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Monitor
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Granadaseggl


Der Thriller "7500" bei ARD läuft nebenbei. Nichts für schwache Nerven, aber sehenswert
(gerade zu Ende).

Der Titel spielt auf den in der Luftfahrt vereinbarten Transpondercode 7-5-0-0 an, der für die Entführung eines Flugzeugs steht.

Im Film-Vorspann: "Auge um Auge - und die ganze Welt wird blind sein." Gandhi

Nebenbei verfolge ich aktuell bei Flightaware die langen Flüge meiner Jüngsten bzw. sehe mir ihre kurzen Film-Aufnahmen (Landungen) von oben / unterwegs an. Covid war bis vor 1,5 Tagen bei zwei von drei Begleitern noch angesagt, das war knapp. Eigentlich hatten alle vier vor kurzem Covid, eine sogar zweimal.
Der Reiseagent meldete, dass sich die Flugzeiten um einen Tag geändert haben. Heftiger Einspruch: Wir wollen aber den VfB (noch in der 1. Liga) spielen sehen und haben Karten. Er machte es möglich mit der Airline.
Kommando zurück zu den alten Flugzeiten.
I could write several novels about what I do not know.




Bundes-Jogi
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Grasdaggl
@Hasi: Das ist aus dem letzten Film von Stanley Kubrick. Und eigentlich sind das rumänische Mönche, die da singen, allerdings rückwärts gespielt.

„Selbst das wildeste Tier kennt doch des Mitleids Regung“ – „Ich kenne keins und bin deshalb kein Tier“ (Richard III).









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Granadaseggl
Danke, Hasenrupfer fürs Erinnern Turn the Page.

Atlantis



Wieder mal eine Nacht mit starkem Kaffee (Trollinger ist nicht so mein Fall) und Flightaware und Netlflix zum Wachhalten....
Manchmal (heute) wünschte ich mir, dass man die Uhr um 20 Stunden vorstellen könnte.


She looks just like a sparrow, but she's strong just like a wrestler
She kneads and pulls and climbs on top


https://www.youtube.com/watch?v=9N_r0Ka765E
I could write several novels about what I do not know.






Angry Wasenhuhn
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Granadaseggl
Hmm, eine gute Einlaufmusik wäre jede, bei der der Verein was dazu verdient.

"Der heutige Manschaftseinlauf wird Ihnen präsentiert von Karles Fensterfabrik. Karl Karle verschafft Ihnen den Durchblick!
Die Musikauswahl hat er seiner Tochter Leia-Cheyenne überlassen, die heute Ihr Lieblingslied hören möchte.

UND HIER KOMMT FÜR EUCH, FÜR UNS, DER V-F-B-STUTT-GAAAAAART!"

I'm a barbie girl
in a barbie world...
Entspannt Euch doch mal... - AM ARSCH GELECKT!



Local Zero
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Grasdaggl
Nice Weather hat geschrieben:Interesting



Boah, das ist böse. Ausgerechnet "Schism" beim ersten Mal. Von dem sogar Adam Jones mal gesagt hat, dass es die "Hölle" wäre.

Zur Rhythmusstruktur von "Schism":

Schism weicht in seinem Ablauf und Aufbau sehr von gewohnten Strukturen ab. So gibt es vier Strophen (gegenüber höchstens und nur selten anzufindenden dreien in einer gewöhnlichen Single), die jeweils durch instrumentale anstatt vokale Refrains voneinander getrennt sind.
Darüber hinaus, und typisch für Tool, werden in Schism fast ausschließlich ungewöhnliche, bzw. ungerade Taktarten verwendet. In dem 116 Takte dauernden Lied werden in 51 Taktwechseln 5/8, 7/8, 9/8, 10/8, 11/8, 12/8, 13/8 und 15/8-Takte durchlaufen. Jeder Vers einer Strophe wird über einen 12/8-Takt gesungen, der musikalisch durch die Betonung in einen 5/8 und einen 7/8-Takt unterteilt ist. Die instrumentalen Refrains wiederum variieren das Strophenthema in Tonart und Taktart (13/8 anstatt 12/8). Exakt ab der Mitte des Liedes wird auf die Strophen und Refrains verzichtet, statt derer verschiedene instrumentale wie vokale Abschnitte durchlaufen werden. Der Text und die Melodie des Gesangs sind Maynard James Keenans Interpretation der Musik, was unter anderem dadurch zum Ausdruck kommt, dass die Betonungen der Silben in den Strophen exakt den Betonungen der Instrumente auf den Zählzeiten folgen.


Das Stück ist derartig vertrackt, dass nicht mal klar zu sein scheint, wie viele Rhythmuswechsel es denn nun tatsächlich sind. Andere Quellen sprechen von "nur" 47. Auf jeden Fall ne ordentliche Rechenaufgabe, das Album ("Lateralus") selbst ist ja stellenweise auch auf der Fibunacci-Folge aufgebaut.

