutschland ab. Wir winden uns schon ewig nur im Klein-Klein von tagespolitischen Themen, die Vision eines Deutschland geht selten weiter wie bis zum Ende der Regierungszeit, maximal mal 10 Jahre in die Zukunft.
Nimm mal als Beispiel das Thema Rente, da hat keine einzige Partei seit Jahrzehnten etwas zu bieten, dass auch nur ansatzweise einen Zeitraum hat, der für einen 30 jährigen dieses Thema bis zu seiner Verrentung betrachtet.
Und nicht anders verhält es sich beim Umwelt- und Klimaschutz. Wobei ich hier der Meinung bin, dass das 2 Themen sind die man zum Teil getrennt voneinander betrachten muss. Hier ist die Politik gefangen zwischen den Interessen der Wirtschaft und den Interessen des Schutzes der Umwelt und des Klimas. Und meiner Meinung ist sie auch deshalb gefangen, weil es keine Vision gibt wo man in der Zukunft dieses Landes stehen möchte.
Es reicht nicht wenn man sagt, ich möchte ein CO2 neutrales Deutschland 2050 haben. Oder ich möchte die Transformation dahin so umsetzen, dass die Wirtschaft überlebt. Das ist viel zu dünn um einen Plan zu entwickeln der länger hält das die 4 Jahre bis zur nächsten Wahl.
Die Union ist chronisch darin "Probleme" immer erst dann anzugehen, wenn sie an die Türe klopfen. Deshalb würde ich gerne auf deren Regierungsbeteiligung nach der Wahl verzichten, aber mein Problem ist dass ich den Grünen die Transformation und Entwicklung einer Vision genauso wenig zutraue und der SPD die Kompetenz in ökonomischen Fragen komplett abspreche. Die SPD überzeugt ja noch nicht mal mehr ihr traditionelles Wählerklientel, noch vertritt sie deren Interessen, noch weiß sie welche das überhaupt sind.
Kurzer Exkurs zu den Grünen, aus ihrem Wahlprogramm:
Die extrem klimaschädlichen Emissionen, die bei Erdgasförderung und -transport entstehen, wollen wir schnellstmöglich reduzieren. Neue Hafenterminals zur Anlandung von Flüssigerdgas sollen nicht mehr genehmigt werden. Neue Erdgas-Pipelines wie Nord Stream 2, die nicht auf grünen Wasserstoff ausgerichtet sind, zementieren auf Jahrzehnte Abhängigkeiten von klimaschädlichen Ressourcen, konterkarieren die Energiewende und sollten gestoppt werden.
Ich verstehe die Grünen nicht, wenn sie von ihrer Energiepolitischen Wende überzeugt sind, was sie im Wahlprogramm als Eindruck vermitteln, dann ist die Schlussfolgerung dass eine Pipeline wie Nord Stream 2 die Abhängigkeit von klimaschädlichen Ressourcen zementiert irgendwie Humbug.
Vermittelt mir eher den Eindruck, dass die Grünen daran glauben, dass ihr Energiekonzept auf Jahrzehnte teurer sein wird als Gas aus Russland. Und das obwohl mit Co2 Steuer, bzw Co2 Zertifikaten der Preis von Gas sich zunehmend verteuern wird.
Ich würde dagegenhalten, dass wenn das Grüne Energiekonzept funktioniert, die beteiligten Unternehmen an Nord Stream 2, nicht die Renditen erzielen werden mit der Pipeline die sie erwartet haben, weil ihr Gas im Preiswettbewerb mit regenerativen Energien immer schlechter abschneiden wird.
Das ist eine Pipeline, wenn Deutschland wenig Gas benötigt, wird durch die Pipeline weniger Gas fliesen. Wenn Deutschland weniger Gas benötigt, wird Deutschland aus Russland weniger Gas kaufen.
Daran scheinen die Grünen nicht zu glauben, finde ich erstaunlich.