"Schism" spielen Tool sehr häufig auf ihren Konzerten, ist einer ihrer Klassiker. Allein Chancellors-Bassthema am Anfang ist der schiere Wahnsinn. Mir ist es vor drei Wochen auf dem Weg nach Frankfurt zum Konzert passiert, das ich nur vom "im Kopf anhören", also ohne tatsächliches Abspielen des Liedes (Jack Black von Tenacious D hat so etwas ähnliches mal mit "Inward Singing" bezeichnet) eine fette Gänsehauut bekommen habe.

Bemerkenswerterweise haben Tool "Schism" vor drei Wochen nicht gespielt (aber 2019 in Wien und Nürnberg habe ich es hören können). Aber die Setliste von Frankfurt war sowieso eher außergewöhnlich. Auch "Vicarious" gabs nicht. Dafür aber "Ticks & Leeches", was sie seit 10 Jahren überhaupt nicht mehr öffentlich aufgeführt wurde. Überhaupt war das Frankfurter Konzert - verglichen mit den beiden anderen die ich erlebt habe, also Wien und Nürnberg - knüppelhart. Man müsste das mal durchgehen aber es würde mich kaum wundern, fände man keine zwei aufeinanderfolgenden Toolkonzerte mit der gleichen Songlist.
"Ein Wort, Herr! Sag mir nur ein einziges Wort in diesem Elend!" - "Ich sage dir sogar zwei: Guten Appetit!"
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"Es gibt keine Lösung. Weil es kein Problem gibt."

Tamasi
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Allmachtsbachel
niwoh hat geschrieben:Andy "Fletch" Fletcher


Man muss sich das Leben an der Seitenlinie bitte für einen Moment als das vorstellen, was es ist: enorm erfüllend. Der eigentliche Premium-Platz in einer Band. Doch, doch. Die anderen Jobs haben die viel hässlicheren Tücken. Der Frontmann/die Frontfrau: immer dieses Überlebensgroße. Immer diese Wahnsinns-Show, ganz egal, ob man sich gerade nach Wahnsinns-Show fühlt oder nach Verstecken. Ganz egal auch, ob man versteht, dass die Wahnsinns-Show nach dem Konzert enden sollte. Dass man sie, wenn man leben möchte, im Hotel vor der Zimmertür besser abgibt. Der Songwriter/die Songwriterin: auch riesiger Druck. Ewiggroßer, zerfieselnder Kampf mit der Kreativität, diesem launischen Wesen. Auch erfüllend, wenn man ihn gewinnt. Aber man gewinnt ihn ja nicht oft.

(...)

Schon klar: Arbeitsteilung ist in dieser heldengeschichtenverseuchten Welt namens Musik-Business ein unterschätztes Konzept. Aber man darf zwischen den Hymnen auf die Frontwesen und Kreativitätsbezwinger eben auf keinen Fall den Kitt vergessen. Den Stoff, der den Laden zusammenhält. "Fletch", so schrieb die Band das ins Social Web, als sie den Tod des Freundes, des Kollegen, des Künstlers verkündete, "hatte ein wahres Herz aus Gold und war immer da, wenn man Unterstützung, ein lebhaftes Gespräch, ein gutes Lachen oder ein kühles Bier brauchte."

Ein seltsam kleinmachender Satz auf den ersten Blick. Klingt, aus künstlerischer Sicht, ein wenig nach Wasserträger. Nicht nach einem Mann, der als Gründungsmitglied und Keyboarder der wohl auf ewig größten Keyboard-Band dieser Welt den glaskalten und trotzdem ja zum Reinflauschen warmen Sound mitgeprägt hat, den sie im Kielwasser der Achtzigerjahre alle imitiert haben. Die meisten schlechter.

Man unterschätze aber, bitte, nicht die Kraft eines kühlen Bieres im richtigen Moment.

(...)

Auftritt Andrew Fletcher. Geboren 1961 im britischen Nottingham. 15 Jahre alt, als der Punk die Insel erzittern ließ - "obviously the perfect age to experience it ... we were very lucky in life", wie er das selbst sagte. Siouxsie and the Banshees waren ein Einfluss für ihn. The Cure, Kraftwerk, die frühen Human League. Daraus baute er sich seinen Sound zusammen, dieses trockeneis-geile Computerstrahlen, das so ewiggut passte zu Gores stadiongroßen Melodien und Gahans tränenlikör-sämigem Gesang. "Personal Jesus", "Enjoy The Silence", "People Are People", "It's No Good" - die Größten. "Fly On The Windscreen", "Useless", "Soothe My Soul" - die, vor allem was die Instrumentals betrifft, womöglich Unterschätztesten. Zuerst war Fletcher Bassist in der Band No Romance in China, gegründet mit Vince Clarke, der später unter anderem Erasure gründen sollte. Als Martin Gore dazukam, nannte man sich kurzzeitig Composition of Sound. Ab 1980, mit Gahan, dann Depeche Mode.

(...)

Als der Krieg zwischen Sänger und Komponist heißer wurde, als Gahan also mehr und mehr beim Songwriting mitmischen wollte und sich mit Gore über die Anteile zerfleischte, soll es Fletcher gewesen sein, dem der Ausgleich gelang.

(...)

Andrew Fletcher, vielleicht größter Seitenlinien-Held in der Geschichte des Pop.

(...)



https://www.sueddeutsche.de/kultur/andr ... -1.5592522